Öblarn

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Ortsansicht
@1126ÖblarnEwKo.jpg
Politischer Bezirk: Liezen (LI)
Fläche: 70,17 km²
Geografische Koordinaten: 47° 27′ N, 14° 0′ O
Höhe: 668 m ü. A.
Einwohner: 2 966 (1. Jänner 2023)
Postleitzahl: 8960
Vorwahl: 0 36 84
Gemeindekennziffer: 6 12 28
Katastralgemeinden: 2 Katastralgemeinden (bis 2015)
3 Katastralgemeinden (seit 2015)
Gemeindeamt: Öblarn 47
8960 Öblarn
Offizielle Website: www.oeblarn.at
geografische Karte der Stadt:
Politik
Bürgermeister: Franz Zach (ÖVP)
Gemeinderat: 15 Mitglieder (2020):
8 ÖVP
6 SPÖ
1 FPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Bevölkerung
1869
1880
1890
1900
1910
1923
1934
1939
1951
1961
1971
1981
1991
2002 1 477
2010 1 433
2014 1 447
2015 2 035
2020 2 035
Bildmitte unten Öblarn, in der Bildmitte zweigen nach links (Süden) die Sölktäler vom Ennstal ab. Das markant zu sehende Tal ist das Kleinsölktal und im Hintergrund die Hauptgruppe der Schladminger Tauern.

Öblarn ist eine Marktgemeinde im Westen des Bezirks Liezen. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie seit 1. Jänner 2015 mit der Gemeinde Niederöblarn zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde führt den Namen Öblarn weiter.

Geografie

Geografische Lage

Öblarn befindet sich im Nordwesten des Bundeslands Steiermark und ist eine Marktgemeinde im Ennstal. Die Marktgemeinde liegt eingebettet zwischen dem Mitterberg im Norden, der das Ennstal (~ 650 m ü. A.) in zwei Teile trennt, und einer im Westen liegenden Gebirgsgruppe, die bis zum Lämmertörlkopf (2 046 m ü. A.) im Süden reicht. Im Osten verläuft ebenfalls ein Bergkamm mit Gipfeln über 2 000 Metern Höhe, die das ehemalige Gemeindegebiet von Niederöblarn zum Donnersbachtal in in der Nachbargemeinde Irdning-Donnersbachtal trennt.

Das bedeutendste Tal, das Walchental verläuft in leicht südliche Richtung gegen den Alpenhauptkamm der Wölzer Tauern. In diesem Tag gab es einst einen bedeutenden Bergbau in der Walchen.

Die größere Gewässer sind der Walchenbach, der das Walchental und seine südlichen Ausläufer entwässert sowie weiter nordöstlich der Niederöblarnbach. Die Goldlacke ist ein kleiner Bergsee nordöstlich des Gumpenecks in den Nordausläufern der Wölzer Tauern.

Von Bedeutung ist der Alpenflugplatz Niederöblarn. Er war bereits mehrmals das Zentrum von Staatsmeisterschaften im Segelflug und zwei Mal von Segelkunstflug-Weltmeisterschaften.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde gliederte sich bis zur Gemeindestrukturreform 2015 in die beiden Katastralgemeinden Öblarn und Sonnberg, sowie in die Ortschaften Bach, Edling und Dörfl. Seit 2015 ist noch die Katastralgemeinde Niederöblarn dazugekommen.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2023): Gritschenberg (89), Moosberg (28), Niederöblarn (459), Öblarn (1 022), Sonnberg (357) und Straßerberg (11).

Nachbargemeinden

Bis zur Gemeindestrukturreform 2015

Angrenzende Gemeinden waren Großsölk, Mitterberg, Niederöblarn, Donnersbach, Donnersbachwald und St. Nikolai im Sölktal.

Seit der Gemeindestrukturreform 2015

Angrenzende Gemeinden sind im Osten Irdning-Donnersbachtal, im Westen Sölk und im Norden Mitterberg-Sankt Martin.

Geschichte

Postkarte von Öblarn, 1917.
Historische Aufnahme, 1914.

In diesem Kapitel wird die Geschichte von Öblarn skizziert. Über die Geschichte der seit 2015 zur Marktgemeinde gehörende ehemaligen Gemeinde Niederöblarn siehe dort.

Die erste urkundliche Erwähnung von Öblarn erfolgte 1135.

  • 1147: Öblarn war auch unter den Namen "Obelach" bekannt.
  • 1184: Benediktinerstift Admont erhielt Besitztümer des Kaisers Friedrich I., darunter befanden sich auch Güter in Öblarn.
  • 1263: Öblarn wurde erstmals urkundlich als Dorf bezeichnet.
  • 1423/1466: Die dem hl. Andreas geweihte Kirche wurde erbaut.
  • 1432: Es erfolgt die erste Erwähnung des Bergverwaltergeschlechts Sorger und einer Schmelzhütte.
  • 1469: Peter Riederer, Jacob Schauer, Meister Paul von Gröbming und Peter Thaling (Pruggern) erhielten vom Abt des Benediktinerstifts Admont die Genehmigung, Bergbau zu betreiben.
  • 1482: Das Benediktinerstift Admont erwarb die Stockwiese.
  • 1525/1526: Es kam zu Bauernaufständen im Oberen Ennstal, die erst durch den Sieg des erzherzoglichen Feldhauptmanns Niklas Graf Salm in Schladming niedergeschlagen wurden. Öblarn musste eine hohe Ablösesumme bezahlen, welche sie vom admontischen Gstatt lieh.
  • 1552: In Öblarn kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Der Nürnberger Lukas Sitzinger und der Augsburger Andreas Prantmayr erwarben Schürfrechte vom Benediktinerstift Admont und investierten in neue Hütten. Gleichzeitig kehrten viele der Kirche den Rücken zu und schlossen sich der Lehre Martin Luthers an.
  • 1557: In der Walchen wird Erz abgebaut, das anschließend in die Schmelze des Gasteiner Gewerke Christoph Weitmoser, nach Schladming gebracht wurde.
  • 1558: Es brachen schwere Unwetter über den Ort herein – Häuser und Brücken wurden zerstört.
  • 1562: Es wurde bereits von einem Unterricht berichtet.
  • Um 1565: Das Verweserhaus des Forstamtes Gstatt wurde erbaut.
  • 1569: Der Ort bestand fast zur Gänze aus Anhängern des evangelischen Glaubens.
  • Um 1580: Es wurde mit Gegenmaßnahmen von den katholisch gebliebenen Landesherren begonnen.
  • Um 1600: Unter Druck erfolgt eine Rekatholisierung, so dass fast alle Bürger wieder katholisch wurden.
  • 17. Jahrhundert: Der Bergwerksbetrieb in der Walchen geht zurück und und die Chorherren von Rottenmann bzw. das Stift Admont übernehmen die Walchen.
  • 1656: Der Bergwerksbetrieb in der Walchen wird von dem Salzburger Kaufmann Feuersänger übernommen
  • 1670: Hans Reischeneder braut in Öblarn Bier.
  • 17./18. Jahrhundert: Öblarn erhielt die Genehmigung zur Abhaltung von Märkten.
  • 1727/1729: Die Pfarrkirche Öblarn wird im barocken Stil neu erbaut.
  • 1755: Die Pfarrkirche erhält einen neuen Hochaltar.
  • 1795: Das erste Schulgebäude wurde gebaut.
  • 1799: Die Schrabach-Kapelle wurde erbaut.
  • 1815: Es wurde der Konkurs über die gold- und silberhältige Kupferbergwerk Öblarn eröffnet.
  • 1820: Der Bergwerksbetrieb wird von Joseph und Franz Ritter von Friedau erworben und weitergeführt.
  • 1847: Es erfolgt die Errichtung der Stapferkapelle anstelle einer älteren Pestkapelle.
  • ca. 1850: Es erfolgte die Einrichtung der Gemeinde Öblarn.
  • 1857: Der Friedau'sche Bergbau wurde geschlossen.
  • 1876: Die Musikkapelle wurde gegründet.
  • 1887: Das Freibad Öblarn wurde errichtet.
  • 1890: Es erfolgte der Umbau des Schulgebäudes und die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Öblarn.
  • 1914: Der Erste Weltkrieges brach aus und es erfolgte die Einrichtung eines Rotkreuz-Spitals.
  • 1922: Zum Gedenken an die Kriegsopfer wurde anstelle der alten Nepomuk-Kapelle das Kriegerdenkmal gebaut.
  • 1958: Das offizielle Ende des Bergbaus in der Walchen wurde bekanntgegeben.
  • 1959: Es erfolgte der Neubau der Volksschule.
  • 1992: Die Gstattbrücke wurde neu gebaut.
  • 1997: Die Gemeinde erhält das Recht verliehen, ein Wappen zu führen.
  • 1998: Der Bergbauverein Öblarn wird gegründet.

Religionen

Hauptartikel Kapellen und Kirchen in Öblarn

Die Pfarrkirche der römisch-katholischen Kirche ist die Pfarrkirche zum hl. Andreas. Weiters gibt es Kapellen wie die Stapferkapelle im Ortsteil Bach, die Bergkreuzkapelle, Johannes-Nepomuk-Kapelle, die Moarkapelle oder die Schrabach-Kapelle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Museen

Bauernmuseum

Hauptartikel Bauernmuseum Planitzer

Das Bauernmuseum wird von Gottfried Schmied vlg. Planitzer geführt und zeigt wie die landwirtschaftliche Arbeit vor vielen Jahrzehnten war.

Öblarner Kupferweg

Hauptartikel Öblarner Kupferweg

Der Öblarner Kupferweg wurde 2000 vom Bergbauverein Öblarn eingerichtet und bietet für die Besucher einen Tagesausflug, bei dem man viel über den Bergbau der vergangen Jahrhunderte lernen kann.

Imkermuseum

Hauptartikel Öblarner Imkermuseum

Das Imkermuseum bietet Einblicke in die Welt der Bienenzüchter und zeigt interessantes über das Bienenvolk.

Paula Grogger Museum

Hauptartikel Paula Grogger Museum

Im Museum sind das Leben und die berühmten Werke der Heimatdichterin Paula Grogger zu besichtigen.

Pfarrmuseum Öblarn

Hauptartikel Pfarrmuseum Öblarn

Das Pfarrmuseum wurde 1986 eröffnet und bietet Ausstellungen über Öblarner Persönlichkeiten an.

Steinkeller

Hauptartikel Steinkeller

Im Steinkeller sind Funde des Bergbaus und aus dem Schmelzofenbereich ausgestellt. Durch Bilder und Beschreibungen soll ein Einblick in den Abbau und die Erzeugung vergangener Produkte gezeigt werden.

Musik

Kirchenchor Öblarn, Musikverein Öblarn, Maderebner Musi (1959), Niederöblarner Weisenbläser, Tenorhornquartett, Wetterloch-Blos, Öblarner Spitzbuam,

Theater

Sport

Vereine

Sportvereine

FSV Union Öblarn, Athletikclub Sportunion Öblarn, Club Sportunion Niederöblarn, Eisschützenverein Öblarn, SV Union Raiffeisen Öblarn, Union Öblarn, Union-Tennisclub Öblarn, IG Mini-Trucker Öblarn, Kneippverein Öblarn, PG-Riders (Motorrad-Club)]

Volkskulturvereine

Heimatverein Öblarn,

Sonstige Vereine

Bergbauverein Öblarn, Klaus-Kröll-Fanclub, [Naturfreunde Öblarn, Österreichischer Alpenverein Sektion Öblarn, Österreichischer Kameradschaftsbund Ortsverband Öblarn, Pensionistenverband Österreich Ortsgruppe Öblarn, Pfadfindergruppe Erzherzog Johann, Sparverein Öblarn, Steirische Frauenbewegung Ortsgruppe Öblarn;

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Öblarner Krampusspiel: Jährlich am ersten Dezember-Wochenende
  • Die Veranstaltungen der KLAR! Zukunftsregion Ennstal sollen dazu beitragen, wirtschaftliche Schäden durch den Klimawandel in den Partner-Gemeinden zu vermeiden bzw. zu minimieren aber auch Chancen zu erkennen und rechtzeitig zu nützen.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Sommerfrische um die Jahrhundertwende

Um 1890 war Öblarn bereits ein beliebter Ort der Sommerfrische. Adelige und bürgerliche Herrschaften aus dem fernen Wien kamen zur regelmäßigen Sommerfrische nach Öblarn, welche oft den ganzen Sommer über dauerte. 1900 wurde Öblarn sogar als das "Kleine Bad Ischl" bezeichnet. Manche Familien ließen sich gar in Öblarn eine Sommervilla bauen. Heute zeugen noch die Villen am Schattenberg von den Anfängen des Tourismus in Öblarn.

  • Villa der Grafen Nostiz und Attems
  • Villa der Grafen Pötting-Persing, später Baron Königsbrunn
  • Villa Rueff
  • Villa Dr. Scharzenberger

Diese Villen sind die Stationen beim Villenwanderweg. Paula Grogger berichtet im Detail von den "Herrschaften" im Paradeisgarten. An Sonntagen wurde beim Zusammentreffen der herrschaftlichen Kirchgänger am Haupteingang der Kirche natürlich französisch gesprochen.

Ansässige Betriebe

Eine Liste über alle Unternehmen findest du auf der Homepage der Gemeinde oder du durchsuchst die Kategorie:Öblarn, die Kategorie:Wirtschaft oder Kategorie:Tourismus.

Rettungsorganisationen

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich seit den Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Bürgermeister und Vizebürgermeister

Hauptartikel Bürgermeister der Marktgemeinde Öblarn

Auszeichnungen der Marktgemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel Ehrenbürger der Marktgemeinde Öblarn

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte am 23. September 1996, mit Wirkung vom 1. Oktober 1996. Das Wappen ist als Schild dargestellt, welches von zwei roten Pfählen, in der Mitte des Wappens, durchzogen wird. Über den Pfählen ist ein silbernes Andreaskreuz abgebildet.[3]

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Marktgemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Marktgemeinde Öblarn

Bilder

  • Öblarn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

  Öblarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

  • Eintrag zu Öblarn in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Öblarn"
  • Homepage

Einzelnachweise

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. siehe KLAR! Zukunftsregion Ennstal
  3. www.landesarchiv.steiermark.at, pdf


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