Historische Gebäude in Admont

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Dieser Artikel informiert über historische Gebäude in Admont.

Einleitung

Einen konkreten „Bauplan“ des Ortes gab es wohl nicht, vielmehr richtete sich die Häuseranordnung nach den Gegebenheiten der Gewässer, also des Lichtmessbaches und der bis ins 19. Jahrhundert stark mäandernden Enns. Zunächst ließen sich im sogenannten „oberen Markt“, also südwestlich des Klosters, die ersten Handwerksbetriebe beidseitig des Lichtmessbaches nieder. Nach und nach wurde gegen Norden weitergebaut, wodurch das „zeilenartige“ Ortsbild entstand. Bis ins 15. Jahrhundert wurde der Ort daher „in der Zell“ genannt.

Die ersten Gebäude wurden meist in Holzbau- bzw. in Mischbauweise errichtet. Ab dem 13. Jahrhundert überwiegen bereits aus Stein und Ziegel erbaute Objekte, wobei es um 1800 auch noch etliche Holzhäuser gab. Viele Liegenschaften hatten rückseitig Gärten angelegt und landwirtschaftliche Gebäude angebaut. Ein einheitlicher Baustil war nicht vorhanden, Hausnummern wurden ab 1770 vergeben, jedoch mehrfach wieder geändert. Der Bereich des „unteren Marktes“ auf Höhe der Liegenschaften Bretscherer und Froschlackenschmied bzw. der „Sautratten“ (Weg zur Eichelau) konnte erst nach der ersten Ennsregulierung im 16. Jahrhundert durchgehend bebaut werden. Im Zuge dieser Regulierung wurden zum Schutz der Ufer großflächig Eichen gepflanzt (Eichelau und Kajetanpromenade an der Mühlpoint). Wesentlich später wurde im Zuge des Baues der Kronprinz Rudolfs-Bahn im Jahre 1872 (dem einige Häuser weichen mussten) in Richtung Bahnhofstraße expandiert. Im Umfeld des Ortes entstanden die Streusiedlungen Krumau und Aigen, die überwiegend aus landwirtschaftlichen Gehöften bestanden. Einige dieser Liegenschaften stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Nach dem Großbrand von 1865 kam im Auftrag des Stiftes der aus dem italienischen Moggio stammende Antonio Franz nach Admont und fand hier als Baumeister ein reiches, vier Jahrzehnte währendes Betätigungsfeld vor. Etliche der nach dem Brand errichteten neuen Häuser tragen seine Handschrift (vereinfachter Jugendstil, aufwärts führende Stufen als Hochwasserschutz). Rund 40 Häuser, darunter zahlreiche der heute architektonisch bedeutendsten Bauten, wurden ebenfalls von Antonio Franz errichtet, z.B. die Villen Barbara und Freytag, das Geschäftshaus der Familie Fankhauser und das Jagdschloss des Baron Schöller auf der Buchau. Nach 1945 wurden etliche Gebäude im Ortskern, wie der Hofwagner, das Plaßpecken-Haus, das alte Postamt und das Kucharitsch-Haus wegen Baufälligkeit geschliffen. Mit dem Bedarf an Wohnraum entstanden in der Nachkriegszeit in der Eichelau, im Bereich der Dampfsäge sowie im Stein- und Oberhoffeld neue Siedlungsareale.

Die Gebäude

Binderstadel

Das dem Admonter Kasteneck gegenüberliegende Gebäude wurde 1873 überbaut. Von 1924 bis 1960 richtete der Gröbminger Johann Wallig hier eine Filialdruckerei ein. Zwischen 1938 und 1945 war dort auch die SA-Dienststelle-Sturm 933 untergebracht. 1969 wurde das Haus geschliffen und an dessen Stelle das 2010 stillgelegte Postamt errichtet.

Hühnerspital

Das um 1120 erbaute Gebäude war zunächst vermutlich Teil des Frauenklosters. Später als Spital genutzt, wurden am Areal danach auch Hühner gezüchtet. Daher die Bezeichnung „Hühnerspital“.

Haus zur Frauenkammer vlg. Lierzer-Haus

Das „Camera Dominarm“ genannte Haus war als Rentamt des 1120 errichteten Frauenklosters in Verwendung. 1758 erwarb die „Jungfrau“ Maria-Constanzia Lierzerin das Haus. Danach kaufte Baumeister Poitzi das Haus des heutigen Steinmetzbetriebes Kaltenböck.

Huf- und Wagenschmied Habacher

Über die Schmiedewerkstatt Habacher ist wenig bekannt. Verwandte betrieben in Ardning und St. Gallen dasselbe Gewerbe.

Gasthaus Cater vlg. Bahnhofschmied

Um 1870 wurde von Albert Bartu das Gasthaus zum Bahnhofschmied erbaut. 1931 pachtete Josef Cater aus Slowenien das Wirtshaus. Tochter Josefine, verheiratete Distler, führte die Wirtschaft bis 1982.

Tischlerei Kogler

Der Tischler Johann Kogler ließ 1900 dieses Haus errichten. Kogler bildete Hermann Winter aus, der sich mit Koglers Tochter Grete vermählte und den Betrieb übernahm, der von Sohn Hermann bis zu dessen Pensionierung weitergeführt wurde.

Fotohaus Fankhauser

1914 ließ der Fotograf Franz Fankhauser von Antonio Franz ein mit Jugendstilelementen versehenes Betriebs- und Wohnhaus erbauen. 1982 wurde der Betrieb geschlossen.

Gasthof Admonerhof

Die Familie Kny ließ 1905 von Baumeister Antonio Franz diesen Gasthof errichten, der nach weiteren Besitzern 1978 von Karl Wagner erworben wurde.

Villa zur schönen Aussicht

Erbauungsdatum unbekannt. Das Objekt befindet sich im Süden der STIA.

Villa Waldhof

Der einstige Pensionsbetrieb stand am Saugrabnergrund mit großer Teichanlage. Haus und Gewässer wurden abgerissen bzw. eingeebnet.

Bahnhof Admont

Der Admonter Bahnhof wurde in den Jahren 1870/1871 erbaut.

Hackenschmiedhaus vlg. Kaltenbrunner
siehe Hackenschmiedhaus vlg. Kaltenbrunner
 ab hier müssen die Texte noch gelesen und die Daten verlinkt werden - jeder darf gerne weitermachen (Bearbeitungsstand 17. Jänner 2022)
Khirschner-Häusl vlg. Maurerbartl

Balthasar Wyser, Kürschner seines Zeichens, baute 1585 in Holzbauweise ein Betriebsgebäude vis á vis des Hackenschmiedhauses. Es folgten die Leinenweber, Zimmermeister und Hofkutscher, ehe 1753 der Maurer Barthel Schnitzelhuber das Haus erwarb. Beruf und Vorname führten zum Vulgonamen „Maurerbartl“. 1887 kaufte es der Bau- und Zimmermeister Michael Haas und nach weiteren Besitzerwechseln wurde das bis dahin schon 325 Jahre alte Haus geschliffen.

Kaufhaus John

1909 kauften Othmar und Maria John das Anwesen Maurerbartl, ließen das schwer baufällige Objekt abreißen und beauftragten Baumeister Antonio Franz zum Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses. Die Gemischtwarenhandlung erbte Sohn Alfred, der jedoch bereits 34-jährig verstarb. Witwe Maria John führte das Geschäft bis zum Verkauf im Jahre 1964 an die Familie Hoffmann, die den baulich erweiterten Familienbetrieb bis 2018 fortsetzte. Aktuell ist der Betrieb das letzte familiär geführte Lebensmittelgeschäft im Admonttal.

Hofschuster

1527 wurde für dieses Objekt bereits Leibsteuer entrichtet. Rund 160 Jahre später richtete hier der Hofschuster Jacoben Dainacher seine Werkstätte ein. Bis um 1880 wurde sodann im Hause das Schusterhandwerk ausgeübt, danach folgten zahlreiche Handwerker, darunter der Schneidermeister Mateika. Dessen Tochter übernahm das damals 470 Jahre alte Haus und richtete mit ihrem Mann Alois Zeinzinger die „gewerbliche Frühstückspension Mafalda“ ein.

Rinnerherberg vlg. Hofwagner

Zunächst wurde das 1516 erstmalig erwähnte Objekt „Jägermeister-Haus“ genannt. 1581 wird es als „Rinner-Herberg“ geführt und nach wechselnden Besitzern folgte ab 1629 eine ganze Reihe an Wagnermeistern, wobei ab 1874 das Gewerbe mit „Hofwagner“ geadelt wurde. Im selben Jahr wurde an die Familie Planitz verkauft. 1930 kam Anton Wagner sen. in den Betrieb, den er 1969 kaufte. Das von zahlreichen Überschwemmungen gezeichnete Haus wurde im Sommer 2000 abgerissen und durch Busgaragen ersetzt.

Kellnerhaus am Gasteig vlg. Blasschuster

Als „Kellnerhaus am Gasteig “ wurde das in der Schmiedgasse stehende Haus 1553 erstmalig erwähnt. Im Haus übten meist Glaser ihr Handwerk aus, ab 1756 dann der Schuster Blasius Pöllauer, was ab 1785 zum Vulgonamen „Blasschuster“ führte. Nach weiteren Besitzerwechseln kaufte die Familie Merth das Haus, das 1989 verkauft und weitgehend stilgetreu renoviert wurde.

Puchsbaum-Haus vlg. Kramplschmied

Das Puchsbaum-Haus scheint 1480 im Steuerregister auf. Mit Blasius Perger wird ab 1610 das Schmiedehandwerk ausgeübt, das ab 1694 von Urban Krampl geführt wird, daher der Vulgoname „Kramplschmied“. Später wurde der Betrieb vom Schmiedegschlecht Gutternigg aus Weng übernommen, ehe 1908 Franz und Amalia Gasteiner die Werkstatt erwarben. Seither wird die urtümliche Schmiede im Familienbetrieb weitergeführt.

Steinmetzen-Häusl vlg. Windhager

1623 wurde das Gebäude von den Eheleuten Leitner erworben. Davor sind keine Daten überliefert. Erst 1797 wurde das Haus von der Familie Windhager gekauft, daher der Hausname. 1874 mietete sich der Fotograf Fankhauser ein und errichtete in einem Zelt ein erstes fotografisches Laboratorium.1913 erwarb der Fassbinder Isidor Sulzbacher die Liegenschaft. Sohn Rudolf übernahm 1949 den elterlichen Betrieb, den er bis zur Pensionierung führte. Heute dient das Erdgeschoss als Bürolokal.

Hofrichter

In der Amtszeit Abt Valentin Abels (1545–1668) errichteter Amtssitz des stiftischen Hofrichters. Bis zur Aufhebung der Grunduntertänigkeit Mitte des 19. Jahrhunderts wohnte darin der Hofrichter, der höchste weltliche Beamte im Herrschaftsbereich des Benediktinerstiftes Admont. Die Pflichten betrafen damals nur zu einem Zwölftel die Stiftsangelegenheiten. Der größte Teil der Arbeit bestand in öffentlichen Diensten. Er war Ortsrichter, Criminalrichter und Bezirks-Commissär. Neben dem Richteramt leitete er die Waisenverwaltung, alle Kriminal-Untersuchungen, er war oberste Polizeibehörde des Bezirkes und hatte die Steuerobrigkeit inne. Das Gebäude zählt zu den historisch bedeutendsten Admonter Bauwerken außerhalb des Stiftskomplexes, was die eigenartig verwinkelte Bauweise, der Eingang unter dem Straßenniveau und Reste der alten Bausubstanz belegen. Die 1950 angebrachten Malereien an der Nordfassade stammen vom Kunstmaler Anton Patzak.

Buchner vlg. Leitnerhäusl

1529 wird diese Realität mit Besitzer Christof Fleischhacker erstmalig erwähnt; ab 1549 wird Michael Leitner genannt, der dem Anwesen 234 Jahre lang den Vulgonamen verlieh. 1636 wurde im Haus eine Taverne eingerichtet, 1726 folgte Blasius Perger, womit im Leitnerhäusl 263 Jahre lang auch eine Fleischhauerei integriert war. 1936 erwarb die aus Bayern stammende Familie Buchner die gesamte Liegenschaft; Tochter Margarethe, verheiratete Herrak, übernahm das Buchner-Wirtshaus, das seither als Familienbetrieb weitergeführt wird.

Stiftischer Meierhof

Über die Errichtung des stiftischen Meierhofes sind keine genauen Daten überliefert. Das gegenwärtige Areal stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde in Form eines – landesunüblichen – Vierkanthofes errichtet. Aufgrund der ursprünglichen Dimension der Stallungen (74 x 74 Meter) gilt der Admonter Meierhof als größtes landwirtschaftliches Barockgebäude der Steiermark und gehört damit zu den historisch bedeutsamen Objekten des Landes. Historiker gehen davon aus, dass es sich bei der Örtlichkeit um den schon 859 erwähnten „Fiskalhof am Admunt“ handelt, zu welchem auch die Amanduskirche (Pfarrkirche) gehörte. Das später als „Bürger-Mädchenschule“ bekannte Gebäude im Osten der Stallung ist geschichtlich ebenfalls ungeklärt; möglicherweise diente es ursprünglich als Pfarrhof bzw. vor dem Bau des Frauenkonventes als Nonnenkloster. Im 19. und 20. Jahrhundert war darin die Hauptschule, später eine Plüschtier-Fabrik untergebracht, ehe es zu Wohnzwecken umgebaut wurde. Das am Südrand des Areals gelegene Gebäude stammt vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert, diente sowohl als Verwaltungsgebäude als auch Gesindehaus und wurde mutmaßlich im 16. Jahrhundert zur heutigen Form erweitert. Nach vielen Jahrhunderten im Eigenbetrieb wurde der Gutshof verpachtet und seither industriell bewirtschaftet.

Hammerlwirt

Als Paul Krammer-Haus wurde 1581 das „Haus am Marktplatz“, jedoch ohne Besitzernamen, bezeichnet. Nach zahlreichen Besitzwechseln kaufte der Schneider Hans Adam Hämmerl „die Behausung“, die sodann den Vulgonamen „Hammerl“ führte. 1742 übernahm dessen Tochter das Haus, das ab diesem Zeitpunkt das Tavernenrecht bekam und so zu „Hammerlwirt“ wurde. Ab 1854 wurde im Haus eine Greißlerei eingerichtet, die 1920 von Hermann Schwab als Krämergewerbe weitergeführt wurde. 1963 erwarb der Kaufmann Hans Schimek den Hammerlwirt, schleifte das Objekt in den Jahren 1963 und 1973 und errichtete an Ort und Stelle ein neues Gebäude.

Schöffmann-Haus vlg. Funkl

Schon 1560 gab es gegenüber der Stiftskirche das Haus des Liendl Schöffmann. 1683 gehörte das Schöffmann-Haus dem Stiftsbildhauer Georg Remelin. Danach bewohnten Fleischhauer und Apotheker das Haus, ehe es 1761 an Jakob Funkl verkauft wurde. 1963 erwarb Johann Wallig das Funkl-Haus, das mittlerweile im Besitz der Diözese Seckau war, ersetzte das baufällige Gebäude durch einen Neubau und richtete dort das heutige Papierfachgeschäft ein.

Kassegger vlg. Sticker

1661 als „Kramladen mit Padstubm“ erstmalig erwähnt. 1787 kaufte der Paramenten-Sticker Jakob Khassegger die namentlich nun vlg. Sticker genannte Realität samt Kramladen, allen Waren und allem Hausrat. Nach weiteren Besitzübergaben nennt 1848 das stiftische Steuerbuch den Kaufmann Jakob Kassegger als Besitzer, 1906 übernahm der vormalige Priester und spätere Mediziner Eduard Mugrauer das Stickerhaus. Von 1910 bis 1972 wurde das Haus unter verschiedenen Besitzern, zuletzt durch die Familie Klarner als Gemischtwarenhandlung weitergeführt.

Dopplerhaus

Schon vor 1604 stand das Dopplerhaus, das direkt an die Stiftsmauer angebaut war. Mehrere Generationen Admonter Bader lebten in dem auffällig rot gefärbelten Haus, was an das dort geübte Geschäft des Blutschöpfens erinnerte. Beim Brand von 1865 wurde das Haus schwer beschädigt und danach nur notdürftig repariert. Um die Jahrhundertwende war das Gebäude nicht nur sehr baufällig, sondern vor allem ein Verkehrshindernis, weshalb Bürgermeister Carl Pongratz versuchte, das Ärgernis durch einen Abbruchbescheid zu entfernen. Die Besitzerin Anna Doppler widersprach aber erfolgreich. Erst als das Stift die dort befindliche Stiftsmauer abbrach, war das Schicksal des Dopplerhauses besiegelt.

Admonter Rathaus vlg. Weißgerber
siehe Rathaus Admont
Hotel zur Traube vlg. Rosenpeckhen-Häusl

1537 findet man den ersten Hinweis auf das Objekt mit dem Besitzer Georg (Rosen)peckh, dessen Erben das Haus 1636 an den Hofmaler Andreas Sterz verkauften. Zwischenzeitlich firmierte das Haus auch als Mauererpaul bzw. als Schlossertischler. Das Objekt brannte 1865 vollständig ab, die Brandstatt wurde vom Stiftsmoar Mathäus Jerausch erworben, der das Haus im heutigen Aussehen von Baumeister Antonio Franz neu erbauen ließ und als „Gasthof zur Traube“ führte. Von 1903 bis 1979 wurde der Gasthof durchgehend von der Familie Plappert geführt, danach von der Familie Pichler erworben und zum heutigen Hotel ausgebaut. Mit Originalinterieur und Wandmalereien erhalten blieb das Hausstüberl.

Peter Kürschner-Haus vlg. Schlosserbäck

1462 scheint hier erstmals ein Paul Kürschner auf, ab 1515 dessen Witwe, die „Kürschnerin“, bzw. deren Sohn Peter. Danach weilten ein Weber, ein Schuster, der stiftische Hofkoch und ein Uhrmacher darin, auch ein Krämerladen war zeitweilig dort untergebracht. Ab 1699 wurde im Hause 194 Jahre hindurch das Schlossergewerbe ausgeführt. Ab 1896 folge der Bäckermeister Johann Pomayr, womit das Haus zum „Schlosserbäck“ wurde. 1936 kauften Alois und Helene Seidl das Haus, worin seither das Bäckerhandwerk in bereits dritter Generation ausgeführt wird.

Hebenstreit-Haus vlg. Kürschner

Wolfgang Kellerknecht vlg. Hebenstreit nennt das Urbar von 1532 den Besitzer dieser Realität, in der 1549 der Schneider Benedikt Brunner seine Werkstatt einrichtete. 1633 zog dort der Kürschner Carl Haas ein, das 1665 von Achazius Hofmann und 1697 von Johann Georg Hostetter, beide ebenfalls Kürschner, übernommen wurde. Beim Brand von 1865 kam das Kürschnerhaus arg zu Schaden und musste gänzlich neu gebaut werden. 1910 erwarb Wolfgang Deichstetter das Haus, in dem er ein Uhren- und Schmuckgeschäft einrichtete, und später seinem Sohn Franz vererbte. Nach Ableben desselben erwarb die Gemeinde Admont das Deichstetter-Haus, ließ es abtragen und den heutigen Rathauspark anlegen.

Quereder vlg. Lebzelter

Das Haus vis à vis des Gemeindeamtes wurde 1573 erstmals erwähnt, das ab 1599 vom Lebzelter Balthasar Treffner bewohnt wurde. Bis 1825 gab es weitere Lebzelter, wobei schon 1785 auch ein Tavernenrecht im Hause gegeben war. 1877 erwarb der aus Tirol stammende Franz Wölenberger das Anwesen und machte daraus das „Gasthaus zum Lebzelter“, das 1914 von Josef Quereder übernommen wurde. 1935 richtete Hans Schlaminger aus Bischofshofen eine Fleischhauerei ein, die er bis 1955 führte. Danach wurden das Gasthaus und die Fleischbank stillgelegt und das Haus von der Familie Lintl bis 1981als Pension weitergeführt. Das Erdgeschoss wurde an die Landgenossenschaft Ennstal verpachtet, die dort eine Milchhalle mit Trinkstube führte. Das Nebengebäude erwarb 1963 Alfred Lubensky, der dort eine Fahrschule einrichtete.

Das Admonter Lichtspieltheater

Die unternehmungslustige Frau Josefine Ranninger kam 1920 nach Admont, eröffnete zunächst ein Gemischtwarengeschäft und erwarb um 1923 das Lichtspieltheater von Frau Anna Legwart. Um diese Zeit erfolgte auch der noch heute bestehende Anbau durch den Petermüller-Bäcker Engelbert Lorenzoni, um seine Backwaren im Ortszentrum anbieten zu können. Bis zur Erfindung des Tonfilmes 1932 wurden Stummfilme mit musikalischer Begleitung des Kinopianisten Rudolf Öttl vorgeführt. Nach dem Kriegsende erfreute sich das Kino guten Besuches und im Displaced Person Camp, dem ehemaligen Wehrmachtslager, wurde ein Filialbetrieb eingerichtet. Das Kino fasste 160 Sitzplätze, wobei es täglich Vorführungen gab. 1970 wurde das Kino geschlossen und stattdessen eine Diskothek mit zeitweiliger Livemusik eingerichtet, die jedoch in den 1990er-Jahren stillgelegt wurde. Das ehemalige Kino wich danach dem Parkplatz des Hotels Traube.

Buchbinder und Schmied-Haus

Das Wirteverzeichnis von 1471 nennt Hanns Krall als Besitzer. 1562 erwarb der Speikhändler Peter Seibold das Krall-Haus. 1804 kam das Anwesen durch Tausch an die Buchbinder-Familie Finsterwalder, die neben der schon bestehenden Gastwirtschaft auch das Buchbinder-Gewerbe ausführte. Das 1865 vollständig abgebrannte „Gasthaus zum Buchbinder“ wurde neu erbaut und erfuhr durch zahlreichen Besitzerwechsel ebenso viele Nutzungsarten. 1980 erwarb die Familie Herrak das Haus, in welchem ein „Centrum für Bier- und Trinkkultur“ eingerichtet wurde. Die zugehörigen Stallungen wurden nach dem Brand neu erbaut und von Karl Schmied und seinen Nachfolgern bis 1960 als Zuckerbäckerei geführt. Daneben befanden sich zudem eine Artzpraxis, ein Obstgeschäft und ab 1936 auch ein Kaffeehaus. 1972 erwarb die Familie Wagner das Schmied-Haus, wo nach wie vor eine Gastwirtschaft betrieben wird.

Poppen-Haus vlg. Stifter

1471 wird der Wirt Hanns Krall als Erstbesitzer genannt. Mit Andre Wexlauer kam 1672 zum Wirtshaus und zur Landwirtschaft auch eine Fleischhauerei hinzu. 1906 wurde das Poppen-Haus an Hugo Stifter, einem Verwandten des Dichters Adalbert Stifter verpachtet; danach wurde das Anwesen dem Enkel Leopold Gehr zugeschrieben. 1975 erwarb die Familie Peter Zeiser die gesamte Liegenschaft, wobei die angeschlossene Fleischerei bald aufgegeben wurde.

Plaßpecken vlg. Aschauer-Haus

1524 stößt man im Steuerregister des Anwesens am Platz der heutigen Raiffeisenbank erstmals auf den Plaß Peckh (Blasius Bäcker), wobei ab 1551 Christoph Aschauer als Besitzer erwähnt wird. 1659 wurde das Haus ausgebaut, worin 1697 Mathiassen Schaumberger und dessen Nachfolger 176 Jahre als Fleischhacker tätig waren. 1873 erwarb der spätere Bürgermeister Carl Pongratz das Aschauer-Haus und verpachtete es an die Familie Gumplmeier, die darin ein Gemischtwarengeschäft einrichtete. Unter verschiedenen Besitzern wurde dieses Geschäft bis 1967 geführt. Danach erwarb die Raiffeisenbank das Objekt, das wegen Baufälligkeit abgerissen und neu errichtet wurde.

Haberleitner

Ein genaues Baudatum zu diesem Objekt ist nicht bekannt, erst 1835 gibt es einen Hinweis bezüglich eines öffentlichen Brunnens. 1896 erwarb Titus Haberleitner das Haus, der dort eine Druckerei und Papierhandlung einrichtete, die auch vom Nachfolger Rudolf Günther weitergeführt wurde. Danach folgte eine Nutzung als Trafik und als Modegeschäft.

Hotel Post vulgo Spießmacher
siehe Gasthof zur Post (Admont)
Kaufhaus Mayerhofer vlg. Hansschuster

Um 1885 bewohnte der Flickschuster Alexander Riegelthaler das kleine Holzhäusl vlg. Hansschuster, das an das damals einstöckige „Gasthaus zur Post“ nordseitig angebaut war. Ein Nachbar erwarb es „um ein paar Hühner“ und ließ es auf. Das Grundstück samt Stall kaufte 1874 Ignaz Bachler, das 1903 vom Sattler Josef Remschak übernommen und als Wohn- und Betriebshaus ausgebaut wurde. 1914 ließ der aus Steyr stammende Kaufmann Josef Mayerhofer von Maurermeister Guido Franz an das Sattler-Haus ein neues Gebäude mit Gemischtwaren- und Eisenhandlung errichten. Der Nordteil wurde an den Hutmacher Hobel vermietet. Das Geschäft erbte Tochter Brunhilde, die es bis in die 1970er-Jahre weiterführte. Die Familie Eymuth erbte danach das Haus und renovierte es vorbildlich, wobei sowohl das Geschäftsportal als auch das Interieur des Verkaufsraumes original erhalten wurde.

Wieland-Haus

Gegenüber des „Hotel zur Post“ bestand seit 1552 das „Paumburger-Haus“, das nach seinem wohlhabenden Erbauer Wolf Paumburger benannt wurde. Bis 1688 findet sich ebendort noch ein weiteres Gebäude, in welchem ein „Cramladen“ und eine Schlosserei untergebracht waren. Zwischen 1598 und 1765 folgten neun verschiedene Besitzer, ehe es Elise von Wieland erwarb. Am Erbweg wurde Schwester Aloisia 1789 Inhaberin der Liegenschaft, die bis zum Umbau 1859 weitere Eigentümer aufwies. Als Besitzerin scheint in diesem Jahr Serafine Kaltenbrunner, die Witwe des Sensengewerken Kaltenbrunner, auf. Um diese Zeit soll auch die Fassadengestaltung erfolgt sein, was aufgrund der Jugendstilfassade jedoch später zu datieren ist. Das Haus wurde innerhalb der Familie weitergegeben, zuletzt an Melanie Rauscher, die seit 1947 mit dem Bäckermeister Max Stockhammer verheiratet war. Im Haupthaus mieteten sich verschiedene Gewerbetreibende ein, darunter ein Leder- und Kurzwarengeschäft, ein Kaffeehaus und der Frisör Vojta, der das Wielandhaus erwarb und an Barbara Atzlinger verkaufte.

Vom Van der Null-Haus zur Konditorei Stockhammer

Östlich des Wielandhauses stand seit 1552 das Schlosserhaus, das der Verwalter des stiftischen Eisenwerkes in Trieben Johann Noe van der Null bewohnte. Der Bäckermeister Max Stockhammer vermählte sich mit der Wieland-Haus-Erbin Melanie Rauscher und baute 1961 am nordseitigen Grundstück eine neue Backstube mit einer Trinkstube für Kaffee und Milchmixgetränke. Nach 1976 überließen Max und Melanie Stockhammer das Haus samt Backstube deren Sohn August, der es zusammen mit seiner Frau Barbara umbaute und eine Café-Konditorei einrichtete. Seit der Pensionierung von August führt die bekannte Konditorei die Familie Planitzer weiter.

Hotel Brauhaus Sulzer vlg. Spatltaverne
siehe Hotel Sulzer Admont
Dr. Genger-Haus vlg. Praidlfelder-Haus

Jörg-Georg Praydlfelder wird als Erbauer dieses Objektes anno 1539 genannt. Nach weiteren Eigentümerwechseln folgte eine Reihe von Sattlermeistern (Sebald Dorn 1588, Hans Pastubner 1597, Phillipp Schweizer 1647, Hans Moser 1673, Mathias und Sohn Georg Munzenrieder 1674, Simon Aspalter 1757, Elisabeth Fiegl 1812, Josef Kinz 1848). Mit Kinz ging somit ein 260 Jahre lang durchgehendes Sattlergewerbe zu Ende. Kurz vor dem großen Brand von 1865 brannte das bis dahin als „Sattler-Haus“ bekannte Objekt unter den Besitzern Ignaz und Gertrude Egger vollständig ab, auch der Stall des Brauhauses Friedl, das nahegelegene Schneckenschusterhäusl und das Forsthaus der Innerberger Hauptgewerkschaft wurden zeitgleich ein Raub der Flammen. Die Brandstatt erwarb der Bindermeister Mathias Wilfinger, der von Baumeister Giovanni de Colle aus Italien den Neubau errichten ließ. Wilfinger benützte das Haus von 1867 bis 1873 und verkaufte es an den Industriellen Max Gerstle, der 1873 das Dampfsägewerk in Hall errichten ließ. 34 Jahre danach verkaufte Gerstle das Haus an den Arzt Dr. Josef Genger. Dessen Vater Andreas, aus Südböhmen stammend, war Hauptschullehrer, Schulinspektor, Stifts-Organist und Gründer des Musikvereines (1877) und des Männergesangsvereines (1901). Josef Genger bekleidete zwischen 1914 und 1919 das Amt des Bürgermeisters und führte von 1914 bis 1938 auch den Vorsitz der Alpenvereinssektion Admont. Dr. Gengers Söhne Josef und Andreas wurden ebenfalls zu Ärzten ausgebildet, wobei Josef jun. 1949 die Praxis des Vaters übernahm, die er mit seiner Frau Irmgard bis 1986 führte. Josef Genger sen. erhielt 1935 die Ehrenbürgerschaft von Admont und der umliegenden Gemeinden, Josef jun. erhielt für seine Fürsorge und stete Hilfsbereitschaft den Ehrenring der Gemeinde Admont im Jahre 1987.

Kürschnerhaus (vulgo Oberbäck)

Das Haus gegenüber des Admonter Dr. Genger-Platzes stammt aus den Jahren vor 1567. Von 1601 bis 1684 befand sich im Haus eine Bäckerei (daher Oberbäck). Lange Jahre befand sich darin der Krämerladen Gumplmayer, ehe 1920 eine Konsum-Filiale (Bezirks-Verbrauchs- und Spargenossenschaft) eingerichtet wurde. Danach folgten verschiedene Handelskonzerne.

Auer-Haus vlg. Hafner

Schon vor 1570 war der stiftische Stallmeister Hans Auer Besitzer dieser Liegenschaft. Laut Urbar von 1591 besaß Sebastian Khleinhals das Auer-Haus, dem auch der „Cramladen“ an der Stiftsmauer (später „Dopplerhaus“) gehörte. Ab 1636 wurde der ehrbare Bürger und Hafnermeister Georg Schwarz Besitzer, wobei nach dessen Ableben Stieftochter Maria das Auer-Haus erbte. Sie vermählte sich mit dem Hafnermeister Georgen Freydank, der es nach 39 Jahren an Thoman Lucan, ebenfalls der Zunft der Hafner angehörig, verkaufte. In den rund156 Jahren folgten bis 1792 insgesamt vier Hafner-Familien. Bis zum Brand 1865 gab es weitere Besitzwechsel. Die Schwester des Postmeisters Draxler, Hedwig, vermählte sich mit Alois Samek und bewohnte das neu erbaute Hafner-Haus ab 1891, wobei sie ihren Beruf als Postmeisterin beibehielt. Ab 1931 kam der Leobner Drogist Sepp Wetternik und mietete sich im Hause Samek ein, 1963 kaufte die Familie das Hafner-Haus, das 1998 von der Familie Stefan Feuchter erworben wurde und als Geschäfts- und Wohnhaus genutzt wird.

Schneckenschuster-Häusl

1711 erbaute der Schuster Adam Staunegg sein Häusl knapp an den Stadel des Praidlfelder-Hauses. Es folgten bis zum Abriss des Hauses zehn weitere Schuster-Generationen.

Steinmetz-Häusl vlg. Schneider Weigl

Im Steuer-Register findet sich 1524 ein Holzhäusl vlg. Grünschuster, das jedoch schon länger bestanden hatte. 1532 wird darin Augustin Schuster, danach dessen Erben, als Eigentümer genannt. Nach weiteren Besitzern, darunter ein Hafner, Bäcker und Tischler, erwarben 1734 der Schneidermeister Franz Sauberer und danach Franz Weigl das Haus. Weigl vererbte das Gebäude an seine Nachfolger, welches ab 1848 vlg. Schneider-Weigl genannt wurde und nunmehr als Wohnhaus dient.

Landesforste vlg. Michel Schuster-Haus

Die Realität ist sicher älter, wenngleich sie sich erst ab 1524 urkundlich nachweisen lässt. Etliche Besitzer folgten dem Schneider Michel Schuster, ehe der Krämer Peter Quartanus (auch Gartaum, Cordon) das Anwesen kaufte. Ab 1636 wird der Gastwirt Tobias Ritzinger genannt, 1721 Michael Poden, 1756 Jakob Rinnegger, der es wegen überhöhter Schulden verkaufen musste. Nach zahlreichen weiteren Eigentümern erwarb 1809 die „k.k. Hauptgewerkschaft zu Eisenerz“ das Anwesen, das 1865 abbrannte und in baugleicher Form wiedererrichtet wurde. Seit 1925 dient das Haus als Direktionsgebäude der Steiermärkischen Landesforste, die ostseitig einen modernen Bürokomplex anbaute.

Wegmacher Häusl

Das ehemalige Textilwarengeschäft Lorenzoni an der Admonter Hauptstraße entstand anno 1692 anstelle eines Stallgebäudes und wurde lange Zeit von Wegmachern bewohnt. 1906 erfolgte ein Neubau durch Baumeister Antonio Franz, in welchem Martin Demartini ein „Kleider-, Hut-, Hirschund Gamsbärte-Geschäft“ führte. Ab 1910 wurde das Textilwarengeschäft (heute ein Wohnhaus) von der Familie Lorenzoni geführt.

Frostschlackenschmied

Wolfgang Smit wird im Urbar von 1545 als Besitzer der „Schmitten“ erwähnt, wobei das Anwesen schon früher erbaut wurde. 1692 ging das Haus mit neu erbauten Keller und Stall an den Hufschmied Andre Puercher über. 1771 wird mit Erwerb durch Christoph Rauch erstmalig die „Froschlackenschmitten im Markt“ erwähnt. Da die Schmiede am Schwemmgebiet der Enns stand und dort temporäre Froschlacken entstanden, ergab sich der Vulgoname „Froschlackenschmied“. Um 1900 kam Ferdinand Ohrner aus dem Sudetenland als Schmiedegeselle nach Admont und wurde beim Froschlackenschmied durch Heirat zum Schmiedemeister. 1917 brannte der Beschlagstall ab, der 1922 wieder aufgebaut wurde. Ab 1930 wurde darin ein Lebensmittel- und Eisenwarengeschäft eingerichtet. Während Tochter Sophie das Geschäft weiterführte, übernahm 1938 Sohn Ferdinand die Schmiede, die er jedoch in einen Schlossereibetrieb umwandelte. Nachfolger Helmut Ohrner beendete den Betrieb 1999, die Gemischtwarenhandlung wurde schon im Jahre 1988 geschlossen. Das Haupthaus ist weder abgebrannt noch überbaut worden und stellt somit das letzte original erhaltene Objekt im Ortskern von Admont dar.

Mayr-Villa

Der Admonter Schulrat und Chronist Anton Mayr bewohnte die nach ihm benannte „Mayr-Villa“, ein Jugendstilhaus in der Eichelau, und verfasste mehrere Broschüren, darunter das 1922 erschienene Führerwerk „Der Sommergast in Admont“. Das architektonisch besondere Haus, in dem jahrelang zahlreiche Künstler verkehrten, wurde im Zuge der Errichtung der Eichelausiedlung abgerissen.

Kornhäusl

Die Villa der Familie Stelzl in der Admonter Schulstraße, 1888 erbaut, gilt als klassisches Beispiel des Baustils von Baumeister Antonio Franz.

Villa Barabar

1910 errichtete Antonio Franz für sich selbst am Beginn der Admonter Wagnerstraße eine prachtvolle Villa. Kurz darauf übersiedelte der langjährige Admonter Baumeister nach Ungarn. 1930 erwarb Barbara (Betty) Hinterer (daher Villa Barbara), die Herausgeberin des Grabnerhof-Kochbuches, das Anwesen und bewohnte es bis zu ihrem Tod im Jahre 1968.

Evangelische Bekenner-Kirche

Lange waren die Bemühungen der 120-Seelen umfassenden Protestantengemeinde in Admont, hier ein Bethaus zu errichten, vergebens. Erst 1930 konnte die evangelische Kirche, die als Musterkirche mehrfach nachgebaut und durch Spenden errichtet wurde, feierlich geweiht werden.

Pramerschuster - Ritterschuster

Der „ehrsame Carl Miglitzer, Bürger und Schneider im Markt“, ersuchte 1629 um Errichtung eines Häusels, das dem ebenfalls ehrbaren Schneider Toman Puntschu übergeben wurde. 20 Jahre später erwarb der Schuster Rueppen Posluchs das Gebäude, ehe sein Sohn Adam die Realität übernahm. 1724 erwarb der „Schuachknecht“ Gregori Pramer das Haus, das er völlig neu aufbaute und nunmehr vlg. Pramerschuster hieß. Das hölzerne Nebengebäude wurde später zum Ritterschuster. Bis 1831, also rund 107 Jahre lang, blieb der Pramschuster in Familienbesitz. Danach übernahm Josef Ritter bzw. dessen Erben bis 1848 das Nebengebäude vlg. „Ritterschuster“. 1899 vermählte sich Fritz Rauscher mit einer Nichte Ritters, womit die beiden Häuser auf familiären Weg zusammenkamen. Sohn Fritz übernahm 1938 das Anwesen und ließ das Holzhaus, das letzte in Admont, abreißen und ersetzte es durch einen gemauerten Trakt. Sohn Fritz III. übernahm als Schuhmachermeister 1972 den elterlichen Betrieb, der 1991 geschlossen wurde. Das Haus wurde später von der Familie Mitterböck erworben und darin ein Sportfachgeschäft eingerichtet.

Linckweber vlg. Unterbäck

Woher sich der Name des 1527 ersterwähnten Linckhweber ableiten lässt, ist nicht geklärt. Nach einem Schuster und Hafner wird der „Böckh“ Georg Prenner als zinspflichtig erwähnt. Nun folgten mehrere Generationen von Bäckern, bis sich ab 1787 der Vulgoname „Unterbäck“ einbürgerte. 1898 kam Leo Belec aus Marburg nach Admont, heiratete die Tochter des Unterbäcks und verblieb bis 1950 als Bäcker im Hause. Zwei Jahre später pachtete Bäckermeister Rudolf Pichler aus Frauenberg, danach bis 1989 Josef Bochsbichler den 470 Jahre durchgehend bestehenden Traditionsbetrieb.

Kuchartisch vlg. Unterlederer

Es ist eines der wenigen Häuser im unteren Markt, das bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. 1434 scheint im Urbar das „Leder-Haus bey der Enns“ auf, was auf den damaligen südlicheren Verlauf des Flusses schließen lässt. Von 1462 bis zur Übernahme durch Stefan Traunsteiner im Jahre 1529 versiegen die Quellen. Ab diesem Jahr ist auch der Vulgoname „Stefan-Lederer Haus“ gebräuchlich. Bis 1639 folgten acht weitere Lederermeister, danach oblag das Gewerbe 51 Jahre lang in der Hand des Andrä Stocker. Es folgten weitere Inhaber, wobei das Ledererhandwerk immer im Hause blieb. Zwischenzeitlich wurde die Landwirtschaft aufgegeben und das Stallgebäude an den Kaufmann Rudolf Kofler verkauft. Ab 1912 wurde Johann Kucharitsch neuer Eigentümer, 1932 ging das Rindenlager für die Lohgerberei durch Brandlegung zugrunde. Erbe Anton Lipusch beendete 1961 das rund 530 Jahre lang ausgeübte Lederer-Gewerbe. 1997 wurde das Gebäude abgerissen.

Gasthaus Kamper vlg. Rauchfangkehrer

Erstmals erwähnt wird hier „Wolf Kettner auf seinem Häusl“ im Jahre 1566. Bis 1697 folgten etliche Inhaber, ehe es per käuflichen Erwerb durch die Familie Stübner als Wirtshaus geführt wurde. 1745 erwarb der Rauchfangkehrer Johann Antoni Piffer das nunmehr als vlg. Rauchfangkehrer bezeichnete Haus. 1875 ging das Objekt in den Besitz des Stiftsgärtners Josef Kamper über, dessen Nachkommen die rund 500 Jahre währende Gastwirtschaft weiterführen. Die Lindenallee zum Oberhof wurde von Josef Kamper gepflanzt.

Zerrener-, Färber- und vlg. Handschuhmacher-Haus

Um 1565 dürfte das ursprünglich ebenerdige Zerrenerhaus erbaut worden sein. 1848 wurde darin ein Gemeindespital eingerichtet. Von 1900 bis 1987 stand das Haus im Besitz der ehemaligen Sattlerfamilie Remschak.

Das Färberhaus wurde 1568 erbaut, nach und nach abgetragen und 1956 als Möbelhaus der Tischlerei Wartensteiner neu erbaut.

Das benachbarte Haus vlg. Handschuhmacher wurde 1566 von Michael Türgkh erbaut. Zahlreiche Besitzer scheinen sodann auf, bis es der Handschuhmacher Ignaz Allmoslechner 1928 erwarb. 1880 kaufte der Schlosser Karl Bammer das Haus, wo bis 1979 eine Autowerkstätte eingerichtet war.

Kofleraus und Mooslechner-Haus

Das 1881erbaute Stallgebäude des vlg. Unterlederer erwarb der Kaufmann Rudolf Kofler und ließ ebendort ein Geschäfts- und Wohnhaus errichten. Das Geschäft wurde 1905 an den Buchhalter Karl Grießler verkauft, dessen Witwe sich 1921 mit dem Kaufmann Franz Mooslechner, dem auch das nördliche Nachbarhaus gehörte, vermählte. Die Renovierung beider Häuser zur Barockform dürfte in dieser Zeit entstanden sein. Das Koflerhaus blieb bis heute im Familienbesitz.

Seitelberg-Haus vlg. Sorger

Das Areal hat schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestanden, lässt sich aber nicht genau zuordnen, sicher gilt eine Nennung aus dem Jahr 1535 als „Müllner bey der Pruggen“. 1558 folgte Michael Sorger als Besitzer der Realität, die verschiedene Nutzungen innehatte. 1962 wurde das mehrfach überbaute Haus an Leo Seitelberger verkauft, dessen Witwe Lotte veräußerte 1988 das Anwesen an die damalige Konsum-Handelskette.

Weberhaus

Das Haus der Weberzunft vor der Admonter Ennsbrücke wurde bereits 1513 urkundlich erwähnt, später als Personalhaus der Schwarzenberg’schen Dampfsäge genutzt und dient heute als Wohnhaus der Marktgemeinde Admont.

Klapfkeusche

Das 1960 geschliffene Häuschen am Kaiserausattel diente unter anderem als Mauthaus und wurde zuletzt von Frau Petronella Haas bewohnt.

Nagelschmied

An der südlichen Admonter Klause wurde der Nagelschmied im 12. Jahrhundert errichtet und diente den Fuhrwerkern am „Hallweg“ als Umspannstation. Das später überbaute und lange als Nagelschmiedwirt bekannte Haus wurde in den 1980er-Jahren geschlossen.

Mühlegger

Als „area Hermanni“ erwähnt ein Urbar aus dem Jahre 1280 das Gebäude erstmalig. Die ab 1880 als Mühlegger bezeichnete Liegenschaft wurde, ebenso wie das benachbarte Hierzegger-Haus, in 1950er-Jahren abgetragen.

Grasslmühle vlg. Petermüller

Eine erste Nennung als Mühle („inferius molendium servit“) findet sich im Urbar aus dem Jahre 1330. Der Mühlbetrieb wurde anno 1913 geschlossen und die Mühle abgetragen. Das zugehörige Wirtschaftsgebäude ist heute als Wohnhaus der Gemeinde Admont in Verwendung.

Stumpfnagel

Der um 1600 erbaute Hof wurde von einem Besitzer durch „hasardieren“ beim Kartenspiel verloren. Das Stumpfnagel-Gehöft wurde in den 1990er-Jahren abgetragen.

Felsenkeller vlg. Kreuzschmied

Im Jahr 1558 errichtetes Schmiedegebäude in Mitterrudeneck. Ab 1818 als Wirtshaus, ab 1960 als Tanzlokal Felsenkeller weitum bekannt.

Schmiedhäusl vlg. Gsindkoch

1578 von Ambros Schmied errichtet. 1758 kaufte der stiftische Gesinde-Koch Josef Salcher das Anwesen. Das Haus blieb weitgehend original erhalten.

Janski-Villa

1905 im Auftrag des Grazer Industriellen Janski von Baumeister Poitzi erbaute Villa am Fuße des Admonter Röthelsteines.

Wartensteiner vlg. Riesner

Vermutlich vor 1800 als Landwirtschaft Riesner erbaut. Um 1910 wurde dort eine Tischlerei eingerichtet und später zur Tischlerei Wartensteiner ausgebaut.

Lamprecht vlg. Wolfsbacher

Das großbäuerliche, 1780 von Simon Hartl erweiterte Gehöft über dem Mooswiesenplatz im Westen von Admont wurde 1280 als „curia in Wolfspach“ erwähnt; 2011 von Stift Admont erworben und abgerissen.

Kreuzbichler

Das 1280 als „super Chreuzpuhil“ (auch: Oberkreuzbichler) erstmalig erwähnte Gehöft am Admonter Kreuzbichl liegt am Fuß der Huberleiten unterhalb des Schlosses Röthelstein.

Schedl vlg. Lanntmanherberg

Das „Gütl mit Schmiedebetrieb“ am Ausgang des Kreuzbergbachgrabens an der alten Aignerstraße wurde 1350 als „area Fabri ibidem“ erstmalig erwähnt und wurde mehrere Jahrhunderte lang auch als „Lanntmanherberg“ bezeichnet.

Rinnegger

Das ehemalige, 2012 abgetragene Keuschlergehöft am Admonter Kreuzberg (Hinterrudeneck) war mutmaßlich eine der ältesten Knappenkeuschen der Region und wurde schon 1280 als „Zeihwetter“ erstmalig erwähnt.

Strohsack

Die 1280 als „Guntzonis feodum“ erstmalig erwähnte Keusche am Kreuzberg im Süden von Admont wurde 2014 geschliffen.

Goldbichler

Das mit interessantem Sgraffito-Dekor versehene Gütl an der alten Aignerstraße im Westen von Admont wurde 1280 als „Saeldenhaimer“ erstmalig erwähnt.

Eggerhof

Bedeutendes großbäuerliches Gehöft (1280, „in Ekke curia“) mit eigener Mühle vor der Derflersiedlung im Admonter Ortsteil Aigen. Vom Stift Admont erworben und abgetragen.

Duller

Das ehemalige Gehöft zwischen Selzthal und Admont war einst Teil der „Selzthaler Klause“ und wurde in den 1960er-Jahren abgetragen.

Schneiderwirt

Einst legendäres Bauernwirtshaus (Fuchs) im Osten der Admonter Derflersiedlung. Im Gebäude war auch das damalige Gemeindeamt von Aigen untergebracht.

Blahhaus

Das Eisenschmelzwerk des Stiftes Admont verarbeitete das Erz von der Kaiserau und von den Bergwerken am Klosterkogel. Erbaut wurde das Blahhaus vermutlich zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, ausgeblasen 1839, danach Gerberei Weiss.

Ruthofen

(auch Rotofner) Das 1280 als „Liubmanni vidua“ genannte Objekt war Teil der Admonter Radwerke in „Vorderrudeneck“ und wurde vermutlich schon früher erbaut.

Scheibleggerhof

Das Anwesen wird laut Urbar 1280 als „Chuntzil Scheibligek“ (Vorderscheiblegger) erwähnt. Zeitgleich genannt wird das „Duringus Scheibligek“ (Hinterscheiblegger). 2013 wurde die Landwirtschaft nach über 700 Jahren eingestellt.

Schwaigerhof

Das Gehöft gehörte vormalig zum Adam-Gut (Paradies), ehe es Anfang der 1960er Jahre abgetragen und als „Korn-Häusl“ wieder errichtet wurde.

Siglhof vlg. Moarweber

Das Anwesen vlg. Moarweber wurde anno 1360 als „area Gopperlini“ erstmalig erwähnt und später „Webergütl im Thürngraben“ (auch am Thürnbach) genannt. Im Katasterblatt von 1826 wurde das Anwesen als „Sigl“ verzeichnet.

Kematweber

Altes Gehöft im Süden von Admont (Kematen) vor dem ehemaligen Gipsbruch.

Pechler

Das Anwesen in der Admonter Kematen wurde auch als Pechlermühl bezeichnet. Einst wurde dort Kieferharz gesammelt und verarbeitet.

Brunnführer

Die letzte Keusche im Kematengraben bei Admont lässt sich bis 1667 gesichert zurückverfolgen. Der Name bezieht sich auf das dort ausgeübte Handwerk der Brunnrohrherstellung.

Bichlbacher vlg. Hackenhube

Das vlg. Hackenhube genannte Gehöft lag im Süden von Admont am Geierbichl zwischen dem Oberhofriedel und dem Saugraben. Wurde 1434 als „Puchlerpach“ erstmalig erwähnt und Ende der 1960er-Jahre abgetragen.

Saubichler, Saugrabner

Die stiftische Deputatlandwirtschaft am Saubichl, auch Forathaus genannt, wurde 2015 eingeebnet. Darunter die um 1970 ebenfalls abgetragene Saugrabner-Keusche.

Oberhof

Der ursprüngliche Hof wurde 1280 als „aput Ripam Oberhove“ in den stiftischen Urbarien erwähnt. Historiker nehmen jedoch an, dass das Gehöft wesentlich älter ist und vermutlich zu jenen „12 Huben“ gehörte, die in der Gründungsurkunde des Stiftes vermerkt sind. Die damaligen Bewirtschafter wurden im Zuge der Stiftgründung ins Paltental abgesiedelt. Das Originalgebäude brannte 1873 vollständig ab und forderte drei Todesopfer – Neubau als Arbeiterunterkunft. Das südlich davon befindliche, denkmalgeschützte „Stöckl“ bieb erhalten und gilt als eines der ältesten Gebäude im Admonttal.

Teichmeister

Das ehemalige Anwesen am Biberschwellteich in der Admonter Krumau wurde 1280 als „aput Piscinam“ erstmals erwähnt. Die Bewohner hatten die Aufsicht über die stiftischen Fischteiche inne.

Kornbauer

Das weitgehend original erhaltene Gehöft am gleichnamigen Graben besteht seit dem 17. Jahrhundert.

Schönbichlerhof

Über dem Krumauer Teichmeister stehender Hof, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Abgerissen in den 1960er Jahren.

Schoiswohl vlg. Schnabelherberg

Das Krumauer Gehöft vlg. Schnabelherberg stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Naringbauer vlg. Koderhof

In den 1970er Jahren abgetragenes, vlg. Koderhof genanntes Gehöft in der Krumau. Erstnennung 1280 als „Wolflinus curia in Chrumpowe“. Einer der ältesten Bauernhöfe der Region. Wurde einst auch als „Oberhof“ bezeichnet.

Niederhof

Der zeitweilig mit dem Wenger Valtbauer vereinte Hof in der Krumau war mit einer Seilfähre über die Enns verbunden und wurde 1280 als „Sifridus curia in Chrumpowe“ erstmalig erwähnt.

Kollesegger

Das ehemalige Keuschlergehöft über der Admonter Krumau wurde von Stift Admont erworben und abgerissen. Die Wiesen wurden aufgeforstet.

Kohllechnerhof

Erbauungsdatum unbekannt, abgerissen vermutlich um 1960.

Terlmaier

Das in den 1990-Jahren geschliffene Krumauer Gehöft wurde 1360 als „Raemel“ erstgenannt, später, 1434, „Torelhoff“ und ab 1758 als „Derlhof“ bezeichnet.

Wagner vlg. Hotz

Das Gehöft liegt in der Krumau direkt an der Gesäusestraße und war u.a. auch als Wirtshaus bekannt. Das Stallgebäude wurde abgetragen.

Grössinger

1360 wird in den stiftischen Urbarien der „Paechler im Grezzingech“ erstmalig erwähnt. Der Hof in der Krumau musste 1869 dem Eisenbahnbau weichen. Von italienischen Bauarbeitern wurde als Ersatz der heutige Grössingerhof errichtet.

Gopper

Das Krumauer Anwesen wurde als „Ruedil“ 1280 erstmalig erwähnt; von 1360 bis heute trägt das Gehöft in verschiedenen Schreibweisen den Vulgonamen Gopper. Abgeleitet davon ist die Bezeichnung Gofer (Vorder- und Hintergoferalm).

Payrlechner

Das Gehöft in der Krumau wird mit dem Besitzer Otto Vink 1280 erstmalig erwähnt. Ab 1360 taucht der Begriff „Payr“ auf – in weiterer Folge die Schreibweisen Payrlehen (1434), Payrlechen (1758) und nach 1880 Paierlechner. In den Ennswiesen die zugehörige Payrlechnerhube.

Binder

Erbauungsdatum unbekannt. Derzeit als Wohnhaus genutzt.

Humlechner

Das von Hainricus Humel 1360 erbaute Gehöft in der Krumau bei Admont erlangte durch Zukauf der Anwesen Hotz, Losl und Kohllechner eine Besitzgröße von rund 80 Hektar. Lange war das Gehöft auch als Gasthaus Strohmaier (mit eigener Benzinzapfstelle) bekannt.

Gasthaus zur Bachbrücke

Ganz grausig durstig war ihm, dem Schweinegger Hans, Donnerwirt zu Johnsbach, als er an einem heißen Sommertag anno 1898 mit dem Ochsen aus dem Humlechnergraben Holz herausstreifte. Und auch die anderen Fuhrwerker waren seiner Meinung: „Da wär‘ halt ein Wirtshaus recht“. Zwei Lenze zogen ins Land, dann mauerte er einen schlichten Bau ans Ufer des Johnsbaches, gleich nebst der Brücke, und so bewahrte ab 1900 das „Gasthaus zur Bachbrücke“ alle Durstgeplagten vor möglichen Dehydrierungszuständen. Zunächst traute man der Wirtschaftlichkeit des Häuschens nicht, sodass der erste Pächter, Willibald Pircher, zusätzlich einer „anständigen Tätigkeit“, nämlich der des Schusters nachging. Aber trotz aller Bedenken rentierte sich das Wirtshaus; zu Winterszeiten hielten täglich ganze 20 Fuhrleute dort ihre Mittagsrast und auch im Sommer frequentierten vor allem Kohlführer und andere Durchreisende den Wirt am Bach.

Nach Willibalds Hinscheiden führte dessen Witwe die Lokalität weiter, auch dann noch, als das Admonter Stift die Realität kaufte. In den 1930er-Jahren kam der Pächterin der Ausbau der Gesäusestraße überaus gelegen, waren die Arbeiter doch wie dereinst der alte Schweinegger stets durstig. 1936 erwarben die Landesforste das Revier Hintergofer und damit auch das kleine Gasthaus. Selbst die Kriegsjahre gaben etwas her, war doch in der Nähe ein Barackenlager eingerichtet – die dort durchgeführten Scharfschuss-Übungen trockneten die Kehlen der Soldaten gar arg aus.

Irgendwann nach dem Ende des Völkerringens musste das baufällige Gebäude fallen. Die Landesforste entschieden sich daher 1958 für einen Neubau. Der gegenüber liegende Felsenkeller blieb noch in Verwendung, bis die zunehmende Verkehrsdichte das Überqueren der Straße zu gefährlich machte. Durch die verkehrsgünstige Lage vor malerischer Kulisse ist der vorzüglich geführte Bachwirt ein beliebter Einkehrplatz bei Bergsteigern, Wildwassersportlern, Besuchern des nahen Nationalpark-Forschungszentrums Weidendom und vor allem bei Durchreisenden. Letztere meiden die kalte Jahreszeit – so tut es der Bachwirt gleich der vor dem Hause wachenden Rotbuche und hält einen ausgedehnten Winterschlaf.

Quellen

  • Fritz Lochner von Hüttenbach: Zum Namengut des Frühmittelalters in der Steiermark, in: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 99. Böhlau Verlag, Wien 2008, S. 33
  • Adalbert Krause: Der Blasiusmarkt in Admont. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 58, 1967
Admont auf dem Weg in ein neues Jahrtausend. 150 Jahre Gemeindeverwaltung 1850–2000. Hrsg: Marktgemeinde Admont 1999