Lassing

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Ortsansicht
Lassing wiki.jpg
Politischer Bezirk: Liezen (LI)
Fläche: 37,19 km²
Geografische Koordinaten: 47° 32′ N, 14° 16′ O
Höhe: 750 - 900 m ü. A.
Einwohner: 1 719 (1. Jänner 2017)
Postleitzahl: 8903
Gemeindekennziffer: 6 12 22
Gliederung: zwei Katastralgemeinden
Geografische Karte der Gemeinde:
Gemeindeamt: Lassing 5
8903 Lassing
Offizielle Website: www.lassing.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Stangl (ÖVP)
Gemeinderat: 15 Mitglieder: 9 ÖVP,
4 FPÖ,
2 SPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Bevölkerung
1869 1 950
1880 1 933
1890 1 708
1900 1 232
1910 1 185
1923 1 125
1934 1 272
1939 1 415
1951 1 542
1961 1 641
1971 1 662
1981 1 761
1991 1 910
2001 1 852
2011 1 703
2012 1 667

Lassing ist eine Gemeinde im Bezirk Liezen unmittelbar südlich der Bezirkshauptstadt Liezen.

Geografie

Geografische Lage

Lassing liegt in einem Verbindungstal vom Enns- ins Paltental, das sich ca. 15 km zwischen Wörschach und Rottenmann erstreckt. Im südlich des Gemeindezentrums gelegenen Treschmitzgraben, zwischen dem Pfitschergkogel und dem Rossschopf, entspringt der Döllachbach, der in die Enns mündet. Ein Tal weiter östlich entspringt der Kirchdorfer Bach (auch: Kirchdorfbach), der im Bereich von Altlassing zum Lassingbach wird, der in die Palten entwässert.

Ortsteile

Die Gemeinde Lassing gliedert sich in die beiden Katastralgemeinden Lassing Schattseite (KG 67508) und Lassing Sonnseite (KG 67509), Grundbuch Bezirksgericht Liezen (ehemals Bezirksgericht Rottenmann).

Die Ortsteile der Gemeinde Lassing sind:

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Aigen im Ennstal, Rottenmann, Liezen und Selzthal.

Vor der Gemeindestrukturreform 2014 gehörten zu den angrenzende Gemeinden auch Oppenberg (mit Rottenmann vereinigt) und Weißenbach bei Liezen (mit Liezen vereinigt).

Geschichte

Frühgeschichte und Besiedlung

Für ca. 3 000 v. Chr. ist Besiedelung im Tal durch einen Steinbeilfund beim vulgo Marl im Ortsteil Sonnberg belegt. Weitere Funde gab es auf dem Ödstein im Ortsteil Stein. Vor der römischen Landnahme leben keltische Noriker im Ennstal.

Um Christi Geburt kamen die Römer in die Region und errichteten unter anderem eine Straße, die über den |Burgberg und den Mitterberg zum dem oberhalb von Liezen gelegenen römischen Lager Stiriarte führte. Aus dieser Zeit stammen ein Römerstein, der beim vulgo Scheriepl in Neusiedl gefunden wurde, sowie ein römisches Kapitell beim Moar zu Neusiedl aus dieser Zeit.

Auf dem Mitterberg im heutigen Ortsteil Spiegelsberg könnte ein Aussichtsturm gestanden sein, lat. „specula“ – Spiegelsberg.

Ab dem 7. Jahrhundert wurde das Tal durch die Slawen besiedelt, kurz darauf auch von den Baiern. Die beiden Gruppen lebten lange Zeit nebeneinander im Tal.

Ortsname

Zum Namen Lassing gibt es zwei Erklärungsversuche. Zum einen soll er vom slawischen „laz“ („Rodung“, „Gereut“) stammen, zum anderen könnte er auch aus dem Wort (v)lasica – „bei den Walchen“ herkommen. „Walchen“ ist eine alte Bezeichnung für die vordeutsche, romanisierte keltisch-illyrische ("welsche") Bevölkerung. Dies würde auf eine Dorfstruktur schon vor den Slawen hinweisen.

Lassing im Mittelalter

722 wird Karantanien, zu dem auch das Gebiet des Ennstales gehört, bairisch, nachdem Herzog Tassilo III. die Mark unterwirft. 740 ruft der Slawenherzog Boruth die Baiern gegen die Awaren zu Hilfe und unterwirft sich endgültig der bairischen Oberherrschaft. Ab dem 9. Jahrhundert beginnt eine starke bairische Zuwanderung, im 13. Jahrhundert sind die slawischen Personennamen im Tal bereits verschwunden.

In einer Urkunde vom 9. Mai 1036 schenkt Kaiser Konrad II. dem Erzbischof von Salzburg, Thietmar II., einen Großhof genannt „Lassinghof“ – „Laznichove“. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Lassing. Bei diesem Hof könnte es sich um den noch heute existierenden Schattnerhof im Kirchdorf handeln.

Im Ortsgebiet von Lassing sitzen zu dieser Zeit einige kleine Rittergeschlechter, welche aber mit der Zeit bald wieder verschwinden. Diese Freien gibt es neben dem auf den beiden Burgen Strechau sitzenden Geschlecht der "Lassinger", welches im heutigen Kirchdorf ansässig ist, 1120 nennt es sich noch "von Ennstal".

In Döllach lebt das Geschlecht derer "von Döllach", in Gatschling das Geschlecht derer "von Gotslarn" (Gatschling). Jedoch verschwinden diese bald wieder. Wichtiger ist etwa die Familie "von Stein", welche im heutigen Ortsteil Stein wahrscheinlich am heutigen Hof vulgo Diewald sitzen. Sie kommen bis ins 15. Jahrhundert in Urkunden vor. Der wahrscheinlich Letzte des Geschlechtes schenkt seine Besitzungen zum Teil der katholischen Pfarre Lassing und dem Benediktinerstift Admont.

Lassing bis 1848

Beschreibung bei Göth 1843

1843 erscheint in Graz das Werk des Professors am Joanneum, Georg Göth - Das Herzogthum Steiermark; geographisch-statistisch-topographisch dargestellt in drei Bänden. Im dritten Band wird der Judenburger Kreis, zu dem das Ennstal gehörte, behandelt. Zu dieser Zeit bilden die Steuergemeinden Lassing Sonnseite, Lassing Schattseite und Oppenberg den Bezirk Strechau.

Im damaligen Gemeindegebiet von Lassing lag die Salzstraße von Leoben nach Aussee bzw. Salzburg. Sie führte über die Röthlbrücke der Enns entlang bis zur Gemeindegrenze bei Versbichl. Weiters durchquerte eine Bezirksstraße die Gemeinde. Sie führte über den Burgberg bei der Burg Strechau in Richtung Irdning, später wurde sie zur Reichsstraße. Nach Oppenberg führte ein Gemeindefahrweg über den Ortsteil Burgfried.

  • Lassing Sonnseite

Göth: In der Gemeinde Lassing Sonnseite befinden sich rund 1 073 Joch (618 Hektar) Waldungen, wovon 247 Joch (142 Hektar) Herrschaftswald, 520 Joch (rd. 300 ha) Staatswald sind, den Rest teilen sich die Bauern als Eigenwald. Am Treschmitzbach gibt es zwei Mautmühlen, eine Hausmühle, eine Hufschmiede und eine Brettersäge. Der Kirchdorfbach treibt eine Mautmühle mit vier Gängen (Hauswaldmühle), vier Hausmühlen und eine Säge. Der Strechenbach, der damals auf dem Gebiet der Gemeinde fließt, treibt eine Hufschmiede und eine Hausmühle. Zu dieser Zeit gibt es noch keine Brücke beim vulgo Überführer, dieser überführt mit einer Fähre die Reisenden und Tiere über die Enns nach Liezen.

In dieser Katastralgemeinde leben 424 Männer und 447 Frauen, sie bewohnen 121 Häuser.

  • Lassing Schattseite

Im Süden der Katastralgemeinde Lassing Schattseite beschreibt Göth das sogenannte Blasengebirge, mit den Namen der Erhöhungen: Oberberg und Hohe Trett, Trojachberg, Tröschnitzschlag, Kirchschlag, Asingerriedl, Habereralpe, Gsöllbach, Rinnerbach und Reinischkogel.

Göth: Über den Oberberg führt ein häufig begangener Fußweg nach Oppenberg. Am Strechenbach liegt das stiftisch admontische Hammerwerk Klamm, am Rohrachbach gibt es drei Hausmühlen. Der Kirchbach treibt zwei Mautmühlen mit sechs Läufern, eine Huf und Hackenschmiede, eine Brettersäge und eine Hausmühle. Am Treschmitzbach liegen eine Hufschmiede, zwei Mautmühlen und drei Sägen. Weiters gibt es das der Innerberger Hauptgewerkschaft gehörige Hammerwerk mit zwei Feuern in der Fuchslucken, welches der Hammerverwaltung in Donnersbach untersteht. Es ist jedoch außer Betrieb. Das Hammerwerk in der Klamm untersteht der stiftisch admontischen Hammerverwaltung in Trieben und besteht aus zehn Feuern. Weiters gibt es zwei Kalkbrennereien und zwei Schottersteinbrüche für die Staatsstraße (Aerialstraße).

Einwohner hat die Katastralgemeinde 912, davon sind 438 männlich und 475 weiblich, sie leben in 134 Häusern. In der Pfarre Lassing werden 48 eheliche und 19 uneheliche Geburten gezählt, weiters gibt es sechs Trauungen und 55 Sterbefälle.

In Lassing Kirchdorf existiert eine Pfarrschule, in Döllach eine Gemeindeschule, welche zusammen von 130 Schülern besucht werden. zwei Lehrer unterrichten an den Schulen und werden aus Lokalquellen, Sammlungen, Stolargebühren der Pfarre und durch Schulgeld erhalten. Die Pfarre verfügt über ein Armenistitut zur Erhaltung der Dorfarmen.

Im Ort leben ein Chirurg, eine Hebamme und der Bezirks-Abdecker.

Lassing bis 1990

Lassing nach dem Brand von 1929
Lassing nach Brand 1929.jpg
  • 1849: Durch das Gemeindegesetz werden die Gemeinden eigene Körperschaften. Aus den Steuergemeinden werden Ortsgemeinden mit einem Ortsvorsteher und einem Gemeindeausschuss. In Lassing entstehen zwei Katastralgemeinden: Lassing Schattseite und Lassing Sonnseite.
  • 1895: Oberlehrer Christian Wolf gründet den Spar- und Vorschusskassenverein Lassing nach Raiffeisen, welcher später zur Raiffeisenbank Liezen wird.
  • 1929 Ein Großbrand vernichtet mehrere Gebäude im Ortskern von Lassing-Kirchdorf.

Lassing heute

  • 1992: Eine Ausstellung unter den Namen „Glaube und Macht“ findet auf der Burg Strechau statt.
  • 1995: Die Kläranlage Lassing wird in Döllach in Betrieb genommen.
  • 17. Juli 1998: Lassing wird vom schwersten Grubenunglück in der Nachkriegszeit erschüttert. Bei diesem Unglück verlieren zehn Bergarbeiter ihr Leben beim Versuch, einen ihrer Kollegen zu retten.
  • 1999: Die Gemeinde ist nun auch im Internet vertreten.

Religionen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche Lassing

Hauptartikel: Pfarrkirche Lassing

Die im gotischen Stil erbaute und mit Barock ausgestattete Kirche stammte etwa aus der Zeit um 1515. An den Wänden befinden sich Malereien des heiligen Christophorus und des Jüngsten Gerichts. Im Gewölbe des Altarraums sind der Heilige Apostel Jakobus und der Heilige Sebastian abgebildet. In der gesamten Pfarrkirche finden sich noch weitere Abbildungen von Heiligen, darunter befinden sich die heilige Maria Magdalena, die heilige Barbara, der heilige Nikolaus, der heilige Augustinus und der heilige Michael.

Burg Strechau

Hauptartikel: Burg Strechau

Die Burg Strechau gilt als zweitgrößte Burg in der Steiermark und wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschlossumgebaut. Im Jahr 1979 ließ der Besitzer Harald Boesch das Schloss sanieren und öffnete es für kulturelle Anlässe. Seitdem werden in der Burg Lesungen, Konzerte, Symposien und gesellige Veranstaltungen durchgeführt. Auch Führungen durch das Schloss werden angeboten.

Vereine

In der Gemeinde gibt es folgende Vereine:

Vereinsgründungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Vom Ortsteil Döllach, der sich im Nordwesten des Gemeindegebiets am südlichen Rand des Ennstals befindet, führt eine Gemeindestraße quer durch das Verbindungstal bis ins Paltental, wo die Pyhrnautobahn, Bahnstrecke nach Graz und die Schoberpass Straße (B 113) verlaufen.

Landwirtschaft

Seit der Besiedelung des Tales wurde hier Landwirtschaft betrieben. Durch die Franken kam das System der „Meierhöfe“ in die Region. Ein Meierhof war ein Großhof, der in Huben unterteilt wurde, diese wiederum in Lehen oder „Lechen“. Aus der Meierhofstruktur entstanden später die typischen Weiler wie Wieden oder Neusiedl.

Die Huben und Lehen hatten selbst nur Kleintierhaltung wie Schweine und Gänse und wurden von Grundholden bewirtschaftet. Erst später wurden auch die Meierhöfe selbst an Bauern vergeben und nicht mehr von der Herrschaft bewirtschaftet. Später kamen auch noch Höfe dazu, die hauptsächlich der Tierhaltung gewidmet waren, die so genannten Schweigen.

Eine weitere Hofeinheit war ein sogenannter Stadelhof (lat. „curtes stabolaria“), dieser befand sich in Gebieten mit Getreideanbau und war ebenfalls von kleineren Huben umgeben. Als Beispiel im Gemeindegebiet von Lassing ist der Ortsteil Treschmitz zu nennen, mit dem vulgo Treschmitzer als Stadelhof.

Um 1200 kann man davon ausgehen, dass die Bauernschaft als eine einheitliche Gruppe in der Gemeinde lebt, sie ist zwar rechtlich von der Herrschaft abhängig, jedoch wirtschaftlich durchaus eigenständig.

Bis in das 13. Jahrhundert ist die Freistift die häufigste Besitzform, der Grundherr kann den Bauern jederzeit an- oder abstiften. In frühester Zeit wird ein Hof nur auf ein Jahr vergeben, später wird dies durch das Leibgedinge abgelöst – ein Hof gehört für eine Lebenszeit dem darauf sitzenden Bauern.

Die Grundherrschaften existieren bis 1848, in der Gemeinde Lassing sind die am meisten begüterten Herrschaften, die Herrschaft Strechau, Friedstein und das Augustiner-Chorherrenstift Rottenmann. Im Gegensatz zu den Bauern im benachbarten Paltental und in Oppenberg gehörten die Waldungen nur zum Teil zu den Bauerngütern, meist waren sie im Eigentum des Staates (Aerar) oder der Innerberger Hauptgewerkschaft in Eisenerz. Die Almen und Zulehen der Lassinger Bauern lagen hauptsächlich in Oppenberg, der Strechen aber auch eine Ochsenalm in Bretstein (südlich der Rottenmanner Tauern) ist belegt.

In früherer Zeit wurde im Gemeindegebiet hauptsächlich Getreide angebaut. Durch die günstige Lage als Hochtal und geschützt vor dem Hochwasser der Enns war das Lassinger Getreide bei den Bäckern im ganzen Bezirk gefragt, was den Bauern der Gemeinde einen gewissen Wohlstand brachte. Auch die Viehwirtschaft wurde schon früh betrieben, jedoch hauptsächlich zur Fleischerzeugung. Die heute vorherrschende intensive Milchwirtschaft kam erst Mitte des 20. Jahrhundert auf, obwohl bereits im Mittelalter Milchprodukte wie Käse produziert wurden.

Viele Bauern in der Gemeinde arbeiteten nebenbei als Salzfuhrleute für die Saline in Aussee oder verdingten sich nebenbei als Köhler für die Eisenindustrie um den Erzberg. Mit dem Bahnbau fällt diese Einnahmequelle weg.

1848 werden die Grundherrschaften aufgelöst und die Bauern Eigentümer ihres Besitzes. Es kommt zu einem regelrechten Bauernsterben, da viele mit der neu gewonnen Freiheit ohne den wirtschaftlichen Schutz der Herrschaft nicht umgehen können. 1868 fallen auch noch das Belastungsverbot für bäuerliche Liegenschaften und die Genehmigungspflicht bei bäuerlichem Besitzverkauf. Durch die Verschuldung kommt es zu häufigen Zwangsversteigerungen von Bauerngütern. Oft kaufen den Besitz wieder Bauern, die ihn dann zerstückeln und weiterverkaufen, sogenannte "Güterschlächter".

Im Ortsteil Burgfried wird so durch den Wiener Industriellen Dr. Julius Hofmeier ein Gutsbetrieb aus ehemals insgesamt 18 eigenständigen Bauerngütern errichtet, mit einem Gutshof beim vulgo [[Nichtl Gut|Nichtl)). Die meisten dieser Güter verschwinden im Laufe der Jahre gänzlich.

1853 folgte der Abschaffung der Grundherrschaft die Verteilung des Waldes an die Bauern, der Wald auf dem Mitterberg wird sofort auf die ansässigen Bauern aufgeteilt, auf der Schattseite wird eine Waldgenossenschaft gegründet, die bis in die 1980er-Jahre besteht und danach aufgelöst wird.

Viele Bauern übernehmen auch Almrechte, die in sogenannten Regulierungsvergleichen festgeschrieben werden. Meist verpflichtet sich die ehemalige Grundherrschaft gegenüber dem Bauern, ihm dieses Recht einzuräumen. Es wird zu dieser Zeit auch häufig mit den ehemaligen Grundherr (etwa dem Stift Admont) über die Eigentumsrechte prozessiert, meist wird den Bauern das Eigentum an "ihren" Almen abgesprochen und ihnen nur ein Recht zum Auftrieb etc. eingeräumt. Die Zahl der Tiere und sonstigen Rechte wird in diesen Vergleichen genau festgeschrieben. Da diese Rechte nicht verjähren und auf dem Besitz bestehen bleiben, müssen sie vom Grundeigentümer abgelöst werden. Viele Bauern lassen sich in den Jahren nach 1900 ihre Alm- und Weiderechte ablösen oder verkaufen ihre Eigenalmen, die meist im Paltental, am Triebener Tauern, aber auch im Donnersbachtal gelegen sind. Auch eine große Ochsenalm namens Schwaberg im Bretsteingraben wird erwähnt, sie umfasst mehr als 300 Hektar und gehört als Eigenalm dem vulgo Schwaigberger in Altlassing.

Hinsichtlich der Arrondierung der bäuerlichen Wiesen im Gemeindegebiet ist anzumerken, dass diese bereits in den 1950er-Jahren abgeschlossen ist.

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert werden in der Gemeinde ausschließlich Murbodner Rinder, Ennstaler Bergschecken und Pinzgauer Rinder gezüchtet. Das ändert sich erst ab den 1950er-Jahren, vor allem wegen der Umstellung auf intensive Milchwirtschaft. Heute sind es meist Fleckvieh, Braunvieh, aber auch Schwarzbunte Rinder.

Seit dem Beitritt Österreichs zur EU haben auch in der Gemeinde einige Landwirte aufgegeben, die Umstellung von der Anbindhaltung zu Laufstallungen ist im Gange, was sich an der regen Bautätigkeit an Laufställen in der Gemeinde zeigt.

Gastronomie

Folgende Gasthäuser und Lokale gibt es heute in der Gemeinde: Gasthaus Langreiter, Gasthaus S`Kasi, Gasthaus Seerestaurant, Old Town Bar am See, Schupfers Mitterberghütte. Traditionell trugen die ältesten Gast- und Wirte die Bezeichnung "Wirt" oder "Bräuer"" bzw. ""Tafern" im Vulgonamen. Um die Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert gab es im damaligen Lassinger Ortsgebiet folgende Gasthäuser:

  • Überführer (Lindmayr/Krenn)
  • Kramer in Döllach (Krenn/Wöhrer)
  • Bräuer in der Fuchslucken (Neuper/Habenbacher)
  • Gasthaus Raffelsberger, (Fuchslucken)
  • Wirth zu Trojach
  • Gasthaus Mooskramer (Bliem), (Moos)
  • Gasthaus Mayer, (Moos)
  • Gasthaus Bliem, (Moos)
  • Gasthaus Eckhart, (Altlassing)
  • Gasthaus Gaisberger, (Kirchdorf)
  • Gasthaus Neuwirt (Mörtl), (Kirchdorf)
  • Gasthaus Haberl (danach Matlschweiger), (Kirchdorf)
  • Gasthaus Verient (Hicka), (Kirchdorf)
  • Gasthaus Kisl (Kirchdorf)
  • Gasthaus Kirchenwirt (Klauser), (Kirchdorf)
  • Gasthaus zum Moar in der Feichtn (Mößlberger/Krenn), (Burgfried)
  • Gasthaus zum Fischerwirt (Burgfried)
  • Gasthaus Paltenadam (damals im Gemeindegebiet – heute Neulassing)

Ansässige Unternehmen

Eine Liste über alle Unternehmen findest du auf der Homepage der Gemeinde oder du durchsuchst die Kategorie:Lassing, die Kategorie:Wirtschaft oder Kategorie:Tourismus.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

  • 11 ÖVP – stellt den Bürgermeister und den Vizebürgermeister
  • 3 FPÖ
  • 1 SPÖ

Bürgermeister

siehe: Bürgermeister der Gemeinde Lassing

Wappen

Die Steiermärkische Landesregierung hat mit Beschluss vom 22. Jänner 1962 der Gemeinde das Recht zur Führung eines Gemeindewappens verliehen[1]. Das Wappen ist als Schild dargestellt, der schräg von der oberen linken Ecke zur rechten unteren Seite mit einem schwarzen Strich geteilt ist. Im linken Feld des Schildes befindet sich auf grünem Hintergrund eine goldene Pilgermuschel, im rechten Feld auf goldenem Hintergrund ein blauer Turm.

Weil die Gemeinde ursprünglich aus zwei getrennten Gemeinden bestand, steht die goldene Hälfte des Wappens für Lassing-Sonnseite und die grüne Hälfte für Lassing-Schattseite. Der Turm symbolisiert die Burg Strechau, die Muschel ist das Zeichen des hl. Jakob, des Kirchenpatrons von Lassing.

Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Lassing steht seit 1988 in einer Partnerschaft mit dem 1 575 km entfernten südfranzösischen Ort Luzenac.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Ehrenbürger der Gemeinde Lassing

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Gemeinde Lassing

Bildergalerie

weitere Bilder

  • Lassing – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

 Lassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

  • Eintrag zu Lassing in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Lassing"
  • Schneider, Benedikt: 950 Jahre Lassing, 1986
  • Wohlgemuth, Franz: Geschichte der Pfarre Gaishorn und des Paltentales. Röm.-kath. Pfarramt Gaishorn, Gaishorn 1955.
  • Gemeindearchiv der Gemeinde Lassing

Fußnoten

  1. Quelle www.verwaltung.steiermark.at


Städte und Gemeinden im Bezirk Liezen seit 1. Jänner 2015
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