Jacob Wichner

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Jacob Wichner (*22. Juli 1825 in Graz; †21. Oktober 1903) war ein Benediktiner im Benediktinerstift Admont und Historiker, Archivar und Schriftsteller.

Leben

Jacob Wichner wurde in Graz als Sohn einer Tischlerfamilie geboren.

Nach Absolvierung seiner humanistischen und philosophischen Studien trat er am 7. September 1846 in das Benediktinerstift Admont ein, legte am 11. Juli 1851 die feierliche Profeß ab und feierte am 10. August 1851 seine erste heilige Messe.

Abt Benno Kreil sandte ihn 1852 als Kaplan nach St. Michael ob Leoben,in St. Lorenzen im Paltental war er ab 1854 . Danach kam er als Pfarrvikar nach Kleinsölk 1864 bis 1866. Im Jahre 1866 kam als Pfarrvikar nach Ardning, wo er seine literarische Tätigkeit mit Abfassung Pfarrchroniken begann. Von 1870 bis 1903 war er Stiftsbibliothekar im Stiftsarchiv. Er hatte auch von 1871 bis 1873 das Amt eines Kellermeisters inne. Daneben war er auch als Korrespondent der k. k. Zentralkommissiün für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen-Denkmale in Wien tätig.

Beschreibung der Begegnung mit Jacob Wichner

von Prälat Dr. Franz Hottinger in seinem Werke: „Aus Welt und Kirche"

Wenig freundlich und ziemlich kurz wurde.ich anfangs von dem Archivar und Bibliothekar Pater Jakob Wichner empfangen, als ich ihn in seiner Werkstätte aufsuchte, wo ich an der Wand einen Band der gesammelten Urkunden sah, die noch der Bearbeitung und Ordnung harrten. Ich konnte es ihm nicht verdenken; kommen ja doch täglich so viele Unberufene, denen es nur darum zu tun ist, eine Urkunde aus dem Mittelalter sich zeigen. zu lassen oder den berühmten Bibliotheksaal zu besichtigen. Doch bald erheiterte sich sein Angesicht; der ernste, schweigsame Mann, der jahrein, jahraus hier waltet und schafft wie ein Bergmann in seiner Grube und von der Welt nichts kennt wie seine Kodizes und Bücher, ward wider Gewohnheit gesprächig, seine Augen glänzten unter den buschigen Brauen, seine ausdrucksvollen Züge wurden belebt und es war eine Lust, ihm zuzuhören, als er erzählte, wie es ihm gelang, nach dem Brande das Archiv wieder herzustellen." Ja, das muß eine Riesenarbeit gewesen sein, das reichhaltige Hauptarchiv hatte sich zur Zell der Brandkatastrophe (25. April 1865) in einem gewölbten Lokale des Erdgeschosses befunden, mit einer eisernen Türe verschlossen; man hatte es für feuerfest gehalten, jedoch sich getäuscht. Nur jene Urkunden wurden gerettet, welche in der Prälatur unter ­gebracht waren, aber auch von diesen kam bei der hastigen Übertragung vieles in Unordnung und der für sie neugeschaffene Raum mußte anfangs auch als Kräutermagazin für die Stiftsapotheke dienen. Hieraus mag man ermessen, welches Chaos Pater Jakob zu bewältigen hatte. Seiner Sachkenntnis und rastlosen Tättgkeit ist es zu danken, daß Admont auch nach dem Brande wieder ein Archiv besitzt, welches durch seinen inneren Gehalt und äußeren Umfang manches ähnliche Institut über ­trifft. Mit Recht konnte daher Pater Jakob am Schlüsse seines Berichtes über das Admonter Sttftsarchiv in seinein gegenwärtigen Zustande sagen: „Wenn wir im Jahre 1865 auf den Ruinen der Abtei in die Klage ausbrcchen mußten: „Fuimus….kni Ilium ct ingens gloria“, so kann jetzt nun mit stolzem auf die Pforten des Admonter Archives die Wappendevise des fürstlichen Hauses Hohenlohe geschrieben werden: „Es flammis orior“

Am Mittwoch den 21.Oktober 1903 um halb 12 Uhr Mittags erlag Jacob Wichner einem schmerzlichen, mit großer Geduld ertragenen Leiden (einer bösartige Neubildung).

Ehrungen

  • Ehrendoktor der Theologie an der Universität Würzburg
  • Ritter des. königlich sächsischen Albrecht-Ordens
  • Ehrenmitglied des Museum „Franzisko-Karolinum" in Linz und des historischen Vereines für Steiermark und Kärnten
  • Besitzer der großen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft


Werke

Seine Bücher erschienen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er stellte unter anderem umfangreiche Aufzeichnungen über die stiftischen Bergbaubetriebe und damit auch über den Kupferbergbau in der Teichen zusammen. 1891 erschien seine Arbeit über das „Kloster Admont und seine Beziehungen zum Bergbau und zum Hüttenbetrieb“. Wichner stellt seiner Einleitung den alten Bergmannspruch voran:

Das Bergwerk will haben Verstand
und eine treue Hand.
Wer das Bergwerk will bauen,
muss Gott und dem Glück vertrauen.“

Auszug der Werke Wichners

  • Geschichte Des Benediktiner-Stiftes Admont in vier Bänden, 1874, 1876, 1878 und 1880
  • Das ehemalige Nonnenkloster O.S.B. zu Admont (in Steiermark, Oesterreich), in: Maurus Kinter (Hg.): Wissenschaftliche Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner-Orden mit besonderer Berücksichtigung der Ordensgeschichte und Statistik. Zur bleibenden Erinnerung an das Ordens-Jubiläum begründet und herausgegeben von Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Benedictiner-Ordens, 2. Jg, Bd. 1, Würzburg/Wien 1881.[1]
  • Kloster Admont in Steiermark und seine Beziehungen zur Kunst. Aus archivalischen Quellen, 1888
  • 'Die Probstei Elsendorf und die Beziehungen des Klosters Admont zu Bayern. Nach archivalischen Quellen, 1899
  • Geschichte Des Benediktiner-Stiftes Admont (German Edition), 1. Jänner 1900
  • Der Admonter Plastiker Josef Thaddäus Stammel in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Brünn: Selbstverl. des Ordens [Verl. wechselnd], Bd. 15 (1894), S. 651-658
  • Eine Admonter Todtenrotel des 15. Jahrhunderts in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens, Bd. 5 (1884)
  • Aus einem Admonter Formelbuche, 1882
  • Der Benedictiner- und Cistercienserorden in ihrer Vertretung bei der culturhistorischen Ausstellung zu Graz, 18874

Gemeinschaftswerke

  • Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie##, herausgegeben vom Geschichtsverein für Kärnten, 1897, Wichner zusammen mit Ferdinand Khull

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle de.wikipedia.org unter dortigen Quellenangaben