Burg Strechau
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Die Burg Strechau (alpenslawisch: Strachow = Dach, Schutz) in der Gemeinde Lassing im Paltental ist eine romanisch-gotische Festung, wobei Teile der Anlage im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurden. Die Wehranlage steht unter Denkmalschutz und zählt zu den beeindruckenden Burgen der Steiermark.
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Allgemeines
Die lang gezogene Burg Strechau thront auf einem steilen Felsrücken der Rottenmanner und Wölzer Tauern oberhalb einer strategisch bedeutenden Talenge über der Stadt Rottenmann und ist von Weitem sichtbar. Im Westen dieser Wehranlage befindet sich eine Vorburg[1].
Heutzutage ist die Festung ein Publikumsmagnet. In regelmäßigen Abständen finden Ausstellungen und verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. 1967 richtete Harald Boesch im Innenhof der Burganlage eine Oldtimersammlung ein, welche seit Mai 2006 auf einer Fläche von rund 650 m² von Besuchern besichtigt werden kann. Weiters ist dort der Künstlerkreis Burg Strechau ansässig. Der Festsaal, die Katholische Kapelle, der Gerichtssaal und das Kellergewölbe im Heidenturm können für Festlichkeiten oder Seminare gebucht werden.
Geschichte
Überlieferungen zufolge gab es während der Römerzeit bereits einen Beobachtungsturm, da zu jener Zeit eine Römerstraße an dieser strategisch wichtigen Stelle verlief. Diese Vermutung wird durch den Fund einer Münze des römischen Kaiser Trajan auf dem Festungsanwesen untermauert.
Die Burg Strechau ist vom regen Besitzwechsel geprägt. Am 9. Mai 1036 schenkte Kaiser Konrad II. dem Erzbistum Salzburg das königliche Gut Laznichoue. Dazu gehörte auch der Felsrücken, wo später die Burg Strechau erbaut wurde. Etwa gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde die Burg gebaut, welche dann an die Adelsfamilie der Traungauer übertragen wurde. Die Traungauer setzten für die Dauer deren Ära bis 1192 Burggrafen zur Verwaltung ein. Danach fiel die Wehranlagee auf das Erzbistum Salzburg zurück. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte das Brüderpaar Rudolf und Konrad von Kindberg die Burg inne. Wulfing von Trennstein, ein nachfolgender Verwandter, besetzte um 1250 einen Hof des Benediktinerstifts Admont unterhalb der Burganlage, die somit ab diesem Zeitpunkt zweigeteilt war. Während dieser Zeit spricht man von Nieder-Strechau und Ober-Strechau. In Ober-Strechau verweilte Wulfings Verwandter und Ritter, Heinrich von Ehrenfels. Es folgten mehrere Brüderpaare aus dem Geschlecht der Trennsteiner, wodurch die Teilung der Burg auch notwendig war. Die Trennsteiner durften lebenslang auf der Burg Strechau hausen, starben jedoch nach nicht langer Zeit aus. 1282 bekam Herzog Albrecht I. aus dem Geschlecht der Habsburger vom Salzburger Erzbischof Friedrich II. von Walchen die beiden Burgen durch einen Tausch mit dem Schloss Trautenfels in seinen Besitz.
Folglich war der Admonter Abt Heinrich II. mit der Verwaltung der Festung betraut. Die Burganlage wurde immer mehr ausgebaut. Weiters wurde sie von den Habsburgern aus finanziellen Nöten mehrmals verpfändet. Im 15. Jahrhundert war das zweigeteilte Festungsanwesen wieder vereint. Kaiser Maximilian I. verkaufte 1495 die Burg an Siegmund und Heinrich Prueschenk (Grafen von Hardegg), kaufte diese jedoch aufgrund eines Rückkaufrechtes bald wieder zurück. König Ferdinand I. verkaufte 1527[2] das Lehen Strechau an den österreichischen Schatzmeister Hans Hofmann zu Grünbüchel und Strechau. Dieser gab den Auftrag, die Burg in ein Renaissance-Schloss umzubauen. 1629 verkauften nachfolgende Verwandte Hans Hofmanns aufgrund der Gegenreformation und aus finanziellen Gründen die Herrschaft Strechaus an das Benediktinerstift Admont. 1637 beauftrage Abt Urban Weber den Bau einer katholischen Kapelle sowie Umbauten nach dem damaligen Baustil. Aufgrund der ab 1848 eingeführten Bezirksgerichten und daraus resultierenden Kompetenzen, welche zuvor in die Zuständigkeit der Burg Strechau fielen, wurde der Besitz für das Benediktinerstift Admont uneffizient.
Daher verkaufte Abt Kajetan Hoffmann die Festungsanlage 1892 an Dr. Julius Hofmeier[3] verkauft, der das Anwesen weiter restaurierte. 1909 verkaufte er den gesamten Besitz an Dr. Adolf und Gabriele Boesch. In der Folge verkauften die Boeschs aus Geldmangel die Anlage an die Theresianische Akademie[4]. 1938 kam es durch den Nationalsozialismus zur Enteignung und eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (kurz NAPOLA) zog ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten russische Besatzungstruppen für kurze Zeit Burg Strechau. Anschließend wurde von englischen Besatzungstruppen ein Kindererholungsheim eingerichtet. 1955 wurde die gesamten Anlage wieder an die Theresianische Akademie zurückgegeben. 1979 kaufte Harald Boesch - ein Nachfahre von Adolf und Gabriele Boesch - die Burg Strechau und ist seitdem in dessen Besitz.
Räume in der Burg
Festsaal
Um 1600 wurde dieser Freskenraum nach dem Renaissance Stil gebaut, wobei die Stuckdecke barock ist.
Katholische Kapelle und Evangelische Kapelle
Die Katholische Kapelle ist eine Burgkirche, welche um 1650 erbaut wurde. Sie ist heute noch original erhalten. Die Burg Strechau war ein Zentrum des Protestantismus. Daher befindet sich in der Burganlage auch eine Evangelische Kapelle.
Gerichtssaal
Der Gerichtssaal ist ein Raum im gotischen Stil.
Kellergewölbe im Heidenturm
Das ist der älteste Teil der Festung. Der Turm selber ist nicht mehr erhalten.
Siehe auch
Öffnungszeit
Die Besuchersaison dauert vom Mai bis Oktober, wobei das Museum und die Oldtimerausstellung nur im Zuge einer Führung besichtigt werden kann.
Bildergalerie
Weitere Bilder
- Burg Strechau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki
- Burg Strechau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Fußnoten
- ↑ Eine Vorburg ist der Teil einer Burganlage, in dem die Wirtschaftsgebäude angelegt sind. Diese sind auch von der Hauptburg abgetrennt.
- ↑ Jahresdatum aus der Quelle von www.burgen-austria.com entnommen, da andere Quellen vom Jahr 1528 schreiben.
- ↑ Chemie Industrieller aus Wien
- ↑ Öffentliches Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie mit Sitz in Wien