Zirbe

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Zirbe
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Basisdaten
Lateinischer Name: Pinus cembra
Familie: Kieferngewächse
Volksnamen: Zirbe, "Zirm", "Zirbn"
Nadeln: ca. zehn Zentimeter lang
Blüten: violette weibliche Blütenzapfen
Blütezeit: Mai bis Juli
Früchte: violett

Die Zirbe ist ein Kieferngewächs und kommt auch in den Bergen rund um das Ennstal vor.

Allgemeines

Die Zirbe (pinus cembra) gehört zur großen botanischen Familie der Kiefern. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in der subalpinen Stufe der relativ kontinentalen Zentralalpen. Die Zirbe wächst an der unteren Verbreitungsgrenze auch mit Fichten und Lärchen. Die obere Verbreitungsgrenze geht von 2 680 m ü. A. in den Westalpen bis auf 1 800 m ü. a. in den Ostalpen zurück.

Zirben werden im Durchschnitt 200 bis 400 Jahre alt. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass freistehende Zirben ein Alter von ca. 1 000 Jahre erreichen können. Der Wuchs der Zirbe ist stark von den Witterungseinflüssen geprägt. Vor allem sind alte Bäume oft vom Wind zerzaust und durch Blitze und Schneebrüche deformiert. Das Höhenwachstum variiert je nach Standort, wobei Höhen von maximal 30 Meter erreicht werden.

Die Nadeln:

Es sind jeweils fünf Nadeln an einem Kurztrieb, bläulich grün gefärbt und dreikantig mit stumpfer Spitze. Die vier bis acht Zentimeter langen Nadeln fallen nach vier bis sechs Jahren vom Trieb ab. Der Streuabbau erfolgt sehr langsam, was zum Aufbau mächtiger Auflagehumusdecken (Rohhumus) in Zirbenwäldern beiträgt.

Rinde und Wurzeln:

Die Rinde ist in der Jugend glatt, teilweise glänzend und silbrig- graugrün gefärbt, später graubraun und etwas warzig, im Alter graubraun und rissig. In der Jugend hat die Zirbe eine Pfahlwurzel, im Alter kommt es jedoch zur Ausbildung eines weitreichenden Senkerwurzelsystems. An den Wurzelspitzen geht die Zirbe eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen ein.

Blüte und Frucht:

Die Mannbarkeit wird im Bestand mit ca. 50–80 Jahren erreicht. Alle sechs bis zehnJahre blühen die Zirben in der Zeit von Mai bis Juli. Im September oder Oktober des Folgejahres sind die Zapfen voll ausgebildet und die Samen reif. Sie sind bis zu acht Millimeter groß, von einer dicken Schale umgeben und reich an Fett. Die Zapfen werden im reifen Zustand für die Erzeugung von Zirbenschnaps verwendet.

Standortsansprüche:

Die Zirbe gedeiht am besten auf tiefgründigen, mäßig bindigen, frischen Böden. Am häufigsten kommen Zirben auf extrem sauren und nährstoffarmen Podsolböden vor. Die Zirbe kann sich aufgrund ihrer großen Samen auch ausgezeichnet in sauren Auflagehumusdecken (Rohhumus) verjüngen, wo alle anderen Baumarten Schwierigkeiten bei der Verjüngung haben. Daher ist das Vorkommen der Zirbe auch zumeist an das Vorhandensein von Rohhumus gebunden, der unter anderem in den Randalpen auf Karbonatgesteinen in der subalpinen Stufe vorkommt und hier die Voraussetzung für das (vereinzelte) Vorkommen der Zirbe darstellt.

Die Zirbe ist in der Jugend eine Halbschattbaumart, später wird sie zur Lichtbaumart. Der Rohhumuskeimer ist sehr frosthart – im Winter werden Temperaturen bis -40°C ohne Schaden ertragen. Auch die Wärmeansprüche sind sehr gering – die Jahresmitteltemperaturen im Zirbenareal liegen um 0° C.

Die Zirbe ist empfindlich gegen Frosttrocknis, Kronenbruch durch nassen Frühjahrsschnee, Verbiss- und Fegeschäden. Da sie in der Jugend besonders langsam wüchsig ist, wird sie lange durch den Schneeschimmel bedroht.

Holz:

Das Zirbenholz hat einen gelbrötlichen Kern und einen schmalen gelblichen Splint; es ist weich, leicht, dauerhaft und gut zu bearbeiten. Die zahlreichen festverwachsenen Äste der Zirbe bedeuten für das Holz keine Qualitätsminderung im Gegensatz zu den anderen Baumarten. Durch die dunklen Äste entsteht eine besonders schöne Zeichnung. Frisch geschlagenes Zirbenholz bewahrt noch Jahrzehnte seinen charakteristischen Duft, den man besonders in Zirbenstuben wahrnimmt.

Eine Christus-Figur aus Zirbenholz auf der Tuchmoaralm.
Holzeigenschaften:

Als Kernholzbaumart weist die Zirbe eine farbliche Unterscheidbarkeit von Splintholz zu Kernholz auf.
Der anatomische Aufbau der Holzsubstanz ist sehr gleichmäßig, die Jahrringgrenzen sind gut erkennbar, der Kontrast zwischen Frühholz und Spätholz ist gering.
Charakteristisch sind die zahlreichen, festverwachsenen, rotbraunen Äste, die sich glatt schneiden lassen und beim Hobeln nicht reißen.
Zirbenholz ist leicht einzuschneiden, zu trocknen und mechanisch gut bearbeitbar und neigt bei der Trocknung nicht zur Rissbildung.
Zirbenholz gehört neben dem Lärchenholz zur dauerhaftesten heimischen Nadelholzart.
Aufgrund des hohen Gehaltes an Holzinhaltsstoffen weist das Zirbenholz einen angenehmen Geruch auf, der sich über lange Zeit hält.
Zirbenholz enthält bis zu 0,5% Pinosylvin. Für diese Substanz ist eine toxische Wirkung gegenüber Schadorganismen (Pilze, Bakterien) nachgewiesen.
Die Zirbe ist mit einer mittleren Darrdichte von rund 400 kg/m³ die leichteste heimische Nadelholzart.
Zirbenholz weist das geringste Schwindverhalten aller einheimischer Nadelholzarten auf. Die Dimensions- und Formstabilität hat zur Folge, dass Zirbenholz kaum zu Rissbildung und Verdrehung neigt.
Zirbenholz ist das leichteste Holz aller heimischen Nadelholzarten. Es hat einen regelmäßigen Jahrringaufbau und lässt sich leicht bearbeiten. Auch die zahlreichen dunklen Äste bereiten bei der Verarbeitung keine Probleme. Sie sind fest verwachsen und bewirken die charakteristische lebhafte Maserung des Zirbenholzes.

Besonderheiten:

Das für den Gebrauch des Holzes wichtige Schwindmaß[1] ist bei der Zirbe das geringste aller Nadelbäume. Dadurch ist es für wechselfeuchte Bereiche besonders gut einsetzbar.

Aufgrund des im Zirbenholz enthaltenen Pinosylvins haben Pilze und Bakterien kaum eine Chance das Holz anzugreifen.

Für den Menschen besonders angenehm, bei Insekten aber nicht beliebt, ist der Duft des Zirbenholzes. Er bleibt jahrelang erhalten und hat eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden der Hausbewohner.

Vorkommen im Ennstal

Größere Zirbenwälder gibt es am Stoderzinken sowie in allen höheren Lagen des Ennstals.

Bildergalerie

weitere Bilder

  • Zirbe – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe wikipedia Schwindmaß