Rottenmann

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Ortsansicht
Stadt Rottenmann (Westansicht).JPG
Basisdaten
Politischer Bezirk: Liezen (LI)
Fläche: 112,62 km² (bis 2014)
205,54 km² (seit 2015)
Geografische Koordinaten: 47° 32' N, 14° 21' O
Höhe: 681–2 363 m ü. A.
Einwohner: 5 160 (1. Jänner 2020)
Postleitzahl: 8786
Vorwahl: 0 36 14
Gemeindekennziffer: 6 12 38
Katastralgemeinden : 5 Katastralgemeinden (bis 2014)
6 Katastralgemeinden (seit 2015)
Geografische Karte der Stadt:
Stadtamt: Hauptstraße 56
8786 Rottenmann
Offizielle Website: www.rottenmann.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Bernhard (ÖVP)
Gemeinderat: 25 Mitglieder (2020)
13 ÖVP
8 SPÖ
3 WIR für Rottenmann
1 KPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Bevölkerung
1869 3 080
1880 3 114
1890 3 069
1900 3 790
1910 4 630
1923 4 749
1934 4 971
1939 4 678
1951 4 858
1961 4 896
1971 5 588
1981 5 420
1991 5 431
2001 5 489
2011 5 154
2014 5 041
2015 5 283[1]
Rathaus
Salzamtshaus
Blick von Nordosten auf den Hauptplatz. Zu sehen der Turm des Rathauses, im Hintergrund der Turm der Bürgerspitalskirche.
Altstadt von Süd

Rottenmann ist eine Stadt im Osten des Bezirks Liezen mit einer über eintausendjährigen Geschichte als Berg(werks)stadt.

Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie seit 1. Jänner 2015 mit der Gemeinde Oppenberg zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde führt den Namen Rottenmann weiter.

Geografie

Geografische Lage

Der Stadtkern von Rottenmann liegt auf 681 m ü. A. Rottenmann ist der Namensgeber der Rottenmanner Tauern, die sich im südlichen Stadtgemeinde erheben. Rottenmann ist auch der Hauptort des Paltentals. Die Stadt liegt am westlichen Ende des Palten-Liesing-Tals und ist einer der drei Hauptorte.

Die im Stadtgemeindegebiet sich erhebenden Berggipfel erreichen Höhen bis zu 2 448 m ü. A (Großer Bösenstein). Im Rottenmanner Stadtgemeindegebiet liegende Gipfel sind der Hausberg Stein am Mandl, Hochhaide, Moserspitz, Diewaldgupf, Seegupf, Dreistecken, das Plannereck und einige weitere in den Rottenmanner Tauern und das Dürrenschöberl in den nördlich gelegenen Eisenerzer Alpen.

Durch den Ort fließt die Palten, die in die Enns entwässert. Im Gemeindegebiet von Rottenmann entspringen zwei Flüsse: Die Gulling, welche über das Gullingtal in die Enns fließt, und der Strechenbach, einer der größeren Nebenflüsse der Palten, welcher über das Tal von Strechen und die Strechen-Klamm ins Paltental fließt.

Verkehrsmäßig ist Rottenmann an die Schoberpass Straße (B 113) und Pyhrnautobahn (A 9) angeschlossen, sowie an der Rudolfsbahn.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 205,48 km² und ist somit die flächenmäßig zehntgrößte Gemeinde der Steiermark und die fünftgrößte des Bezirks Liezen. Rottenmann befindet sich etwa zehn Kilometer südöstlich von der Bezirkshauptstadt Liezen entfernt und nach Einwohnern die drittgrößte Stadt des Bezirks (nach Liezen und Schladming).

Stadtgliederung

Vor der Gemeindestrukturreform 2015

Das Stadtgemeindegebiet umfasste bis 31. Dezember 2014 folgende zwölf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011: Bärndorf (259), Boder (893), Bruckmühl (725), Büschendorf (231), Edlach (79), Klamm (103), Stadt Rottenmann (1 977), Sankt Georgen (261), Singsdorf (190), Strechau (136), Strechen (7) und Villmannsdorf (247).

Sie bestand bis Ende 2014 aus den Katastralgemeinden Bärndorf, Büschendorf, Edlach, Rottenmann und Singsdorf.

Seit der Gemeindestrukturreform 2015

Stadtgliederung

Mit Inkrafttreten der Gemeindestrukturreform am 1. Jänner 2015 umfasst das Stadtgebiet 13 Ortschaften und sechs Katastralgemeinden:

Bärndorf (241) samt Äußerer Sonnberg, Hallweg und Innerer Sonnberg Stadt Rottenmann (2 160)
Boder (548) Sankt Georgen (241) samt Sankt Georgen-Zerstreute Häuser, Scheibenboden und Schindlhof
Bruckmühl (732) Singsdorf (181) samt Einöd, Gstatthof und Sand
Büschendorf (234) samt Büschendorf-Zerstreute Häuser Strechau (159)
Edlach (86) samt Hinterberg, Poderer und Poierer Strechen (9)
Klamm (104) Villmannsdorf (226) samt Goldbichl, Grünbichl und Villmannsdorf-Zerstreute Häuser
Oppenberg (239) samt Gulling, Rohrach, Vorberg und Winkel Die Zahlen in Klammern sind die Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2020.

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2018):

Eingemeindungen

  • 1850: Sankt Georgen, Strechau und Strechen
  • 1943: Villmannsdorf und Büschendorf
  • 1974: Palten (Bärndorf, Singsdorf und Edlach)
  • 2015: Oppenberg (im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform)

Nachbargemeinden

Vor der Gemeindestrukturreform 2015

Im Osten grenzte die Stadt an Trieben, im Nordosten an Admont, im Norden an Selzthal im Nordwesten an Lassing und im Westen an Oppenberg. Im Südosten und Süden liegen die Gemeinden Hohentauern und St. Johann am Tauern (beide im Bezirk Murta]).

Seit der Gemeindestrukturreform 2015

Im Osten grenzte die Stadt an Trieben, im Nordosten an Admont, im Norden an Selzthal im Nordwesten an Lassing und im Westen an Aigen im Ennstal und Irdning-Donnersbachtal. Im Südosten und Süden liegen die Gemeinde Hohentauern und die Marktgemeinde Pölstal (beide im Bezirk Murtal).

Geschichte

Rottenmann in einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1902.

Name

Rottenmann hatte ursprünglich vier Namen. An der Wand des Beratungssaales des Rathauses stehen vier Namen: Tartusana, Stiriate, Castra Montana und Cirminah.

Eine Erzählung besagt, dass es einen Drachentöter gab, der durch das Blut des Drachen „Roter Mann“ genannt wurde. Wahrscheinlicher ist aber die Möglichkeit, dass der Name „Rottenmann“ nicht auf diese Sage zurückzuführen ist, sondern die Sage auf dem Ortsnamen basiert. Viel glaubwürdiger klingt die Erklärung, dass „Rottenmann“ normalerweise „Rotenman“ heißen sollte. Die Doppelschreibweise ist auf verschiedene Autoren zurückzuführen, die die Namen einfach mit Doppelbuchstaben ergänzten. „Rotenman“ würde nämlich so viel wie „Die Grenze am Sumpf“ heißen. Rot bedeutete damals Sumpf, man die Grenze. Eine glaubwürdige Erklärung, wenn man bedenkt, dass das gesamte Paltental nach dem Abschmelzen des Ennstsgletschers ein reines Sumpfgebiet war.

Dem Namen „Rottenmann“ werden auf diese Weise mehrere Bedeutungen zugeschrieben. Einige sind auf mystische Überlegungen zurückzuführen, andere beruhen auf sprachlicher oder geschichtlicher Basis beziehungsweise alten Schreibweisen.

Für die These, dass es sich um die Farbe handelt, gibt es ein bekanntes Zitat von 1048: „prediolum Rotenmannun dictum ... sclavonice etiam Cirminah nominatum“ (übersetzt: das Landgut Rottenmann... auf slawisch auch Cirminah genannt). Dies zeigt zum einen, dass Slawen mit Bajuwaren über Jahrhunderte in der gesamten Steiermark zusammenlebten, zum anderen ist es ein Nachweis, dass Rottenmann eine Übersetzung des slawischen Cirminah (črmljen = bei den Roten) ist. Es kann demnach sein, dass Ursiedler tatsächlich rotes Haar trugen oder anderweitig mit der Farbe Rot in Verbindung standen.

Eine andere, einfache Erklärung wäre, den Namen auf eine Rodungstätigkeit, ein gerodetes Gebiet zurückzuführen.

Geschichte

10. bis 15. Jahrhundert

In einer Tauschurkunde vom 23. Mai 927 zwischen dem Salzburger Erzbischof swiki:Adalbert II.[2] und seinem Chorbischof Cotabert wurde Rottenmann erstmals erwähnt.

Das ursprüngliche Rottenmann befand sich rund einen Kilometer weiter östlich des heutigen Stadtzentrums im heutigen Ortsteil Sankt Georgen. Da dort auf Grund der geologischen Gegebenheiten (starke Versumpfung) eine weitere Ausdehnung der Siedlung nicht möglich war, wurde der heutige Ort von einem deutschen Städtebauer auf den Schuttabhängen des im Süden der Stadt gelegenen Hausberges „Stein am Mandl“ geplant.

Zum Schutze der Handelskaufleute, welche die stark frequentierte Salz- und Handelsstraße – eine frühere Römerstraße – befuhren, wurde spätestens zu Anfang des 12. Jahrhunderts die Burg Rottenmann erbaut und mit Mauern und Gräben umgeben. Daraus entwickelte sich über die Jahre das heutige Rottenmann mit einer breiten Marktstraße (Marktplatz), von der rechtwinkelig schmale Gassen abzweigen.

Um 1266 wird die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zum ersten Mal erwähnt. Bis dahin nur als Filialkirche von Lassing. Am 25. Oktober 1279 hielt sich König Rudolf von Habsburg zum ersten Mal in Rottenmann auf und dürfte bei seinem Besuch die Stadterhebung durchgeführt haben, da ja in den Folgejahren Rottenmann in verschiedenen Urkunden immer wieder als Stadt bezeichnet wurde. Damit ist Rottenmann eine der ältesten Städte Österreichs. 1296 ist die älteste Nennung eines Stadtrichters vermerkt.

Rund um Rottenmann werden die heutigen Ortsteile Singsdorf und Strechau um 1080, Büschendorf um 1135, Bärndorf um 1150, Grünbühel um 1190, Villmannsdorf im Jahre 1296 und Goldbühel im 15. Jahrhundert erstmals genannt.

Nachdem Rottenmann schon im Jahre 1251 von salzburgischen Truppen besetzt worden war, passierte dies nochmals 1292, als sich der steirische Adelsbund – mit dem swiki:Erzstift Salzburg und dem swiki:Herzogtum Bayern verbündet – gegen Herzog Albrecht I. empörte. Bald darauf (1320) wurde für die dem Landesfürsten bewiesene Treue das Stadtrecht bestätigt und gleichzeitig erhielt Rottenmann auch überaus wichtige und einträgliche Handels-, Markt- und Gerichtsfreiheiten; besonders das Recht der Eisen- und Salzniederlage und die hohen Einkünfte aus den nahen Silbergruben von Oppenberg und am Dietmannsberg machten die Rottenmanner Bürger rasch wohlhabend.

Von 1453 bis 1785 bestand in Rottenmann ein Augustiner-Chorherrenstift. Im Jahre 1453 stiftete der Rottenmanner Bürger Wolfgang Dietz Geld für die Errichtung eines Klosters, nach Genehmigung durch Papst Calixt III. wurden Augustiner-Chorherren aus Wien nach Rottenmann gerufen. Dem Stift war jedoch keine wirklich große Zukunft beschert, vor allem in der Reformationszeit hatte es schwer zu leiden. Kaiser Joseph II. hob das Stift schließlich 1785 auf. Die Stiftsherrschaft Rottenmann wurde später von den Eisengewerken Pesendorfer erworben, später durch Max Ritter von Gutmann, der sie im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich an den Industriellen Flick weiterveräußerte.

16. bis 19. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert war geprägt von der Ausbreitung des Luthertums und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen und Unruhen. Die Freiherren Hofmann erwiesen sich als maßgebliche Förderer des neuen Glaubens und beherrschten bald das gesamte Paltental und Gebiete darüber hinaus. Im Zuge der nachfolgenden Gegenreformation wurde über Anweisung des Landesfürsten am 15. November 1599 eine Reformkommission nach Rottenmann entsandt – zwei Tage später war die erst 20 Jahre vorher erbaute evangelische Salvatorkirche in Schutt und Asche gelegt. Durch die Abwanderung lutherisch gesinnter zählte Rottenmann im Jahr 1612 nur mehr 116 Bürger, wobei man in dieser Zeit nur jene Bewohner als Bürger bezeichnete, die innerhalb der Stadtmauern einen Hausbesitz nachweisen konnten.

Nach der zweimaligen Besetzung der Stadt durch französische Truppen, die zu Hungersnöten und katastrophalen Zuständen führten, trat durch die Übernahme der Eisenverarbeitung durch Josef Pesendorfer im Jahre 1815 eine Besserung ein.

1892 übernahmen die Gebrüder Lapp die Eisenwerke in Rottenmann und modernisierten den Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk als Paltenstahlwerk Rottenmann weitergeführt und schließlich vom deutschen Industriellen Bauknecht gekauft. Heute werden hier Kühlgeräte durch die AHT Cooling Systems gefertigt.

1850 erfolgte die Eingemeindung von Sankt Georgen, Strechau und Strechen.

Von 1849 bis 2002 gab es, nachdem Rottenmann durch Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, das Bezirksgericht.

Eine Serie von Brandstiftungen 1881 zerstörte unter anderem Teile des Stadtzentrums.

20. Jahrhundert

1910 gab es in Rottenmann u. a. folgende Unternehmen: Hotel Tirolerhof (Besitzer war Franz Scheiterer) sowie die Kaufmänner Franz H. Grogger und Josef Kalteis. Die beiden Kaufleute verkauften Autosolin (Treibstoff) und Öle für Automobile. Die Gemeinde hatte 2 000 Einwohner.[3]

In den Jahren von 1912 bis 1914 wurde das Rathaus vom Architekten Josef Hofbauer erbaut.

1943 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Villmannsdorf und Büschendorf. Am 1. Jänner 1974 wurde die Gemeinde Palten mit den Ortsteilen Bärndorf, Edlach und Singsdorf mit der Stadtgemeinde Rottenmann vereinigt.

21. Jahrhundert

Zwischen 2000 und 2017 befand sich hier mit dem Universitätszentrum Rottenmann eine Außenstelle der TU Graz und der Johannes-Kepler-Universität in Linz. 2017 wurde beschlossen, das UZR zu schließen. Die Räumlichkeiten wurden von der Caritas-Lehranstalt für Sozialberufe übernommen. Der derzeitige Standort der Caritasschule in der Altstadt wird jedoch weiterhin geführt.

Am 1. Juli 2002 wurde der Gerichtsbezirk Rottenmann, bestehend aus den Gemeinden Rottenmann, Lassing, Trieben, Oppenberg, Selzthal, Treglwang und Gaishorn am See, aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Liezen eingeordnet.

Im Sommer 2013 wurde ein Haus in der Innenstadt abgerissen, woraufhin einige Tage darauf die anliegende Wand des direkt angebauten Nachbarhauses Lindmayr teils einbrach. Seitdem klafft mitten in der Innenstadt ein Loch neben dem Rathaus. Am 3. Juli 2017 wurde nach fast vier Jahren eine Entscheidung getroffen, wie man das „Loch“ wieder richten würde. 2018 wurde mit dem Wiederaufbau der beiden Häuser begonnen.

Das Wappen von Rottenmann.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Vereine

Sportvereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Östlich des Stadtgebiets verläuft die Pyhrn Autobahn sowie die Eisenbahnverbindung zwischen dem Ennstal und Graz, die Rudolfsbahn.

Ansässige Unternehmen

Eine Liste über alle Unternehmen findest du auf der Homepage der Gemeinde oder du durchsuchst die Kategorie:Rottenmann, die Kategorie:Wirtschaft oder Kategorie:Tourismus.

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel Bürgermeister der Stadt Rottenmann

Auszeichnungen der Stadtgemeinde

Ehrenring

Hauptartikel Ehrenring der Stadtgemeinde Rottenmann

Ehrenbürger

Hauptartikel Ehrenbürger der Stadt Rottenmann

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Stadt

Hauptartikel Töchter und Söhne der Stadt Rottenmann

Bilder

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2014 mit der neuen Eingemeindung zusammengezählt
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  3. Handbuch des Oesterreichischen Automobil-Clubs 1910, zusammengestellt von Friedrich Cubasch, k.u.k. Rittmeister d. R., herausgegeben von Ingenieur Konrad & Bleyer, technisch-literarisches Bureau


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