Die steirischen Bezirkshauptmannschaften 1868 bis 1918

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Um geschichtliche Beiträge hier im EnnstalWiki besser verstehen zu können bietet dieser Artikel eine Übersicht über die steirischen Bezirkshauptmannschaften 1868 bis 1918 und deren Beamtenhierarchie in Bezug auf den heutigen Bezirk Liezen.

Habsburgermonarchie

Die Bezeichnung Statthalter für einen Vertreter des Monarchen und seiner Regierung wurde in der Habsburgermonarchie lange Zeit nur selten verwendet. 1849 ersetzte sie den Titel Gouverneur. 1861 erließ Kaiser Franz Joseph I. ein Staatsgrundgesetz, das später als Februarpatent bezeichnet wurde, um es von anderen Verfassungstexten leicht unterscheiden zu können. In den diesem Gesetz beiliegenden Landesordnungen für die einzelnen Kronländer wird der Statthalter als bestehendes Staatsorgan mit seinen Rechten gegenüber dem Landtag genannt, aber nicht mit allen seinen Kompetenzen definiert.

1868 erfolgte für Cisleithanien, beschlossen vom Reichsrat auf Antrag der Bürgerministerium genannten k.k. Regierung, eine präzise gesetzliche Festlegung.[7] Es wurde bestimmt, dass die Vertreter der kaiserlichen Zentralgewalt, die Landeschefs, in der Mehrzahl der Kronländer Statthalter heißen (so dass sich dieser Titel in Öffentlichkeit und Literatur für alle Kronländer durchsetzte); der Statthalter war Vorsteher der Statthalterei.

In manchen Kronländern gab es vom Kaiser ernannte Landeschef den Titel Landespräsident, der nicht nur nicht eine Statthalterei, sondern eine Landesregierung leitete. In anderen Kronländern wurden bis 1918 vom Kaiser K.k. Statthalter berufen. Darunter befand sich auch das Herzogtum Steiermark.

Struktur

An der Spitze stand also der Landeshauptmann - Statthalter. Darunter gab es den Bezirkshauptmann, dem zur Seite der Bezirkskommissär stand. Manchen Bezirkshauptleute wurde vom Kaiser der Titel Stattaltereirat(h) verliehen.

Von 1850 bis 1854 war der Bezirk Liezen der Kreisregierung Bruck unterstellt, die, wie die Kreisregierung Graz, der Magistrat der Stadt Graz und die Kreisregierung Marburg der Statthalterei Steiermark unterstellt. Innerhalb der Kreisregierung Bruck gab es sechs Bezirkshauptmannschaften, zwei davon betrafen den heutigen Bezirk Liezen: die Bezirkshauptmannschaft II. Klasse Irdning und die Bezirkshauptmannschaft II. Klasse Liezen.

Von 1854 bis 1868 gab es dann im Bezirk Liezen noch folgende Bezirksämter, die Bezirksvorsteher hatten: Aussee, Gröbming, Liezen, Rottenmann, St. Gallen und Schladming.

Mit 31. August 1868 nahmen dann die neu organisierten Bezirkshauptmannschaften ihren Dienst auf. Beschlossen war die Umstrukturierung mit einem Gesetz vom 19. Mai 1868. Ab 1868 sah dann die Struktur für das Ennstal so aus:

Das Personal der Kreis- und Bezirksinstanzen

  • Bezirkshauptmann
    • Kommissäre der Bezirke und Kreise wurden nach 1848 aufgrund ihrer einschlägigen Vordienste bevorzugt zu Bezirkshauptleuten ernannt
      • Kreishauptmann: die ersten Kreishauptleute mussten sich mit einem von ihnen selbst bezahlten Sekretär, Adjunkten oder Substituten begnügen

Ämter

In den gemischten Bezirksämtern der Jahre 1854 bis 1868 versahen Adjunkte, Aktuare, Kanzlisten und Diener den Dienst. Sie waren dem [[[[Bezirksvorsteher]]]] unterstellt. Dieser sollte auch die Befähigung zum Richteramt haben. In Bezirksämtern waren auch Auskultanten und Konzeptspraktikanten tätig.

Personen mit Bezug zum Bezirk Liezen

Anton Knechtl, Bezirkskommissär in Rottenmann war bei den Des Schulunterrichts besonders verdient gemachte Personen 1826 mit der Begründung "...sucht den Schulunterricht möglichst zu befördern, und beschenkte mehrere Schüler." Auch der Bezirkskommissär Franz Plicker fand 1826 lobende Erwähnung im Zusammenhang mit der Förderung des Schulunterrichts.

Quellen