Schnepfleitner

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Schnepfleitner ist ein österreichischer, besonders im Bezirk Liezen verbreiteter Familienname.

Allgemeines

Namensherkunft

Der Name "Schnepfleitner" ist ein Herkunftsname und somit im weiteren Sinne von einer Örtlichkeit abgeleitet; die Ableitung erfolgt unter Verwendung des Suffixes ‑er, mit dem unter anderem Herkunftsbezeichnungen für Personen gebildet werden können. Der Name gehört damit zu einer in Österreich und den angrenzenden Gebieten des süddeutschen Raumes sehr gängigen Kategorie der Familiennamen.

Der Name ist daher von einer als "Schnepfleiten" oder ähnlich benannten Örtlichkeit abzuleiten. Der Ausdruck "Schnepfleiten" ist offensichtlich eine Zusammensetzung aus "Schnepf" und "Leiten". "Schnepf" ist als Nebenform des Vogelnamens "Schnepfe" zu deuten. Der zweite Teil – "Leiten" – ist eine im oberdeutschen Raum gebräuchliche Bezeichnung für "Abhang".[1]

Die "Schnepfleiten", von welcher der Name abgeleitet sein muss, lässt sich im Gebiet der Pongauer Gemeinde swiki:Pfarrwerfen[2] lokalisieren.[3]

Verbreitung

Betrachtet man die Telefonbucheintragungen für die Jahre 1998/2007/2022 zum Namen Schnepfleitner in Österreich[4], so fällt auf, dass 30/38/19 von 51/54/33 Eintragungen auf den Bezirk Liezen entfallen, 7/4/1 auf die südlich an diesen angrenzenden Bezirke Leoben und Knittelfeld und nur 14/14/7 auf das übrige Österreich.

Vereinzelt finden sich Namensträger auch in anderen Ländern, am häufigsten in Brasilien.

Der Bezirk Liezen, also das steirische Ennstal mit dem Steirischen Salzkammergut, ist folglich heute das Hauptverbreitungsgebiet des Namens.

In historischer Hinsicht findet sich der Name im steirischen Ennstal zunächst ab 1666 in Irdning, später auch an anderen Orten des Ennstals.

Genealogie

Die nachfolgende genealogische Darstellung ist in verschiedener Weise unvollständig. So wurden nicht die Matriken aller Pfarren des Ennstals ausgewertet. Der Auswertung standen Hindernisse wie teilweise das Fehlen von Namensregistern und ‑indizes sowie eine der letzten 100 Jahre (also die Zeit seit ca. 1920) umfassende Archivsperre entgegen. Zudem konnten etliche Matrikendaten nicht eingeordnet werden oder erschienen für die Zwecke einer übersichtlichen Darstellung nicht relevant. Für jüngere Daten fehlen größtenteils Quellen, und bezüglich lebender Personen ist der Datenschutz zu berücksichtigen.

Die Linie des Irdninger Hutmachers Georg I. Schnepfleitner (Hauptlinie)

Stammvater der meisten in den Matriken der Ennstaler Pfarren gefundenen Personen ist der Irdninger Hutmacher Georg I. Schnepfleitner (* vor 1630?, † vor 1686) mit seinen beiden Ehefrauen. Er hatte folgende Kinder:

Die Familie des Irdninger Hutmachers Georg II. Schnepfleitner

Der Irdninger Hutmacher Georg II. Schnepfleitner, einer der Söhne des Georg I. und der Rosina Schnepfleitner, hatte mit Maria Waringer (⚭ 29. Mai 1686 in Irdning) die Kinder Rosina (* 5. Oktober 1688), Maria (* 14. Juli 1690), Georg III. (* 30. Juli 1695) und Maria Elisabeth (* 1699). Die Tochter Maria (* 14. Juli 1690), wie anzunehmen ist, hatte eine uneheliche Tochter Maria Anna (* 19. Mai 1712).

Die Familie des Gröbminger Hutmachers Mathias Schnepfleidtner

Der Gröbminger Hutmacher Matthias Schnepfleitner, ein weiterer Sohn des Georg und der Rosina Schnepfleitner, hatte mit Eva Sara, geb. Wimber (⚭ 9. Oktober 1689 in Irdning), mindestens die Kinder Georg (* 14. Juni 1690), Markus (* 25. April 1691) und Maria Theresia (* 9. August 1693).

Die Linie des Mauterner Hutmachers Johann Schnepfleittner

Johann Schnepfleittner (* 16. Februar 1666 in Irdning; † 14. Mai 1743 in Mautern an der Liesing]]), ein dritter Sohn des Georg und der Rosina Schnepfleitner, heiratete am 20. Mai 1690 in Irdning Ursula, geb. Gallbrenner (* ca. 1667, † 26. Juni 1710 in Mautern).

In der Folgezeit lebten sie in Mautern an der Liesing (Bezirk Leoben), wo Johann das Hutmachergewerbe ausübte.

Johann Schnepfleitner

Johann Georg Schnepfleitner (* 3. April 1718 in Mautern, † 12. September 1791 in Mariazell]), Sohn aus der zweiten Ehe, wurde Tischler. Er heiratete am 26. Jänner 1746 in Mariazell die dortige Tischlermeisterswitwe Eva Echo (und übernahm wohl den Tischlereibetrieb). Nach deren Ableben heiratete er am 22. September 1750 in Mariazell die Jungfrau Barbara Karner († 23. Oktober 1789). Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, die im Säuglingsalter starben.

Johann Georg (manchmal auch Josef Georg) Schnepfleitner war auch Orgelbauer. Er erbaute 1752 oder 1758 die einmanualigen Orgeln, die im Jahr 1776 auf den Seitenemporen der Wallfahrtskirche aufgestellt wurden.[5]

Die Linie des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleidtner

Wolfgang Schnepfleidtner (* 15. Februar 1677 in Irdning), Hutmacher in Gröbming, ehelicher Sohn des ehrbaren Herrn Georg Schnepfleidtner, gewester Hutmacher zu Irdning, selig, und der Maria, dessen hinterlassener Ehewürthin, noch im Leben, heiratete am 25. Jänner 1700 in Gröbming, wo er Bürger und Huedter war, die Jungfrau Barbara Heizinger [Hainzinger], eheliche Tochter des Herrn Leopold Heizinger und der Barbara Pauer.

Aus der Ehe gingen zumindest folgende Kinder hervor:

Wolfgang starb am 10. Mai 1733 mit 56 Jahren.

Wolfgang und Barbara Schnepfleitner hatten nach unserer Kenntnis

  • vier Töchter – Maria Juliana (* 1704), Maria Magdalena (* 1716), Katharina (* 1719) und Agnes (* 17xx) – und
  • vier Söhne – Leopold (* 1707), Johann (* um 1707), Georg (* 1713) und Martin (* 1721).

Die vier Söhne blieben in Gröbming oder dessen Nähe (Pruggern), ergriffen unterschiedliche Berufe, gründeten Familien und brachten – an der unverheiratete Töchter großen Anteil hatten – zahlreiche Nachkommenschaft hervor, die teilweise bis ins 21. Jahrhundert verfolgt werden kann und teilweise noch den Namen Schnepfleitner trägt.

  • Leopold (* 1707) wurde Bauer (Pruggerbauer) in Pruggern; sein Nachfolger als Pruggerbauer (und daher sein vermutlicher Sohn) Josef hatte einen Sohn Josef, und dieser wiederum eine Tochter Magdalena (* 1842), deren Nachkommen namens Schnepfleitner bis ins 20. Jahrhundert verfolgt werden können.
  • Johann (* ca. 1707) wurde Schneider (vulgo Thalhamschneider) in Gröbming. He hatte zahlreiche Nachkommenschaft, in der sich der Name Schnepfleitner bis ins 21. Jahrhundert und der Schneiderberuf durch mehrere Generationen vererbte. Johann
    • hatte einen Sohn Franz (* 1736), der seinem Vater als Thalham-Schneider nachfolgte; wir halten ihn für den Vater von Franz Schnepfleitner (* ca. 1766), Bauer vlg. Bauer in Donnersbachwald, Stammvater der sehr zahlreichen "Bauerngut-Linie" (aus dieser stammt auch der Verfasser Benutzer:Karl Irresberger);
    • hatte durch seinen Sohn Joseph und den Enkel Mathias Schnepfleithner (* 1776) – einen Keuschler vulgo Rainschneider – eine Anzahl an Nachkommen, die wir als "Rainschneider-Linie" zusammenfassen;
      und
    • hatte einen Sohn Georg (* 1758), den wir für den Stammvater der "Reitmayr-Linie" halten.
  • Georg (* 1713) wurde Hutmacher (vlg. Unterhutterer, wörtlich "unterer Hutmacher") in Gröbming; seine Nachkommen können wir nur durch wenige Generationen verfolgen.
  • Martin (* 1721) wurde Bäckermeister und war zeitweise Marktrichter (d. h. Bürgermeister) von Gröbming. Er hatte unter anderem die Söhne Martin (* 1748) und Johann (* 1762), die wir in zwei in Graz lebenden Brüdern (* 1748/49 und * ca. 1761) wiederzuerkennen meinen. Johann (* ca. 1761) war der Urgroßvater des Friedrich Friedrich Albert (Frederico) Schnepfleitner (* 1867), Stammvater der brasilianischen Linie von Santo Ângelo, Rio Grande do Sul.

Die Pruggerbauer-Linie (Leopold Schnepfleithner)

Leopold Schnepfleithner (* 28. Juni 1707 in Gröbming), der erste eheliche Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleithner und der Barbara geb. Heizinger, war zunächst Müller an der Kerschbaum-Mühle in Oberlengdorf und wurde später Pruggerbauer (die Schreibweisen variieren; es gibt auch "Bruggenbauer") in Pruggern bzw. Michaelerberg (Moosham).

Die Stammtafel dieser Linie lautet, etwas verkürzt, wie folgt:

Leopold Schnepfleithner (* 28. Juni 1707 in Gröbming; † 1. Oktober 1786 ebenda) ⚭ (19. Jänner 1751 in Gröbming) Maria Hasslauer († 3. September 1784 in Pruggern)

Georg Schnepfleithner (Unterhutterer-Linie)

Georg Schnepfleithner (* 4. April 1713, † 28. Mai 1797 in Gröbming), Bürger und Huedter in Gröbming, (zweiter) ehelicher Sohn des Wolfgang Schnepfleithner selig und der Barbara, noch im Leben, hatte mit Maria, geb. Rodtmayr

  • die Töchter Maria Juliana (* 2. Februar 1736), Maria Theresia (* 28. September 1741), Maria Veronika (* 24. Jänner 1736), Maria Gertraud (* 1747), Juliana (* 12. Jänner 1750) und Juliana (* 26. Dezember 1753) sowie
  • die Söhne Georg Bartholomäus (* 15. August 1739) und Johannes (* 11. Mai 1744, † 10. Mai 1813).

Die Linie wurde von einem der beiden Söhne fortgesetzt:

Georg Bartholomäus Schnepfleithner (* 15. August 1739 in Gröbming, † 14. August 1791 ebenda). Er war offenbar zuerst Wirt, vulgo Neuwirt, und dann Uhrmacher. Mit Anna geb. Kibler hatte er

  • die Töchter Anna Maria (* 22. Juli 1770, † 20. Mai 1773), Maria Anna (* 14. Mai 1774 in Gröbming Nr. 48), Maria (* 28. Jänner 1777 in Gröbming Nr. 22) sowie

Tochter Theresia hatte eine uneheliche Tochter Maria. Tochter Maria hatte eine uneheliche Tochter Cordula (* 19. November 1809 in Irdning).

Andreas Schnepfleitner (* 18. Dezember 1771 in Gröbming), Sohn des Bartlme Schnepfleitner und der Anna geb. Kiblen, war Hutermeister vulgo Unterhütterer in Gröbming, Markt 42, und in erster Ehe mit der Kramerstochter Maria geb. Gassner verheiratet. Sie hatten zumindest die folgenden Nachkommen:

Eustachius Schnepfleitner (* 20. September 1779 in Gröbming), der zweite Sohn von Georg Bartholomäus Schnepfleitner und Anna geb. Kibler, lebte zeitweise in der Stadt Rottenmann, wo ihm seine Frau Juliana geb. Hammer den Sohn Matthäus Joseph (* 22. Februar 1807) gebar.

Die Bäckerlinie von Gröbming (Martin Schnepfleithner)

Martin Schnepfleithner (* 9. November 1721 in Gröbming, † 30. März 1799 ebenda), der (dritte) eheliche Sohn des Hutmachers Wolfgang Schnepfleithner und der Barbara geb. Heizinger, war Bäckermeister und zeitweise Marktrichter, d. h. Bürgermeister, von Gröbming. Er hatte mit seiner Frau Elisabeth geb. Rodtmayr zumindest folgende Kinder:

Der Bäckermeister Raimund Schnepfleithner

Raimund Schnepfleithner (* 28. Jänner 1751 in Gröbming, † 1. Juni 1801 ebenda), Bäckermeister in Gröbming Nr. 65, und seine Ehefrau Maria, geb. Seepacher, hatten mindestens fünf Töchter und einen Sohn:

Die Grazer und brasilianischen Schnepfleitner

Wie weiter oben dargestellt, hatte der Gröbminger Bäckermeister und Marktrichter Martin Schnepfleithner, ehelicher Sohn des Wolfgang Schnepfleithner und der Barbara geb. Heizinger, mit seiner Frau Elisabeth geb. Rodtmayrin – unter anderem – die Söhne

Was nun die hier zu behandelnde Grazer und brasilianische Linie[6] anlangt, so ist es eine bislang unbewiesene Vermutung, dass diese Linie einen Zweig der Bäckerlinie fortsetzt. Für diese Vermutung spricht aber, dass das erschließbare Geburtsjahr des Spitzenahns dieser Linie, Johann (Baptist) Schnepfleitner (* 1761), annähernd dem (* 1762) eines – bis auf den Zusatz "Baptist" – gleichnamigen Sohnes des Gröbminger Bäckermeisters entspricht, überdies aber auch, dass Gleiches (* 1748) auf Johanns Bruder Martin (* 1749/50) zutrifft.

Der Priester Martin Schnepfleitner (* 1748/49, † 24. Oktober 1824 in Laubegg)[7] ist, wenn die Vermutung zutrifft, dass er der gleichnamige Marktrichterssohn ist, der älteste bekannte Vertreter dieser Grazer Linie.

Martin trat in den Kapuzinerorden ein (in welches Kloster, ist nicht bekannt). Als solcher absolvierte er das Theologiestudium und empfing die Priesterweihe. In der Folge war er – vielleicht als Folge der josephinischen Klosteraufhebungen – als Weltpriester tätig. Er war

  • 19 Jahre lang Kaplan, davon
 * von 1793 bis 1802 in Eibiswald;
  • von 1804 bis 1807 Benefiziat im Grazer Armen- und Siechenhaus;
  • von 1807 bis 1810 Pfarrer in (Graz-)Mariatrost, wo er mit den einfallenden Franzosen, aber auch mit dem österreichischen Militär viel Arges erlebte;
  • von 1810 bis Mai 1817 Pfarrer in Eibiswald, wo er 1812 auch zum Dechant ernannt wurde;
  • von 1817 bis 1819 wohl in der Obhut des Edlen von Purgay in Eibiswald;
  • von 1819 bis zu seinem Ableben 1824 Benefiziat bei der Herrschaft im Schloss Laubegg.

Johann Baptist Schnepfleitner (mutmaßlich geboren am 30. Mai 1762) war 27 Jahre alt (also * 1761/62) und k.k. Kontrollor beim Kameral‑Eisengußwerk, als er am 28. Jänner 1789 in Graz‑Mariahilf von seinem Bruder Martin mit der 28‑jährigen Witwe Elisabeth Sorgerin (geb. Lechleitnerin) getraut wurde.

Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor (jeweils geboren im Haus Nr. 588, Mariahilfgasse oder ‑straße, Taufpatin Elisabeth Lechleitner, also die Großmutter):

Bald nach der Heirat, bei der er noch k.k. Kontrollor beim Kameral‑Eisengußwerk war, stieg Johann Baptist Schnepfleitner als "Hammerherr" oder "Hammergewerke" selbst in das Eisenverarbeitungsgewerbe ein. Er betrieb von 1790 bis 1804 Hammerwerke in Eibiswald und wurde im Jahr 1794 auch erster Viertelmandatar, also oberster Gewerke, des neu entstandenen H. Graz[8]

Wie lange Johann Baptist Schnepfleitner lebte, wissen wir nicht. Die letzte verlässliche Nachricht stammt von der Geburt der Tochter Anna Maria (* 6. April 1798).

Karl Schnepfleitner (* 20. Oktober 1789 in Graz, † 19. Juni 1871 ebenda), Sohn des Eisengewerken Johann Baptist Schnepfleitner und der Elisabeth geb. Lechleitner, lebte jahrelang mit seiner Frau Catharina geb. Holzer als Eisenhändler in der untersteirischen Stadt Cilli (heute Celje in Slowenien), wo drei Söhne geboren wurden:

In späteren Jahren – aus der Zeit zwischen 1818 und 1828 fehlen Nachrichten – war Karl (Carl) Schnepfleitner k. k. Cameralzahlamtsschreiber und zuletzt Kassier der Landeshauptcasse in Graz. Hier wurde ein weiterer Sohn (es gab auch noch eine Tochter) geboren:

Johann Baptist Michael Conrad Schnepfleitner (* 26. November 1828 in Graz,[9] † 28. März 1903 ebenda) schlug eine Laufbahn als Jurist und Offizier (Auditor) ein und stand an verschiedenen Orten der Monarchie im Dienst, unter anderem in Pressburg, Ofen, Kaschau und Lemberg.

Er heiratete am 18. August 1857 in der Grazer Franziskanerkirche Therese Knar, Tochter des Universitätsprofessors Josef Knar und der Amalia geb. Khlun.

Johann Schnepfleitner und seine Ehefrau Therese geb. Knar hatten:

  • die Töchter Betti (verh. Čuić), Anna (verh. Haas) und Emma (* 1865/66 in Kaschau, † 1955 in Graz, verh. Mank) sowie
  • die Söhne
  • Hugo († 1932 in Graz), Auditor, verheiratet, aber kinderlos,
  • Karl,
  • Friedrich Albert (* 21. Dezember 1867), – nach Brasilien ausgewandert – und
  • Johann (*† 1870 in Gedersberg [Pfarre Graz-Straßgang]).

Friedrich Albert Schnepfleitner (* 21. Dezember 1867, Ort unbekannt; † 25. Dezember 1940 in Santo Ângelo, Rio Grande do Sul [RS]) wanderte nach Brasilien aus, wo er seinen Vornamen auf "Frederico" änderte.

Er hatte mit seiner Ehefrau Carlota (oder Caroline) Telten (* 10. Juli 1867, † 29. September 1939) die Kinder Lina, Hugo, Robert, Hulda, Helmuth (* 1898), Flora, Emil, Meta, Eduard, Erika (* 25. Mai 1922 in Santo Ângelo [RS], † 1991 ebenda, verh. Sturzenegger) und Isolde.

Von diesen Kindern wissen wir Einzelheiten nur zu Helmuth Schnepfleitner (* 13. April 1898 in Santa Cruz do Sul [RS], † 11. Dezember 1981 ebenda). Er hatte mit seiner Ehefrau Marga Alice Sachs (* 30. Juli 1903 in Alfredo Chaves (Veranópolis), RS; † 21. Juni 1964 in Santo Ângelo, RS) die Kinder

Die Thalhamschneider-Linie von Gröbming (Hannß Schnepfleithner)

Die Benennung "Thalhamschneider-Linie" verweist auf den Weiler Thalham (ältere Schreibweise: Thallhaim u. ä.) in der Gemeinde Gröbming; er liegt ein wenig südlich des Ortszentrums (des Marktes), aber noch nördlich der Enns.

Stammvater dieser Linie ist der Schneidermeister Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707), (vierter) Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleitner und der Barbara geb. Heizinger:

Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707; † 27. Dezember 1793), Schneidermeister in Assach und dann in Gröbming; ⚭ (12. September 1735 in Schladming) Barbara Rädler (* um 1715; † 3. Dezember 1782 in Gröbming-Michaelberg), Schneidermeisterstochter

  • Franz (* 29. September 1736 in Assach), Thalhamschneider, Stammvater der "eigentlichen Thalhamschneider-Linie"
  • Veronika (* 12. Jänner 1738 in Assach), ⚭ 1756 Johannes Mädl
  • Theresia (* 29. September 1739 in Assach), ⚭ 1756 Franz Götzfried
  • fünf weitere (1740–1750) in Assach geborene Kinder
  • Josef (* 1. März 1753 in Assach), Schneider in Gröbming, Stammvater der "Schneiderseppl-Linie"
  • Simon (* 23. Oktober 1755 in Gröbming), Pichl-Weber
  • Georg (* 23. April 1758 in Gröbming), mutmaßlicher Stammvater der Reithmayer-Linie von Selzthal
  • Elisabeth (* 26. Mai 1761 in Gröbming)

Jeder der angeführten Söhne – Franz (* 1736), Josef (* 1753), Simon (* 1755) und (mutmaßlich) Georg (* 1758 in Gröbming) – wurde Begründer einer der nachfolgend beschriebenen Linien.

Die eigentliche Thalhamschneider-Linie (Franz Schnepfleithner)

Franz Schnepfleithner (* 29. September 1736 in Assach), Sohn des Schneidermeisters Hannß Schnepfleithner und der Barbara geb. Rädler, wurde ebenfalls Schneider und folgte seinem Vater als Thalhamschneider.

Übersicht

Franz Schnepfleithner (* 29. September 1736 in Assach, † 25. April 1814 in Gröbming, Moosheim 12) ⚭ (23. November 1761 in Gröbming) Elisabeth Perner (* 1740, † 6. Oktober 1805 in Gröbming)

  • Philipp (* 21. April 1764 in Gröbming), Tunzendorfwirt in Gröbming-Michaelberg
  • ? Franz (* ca. 1766) ?, Begründer der Bauerngut-Linie
  • Adam (* 24. Dezember 1777 in Gröbming, Michaelberg Nr. 11), Thalhamschneider in Gröbming-Michaelberg, ⚭ (22. Juni 1807 in Gröbming) Elisabeth Häusler (* ca. 1785); Trauzeuge: Franz Schnepfleithner, Bauer in Donnersbachwald
    • Franz de Paula (* 20. März 1808 in Gröbming, Michaelberg 11), Besitzer des Thalhamschneidergutes, ⚭ (8. Jänner 1849 in Gröbming) Theresia Stranger
    • Johannes vom Kreuz (* 12. November 1812 in Gröbming, Michaelberg 11), Tagwerker in Winkl
    • Augustin (* 26. August 1816 in Gröbming, Moosheim 11)
  • Michael, Besitzer des Lemmerergütls zu Lassing
Die Bauerngut-Linie von Donnersbachwald

Die Bauerngut-Linie hat ihren Namen nach dem Bauerngut vulgo Bauer in Donnersbachwald, das im 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Schnepfleitner stand. Der Vulgoname "Bauer" dürfte auf den Familiennamen einer früheren Besitzerfamilie zurückzuführen sein. Das Gut selbst besteht heute nicht mehr; an seiner Stelle steht eine Siedlung, die Bauernsiedlung. Unweit erstreckt sich der Bauer-Graben, der von einem Bach zum Donnersbach entwässert wird.

Der Besitzer Paul Häußler vulgo Bauer starb am 22. Oktober 1787 am Schlagfluss. Die Witwe Elisabeth geb. Schupfer heiratete am 4. November 1788, 46‑jährig, den 22‑jährigen Franz Schnepfleitner (* ca. 1766). In ihm vermuten wir einen Sohn des Trauzeugen, des Thalhamschneiders Franz Schnepfleithner (* 29. September 1736).[10]

Elisabeth Schnepfleitner verw. Häusler[in] geb. Schüpfer[in] starb am 3. August 1806 mit 64 Jahren an Gelbsucht. Der Witwer Franz Schnepfleitner heiratete am 7. November 1806 in Donnersbachwald die 25‑jährige Elisabeth Pötsch.

Franz und Elisabeth geb. Pötsch hatten die folgenden, in Donnersbachwald geborenen Kinder:

Elisabeth Schnepfleitner geb. Pötsch starb am 6. Juli 1823 an Abzehrung (Tuberkulose).

Der Witwer Franz Schnepfleitner heiratete am 19. Jänner 1824 ein drittes Mal. Die vier aus dieser Ehe hervorgegangenen Kinder starben im Kleinkindalter. Franz Schnepfleitner starb am 4. November 1842 als Auszügler an Altersschwäche.

Die spätere Bauerngut- und Wastlgut-Linie

Johann Schnepfleitner (* 19. Juni 1807 in Donnersbachwald, † 9. Mai 1875 ebenda), der älteste Sohn des Franz Schnepfleitner, Bauer, vulgo Bauer in Donnersbachwald, und der Elisabeth geb. Pötsch, heiratete am 6. Februar 1837 in Donnersbachwald als angehender Besitzer des Bauerngutes die Bauerntochter Magdalena Schaumberger (* 8. Juni 1813 in Donnersbachwald).

Aus der Ehe gingen folgende, in Donnersbachwald geborene Kinder hervor:

Der Zweig von Katharina und Franz und Altirdning

Katharina Schnepfleitner (* 21. April 1845 in Donnersbachwald), Tochter des Johann Schnepfleitner, Bauer, vulgo Bauer in Donnersbachwald, und der Magdalena geb. Schaumberger, blieb zunächst auch als Erwachsene, wenigstens bis zu ihrem 34. Lebensjahr, als Dienstmagd auf dem Hof ihrer Eltern, dann bei ihrem Bruder Michael, auf dem Bauerngut in Donnersbachwald. Dort brachte sie

zur Welt.

Franz Schnepfleitner (* 22. November 1889; † 23. November 1955 in Altirdning), Sohn der Dienstmagd Katharina Schnepfleitner, wurde auf dem von seinem Onkel Michael bewirtschafteten Bauerngut in Donnersbachwald Nr. 49 geboren.

Franz war zeitweise (so bei seiner Eheschließung im Jahr 1931) Jäger in Walchen Nr. 29 bei Öblarn, zeitweise Colloredo-Mannsfeldscher Oberjäger in Kleinsölk. Er heiratete am 9. Februar 1931 in Donnersbachwald die Försterstochter Maria Göschl (* 1. November 1907 in Donnersbachwald; † 12. Juni 1984 in Altirdning). Aus der Ehe gingen unter anderem folgende Kinder hervor:

Michael Schnepfleitner und das Wastlgut

Michael Schnepfleitner (* 26. August 1848 in Donnersbachwald), der zweitälteste Sohn des Franz Schnepfleitner, Bauer vulgo Bauer in Donnersbachwald, und der Elisabeth geb. Pötsch, wurde Besitzer des elterlichen Gutes. Er heiratete am 7. Dezember 1890 in Irdning die Bauerntochter Josefa Pötsch (* 17. März 1853).

Nachkommen aus der Ehe waren unter anderem

Auffälligerweise ist Michael Schnepfleitner ab 1891 nicht mehr an der Adresse Donnersbachwald Nr. 49 nachweisbar, sondern an der Adresse Donnersbachwald Nr. 50, die seit alters her den Hausnamen "Unherr" trägt. Das Bauerngut in Donnersbachwald, aber auch das Unherr-Gut gab Michael Schnepfleitner offensichtlich vor 1897 auf, und er wurde Bauer vulgo Tüchler in Irdning, Kienach Nr. 6. Noch später, spätestens 1912, war Michael Bauer vulgo Wastl in Alt-Irdning Nr. 42.

Michaels Witwe Josefa starb am 24. Februar 1922 im Armenhaus der Marktgemeinde Irdning.

Mit Michaels Enkel Josef Schnepfleitner (* 24. Februar 1916 auf dem Wastlgut; † 6. Februar 2002 in Mautern) verlieren wir diesen Familienzweig in den Quellen aus den Augen.

Agnes Schnepfleitner verh. 1. Mühlbacher 2. Lämmerer vulgo Lannerin in Donnersbach
0. Lebensbeschreibung

Agnes (* 7. Jänner 1817 in Donnersbachwald), eine Tochter des Franz Schnepfleitner, Bauers, vulgo Bauer, in Donnersbachwald, und der Elisabeth geb. Pötsch, blieb zunächst auch als Erwachsene, wenigstens bis zu ihrem 29. Lebensjahr, als Dienstmagd auf dem Hof ihrer Eltern, dann ihres Bruders Johann.

Eine dauerhafte Liebesbeziehung verband sie offenbar während dieser Zeit mit Josef Pachler, Vater ihrer Kinder Stephan (* 24. Dezember 1839 in Donnersbachwald Nr. 48, [vulgo] Holzmeister-Keusche), Johannes Nepomuk (* 7. Mai 1842 in Donnersbachwald Nr. 49) und Maria (* 24. Jänner 1846 in Donnersbachwald Nr. 49), der die Vaterschaft zu diesen Kindern auch pfarramtlich anerkannte. Josef Pachler (* 1809 in Donnersbachwald) war Sohn des ledigen Dienstknechts Peter Pachler und der Anna Forstner. Er war Urlauber vom k. k. Infanterieregiment Prohazka Nr. 7, dem er vom 5. Mai 1831 bis zum 31. Oktober 1845 angehörtedem er vom 5. Mai 1831 bis zum 31. Oktober 1845 angehörte[11] (damals dauerte die Kriegsdienstpflicht 14 Jahre!) – und Dienstknecht bei verschiedenen Bauern in Donnersbachwald.

Einige Jahre später treffen wir Agnes – nicht jedoch Josef Pachler – wieder, nunmehr als Dienstmagd bei ihrem Onkel Philipp Schnepfleitner vulgo Weber in Donnersbachwald Nr. 17. Dort schenkte sie dem Sohn Joseph (* 10. März 1851) das Leben. Der Vater dieses Kindes war Stephan Mühlbacher, Bauernsohn vulgo Hochlanner in Donnersbachau, der auf dem väterlichen Gut auf dem Erlsberg Nr. 42 lebte und arbeitete.

Diesen Stephan Mühlbacher, Sohn des Joseph Mühlbacher (* ca. 1785, † 21. Juni 1852) und der Magdalena, geb. Forstner, und angehenden Besitzer seiner väterlichen Behausung, heiratete Agnes im darauffolgenden Jahr, 35‑jährig, am 14. Juni 1852 in Donnersbach.

Der aus dieser Ehe hervorgegangene Sohn Jakob Mühlbacher starb klein, der Vater nach 2½‑jähriger Ehe am 3. Dezember 1854.

Agnes heiratete am 4. Juni 1855 in Donnersbachau Jakob Lämmerer (* 19. Juli 1832), Sohn eines Bauern vulgo Arnold am Erlsberg Nr. 25 und Besitzer des Poisingergütls am Erlsberg Nr. 3.

Die aus dieser Ehe hervorgegangene Tochter starb am Tag ihrer Geburt, die Mutter zwei Tage danach, am 22. Dezember 1856, mit knapp 40 Jahren an den Folgen der Geburt.

Der Witwer Jakob Lämmerer, gewesener Bauer vulgo Poisinger, erhängte sich am 2. September 1869 37‑jährig im Zustand geistiger Umnachtung.

Das Gut am Erlsberg Nr. 42, nunmehr vulgo Lanner oder Lahner, ging letztlich auf Agnes' voreheliche Tochter Maria über.

Ihre vorehelichen Kinder verschafften Agnes eine zahlreiche Nachkommenschaft:

1. Stephan Schnepfleitner vulgo Höfer in Donnersbach

Stephan Schnepfleitner (* 24. Dezember 1839 in Donnersbachwald Nr. 48), der ältere der vorehelichen Söhne der Agnes Schnepfleitner, verh. 1. Mühlbacher, 2. Lämmerer vulgo Lannerin, mit dem Knecht Josef Pachler, verehelichte sich am 9. November 1869 in Donnersbach mit der Bauerstochter Juliana Reiter. Damit heiratete er in das Bauerngut vulgo Höfer in Donnersbach, Ilgenberg Nr. 5, ein und wurde Bauer. Aus der Ehe gingen die folgenden Kinder samt Nachkommen hervor:

2. Johann Schnepfleitner vulgo Glitschner in Raumberg

Johannes Nepomuk Schnepfleitner (* 7. Mai 1842 in Donnersbachwald Nr. 49, † 2. Dezember 1923 in Irdning), der jüngere der vorehelichen Söhne der Agnes Schnepfleitner, verh. 1. Mühlbacher, 2. Lämmerer vulgo Lannerin, mit dem Knecht Josef Pachler, war erst 22 Jahre alt und bereits Besitzer des Glitschnergutes in Raumberg Nr. 27 (bei Irdning), als er sich am 9. November 1864 in Irdning mit Constanzia Rabenhaupt (* 28. Februar 1834 in Donnersbachwald) vom Beinstockgut in Donnersbachwald verehelichte.

Aus dieser ersten Ehe mit Constanzia geb. Rabenhaupt überlebten zwei Kinder hervor:

Constanzia geb. Rabenhaupt starb nach knapp sieben Ehejahren am 24. Oktober 1871 an Typhus. Johannes Nepomuk Schnepfleitner war noch zwei weitere Male, jedoch kinderlos, verheiratet und starb als Auszügler an Altersschwäche. Das Glitschnergut hatte er vermutlich seinem Sohn Anton übergeben, der dafür seiner Schwester Viktoria und deren Ehemann das Zeissenbergergut überließ. Auf dem Glitschnergut kamen noch zahlreiche seiner Enkel und Urenkel zur Welt.

Anton Schnepfleitner (* 1. Jänner 1867 in Irdning, Raumberg Nr. 27; † 11. August 1941), der älteste Sohn des Johannes Nepomuk Schnepfleitner vulgo Glitschner in Raumberg und der Constanzia geb. Rabenhaupt, war 27 Jahre alt und Besitzer des Hauses Raumberg Nr. 10, als er sich am 6. Mai 1894 in Irdning verehelichte. Die Braut war Maria Mattlschweiger, Tochter des Mathias Mattlschweiger, Bauer vulgo Huber in Raumberg, und der Elisabeth geb. Zeiler. Aus der Ehe stammen zumindest die folgenden Töchter (Söhne hatte er anscheinend nicht), von denen einige Mütter unehelicher Kinder wurden:

Die Matrikendaten zeigen Anton an wechselnden Orten: 1894 als Hausbesitzer in Raumberg, 1898 als Keuschler vulgo Kastner in Irdning, Bürglitz Nr. 11, ab 1902 als Besitzer vulgo Zeissenberger in Niederöblarn, zuletzt wieder auf dem elterlichen Glitschnergut. 1940 wird er als Besitzer des Zeissenbergergutes, jedoch mit seiner Frau in Raumberg lebend, ausgewiesen. Aus anderen Daten ergibt sich, dass er das Zeissenbergergut seiner Schwester Viktoria und deren Ehemann überließ, nachdem diese am 22. November 1909 den Holzarbeiter Johann Seebacher geheiratet hatte, und selbst mit Frau und Töchtern auf das Glitschnergut übersiedelte. Anton dürfte das Glitschnergut schließlich seiner Tochter Bibiana und deren Mann Franz Schnepfleitner übergeben haben.

Antons Schwester Viktoria Schnepfleitner (* 24. Dezember 1868 in Irdning, Raumberg Nr. 27), die Tochter des Johannes Nepomuk Schnepfleitner vulgo Glitschner in Raumberg aus dessen erster Ehe mit Constanzia geb. Rabenhaupt, war lange Jahre Brentlerin (Magd) auf der, sicherlich zum väterlichen Gut gehörigen, Glitschnerhütte auf der Vorderen Mörschbachalm in Donnersbachwald. Sie ragt durch die Zahl von nicht weniger als zehn unehelichen Kindern hervor, die sie großteils in Donnersbachwald auf der Vorderen Mörschbachalm zur Welt brachte und die teilweise durch nachfolgende Eheschließung legitimiert wurden:

Mit fast 41 Jahren heiratete sie am 22. November 1909 in Irdning den gleichaltrigen Holzarbeiter Johann Seebacher (* 18. August 1871 in Donnersbachau), angehenden Besitzer des Zeissenbergergutes in Niederöblarn. Johann und Viktoria Seebacher lebten fortan in Niederöblarn.

3. Maria Schnepfleitner verh. Steer vulgo Lannerin

Maria Schnepfleitner (* 24. Jänner 1846 in Donnersbachwald Nr. 49), drittes und jüngstes der vorehelichen Kinder von Agnes Schnepfleitner, verh. 1. Mühlbacher, 2. Lämmerer vulgo Lannerin, mit dem Knecht Josef Pachler, dürfte identisch mit jener Maria Schnepfleitner sein, die als Dienstmagd beim vulgo Pötsch am 19. Jänner 1865 in Donnersbachwald Nr. 2 ein not‑getauftes Kind gebar. Ferner brachte sie auf dem heimatlichen Hochlannergut in Erlsberg ihre Tochter Konstanzia (* 1. März 1866) zur Welt (Taufpatin war Konstanzia Schnepfleitner vulgo Glitschnerin, Bäuerin in Raumberg).

Sodann musste Maria Schnepfleitner sich mit dem Los der meisten jüngeren Bauernkinder abfinden und als Magd in fremde Dienste gehen. Ihre jüngere Tochter Maria (* 23. September 1869) brachte sie zur Welt, während sie als Dienstmagd in Donnersbachwald tätig war.

Fünf Jahre später begegnen wir Maria als Besitzerin des Lahnergutes auf dem Erlsberg Nr. 42 wieder. Dies bedeutet gewiss, dass ihr Halbbruder Joseph Mühlbacher zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben war, sodass Maria Erbin des Lahnergutes wurde. Sie heiratete am 25. Jänner 1875 in Donnersbachau den Bauernsohn Mathias Steer (* 17. Februar 1838). Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor: Walburga (* 1879) und Maria (* 8. August 1883, † 10. August 1883). Maria Steer vulgo Lahnerin starb am 16. August 1883, also wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Maria, 37‑jährig an "Blutfluss und Fieber".

Tochter Konstanzia Schnepfleitner (* 1. März 1866 in Donnersbach) lebte als Dienstmagd in der heutigen Gemeinde Aigen im Ennstal (Sallaberg am Kulm, Ketten, Fischern) und brachte in den Jahren 1888 bis 1903 sieben unehelichen Kindern zur Welt, die zu verschiedenen Pflegeeltern kamen. Sie soll zwischen 1909 und 1913 gestorben sein. Ihre Nachkommen sind überblicksartig:

Die Schneiderseppl-Linie

Wir springen vom 20. in das 18. Jahrhundert und nach Gröbming zurück, um eine weitere, recht verzweigte Zweiglinie der Gröbminger Thalhamschneider-Linie zu betrachten.

Die Bezeichnung "Schneiderseppl" findet sich (1819) als Vulgoname des Ignaz, Sohn des Josef Schnepfleitner, im Taufbuch der Pfarre Gröbming (Band VII S. 60). Sie dürfte durch den gleich noch zu erwähnenden Schneidermeister Joseph Schnepfleithner entstanden sein und blieb offenbar mit dem von diesem und seinen Nachkommen bewohnten Haus Gröbming Nr. 45 verbunden.

Joseph Schnepfleithner (* 1. März 1753 in Assach), † 30. November 1816 in Gröbming Nr. 45, Sohn des Gröbminger Thalhamschneiders Hannß Schnepfleithner und der Barbara Rädler, heiratete am 28. September 1773 in Gröbming die hiesige Schneidermeisterstochter Anna Reitter. Die beiden hatten zumindest:

Die weitverzweigte Rainschneider-Linie und die Webergütl-Linie reichen bis in die Gegenwart.

Ignaz Schnepfleitner vulgo Schneidernatz zu Gröbming

Ignaz Schnepfleitner (* 21. Jänner 1785 in Gröbming, † 3. Juni 1829 ebenda), Schneidermeister in Gröbming Nr. 45, der jüngste Sohn des Joseph Schnepfleitner und der Anna geb. Reitter, heiratete am 29. April 1817 in Gröbming Helena Fingerlos.

Ignaz Schnepfleitner, vulgo Schneidernatz oder Schneiderseppl, und seine Frau Helena hatten folgende Kinder:

Die Rainschneider-Linie in Falkenburg, Irdning

Auch die Rainschneider-Linie kommt von der Schneiderseppl-Linie zu Gröbming. Der älteste Sohn von Josef Schnepfleithner, bürgerlichem Schneidermeister in Gröbming, und Anna geb. Reitterin hieß Mathias Schnepfleithner (* 10. Februar 1776 Gröbming Nr. 45), und war der ältere Bruder des bereits erwähnten Ignaz.

Mathias heiratete am 30. Juni 1807, 31‑jährig, in Irdning die 28‑jährige Helena, Tochter des Johann Rauter am Schneidergütl am Rain in Irdning.

Aus der Ehe gingen vier Kinder – Leopold (* 15. November 1809 in Irdning, Falkenburg), Maria (* 6. September 1812 in Irdning, Falkenburg), Leopold (* 15. November 1819 [sic!] in Irdning, Falkenburg) und Ferdinand (* 30. Mai 1826 in Irdning, Falkenburg) – hervor, von denen uns eines wieder begegnet:

Leopold Schnepfleitner (* 15. November 1809 in Irdning, Falkenburg Nr. 2), Sohn des Mathias Schnepfleitner vulgo Rainschneider in Falkenburg und der Helena Rauter, heiratete am 12. Oktober 1835 in Irdning Helene Wunder. Leopold Schnepfleitner war wie sein Vater Keuschler vulgo Schneider in Rain, kurz: Rainschneider, in Falkenburg. Seine Ehefrau brachte vierzehn Kinder zur Welt, von denen zumindest sechs als Kinder starben und zumindest sieben – hier mit Nachkommen namens Schnepfleitner angeführt – das Erwachsenenalter erreichten:

Die Linie vom Webergütl in Gersdorf, Gem. Mitterberg (Josef Schnepfleitner)

Josef Schnepfleitner (* 1. Jänner 1778 in Gröbming Nr. 45), der zweite Sohn des Joseph Schnepfleitner und der Anna geb. Reitterin, ist als jener Schneiderssohn anzusetzen, der mit Eva Stangl, der später verheirateten Koller, einen Sohn Georg (* 29. März 1807 in Gröbming, Mitterberg Nr. 25) hatte. Sonstige Spuren seines Lebens kennen wir nicht.

Georg Schnepfleitner (* 29. März 1807 in Gröbming, Mitterberg Nr. 25) – der (obwohl unehelich) den Familiennamen seines Vaters führte –, vulgo Weber in Gersdorf, lebte auf dem ihm gehörigen Webergütl in Gersdorf Nr. 5. Gersdorf liegt weit östlich des Marktes Gröbming am Südhang des Mitterberges. Georg war dreimal verheiratet und hatte aus zwei Ehen Nachkommen:

⚭ (19. Juni 1826) Gertraud Lögger (* 1801/02, † 1. Juni 1862), Weberstochter aus Gersdorf
⚭ (25. August 1862) Elisabeth Weißniemand (* 1831/32, † 7. November 1965),
⚭ Aloisia Fritzl

Ein Josef Schnepfleitner vulgo Weber war bis 1970 Bürgermeister der Gemeinde Mitterberg.

Simon Schnepfleitner vulgo Pichlweber zu Niederöblarn

Simon Schnepfleitner (* 23. Oktober 1755, Sohn des Thalhamschneiders und der Barbara geb. Rädler, heiratete am 23. Juni 1788 in Irdning Magdalena, Tochter des Johann Weichlinger "an Pichl, Webergütl". So wurde er Besitzer des Pichlwebergütls zu Niederöblarn Nr. 15. Aus der Ehe gingen zumindest folgende Kinder hervor:

Die Schnepfleitner vulgo Reitmayr in Selzthal

Selzthal gehörte ursprünglich zur Pfarre Rottenmann. Der Name Schnepfleitner kommt in den Matriken dieser Pfarre erstmals im Jahr 1792 vor – es handelt sich um die Heirat des 33‑jährigen Georg Schnepfleithner vulgo Reitmayr mit Maria Mitteregger. Georg Schnepfleithner muss also, obwohl ihn der Zusatz "Reitmayr im Zelzthal" (sic!) als (bereits) Ansässigen ausweist, irgendwann zugezogen sein. Aus Georgs angegebenem Heiratsalter errechnet sich ein Geburtsjahr 1758/1759. Dies würde sehr gut zu Georg (* 23. April 1758), einem jüngeren Sohn von Hannß (Johann) Schnepfleithner und Barbara geb. Rädler (Begründer der Thalhamschneider‑Linie von Gröbming), passen. Wir ordnen ihn daher, wenn auch mit Vorbehalt, an ebendieser Stelle ein.

Georg Schnepfleithner (Bauer vulgo Reitmayr in Zelzthal) heiratete am 28. Mai 1792, 33 Jahre alt (= * 23. April 1758?) und ledig, die 25‑jährige, ledige Maria Mittereggerin.

Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Mathias Schnepfleitner, Bauer in Selzthal und Oppenberg

Mathias Schnepfleitner (* 7. Jänner 1794 in Selzthal), der erstgeborene Sohn des Georg Schnepfleitner vulgo Reitmayr in Selzthal und der Maria geb. Mitteregger, ehelichte in Rottenmann am 25. November 1822, 29 Jahre alt und ledig, die ebenfalls ledige 28‑jährige Maria Gruber.

Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor, hier mit Nachkommen namens Schnepfleitner angeführt:

Joseph Schnepfleitner vulgo Reithmayer

Joseph Schnepfleitner (* 3. März 1805), der jüngere Sohn des Georg Schnepfleitner vulgo Reitmayr in Selzthal und der Maria geb. Mitteregger, heiratete in Rottenmann am 2. Juni 1828, 23 Jahre alt und ledig, angegeben als (vulgo) Reithmayer zu Selzthal, die 19‑jährige Eva Stecher.

Aus der Ehe gingen folgende Kinder, hier mit Nachkommen namens Schnepfleitner angeführt, hervor:

Damit ist die Geburt der Theresia Schnepfleitner am 15. Oktober 1886 (Mutter: Theresia Schnepfleitner, * 14. September 1867) das jüngste aus den Matriken der Pfarre Rottenmann ersichtliche, für den Fortbestand des Namens Schnepfleitner in dieser Linie bedeutsame Ereignis.

Quellen

  • Eigenartikel des Benutzers Karl Irresberger; die hier verwerteten genealogischen Quellen sind fast ausschließlich die Matriken der katholischen Pfarren der angegebenen Geburts-, Trauungs- und Sterbeorte, eingesehen vor Ort oder über Matricula-Online.eu.

Einzelnachweise, Anmerkungen

  1. Wikipedia-Artikel "Leite (Hang)"
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im SALZBURGWIKI, dem Mutterwiki des EnnstalWikis
  3. Siehe im SALZBURGWIKI den Artikel "swiki:Schnepfleitner"
  4. https://www.herold.at/telefonbuch/suche/?term=Schnepfleitner
  5. www.mathis-orgelbau.ch/orgeln/mariachor.htm [2008]; epub.oeaw.ac.at/ml/musik_M/Mariazell.xml [2007]; www.odb.at/schoensteorgeln.html (odb.at in Bing) [2008]
  6. Hauptquellen für sechs, im 18. Jahrhundert beginnende und im 20. Jahrhundert endende Generationen der hier behandelten Schnepfleitner-Linie sind die "Sippentafel Emma Schnepfleitner verehel. Mank", die sich in Brasilien in Familienbesitz befindet, und die Internetseite "Genealogia Sachs".
  7. Quellen zum Priester Martin Schnepfleitner: Keller, Paul Anton: Pfarrersorgen zu Laubegg. Blätter für Heimatkunde 35 (1961), S. 23; E-Mail-Auskunft des Diözesanarchivs Graz-Seckau vom 5. Juni 2020 an Karl Irresberger; Sterberegister II (1821–1837) der Pfarre St. Georgen an der Stiefing, Fol. 55.
  8. Gemeindechronik von St. Oswald, Auszug "Hammerwerksbetrieb im heutigen Krumbach" (https://web.archive.org/web/20031027040139/http://www.oswald-o-e.at/unsergem/wirtschaft.htm www.oswald-o-e.at/unsergem/wirtschaft.htm (oswald-o-e.at in Bing) auf web.archive.org, abgerufen am 27. Oktober 2003).
  9. Taufbuch der Pfarre Graz-Hl. Blut XXVII Fol. 135; Taufpate war Johann Schnepfleitner, später geadelt als Johann von Schnepfleitner, k.k. Rittmeister, in Graz gebürtig, der am 1. Februar 1852 ledig als pensionierter k.k. Rittmeister starb (Quelle: Convocations-Edict des illirisch-innerösterreichischen Jud. deleg. militär mixt. vom 22. April 1852, Wiener Zeitung vom 8. Mai 1852 [5557]). Seine genealogische Einordnung ist unsicher.
  10. Belege für die Abstammung des Bräutigams (sei es in der Trauungseintragung oder in der bisher nicht aufgefundenen Taufeintragung) fehlen. Für die Zurechnung des Bräutigams Franz Schnepfleitner zur Thalhamschneider-Linie spricht ein weiteres Indiz: Er war am 22. Juni 1807 einer der Beistände bei der Eheschließung des Adam Schnepfleitner – also wohl seines Bruders – mit Elisabeth, ehelicher Tochter des Paul Häusler, gewesenen Besitzers am Bauerngut in Donnersbachwald, und der Maria geb. Schupfer (also offenbar einer [Halb‑]Schwester seiner Frau).
  11. 7. Infanterie-Regiment Grundbuchsheft 11 S. 39 (Österr. Staatsarchiv/Kriegsarchiv).