Innerberger Hauptgewerkschaft

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Die Innerberger Hauptgewerkschaft ist ein historisches Unternehmen der Eisenindustrie und Eisenvermarktung in der Steiermark.

Geschichte

Die Innerberger Hauptgewerkschaft bestand von 1625 bis 1881. Sie war ein Vorgängerunternehmen der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft und damit auch der heute bestehenden voestalpine AG.

Die Innerberger Hauptgewerkschaft und der Bezirk Liezen

Die Hartelsgrabenhütte in den Ennstaler Alpen am Wagsattel im Hartelsgraben war ursprünglich eine große Köhlerei der Innerberger Hauptgewerkschaft.

1630 wurden die Großreiflinger Hämmer in Landl von der Innerberger Hauptgewerkschaft eingestellt. An die Besitzungen damals erinnert noch heute der Innerberger Kasten im Ortsteil Großreifling, ein historisches Gebäude.

1786 erwarb die Innerberger Hauptgewerkschaft das Kettenhaus in Hieflau im Gesäuse als Amtszeichen der Herrschaftsverwaltung.

1799 wurde die Innerberger Hauptgewerkschaft Besitzer der Herrschaft Donnersbach. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewältigte die Innerberger Hauptgewerkschaft am Sagschacherberg bei Donnersbach einen „silberhaltigen Bleierzbergbau“, der noch vor 1820 wieder zum Erliegen kam.

In der Herrschaft Gstatt verkaufte 1811 das Benediktinerstift Admont einen Teil der Wälder an die Innerberger Hauptgewerkschaft.

In Wildalpen hatte die Eisenverarbeitung, die im Laufe des 16. Jahrhunderts durch die Abbautätigkeit am nahen Erzberg einsetzte, dem Ort bis zum Abzug der Innerberger Hauptgewerkschaft 1838 Wohlstand gebracht.

1843 gab es ein der Innerberger Hauptgewerkschaft gehörendes Hammerwerk mit zwei Feuern in der Fuchslucken in Lassing, das der Hammerverwaltung in Donnersbach unterstand. Es war jedoch in jenem Jahr bereits außer Betrieb.

Die Mitglieder der heutigen Waldgenossenschaft Liezen waren vor deren Gründung im Jahr 1869 unter anderen bei der Innerberger Hauptgewerkschaft eingeforstet. Aufgrund des Servitutenpatents von 1853 wurde die k.k. Lokalcommission Aussee beauftragt, einen Ablösungsvergleich abzuschließen, welcher durch die k.k. steiermärkische Statthalterei genehmigt wurde. Durch diesen Vergleich wurde am 31. Dezember 1869 von der Innerberger Hauptgewerkschaft der gesamte Waldbesitz an die eingeforsteten Mitglieder übergeben, woraus die heutige Waldgenossenschaft Liezen entstand.

1869 trat die Innerberger Hauptgewerkschaft an 80 Grundbesitzer in Ramsau am Dachstein, Leiten und Pichl im Jahr 1869 die „Rittis-Waldung“ am Rittisberg ab.

Im „Grazer Volksblatt" vom 13. Juli 1882 stand folgendes zu lesen:

Ein neuer Schladminger Bürger. Seine Hoheit Prinz August, Herzog zu Sachsen-Coburg und Gotha (von der katholischen Linie dieses Fürstenhauses) hat in diesem Frühjahr das sogenannte Kürschner-Anwesen im Markte Schladming angekauft und beabsichtiget, darauf eine Villa für sich und eine Wohnung für sein Jagd- und Forstpersonale zu erbauen. Derselbe ist nämlich seit ein paar Jahren Besitzer von sehr ausgedehnten Waldungen bei Schladming und in den drei Sölken bei Gröbming; diese Forste waren ehemals als Zubehörde des Montanwerkes Eisenerz Staatseigenthum gewesen, von da an die Innerberger Hauptgewerkschaft übergegangen und von dieser an ihren dermaligen erlauchten Besitzer verkauft worden.

Um 1900 gehörte das Gut Sengsschmied in Weißenbach bei Liezen der Innerberger Hauptgewerkschaft.

Quellen

  • Information lt. E-Mail von Sonja Bamminger, Tochter des aktuellen Obmannes der Waldgenossenschaft Liezen
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