Schladminger Tauern Höhenweg

Begriffsklärung
Dieser Artikel beschreibt den Schladminger Tauern Höhenweg. Über ein gleichnamiges Buch informiert der Artikel Schladminger-Tauern-Höhenweg (Buch).
Bei den Giglachseen.
Höhenweg von der Hochwurzen zu den Giglachseen mit Blick zum Dachsteinmassiv.
Sonnenaufgang über dem Klafferkessel.
Die Krummholzhütte auf dem Hauser Kaibling und im Hintergrund das Dachsteinmassiv.
Herbst am Duisitzkarsee.
Historische Ansichtskarte der Hans-Wödl-Hütte.
Die Oberhütte am See mit Oberhüttensee im Vordergrund.
Schladminger Höhenweg drei Minuten Video
Schladminger Höhenweg I Der Weg zum Hochfeldmandl elf Minuten Video
Schladminger Höhenweg Teil II zehn Minuten Video
Schladminger Höhenweg Teil III zehn Minuten Video

Der Schladminger Tauern Höhenweg ist ein Wanderweg im Bereich des Hauptkamms der Schladminger Tauern. Er beginnt im Salzburger swiki:Obertauern[1] und führt nach Osten durch die südlichen Gebiete von Pichl-Preunegg - Rohrmoos-Untertal (in der Stadt Schladming), Haus im Ennstal, Gössenberg (Gemeinde Aich-Assach) bis in die Sölktälern.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Höhenweg durch die Schladminger Tauern zählt wegen seiner geologischen Besonderheiten, dem Artenreichtum an Bergpflanzen und Wildtieren und dem besonderen Flair der umliegenden Bergwelt wohl zu den schönsten Wandertouren im Alpenraum. Von den 300 Bergseen und fast 150 Wasserfällen der Niederen Tauern findet man einen Großteil in den Tälern, Kesseln und Karen der Schladminger Tauern. Unberührte Wildbäche mit tosenden Wasserfällen und vielen kleinen Zuläufen aus den Quellgebieten der swiki:Tauern machen den Reiz dieser Region aus.

Weiters liegen einige wirklich lohnende Bergziele, wie u. a. der Hochgolling als höchster Berg der Niederen Tauern, sowie der Höchstein, die Hochwildstelle, die Steirische Kalkspitze direkt am Weg. Einen ganz besonderen Eindruck erlebt man auf der Tour durch die Klafferkessel und bei den Goldlacken. Eine arktische Seenlandschaft mit ganz eigener Flora, die man ansonsten nur in nördlichen Breitengraden vorfindet, verzaubern den Bergwanderer.

Der klassische Schladminger Tauern Höhenweg

Der klassische Schladminger Tauern Höhenweg verläuft über die gesamte Länge des Kammverlaufs der Schladminger Tauern. Diese beginnen im Westen im Salzburger Land am Obertauern (wo westlich die swiki:Radstädter Tauern anschließen und enden im Osten in den Sölktälern (wo die Wölzer Tauern anschließen). Diesen Verlauf hatte bereits Hans Wödl, der Erschließer der Schladminger Tauern, so skizziert, wobei er die Strecke nur bis an die Grenze der Steiermark beschrieb und den Salzburger Teil noch nicht.

Schladminger Tauern Höhenweg (Tourismusverband Schladming)

Der Tourismusverband Schladming bietet einen etwas anderen Wanderverlauf des Schladminger Tauern Höhenwegs an, dessen Etappen hier nachstehend beschrieben sind.

Erste Etappe

Über den Hochwurzenhöhenweg zu den Giglachseen

Ausgangspunkt ist die Hochwurzenhütte (erreichbar mit der Hochwurzen Seilbahn oder über den Wanderweg Nr. 60 ab Rohrmoos). Gleich zu Beginn erwartet den Wanderer eine großartige Hochgebirgslandschaft. Die grüne Tauernwelt präsentiert sich mit dunklen Blockhalden, grünen Rasenhängen, Seen und felsigen Graten. Vom Parkplatz der Hochwurzen-Seilbahn führt der Wanderweg Nr. 60 zunächst über die Kleine Wurzen zum Hüttecksattel (1 791 m ü. A.). Über den dicht bewaldeten Kammverlauf führt der Steig schon nach wenigen Minuten über denauf den langgezogenen Grasrücken des Roßfeldes angelegten Weg hinauf. Von diesem leicht erreichbaren Aussichtsberg gelangt man in südlicher Richtung absteigend in die Senke des Latterfußsattels mit Wegweiser für mehrere Abzweigungen.

Den weiteren Wegverlauf bildet der aus dem Obertal kommende Wanderweg Nr. 773, der nun aus dem Sattel durch einen mit vielen Zirben durchsetzten Kampfzonenwald auf den beliebten Aussichtsgipfel der Guschen (1 983 m ü. A.) hinaufführt. Nun beginnt der hochalpine Charakter des Weges. Vom Gipfelkreuz der Guschen führt der Weg zunächst über den Schneidergipfel und über die Westflanken des Hochfeldes und der markanten Erhebung des Schiedecks (2 339 m ü. A.). Ein kurzer Anstieg bietet den Besuch dieses schönen Gipfels an. Zwei nun folgende Bergseen, der Klammsee und der Brettersee, sowie die mit ihrer Ostwand zugeneigte Kampspitze (Preuneggtal) mit den kühn geformten Kammzähnen sind das Kernstück dieses großartigen Weges.

Den Schluss bilden viele kleine Serpentinen, die sich über einen Steilhang zur Ignaz-Mattis-Hütte hinab schlängeln. Diese Hütte ist mit ihrer Höhenlage von 1 986 m ü. A. einer der höchstgelegenen Stützpunkte in den Schladminger Tauern. Auf der anderen Seite der Giglachseen empfiehlt sich weiters die Giglachseehütte.

Variante eins

Mit dem Linienbus ab Schladming und Rohrmoos zur Ursprungalm oder mit dem Pkw ab Pichl, Schladming oder Rohrmoos (mautpflichtige Ursprungalmstraße). Von der Ursprungalm in ca. eine Stunde zur Giglachseehütte bzw. in 1¼ Stunden zur Ignaz-Mattis-Hütte.

Variante zwei

Von der Ursprungalm auf den sogenannten Kranz. Abstieg über das Brotrinnl zur Oberhütte am See. Von der Oberhütte Wanderweg Nr. 702 zur Akarscharte (2 315 m ü. A.). Möglichkeit zur Gipfelbesteigung der Steirischen oder Lungauer Kalkspitze (ab Akarscharte ca. 30 Minuten). In der Folge Abstieg über Znachsattel zur Giglachseehütte oder Ignaz-Mattis-Hütte.

Zweite Etappe

Von den Giglachseen zur Keinprechthütte

Variante eins: über die Rotmandlspitze

Ausgehend von der Giglachseehütte oder der Ignaz-Mattis-Hütte führt nun der Wanderweg Nr. 702 zum östlichen Ende der Giglachseen. Von hier verläuft der Steig mäßig steigend ins äußere Knappenkar und in weiterer Folge teilweise recht stark steigend zur Rotmandlspitze (2 453 m ü. A.).

Bei aufmerksamer Beobachtung der Umgebung kann man hier noch viele Überreste der Bergbauvergangenheit (wie Grundmauern der Knappenunterkünfte sowie Abraumhalden und auch verfallene Stolleneingänge) sehen. Von der Rotmandlspitze muss nun jahreszeitlich bedingt entweder ein großes Schnee bzw. Eisfeld (Frühsommer) oder ein großes Geröllfeld (Hochsommer, Herbst) überquert werden. Nach dem Überqueren dieses Geröllfeldes erreichen wir die Krukeckscharte (2 303 m ü. A,).

Von hier verläuft nun der Steig in großen Serpentinen abwärts, bis wir eine Senke erreichen. Nach einem kleinen weiteren Anstieg wird die wunderschön gelegene Keinprechthütte in 1 872 m ü. A. Seehöhe erreicht.

Variante zwei: Vorbei beim Duisitzkarsee

Von der Ignaz-Mattis-Hütte oder Giglachseehütte geht es über den Murspitzsattel am Wanderweg Nr. 775 zum Duisitzkarsee (1 648 m ü. A.) mit den bekannten Hütten Duisitzkarseehütte und Fahrlechhütte. Von hier den Steig über das äußere und innere Stierkar zur Neualm und in weiterer Folge durch das Neualmkar zur Keinprechthütte.

Dritte Etappe

Von der Keinprechthütte zur Gollinghütte

Diese Etappe von der Keinprechthütte zur Gollinghütte ist eine sehr lange Etappe. Von der Keinprechthütte ausgehend folgen wir dem Wanderweg Nr. 702 durch ein großes Kar bis wir eine Weggabelung erreichen. Wir folgen weiter dem Wanderweg Nr. 702 entlang der sogenannten Zirbenböden mit einem zuletzt recht steilen Anstieg zur Trockenbrotscharte (2 237 m ü. A.).

Zwei Wegvarianten bieten sich an: Der Weg führt nun wieder anfangs recht steil abwärts zur Landawirseehütte. Jahreszeitlich bedingt kann im Hochsommer alternativ der Höhenweg, der entweder von der Landawirseehütte oder kurz oberhalb der Hütte abzweigt, benützt werden. Sollte der Höhenweg gesperrt sein, folgt nun der Normalweg dem Hüttenzufahrtsweg bis zum inneren Göriachwinkel. Von hier windet sich nun der Steig in vielen Serpentinen nach oben zur Gollingscharte (2 326 m ü. A.). Zum letzten Stück der Scharte muss ein steiles Schneefeld bzw. Geröllfeld überwunden werden.

Ab der Gollingscharte besteht nun die Möglichkeit, den Gipfel des Hochgolling (2 863 m ü. A.) zu erklimmen (für Auf- und Abstieg mindestens drei Stunden kalkulieren). Für die Gipfelbesteigung ist Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie alpine Erfahrung erforderlich. Bei Schlechtwetter wird von einer Gipfelbesteigung abgeraten.

Von der Gollingscharte geht es über ein Eis- oder Geröllfeld in vielen Serpentinen abwärts, bis wir einen ganz ebenen Almboden erreichen, den Gollingwinkel. Umrahmt von mächtigen Bergriesen, gleicht dieser Platz einem Freilufttheater und wird daher vielfach auch als Götterplatz bezeichnet. In einer Viertelstunde wird die Gollinghütte erreicht.

Vierte Etappe

Über die Gollinghütte zur Preintalerhütte

Unmittelbar nach der Gollinghütte wird der Steinriesenbach überquert. In vielen großen Serpentinen führt nun der Wanderweg Nr. 702 stets ansteigend, teilweise mit Sicherungsseilen versehen, auf den Greifenberg. Nach langem Aufstieg, umrahmt von den Flanken der umliegenden Berge, erreichen wir in ca. 2 400 m ü. A. eine kleine Anhöhe. Hier öffnet sich nun unser Blickfeld nach allen Seiten. Vor uns liegt in einer kleinen Senke der Greifenbergsee und wir erblicken erstmals das Gipfelkreuz des Greifenberg (2 618 m ü. A.).

Die letzten 150 bis 200 Höhenmeter führt nun der Weg über Schnee bzw. Geröll und Blocksteine zum Gipfel. Hier erwartet uns eine atemberaubende Aussicht nach allen Seiten. Vor allem hat man von hier den besten Blick in die eigentlichen Klafferkessel mit den vielen Seen und Lacken. Vom Greifenberg führt nun ein steiler alpiner Steig teilweise mit Seilen versichert abwärts zur Oberen Klafferscharte. Jahreszeitlich bedingt verläuft nun der Steig über Schnee bzw. Geröllfelder abwärts, bis ein fast ebener Boden erreicht wird, das eigentliche Herzstück, der Klafferkessel. Umrahmt von einer wilden Felsszenerie, stets leicht steigend und fallend, windet sich der Weg vorbei an unzähligen größeren und kleineren Seen und Lacken bis zur unteren Klafferscharte.

Diese arktische Seenlandschaft, ein Relikt der letzten Eiszeit mit ihren vielen kleinen und größeren Seen, hat auch für Pflanzenliebhaber eine Überraschung parat. Eine Vielzahl seltener und seltenster Moose und Flechten, eine mannigfaltige Alpenflora, wie man sie sonst nur in nördlichen Breitengraden vorfindet, prägen das Bild dieser Urlandschaft.

Von der unteren Klafferscharte führt nun der Steig in großen Schleifen abwärts zum äußeren Lämmerkar, einer lieblichen Almlandschaft. Nach dem Überqueren des Waldhornbaches folgt der Weg entlang saftig grüner Bergmatten, bis wir die Preintalerhütte erreichen.

Die Preintalerhütte bietet eine Reihe weiterer Tourenmöglichkeiten. So kann man die Tour individuell verlängern und man kann Gipfelziele, die nicht am Normalweg liegen, in die Tour einbauen.

Hinweis: Dies ist die Königstour in den Schladminger Tauern!

Fünfte Etappe

Von der Preintalerhütte zur Breitlahnhütte

Kurz nach der Preintalerhütte wird der Sonntagskarbach überquert. Nach dem Überqueren des Baches steigt der Weg an der Südwestflanke des Schneider recht steil an, bis eine Weggabelung erreicht wird. Nun zweigt der Wanderweg Nr. 702 rechts ab und windet sich weiterhin in steilen Serpentinen aufwärts durch's weitläufige Trattenkar, bis auf die Höhe der Wildlochscharte, wo man zum Südgrat der Hochwildstelle abzweigt.

Der Wanderweg Nr. 702 wendet sich nach rechts zur Trattenscharte, wo mit 2 408 m ü. A. der höchste Punkt der Tour erreicht wird. Ein kurzer Abstieg, jahreszeitlich bedingt, über Eis- und Schneefeld bzw. über ein großes Geröllfeld, leitet zu einem kleinen Seenlabyrinth, dem Klafferkessel nicht unähnlich. Hier kann man sehr gut den Gletscherschliff aus der letzten Eiszeit sehen. Diese kleine Seenlandschaft wird wegen ihres Glanzes, wenn sich die Sonne im Wasser spiegelt, Goldlacken genannt.

An dieser Stelle teilt sich nun der Weg wieder. Man folgt dem Wanderweg Nr. 702 rechts entlang der Südost-Flanke des Hohen Scharecks und oberhalb des Stummerkessels und der Stummeralm, bis man Karlkirchen, einen kleinen Felsendom, erreichen. Entlang von riesigen Almrausch- und Latschenfeldern und lichtem typischem Bergwald führt der Steig nun zur Lassacheralm und von dort entweder den Wandersteig entlang oder der Forststraße folgend durch einen Hochwald, bis die Breitlahnhütte erreicht ist.

Der Abstieg von der Trattenscharte ist mit 1 300 Höhenmetern sehr lang, jedoch landschaftlich äußerst reizvoll, und nicht selten begegnet man Wildtieren (Gämsen, Murmeltieren, Kreuzottern) und kann den Geruch von wildem Schnittlauch in der Nase spüren.

Ab Breitlahnhütte führen während der Sommerferienzeit die Sölker Naturpark-Tälerbusse hinaus nach Stein an der Enns.

Sechste Etappe

Über das Hubenbauertörl zur Rudolf-Schober-Hütte

Von der Breitlahnhütte folgt man dem Wanderweg Nr. 702 Richtung Schwarzensee. Dieser Weg ist identisch mit dem breiten Wanderweg zum Schwarzensee. Bevor man zum Schwarzensee kommen, zweigt im Bereich der Grafenalm der Weg links ab und führt über die vordere und innere Neualm zum Rantentörl (2 166 m ü. A.) und in weiterer Folge zum Hubenbauertörl.

Eine Möglichkeit für eine schöne Gipfelbesteigung ergibt sich, wenn man nach der inneren Neualm den Wanderweg Nr.793 wählt, der einen direkt auf den wunderschönen Gipfel des Predigtstuhls (2 643 m ü. A.) führt. Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich.

Nach kurzem Abstieg trifft man wieder auf den Weitwanderweg Nr. 702 zum Hubenbauertörl. Nach mehreren Stunden traumhafter Wanderung mit stetem Auf und Ab, auf einem typischen Hochgebirgswanderweg in wunderschöner Landschaft, erreicht man die Rudolf-Schober-Hütte (1 667 m ü. A.).

Siebte Etappe

Am Hohensee vorbei nach St. Nikolai im Sölktal

Von der Rudolf-Schober-Hütte folgt man wieder dem Wanderweg Nr. 702 zur Schimpelscharte. Nach der Schimpelscharte durchwandert man eines der schönsten Hochkare der Schladminger Tauern mit dem herrlichen Schimpelsee. Wenn man Lust auf einen Gipfelsieg verspürt, bietet sich die Ersteigung des Süßleitecks (2 507 m ü. A.) an. Auf Höhe des Schimpelsees zweigt ein schwach ausgeprägtes Steiglein rechts ab und führt steil ansteigend zu einer kleinen Scharte. Jenseits der Scharte wird ein kurzes Stück über Seilsicherungen abgestiegen. Über die nun anschließende Steilflanke gelangt man über einige Kehren zum Gipfel (Rückweg gleiche Strecke). Bergerfahrung und Trittsicherheit sind unbedingt erforderlich.

Weiter geht nun der Wanderweg über Breitenbachsee, Schimpelrücken zum Hohensee und Hohenseealm. Ab dem sogenannten Kreuzsteg wird der Weg breit und gemütlich und führt als Wasserschaupfad entlang des Bräualmbaches nach St. Nikolai im Sölktal (Gasthof Gamsjäger).

  • Gehzeit: fünf bis sechs Stunden ohne Süßleiteck, sieben bis acht Stunden mit Süßleiteck;

Literatur

Quellen

Fußnote

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki