Universalmuseum Joanneum

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Das Universalmuseum Joanneum ist das steirische Landesmuseum in Graz, eines der ältesten, größten und vielfältigsten Museen Österreichs.

Allgemeines

Es spiegelt mit seinen Sammlungen, Ausstellungen und Orten die welterfassende und weltdeutende Idee des Museums. Die Verbindung des 200. Museumsjubiläums 2011 mit dem Österreichischen Museumstag lag es nahe, diese Idee ins Zentrum dieser wichtigsten jährlichen Zusammenkunft der Museumsmitarbeiter zu rücken.

Alle Museen, unabhängig von ihrer Größe, ihren Sammlungsschwerpunkten und ihres Typs, haben es mit der Dialektik von Identität und Andersheit, von Herkunft und Zukunft, von Natur und Kultur, von Erinnern und Vergessen, von Eigenem und Fremdem zu tun. Das Vertrauen in die Idee einer enzyklopädischen Erfassung der Welt und ihre umfassende Erzählbarkeit ist am Verschwinden. Aber nicht die Idee eines Ortes, an dem in einer offenen, immer aufs Neue einsetzenden, tastenden, auch vom Verfehlen bedrohten Weise, versucht wird, unser Verhältnis zur Welt zu reflektieren und uns in ihr zu orientieren.

Museen sind hybride Institutionen, in ihnen wirkt das Sammeln, das disziplinäre Forschen, das Ausstellen ebenso zusammen, wie sein architektonischer und sozialer Raum, seine Geschichte, die Erfahrungen, die Blicke und die Wünsche der Besucher/innen, das unendliche Theater der Bedeutungen der Dinge.

Im Ennstal befindet sich im Schloss Trautenfels das Schloss Trautenfels Universalmuseum Joanneum.

Universalmuseum Joanneum: Österreichs erstes Museum

Das Joanneum wurde 1811 von Erzherzog Johann im Geiste der Aufklärung als erstes öffentliches Museum Österreichs gegründet, um „die Geistesbildung zu verbreiten“, „die Wissbegierde zu reizen“ und „das Lernen zu erleichtern“. Auch 200 Jahre später ist dieser Auftrag immer noch gültig, wenngleich die Welt und auch das Joanneum sich seit 1811 grundlegend verändert haben.

2011 zählte das Joanneum zu den größten Universalmuseen in Europa und verfügt über 17 Sammlungen, die in zehn Museumsabteilungen organisiert sind. Vier weitere Abteilungen bieten zentrale „Servicefunktionen“ für den Museumsbetrieb sowie für die Besucher des Universalmuseums Joanneum. Mehr als 4,5 Millionen Sammlungsobjekte sind die Grundlage für ein inhaltlich breit gefächertes Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm, das an zehn Museumsstandorten in Graz sowie in Trautenfels, Stainz und Wagna präsentiert wird. Das Universalmuseum Joanneum verzeichnet jährlich rund 500 000 Besucher und beschäftigt zur Erfüllung seiner Aufgaben ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In seinen ersten Jahrzehnten war das Joanneum eine Lehr- und Forschungsanstalt mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt, die dazugehörigen Sammlungen dienten

sowohl dem Studium als auch der musealen Präsentation. Die Adresse des Joanneums war der „Lesliehof“ in der Grazer Raubergasse, an den bis in die 1880er-Jahre auch ein großer Botanischer Garten, der „Joanneum-Garten“ angeschlossen war. Erzherzog Johann gelang es, bedeutende Wissenschafter für das Joanneum zu gewinnen: Der Mineraloge Friedrich Mohs entwickelte die nach ihm benannte Härteskala für Mineralien am Joanneum, und auch Franz Xaver Unger, der „Vater der Paläobotanik“, sowie Nikola Tesla – der Erfinder des Wechselstroms – forschten und lehrten in Graz. 1864 erlangte das Joanneum den Rang einer „k.k. Technischen Hochschule“. In den Jahren 1878 bis 1887 erfolgte die Ausgliederung der Hochschule (ab 1975: Technische Universität Graz) und die Umformung der Sammlungen in das Landesmuseum Joanneum. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sind aus dem Joanneum weitere bedeutende wissenschaftlich-kulturelle Einrichtungen hervorgegangen, wie die Montanuniversität Leoben, das Steiermärkische Landesarchiv und die Steiermärkische Landesbibliothek.

Naturwissenschaft und Geschichte sowie Kunst und Kultur der Steiermark waren um 1900 die inhaltlichen Schwerpunkte der Sammlungen am Joanneum. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde dieses Profil weiter ausgebaut und differenziert. Architektonisch und historisch bedeutende Bauwerke – Schlösser, Adelspalais, ehemalige Klosteranlagen – wurden zu Museumsstandorten.

Im Jahr 2003 entschloss man sich, das zuvor eng an die Steiermärkische Landesverwaltung gebundene Landesmuseum Joanneum in eine gemeinnützige GmbH umzuwandeln. Unter der

Geschäftsführung von Peter Pakesch (künstlerischer Intendant) und Wolfgang Muchitsch (wissenschaftlicher Direktor) wurde noch im selben Jahr ein umfassender

Modernisierungsprozess eingeleitet, der 2011 – zum 200-Jahr-Jubiläum des Joanneums, das seit 2009 „Universalmuseum Joanneum“ heißt – seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat: Mit der Eröffnung des Joanneumsviertels werden die historischen Museums- und Bibliotheksgebäude Raubergasse, Neutorgasse und Kalchberggasse zu einer funktionalen und architektonischen Einheit zusammengeführt, die über ein unterirdisch gelegenes Besucher-Zentrum verbunden ist. Das Joanneumsviertel, das auch einen starken städtebaulichen Akzent in der Grazer Altstadt setzt, zählt zu den größten Kultur-Zentren Österreichs und ist seit 2011 die Adresse der Neuen Galerie Graz, der Multimedialen Sammlungen und der Steiermärkischen Landesbibliothek. 2013 wurde das inhaltliche Profil des Joanneumsviertels mit dem neuen Naturkundemuseum nochmals erweitert.

Die Sammlungen des Universalmuseums Joanneum repräsentieren einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren und werden im Rahmen von inspirierenden und informativen Dauer- und Sonderausstellungen sowie inhaltlich vertiefenden Veranstaltungen vermittelt. Die Vielfalt an Themen und Wissensbereichen ermöglicht auch außergewöhnliche und interdisziplinäre Herangehensweisen an komplexe Fragestellungen. Insgesamt legt das Universalmuseum Joanneum großen Wert auf eine publikumsnahe und zeitgerechte Art der Präsentation, wobei das Hauptaugenmerk dem optimalen Zusammenwirken der verschiedenen Standorte gilt, die in ihrer Vielgestaltigkeit den einzigartigen Charakter des Universalmuseums prägen.

Die Museen

Landeszeughaus

Das international berühmte Grazer Landeszeughaus wurde zwischen 1642 und 1645 von den steirischen Landständen erbaut und war einst das wichtigste Rüsthaus im Südosten des Habsburger-Reiches. Im 17. Jahrhundert wurden zum Schutz des Landes in erster Linie Rüststücke für einfache Fuß- und Reitsoldaten eingelagert. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts ist das Landeszeughaus militärisch bedeutungslos geworden, blieb aber als Museum erhalten.

Noch heute fasziniert die größte historische Waffenkammer der Welt mit seiner einzigartigen Atmosphäre. Die dicht gedrängte Aufstellung der rund 32 000 Kriegsgeräte (z. B. Harnische, Panzerhemden, Helme, div. Waffen) in vier Stockwerken folgt im Wesentlichen dem ursprünglichen Erscheinungsbild.

  • Adresse: Herrengasse 16, 8010 Graz
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Kunsthaus Graz

Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ wurde das Kunsthaus Graz 2003 eröffnet. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz. Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities : united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

  • Adresse: Lendkai 1, 8020 Graz
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Museum im Palais

Die Kulturhistorische Sammlung präsentiert in ihrer Dauerausstellung im Palais Herberstein „Statussymbole“ politischer Macht, adeligen Lebensstils und höfischer Bildung. Die ausgestellten Objekte haben meistens einen engen historischen Bezug zur Steiermark oder zu Graz, und die barocke Raumausstattung des Palais – wie zum Beispiel der eindrucksvolle Spiegelsaal – wird als authentisches Original-Ensemble in den Ausstellungsrundgang im zweiten Stock integriert. Besondere Höhepunkte sind der sogenannte „Steirische Herzogshut“ (um 1400), der gotische Prunkwagen Friedrichs III. (um 1452) und eine seltene Traversflöte des Instrumentenbauers Jean Hotteterre (um 1680).

Sonderausstellungen im ersten Stock greifen ausgewählte Themen der Schausammlung auf und geben Raum für eine differenzierte Auseinandersetzung. Dem zeitgenössischen Kunsthandwerk ist eine Ausstellungsfläche im Erdgeschoss gewidmet.

Die Museumsakademie Joanneum steht für Entwicklung und Professionalisierung der Museumsarbeit und des Ausstellens, in dem sie Aus- und Weiterbildung organisiert, Forschung, Beratung und Dokumentation leistet und als Plattform museologischer Diskurse hausintern, national und international zur Verfügung steht.

  • Adresse: Sackstraße 16, 8010 Graz
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Schloss Eggenberg

Prunkräume

Schloss Eggenberg ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk des Barock, in dem sich Architektur und Ausstattung zu einer komplexen symbolischen Darstellung des Universums verbinden. Die Residenz des kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg ist politische Architektur und anspruchsvolle Legitimation für die Herrschaft einer Familie. 2010 wurde Schloss Eggenberg zur UNESCO-Welterbestätte erklärt, nicht zuletzt wegen der bedeutenden „Beletage“ des Schlosses, deren originale Ausstattung seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr verändert wurde. Der Zyklus von 24 Prunkräumen mit prächtigen Wanddekorationen, historischen Möbeln und über 500 Deckengemälden gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume, die Österreich besitzt. Im Zentrum: der prunkvolle Planetensaal mit Gemälden des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher.

Gärten

Seit seiner Entstehung im frühen 17. Jahrhundert hat der Eggenberger Garten viele Veränderungen erlebt und den jeweiligen Zeitgeschmack reflektiert. Vom barocken Formalgarten der Fürsten Eggenberg, der das Schloss mit reichen Broderieparterres und Heckenkarrees umgeben hat, sind nur noch wenige Spuren erhalten. Das Schloss liegt heute in einem weitläufigen Landschaftspark aus der Zeit der Romantik, der mit seinem wertvollen Baumbestand zu den kostbarsten Gartendenkmalen des Landes zählt. Zu den Besonderheiten dieses „Landschaftsgemäldes“ zählt der kunstvolle Rosenhügel, der samt Parapluie im chinesischen Stil detailgenau rekonstruiert wurde.

Alte Galerie

In 22 Sälen von Schloss Eggenberg präsentiert die Alte Galerie 500 Jahre europäischer Geschichte im Spiegel der Kunst. Abwechslungsreiche Bilderkreise vermitteln dabei über die Freude am Schönen auch die eigene kulturelle Vergangenheit: Herausragende Beispiele österreichischer Gotik bezeugen den Glauben des Mittelalters, detailreiche „Lesebilder“ erzählen vom Leben der frühen Neuzeit, erstklassige Zeugnisse der Renaissance sind ebenso zu sehen wie das farbenprächtige Welttheater des Barock. Zu den Höhepunkten der Alten Galerie zählt die faszinierende „Admonter Madonna“ ebenso wie Meisterwerke von Lucas Cranach d. Ä., Pieter Breughel d. J., Johann Georg Platzer und M. J. Schmidt („Kremser Schmidt“).

Archäologiemuseum

Das moderne Archäologiemuseum im Park von Schloss Eggenberg zeigt mehr als 1 200 Objekte, die als „Lebensspuren“ Ausgangspunkte für Fragen bilden, die die Menschen seit Jahrtausenden bewegen. Höhepunkte der Dauerausstellung sind hallstattzeitliche Objekte von Weltrang wie der Kultwagen von Strettweg oder die Maske von Kleinklein, aber auch der wertvollste römerzeitliche Fund aus der Steiermark, der Silberbecher von Grünau. Dieses Museum möchte alle ansprechen, die sich für Menschen, ihre Lebenswelten, ihre Ausdrucksformen von Religiosität sowie für die wechselnden gesellschaftlichen Bedingungen interessieren. Darüber hinaus soll vermittelt werden, wie begrenzt und bruchstückhaft unser Wissen über die Vergangenheit oft ist – was manche Fragen offen lässt.

Münzkabinett

Münzen sind mehr als Zahlungsmittel – sie spiegeln detailreich die Politik und Kultur von Gesellschaften. Die Münzensammlung des Universalmuseums Joanneum reflektiert die

Münzgeschichte der Steiermark von der Antike bis ins ausgehende 18. Jahrhundert, u. a. mit faszinierenden Schatzfunden und Prunkstücken der Prägestätte Graz. Die Dauerausstellung des Münzkabinetts im ältesten Teil von Schloss Eggenberg erzählt einprägsame Münzgeschichten aus der Steiermark – vom Panthertaler der Münzstätte Graz bis zum Wuschelkopf-Typen der Kelten, von der Goldmünze aus Flavia Solva, die zu einem Schmuckstück umgearbeitet wurde, bis zum Renaissance-Medaillenkleinod Erzherzog Karls II. von Innerösterreich.

  • Adresse: Eggenberger Allee 90, 8020 Graz
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Volkskundemuseum

Was sagen uns Dinge, die einst den Alltag von Menschen begleitet haben? Seit 1913 sammelt, bewahrt und deutet das Volkskundemuseum dingliche Zeugnisse gesellschaftlichen Lebens und menschlicher Schicksale. Ursprünglich war der Fokus auf die bäuerliche Gesellschaft vor den Weltkriegen gerichtet. Heute wendet sich die Aufmerksamkeit des Museums auf das Leben in einer globalisierten Welt, die ihre Wurzeln aus kulturellen Relikten neu definiert.

  • Adresse: Paulustorgasse 11 - 13 a, 8010 Graz
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Joanneumsviertel

Neue Galerie Graz

Die Neue Galerie Graz präsentiert in den großzügigen Räumen des Joanneumsviertels Ausstellungen, die sich besonders auf die eigene Sammlung beziehen. Das umfangreiche

Spektrum dieser Bestände umfasst künstlerische Strömungen wie Biedermeier, Realismus, Jugendstil, regionale Formen der klassischen Moderne, österreichische und internationale Malerei nach 1945 – u. a. aus den sog. „Trigon“-Ländern –, Wiener Aktionismus sowie Medien und Konzeptkunst. Innerhalb der Neuen Galerie Graz ist das BRUSEUM als Kompetenzzentrum und Ausstellungsfläche für das umfangreiche Schaffen des steirischen Künstlers Günter Brus eingerichtet.

==== Naturkundemuseum Die naturkundlichen Sammlungen des Joanneums (Botanik, Zoologie, Geologie & Paläontologie, Mineralogie), deren Grundstein Erzherzog Johann mit seinen privaten Sammlungen legte, sind im Studien-und Sammlungszentrum in Graz-Andritz untergebracht, wo sie unter idealen konservatorischen Standards gelagert und in neu geschaffenen Labors unter zeitgemäßen Bedingungen bearbeitet werden können. Mit der Eröffnung des Naturkundemuseums im März 2013 wurden die „Stammzellen“ des Joanneums im Rahmen eines innovativen Ausstellungskonzeptes wieder für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht, worin auch die Originalaufstellung der Mineralogischen Sammlung als „Museum im Museum“ zu sehen ist.

  • Adresse: Joanneumsviertel, 8010 Graz
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Österreichischer Skulpturenpark

Der sieben Kilometer südlich von Graz gelegene Österreichische Skulpturenpark hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2003 als Zentrum für zeitgenössische Skulptur etabliert. Die faszinierende Parkanlage des Landschaftsarchitekten Dieter Kienast erstreckt sich über ein Areal von rund sieben Hektar und ist Entfaltungsraum für mehr als 60 Skulpturen. Werke renommierter Künstler aus Österreich – von Fritz Wotruba über Franz West bis hin zu Erwin Wurm, Heimo Zobernig und Michael Kienzer – kommunizieren hier mit Beispielen internationaler Bildhauerei, zum Beispiel von Jeppe Hein, Nancy Rubins, Tobias Rehberger oder Susana Solano. Spezialführungen und verschiedenste Veranstaltungen vermitteln die ständig wachsende Sammlung des Österreichischen Skulpturenparks, die in Form von Symposien und Publikationen in den wissenschaftlichen Diskurs eingebunden ist. Das einzigartige Ambiente dieses Parks macht ihn auch zu einem beliebten Veranstaltungsort.

  • Adresse: Thalerhofstraße 85, 8141 Unterpremstätten
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Schloss Stainz

Jagdmuseum

Österreichs größtes Jagdmuseum begreift die Jagd als historisches, soziologisches und philosophisch-ethisches Phänomen und spricht über einen interdisziplinären Ansatz ein breites Publikum an. Das erste Obergeschoss der Dauerausstellung ist der Kulturgeschichte der Jagd gewidmet: Wertvolle Exponate unterschiedlichster Provenienz – barocke Tierbilder und höfische Prunkobjekte, kunstvoll gefertigte Pulverhörner, aber auch Alltagsobjekte und Wundermittel der Volkskunde – zeigen, welch weitreichende Auswirkungen das kulturgeschichtliche Phänomen der Jagd auf Kunst, Literatur, Musik und Film stets hatte und immer noch hat. Im zweiten Obergeschoss setzt sich der Rundgang schließlich als aufregende Pirsch fort, auf der nach Tierfährten Ausschau gehalten und Tierstimmen gelauscht werden kann. Darüber hinaus gibt es auch

Wissenswertes über wildökologische Fragestellungen unserer Zeit und die Aufgaben der modernen Jagd zu erfahren.

Landwirtschaftsmuseum

Die Vielfalt der land- und forstwirtschaftlichen Arbeits- und Lebensbereiche wird in einer informativen Dauerausstellung anschaulich dargestellt und spannt mit historischen Objekten und interaktiven Medienstationen einen weiten inhaltlichen Bogen von vorindustrieller Zeit bis hin zu den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Landwirtschaftliche Sammlung basiert auf den fortschrittlichen Ideen Erzherzog Johanns: Neben zahlreichen Vereinen und Institutionen gründete Erzherzog Johann 1819 die k.k. Landwirtschaftsgesellschaft. Ein wichtiger Aspekt dieser Gesellschaft war die Dokumentation landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Das gebräuchliche Gerät, besonders das Ackergerät wurde aufgenommen und möglichst vollständig in Modellen gefertigt und gesammelt. Ein Großteil dieser Modelle befindet sich in der Landwirtschaftlichen Sammlung.

  • Adresse: Schlossplatz 1, 8510 Stainz
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Schloss Trautenfels

Hauptartikel: Schloss Trautenfels Universalmuseum Joanneum

Die Natur- und Kulturgeschichte des steirischen Ennstales und Ausseerlandes steht im Mittelpunkt der Sammlung von Schloss Trautenfels, die seit den 1950er- Jahren zoologische, geologische und mineralogische Belege sowie volkskundliche Objekte und archäologische Funde aus der Region vereint. Neben fundierten Ausstellungen im Landschaftsmuseum fasziniert das Schloss auch durch seine qualitätsvolle Barockausstattung und seine unvergessliche Aussicht auf die umgebende Bergwelt!

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Römermuseum Flavia Solva

Flavia Solva im Gebiet der südsteirischen Marktgemeinde Wagna ist die einzige Römerstadt der der Steiermark und der bedeutendste römerzeitliche Fundplatz des Landes. Die Siedlung in der Nähe eines keltischen Stammesvorortes erhielt ca. 70 n. Chr. unter Kaiser Vespasian das Stadtrecht. Die einheimische keltische Bevölkerung war gegenüber neuen Einflüssen aus Rom sehr aufgeschlossen und nahm rasch die römische Zivilisation und Kultur an. Das beweisen neben dem umfangreichen archäologischen Fundmaterial auch die zahlreichen Inschriften und Reliefs, die im Gelände um die antike Stadt häufig zu finden sind. Das Römermuseum Flavia Solva wurde bis zur Saison 2012 zu einer von außen begehbaren Vitrine umgebaut. In dieser großräumigen Schauvitrine werden den Besucherinnen und Besuchern in attraktiver Aufbereitung ganzjährig und bei freiem Eintritt die Kulturgeschichte und Archäologie Flavia Solvas gezeigt.

  • Adresse: Marburgerstraße 111, 8435 Wagna bei Leibnitz
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Rosegger-Geburtshaus

Der österreichische Volksdichter Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 als erstes von sieben Kindern in diesem einfachen Bergbauernhaus aus dem 18. Jahrhundert geboren. Die Lebensverhältnisse waren äußerst bescheiden: Über der Feuerstelle in der Rauchkuchl wurde gekocht, die zentrale Stube wurde zum Essen und Schlafen, aber auch als Arbeitsraum genutzt. Zahlreiche Einrichtungsgegenstände, die ein Zeugnis des einfachen bäuerlichen Lebens im 19. Jahrhundert geben, können hier betrachtet werden. Noch heute erreicht man das Rosegger-Geburtshaus nur zu Fuß: Ein halbstündiger Spaziergang durch die Alpler Waldlandschaft führt hinauf zum Gebäudeensemble, das aus Wohnhaus, Stallungen sowie Scheune, Feldkasten und einer Flachsdörrhütte besteht. Peter Rosegger schöpft in seinen Texten oft aus den Erinnerungen an die Kindheit am Alpl und prägte für diesen Ort den Begriff der „Waldheimat“. In seinem Geburtshaus machte er auch erste literarische Gehversuche, denen ein umfangreiches schriftstellerisches Werk folgen sollte.

  • Adresse: Alpl 42, 8671 Alpl
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Rosegger-Museum

Im ehemaligen Landhaus von Peter Rosegger (* 1843; † 1918) in Krieglach zeichnet eine kleine Ausstellung die verschiedenen Lebens- und Schaffensphasen des steirischen Dichters nach. Zu sehen sind Briefe und Dokumente sowie Bilder und Schriften, die unter anderem zeigen, dass Rosegger mit zahlreichen Künstlern seiner Zeit in engem Kontakt stand. Eingerichtet ist diese Präsentation in den einstigen Privaträumen Peter Roseggers, der dieses Haus im Jahr 1877 nach eigenen Entwürfen errichten ließ. Sein Arbeitsraum sowie sein Sterbezimmer im ersten Obergeschoss des Museums sind im ursprünglichen Zustand erhalten und vermitteln einen authentischen Eindruck von Peter Roseggers Lebensstil und – vor allem im Kontrast zum Rosegger-Geburtshaus – von seinem sozialen Aufstieg vom Bergbauernkind zum auch finanziell erfolgreichen Autor.

  • Adresse: Roseggerstraße 44, 8670 Krieglach
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Quellen