Die Enns bei Aich.
Renaturiertes Teilstück der Enns bei Haus im Ennstal.
Der Blick geht im Ennstal von Südosten nach Nordwesten. Im rechten Bildteil sieht man Liezen, links etwas daneben Weißenbach bei Liezen. Die Enns fließt im unteren Teil vorbei, wobei man noch schön die ehemaligen Flußwindungen sehen kann, die bei der Ennsregulierung begradigt wurden. Aufnahme zwischen 1928 und 1938.

Die Enns ist ein rechter Nebenfluss der Donau. Sie entspringt in den Radstädter Tauern im Land Salzburg und mündet bei Mauthausen in Oberösterreich in die Donau.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Enns ist der Hauptfluss der nordwestlichen Steiermark. Er ist ein typischer Wildwasserfluss der nördlichen Ostalpen mit dem fünftgrößten Einzugsgebiet Österreichs (6 080 km²). An der Messstelle Ennsortskai () beträgt die mittlere Durchflussmenge 201 m³ pro Sekunde. Die Enns hat eine Länge von 254 km. Sie ist ein typischer Wildwasserfluss der nördlichen Ostalpen mit dem fünftgrößten Einzugsgebiet Österreichs (6 080 km²).

Name

Die Benennung des Ennsflusses vorrömischen, bzw, keltischen Ursprunges. Die alte Form Ani (vergl. „Anecium—Anesy"; Anicium in Kroatien, „Anas" in Spanien) hat noch die Peutingersche Reisetafel (zirka 393 n. Chr.) als römische Poststation bei Altenmarkt in der Nähe des Enns-Ursprunges, und eine halbe Hübe daselbst mit dem Namen „Ani", jetzt „Anichhof", findet sich im Gebhardschen[1] Traditionskodex vom Jahre 1074. Auch bei Schladming findet man um 1600 den Anichhofer (jetzt „Hofbauer") und das Anickn-Lehen (jetzt „Ainig-Lehen"). Die lateinischen Römer machten aus "Ani - Anisus, Anesus" (so in den Märtyrerakten des heiligen Florian, zirka 450 n. Chr.), im 9. Jahrhundert "Anesis, Enisa", woraus das heutige „Enns" wurde[2].

Verlauf

Die Quelle der Enns befindet sich im Bundesland Salzburg im Pongau in einem Seitental des Flachautals in etwa 2 000 m ü. A. im Bereich der Radstädter Tauern, am Fuße der Ennskraxn. Das Längstal, das die Enns zunächst nach Norden nimmt, ist ein von der Eiszeit geformten, teilweise versumpften Längstal an der Grenze zwischen den Nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen bis zur Paltenmündung. Am Mandlingpass erreicht sie dann die Steiermark und durchbricht zwischen Admont und Hieflau das Gesäuse, eine etwa 15 km langen Schlucht, die den Kalkalpenstock der Ennstaler Alpen durchbricht. Dann fließt sie nach Norden und erreicht bei der Einmündung des Laußabachs Oberösterreich.

Nördlich von Steyr, wo sie wo sie ins Alpenvorland tritt, bildet sie die Grenze zwischen Oberösterreich und Niederösterreich. Daher die alten Namen "Österreich ob der Enns" und "Österreich unter der Enns". Bei Mauthausen mündet sie dann in die Donau.

Um Talböden land- und forstwirtschaftlich besser nutzen zu können, begann man Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Regulierung der rund 70 km langen Strecke zwischen Weißenbach bei Haus im Ennstal und dem Gesäuse begonnen. So konnte bis 1939 der Flusslauf um 19 km verkürzt werden.

Orte

Hauptorte des Ennstals: in Salzburg Radstadt; in der Steiermark sind es Schladming, Gröbming, Liezen, Selzthal und Admont; in Oberösterreich Großraming, Ternberg, Garsten, Steyr und Enns;

Verkehr

Durch das obere Ennstal verläuft eine wichtige Transitstraße von Deutschland nach Slowenien, die Ennstal Straße.

Wasserkraft

Im unteren Ennstal errichtete die Ennskraftwerke AG (Ennskraft) zehn Laufkraftwerke: Schönau, Weyer, Großraming, Losenstein, Ternberg, Rosenau, Garsten-St. Ulrich, Staning, Mühlrading und St. Pantaleon. Die Gesamterzeugung dieser zehn Kraftwerke mit Schwellbetrieb betrug 1998 1,8 Milliarden Kilowatt. Hier ist der historischen Wahrheit halber anzumerken, dass wesentliche Teile der Kraftwerke Großraming, Ternberg, Staning und Mühlrading in der NS-Zeit unter zwangsweisem Einsatz einer großen Anzahl von zivilen ausländischen Arbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen errichtet wurden. Wegen der Wasserkraftwerke musste auch die Holzflößerei auf der Enns, bis dahin ein wesentlicher regionaler Wirtschaftszweig, eingestellt werden.

Die Ennszuflüsse

Siehe auch

Quellen

  • www.aeiou.at
  • Beitrag "Enns" im Salzburgwiki (Urheber dort Benutzer:Peter Krackowizer)
  • Oliver Rathkolb, Florian Freund (Hg.), NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der "Ostmark", 1938 - 1945, böhlau, Wien - Köln - weimar, 2002
  1. Salzburger Erzbischof swiki:Gebhard
  2. Quelle: Franz Hutter: "Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales"

Weiterführend

Für Informationen zu Enns, die über den Bezug zum Ennstal hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema