Landschaft des Ennstals: Unterschied zwischen den Versionen

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Dieser Artikel bietet einen Einblick in die '''Landschaft des Ennstals'''. Er soll die Möglichkeit bieten, die Landschaft des Ennstals und seiner Umgebung insbesondere unter geomorphologischen Gesichtspunkten zu sehen und zu verstehen.
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Dieser Artikel bietet einen Einblick in die '''Landschaft des Ennstals''', um die Landschaft des [[Ennstal]]s und seiner Umgebung insbesondere unter geomorphologischen Gesichtspunkten zu sehen und zu verstehen.
  
 
== Allgemeine Geographie und Lage des Ennstals ==
 
== Allgemeine Geographie und Lage des Ennstals ==
Die [[Alpen]] bestehen aus verschiedenen Gesteinen, die durch ihre unterschiedlichen
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Die [[Alpen]] bestehen aus verschiedenen Gesteinen, die durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften individuelle Landschaftsformen annehmen. Daraus ergeben sich Baueinheiten oder auch Großlandschaften. Das Ennstal liegt genau an der Grenze dreier Großlandschaften und bietet daher einen abwechslungsreichen Anblick. Durch die Lage gehört es zur [[Längstalfurche]], in der sich wichtige Längstäler Österreichs befinden. Die Längstalfurche ist durch ein breites Band weicherer Gesteine gekennzeichnet, wodurch sich Längstäler eingetieft haben und heute Gunsträume für uns Menschen darstellen. Heute sind diese Gebiete die zentralen Orte der [[Alpen]].<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 30.</ref>
Eigenschaften individuelle Landschaftsformen annehmen. Daraus ergeben sich Baueinheiten oder auch Großlandschaften. Das [[Ennstal]] liegt genau an der Grenze
 
dreier Großlandschaften und bietet daher einen abwechslungsreichen Anblick. Durch die Lage gehört es zur [[Längstalfurche]], in der sich wichtige Längstäler
 
Österreichs befinden. Die Längstalfurche ist durch ein breites Band weicherer Gesteine gekennzeichnet, wodurch sich Längstäler eingetieft haben und heute
 
Gunsträume für uns Menschen darstellen. Heute sind diese Gebiete die zentralen Orte der Alpen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 30.</ref>
 
  
Nördlich und südlich des Ennstals befinden sich Sedimentgesteine, die äußerst vielfältig sind und Härtegrade von weich bis hart aufweisen können. Für das Ennstal
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Nördlich und südlich des Ennstals befinden sich [[Sedimentgestein]]e, die äußerst vielfältig sind und Härtegrade von weich bis hart aufweisen können. Für das Ennstal
 
bedeutet dies, dass sich die Berge im Norden durch ihre Härte sehr stark vom südlichen Gebirge abgrenzen. Das harte Gestein bewirkt eine sehr langsame
 
bedeutet dies, dass sich die Berge im Norden durch ihre Härte sehr stark vom südlichen Gebirge abgrenzen. Das harte Gestein bewirkt eine sehr langsame
Verwitterung, was oftmals senkrechte Wände verursacht, außerdem sammelt sich durch den Kalk das Wasser unterirdisch. Die [[Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] sind daher
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Verwitterung, was oftmals senkrechte Wände verursacht, außerdem sammelt sich durch den [[Kalkstein|Kalk]] das Wasser unterirdisch. Die [[Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] sind daher eher siedlungs- und nutzungsfeindlich. Neben steilen Wänden finden wir auch Hochplateaus, die durch den Kalk allerdings wasserarm sind und deshalb zu den
eher siedlungs- und nutzungsfeindlich. Neben steilen Wänden finden wir auch Hochplateaus, die durch den Kalk allerdings wasserarm sind und deshalb zu den
 
 
unwirtlichsten Gegenden gehören. Der Süden bietet mit der [[Grauwackenzone]] hingegen weichere Formen und ist siedlungsfreundlicher. Sie sind durch eine
 
unwirtlichsten Gegenden gehören. Der Süden bietet mit der [[Grauwackenzone]] hingegen weichere Formen und ist siedlungsfreundlicher. Sie sind durch eine
 
sehr gute Bodenbildung gekennzeichnet, die hohe Erodierbarkeit bietet jedoch auch eine erhöhte Gefahr durch Naturprozesse. Als dritte geologische Großlandschaft
 
sehr gute Bodenbildung gekennzeichnet, die hohe Erodierbarkeit bietet jedoch auch eine erhöhte Gefahr durch Naturprozesse. Als dritte geologische Großlandschaft
sind die Zentralalpen zu nennen, die ebenfalls im Süden an das Ennstal  anschließen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 28.</ref>  
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sind die Zentralalpen zu nennen, die ebenfalls im Süden an das Ennstal  anschließen.<ref>Bätzing, Werner: ''Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft.'' München 2015, S. 28.</ref> Zu erwähnen ist die nicht einheitliche Einteilung hinsichtlich der geologischen Gliederung Österreichs, was in unserem Fall die Gebiete südlich des Ennstals betrifft.  
Zu erwähnen ist die nicht einheitliche Einteilung hinsichtlich der geologischen Gliederung Österreichs, was in unserem Fall die Gebiete südlich des Ennstals betrifft.
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Ein weiterer geologischer Überblick über das Ennstal ist [[Geologischer Überblick über das Ennstal|hier]] zu finden.
 
Ein weiterer geologischer Überblick über das Ennstal ist [[Geologischer Überblick über das Ennstal|hier]] zu finden.
  
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[[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]]
 
[[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]]
 
Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das
 
Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das
[[Dachsteingebirge]], das [[Totes Gebirge|Tote Gebirge]] sowie die [[Ennstaler Alpen]]. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und
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[[Dachsteingebirge]], das [[Tote Gebirge]] sowie die [[Ennstaler Alpen]]. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher
verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher
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beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]] früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 36; [[Universalmuseum Joanneum]]  [http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf der grimmige Berg pdf]</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden.
beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind
 
markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]]
 
früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Universalmuseum Joanneum, der grimmige Berg. http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf.</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden.
 
  
Außerdem versickert das Wasser durch den Karst, es fließt unterirdisch ab und tritt am
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Außerdem versickert das Wasser durch den [[Karst]], es fließt unterirdisch ab und tritt am Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der [[Gletscher]] Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkalpen auch die "bleichen Berge" genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische, nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden- und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al.: ''Physische Geographie'', Braunschweig 2012, S. 214.</ref>
Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der Gletscher Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit
 
finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkaplen auch die „bleichen Berge“ genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische,
 
nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden-
 
und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al. Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 214.</ref>
 
  
 
Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines.
 
Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines.
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Datei:Koppenkar5897.jpg|Koppenkar
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Datei:Koppenkar5897.jpg|[[Koppenkar]]
Datei:Amstein9391.jpg|Am Stein
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Datei:Amstein9391.jpg|[[Auf dem Stein]]
Datei:Hirzberg01.JPG|Hirzberg mit dem Dachsteinmassiv
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Datei:Hirzberg01.JPG|[[Hirzberg]] mit dem [[Dachsteinmassiv]]
 
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====Der Dachstein====
 
====Der Dachstein====
[[Datei:Dachstein Suedwand.jpg|thumb|Die imposante Dachstein-Südwand]]
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[[Datei:Dachstein Suedwand.jpg|thumb|Die imposante [[Dachstein-Südwand]]]]
Der Dachstein ist ein stark verkarsteter Gebirgsstock, dessen Südwand über 850 Meter hoch ist, eine für Kalkgebirge typische Formation.  
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Der [[Dachstein]] ist ein stark verkarsteter Gebirgsstock, dessen [[Dachstein-Südwand|Südwand]] über 850 Meter hoch ist, eine für Kalkgebirge typische Formation.  
  
 
====Das Dachsteinplateau====
 
====Das Dachsteinplateau====
Das [[Naturschutzgebiet Steirisches Dachsteinplateau]] ist ein Karstmassiv im
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Das [[Naturschutzgebiet Steirisches Dachsteinplateau]] ist ein Karstmassiv im [[Dachsteingebirge]], das einen hohen Naturreichtum und viele verschiedene Karstformen, wie [[Doline]]n oder [[Karre]]n, aufweist. Sehr gut zu erkennen ist das Hochplateau mit seinen teilweise gefleckten Formen, die durch die nicht durchgehende Vegetation entstehen.  
Dachsteingebirge, das einen hohen Naturreichtum und viele verschiedene
 
Karstformen, wie Dolinen oder Karren, aufweist. Sehr gut zu erkennen ist das
 
Hochplateau mit seinen teilweise gefleckten Formen, die durch die nicht
 
durchgehende Vegetation entstehen.  
 
  
 
====Die Dachsteinhöhlen====
 
====Die Dachsteinhöhlen====
 
[[Datei:Mammuthoehle Dachstein.jpg|thumb|Die Mammuthöhle]]
 
[[Datei:Mammuthoehle Dachstein.jpg|thumb|Die Mammuthöhle]]
Die [[Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein-Salzkammergut|Dachsteinhöhlen]] bilden ein Höhlensystem im Norden des Dachsteins, die von
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Die [[Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein-Salzkammergut|Dachsteinhöhlen]] bilden ein Höhlensystem im Norden des Dachsteins, die von Obertraun aus erreichbar sind. Die dazugehörige Mammuthöhle ist eine der größten Kalksteinhöhlen in Europa, gebildet wurde sie durch einen ehemaligen Fluss, der sich durch den Kalk gefressen hat.<ref>Austria-Forum, http://austria-forum.org/af/AEIOU/Dachsteinh%C3%B6hlen.</ref>
Obertraun aus erreichbar sind. Die dazugehörige Mammuthöhle ist eine der
 
größten Kalksteinhöhlen in Europa, gebildet wurde sie durch einen ehemaligen
 
Fluss, der sich durch den Kalk gefressen hat.<ref>Austria-Forum, http://austria-forum.org/af/AEIOU/Dachsteinh%C3%B6hlen.</ref>
 
  
 
====Haller Mauern====
 
====Haller Mauern====
Die imposanten [[Haller Mauern]] gehören zu den Ennstaler Alpen und bestehen ebenfalls
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Die imposanten [[Haller Mauern]] gehören zu den Ennstaler Alpen und bestehen ebenfalls aus [[Dachsteinkalk]]. An den Haller Mauern befindet sich die Grenze zu
aus Dachsteinkalk. An den Haller Mauern befindet sich die Grenze zu
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[[Oberösterreich]]. Bekannte Gipfel sind der [[Bosruck]], der [[großer Pyhrgas|große Pyhrgas]] oder auch der [[Scheiblingstein]].<ref>[https://www.wandern.com/land/at/oberoesterreich/urlaubsregion-pyhrn-priel/wanderinfos/berge-gipfel/hallermauern.html www.wandern.com]; [http://austria-forum.org/af/AEIOU/Haller_Mauern Austria-Forum]</ref>
[[Oberösterreich]]. Bekannte Gipfel sind der [[Bosruck]], der [[großer Pyhrgas|große Pyhrgas]] oder auch
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der [[Scheiblingstein]].<ref>https://www.wandern.com/land/at/oberoesterreich/urlaubsregion-pyhrn-priel/wanderinfos/berge-gipfel/hallermauern.html; Austria-Forum, http://austria-forum.org/af/AEIOU/Haller_Mauern. </ref>
 
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Datei:Scheiblingstein1p.jpg|Scheiblingstein
 
Datei:Scheiblingstein1p.jpg|Scheiblingstein
 
Datei:Haller mauern.JPG|die Haller Mauern
 
Datei:Haller mauern.JPG|die Haller Mauern
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====Totes Gebirge====
 
====Totes Gebirge====
 
[[Datei:In den Karen 1804 2011-08-05.jpg|thumb|[[In den Karen]], eine zerklüftete Karstlandschaft im Toten Gebirge]]
 
[[Datei:In den Karen 1804 2011-08-05.jpg|thumb|[[In den Karen]], eine zerklüftete Karstlandschaft im Toten Gebirge]]
Das Tote Gebirge ist ein stark verkarstetes Hochplateau und ist die größte
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Das [[Tote Gebirge]] ist ein stark verkarstetes Hochplateau und ist die größte vegetationslose Hochfläche in den Kalkalpen. Der Name rührt daher von Wasserarmut und kahler Vegetation in diesem Gebiet. Durch die Verkarstung sind zahlreiche Höhlen und Schächte entstanden.<ref>[http://www.kalkalpenweg.at/etappen/etappe-9/thema-fels-totes-gebirge.html Kalkalpenweg], [http://austria-forum.org/af/AEIOU/Totes_Gebirge Austria-Forum]</ref>
vegetationslose Hochfläche in den Kalkalpen. Der Name rührt daher von Wasserarmut
 
und kahler Vegetation in diesem Gebiet. Durch die Verkarstung sind zahlreiche
 
Höhlen und Schächte entstanden.<ref>Kalkalpenweg, http://www.kalkalpenweg.at/etappen/etappe-9/thema-fels-totes-gebirge.html; Austria-Forum, http://austria-forum.org/af/AEIOU/Totes_Gebirge.</ref>
 
  
 
===Die Grauwackenzone===
 
===Die Grauwackenzone===
Die Grauwackenzone schließt südlich ans Ennstal an. Ihre weichen Gesteine
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Die [[Grauwackenzone]] schließt südlich ans Ennstal an. Ihre weichen Gesteine verursachen sanftere Formen, Ödland ist hier weniger zu finden. Eiszeitliche [[Gletscher]] und später auch Flüsse wirkten hier sehr viel intensiver als in den Kalkalpen. Dadurch wurden die Täler noch breiter und weiter, und dies gilt auch für die Seitentäler, die relativ gesehen sehr breit sind. An den Seitentälern befinden sich die Vorberge, die durch sanfte Formen und hohen Waldanteil dominiert werden. [[Hochwurzen]], [[Planai]] oder [[Hauser Kaibling]] bieten sich Bestens dafür an, diese Landschaftsformen zu beobachten. Natürlich ist es kein Zufall, dass sich gerade dort viele Skigebiete des Ennstals befinden, wo sanfte Formen eine derartige Nutzung anbieten. Von der Hochwurzen aus können von einem Standpunkt aus zahlreiche Landschaftsformen erblickt werden, von den Nördlichen Kalkalpen, über die sanften Vorberge, dessen weiche Flanken bis in das [[Obertal (Tal)|Obertal]] reichen, hin zu den Kettengebirgen der [[Schladminger Tauern]].<ref>Bätzing, Werner:'' Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 38; Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern,'' [[Ramsau am Dachstein]], 1992</ref>
verursachen sanftere Formen, Ödland ist hier weniger zu finden. Eiszeitliche
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Gletscher und später auch Flüsse wirkten hier sehr viel intensiver als in den
 
Kalkalpen. Dadurch wurden die Täler noch breiter und weiter, und dies gilt auch
 
für die Seitentäler, die relativ gesehen sehr breit sind. An den Seitentälern
 
befinden sich die Vorberge, die durch sanfte Formen und hohen Waldanteil
 
dominiert werden. [[Hochwurzen]], [[Planai]] oder [[Hauser Kaibling]] bieten sich bspw.
 
Bestens dafür an, diese Landschaftsformen zu beobachten. Natürlich ist es kein
 
Zufall, dass sich gerade dort viele Skigebiete des Ennstals befinden, wo sanfte
 
Formen eine derartige Nutzung anbieten. Von der Hochwurzen aus können von einem
 
Standpunkt aus zahlreiche Landschaftsformen erblickt werden, von den Nördlichen
 
Kalkalpen, über die sanften Vorberge, dessen weiche Flanken bis in das [[Obertal]]
 
reichen, hin zu den Kettengebirgen der [[Schladminger Tauern]].<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 38; Lamm Reinhard, Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern, Ramsau am Dachstein 1992.</ref>
 
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Datei:Vorberge2p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen auf die Sanften Formen der Vorberge (Planai), dahinter erahnt man die Kettengebirge der Schladminger Tauern</sub>
 
Datei:Vorberge2p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen auf die Sanften Formen der Vorberge (Planai), dahinter erahnt man die Kettengebirge der Schladminger Tauern</sub>
 
Datei:Vorberge1p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen ins Obertal. Ganz links die Vorberge und dahinter am Horizont die steileren Formen der Schladminger Tauern</sub>
 
Datei:Vorberge1p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen ins Obertal. Ganz links die Vorberge und dahinter am Horizont die steileren Formen der Schladminger Tauern</sub>
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===Die Zentralalpen===
 
===Die Zentralalpen===
Die Niederen Tauern befinden sich südlich des Ennstals und sind Teil der
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Die [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]] befinden sich südlich des Ennstals und sind Teil der Zentralalpen. Unterteilt werden die Niederen Tauern im Ennstal in die
Zentralalpen. Unterteilt werden die Niederen Tauern im Ennstal in die
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Schladminger Tauern sowie in die [[Rottenmanner Tauern]] und [[Wölzer Tauern]]. Diese Berge bestehen zumeist aus [[Gneis]] und [[Granit]], welche nur langsam verwittern. Deshalb befinden sich in den Zentralalpen auch die höchsten Gipfel. Der [[Hochgolling]] ist der höchste Gipfel der Schladminger Tauern und erreicht mit 2&nbsp;862 [m ü. A.]] fast die Höhe des [[Hoher Dachstein|Hohen Dachsteins]]. Auch die [[Hochwildstelle]] ist hier zu nennen. Durch die weniger markante Erscheinung und Lage rücken diese Berge jedoch trotz ihrer Höhe oftmals in den Hintergrund.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 40-41</ref>
Schladminger Tauern sowie in die [[Rottenmanner Tauern]] und [[Wölzer Tauern]]. Diese Berge
 
bestehen zumeist aus Gneis und Granit, welche nur langsam verwittern. Deshalb
 
befinden sich in den Zentralalpen auch die höchsten Gipfel. Der [[Hochgolling]] ist
 
der höchste Gipfel der Schladminger Tauern und erreicht mit 2862m fast die Höhe
 
des [[Hoher Dachstein|Hohen Dachsteins]]. Auch die [[Hochwildstelle]] ist hier zu nennen. Durch die
 
weniger markante Erscheinung und Lage rücken diese Berge jedoch trotz ihrer
 
Höhe oftmals in den Hintergrund.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 40-41.</ref>
 
  
Da das Wasser nicht wie beim Kalk unterirdisch abfließt, sondern an der Oberfläche
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Da das Wasser nicht wie beim Kalk unterirdisch abfließt, sondern an der Oberfläche bleibt, findet man viel Vegetation und Boden vor. Die Niederen Tauern sind somit Lebensraum für Pflanzen, Tiere und auch für Menschen. Charakteristisch für dieses Gebiet sind lange, exponierte Grate und weniger markante Einzelgipfel, wie wir sie nördlich des Ennstals vorfinden. Granit und Gneis bilden zwar steile, aber nie senkrechte Felswände. Wer den [[Schladminger Tauern Höhenweg]] beschreitet, wird Zeuge dieser typischen Gebirgslandschaft.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 40-41</ref>
bleibt, findet man viel Vegetation und Boden vor. Die Niederen Tauern sind
 
somit Lebensraum für Pflanzen, Tiere und auch für Menschen. Charakteristisch
 
für dieses Gebiet sind lange, exponierte Grate und weniger markante Einzelgipfel,
 
wie wir sie nördlich des Ennstals vorfinden. Granit und Gneis bilden zwar
 
steile, aber nie senkrechte Felswände. Wer den [[Schladminger Tauern Höhenweg]]
 
beschreitet, wird Zeuge dieser typischen Gebirgslandschaft.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 40-41.</ref>
 
  
Und wer einen fotografischen Blick in die Tauernlandschaft versuchen möchte, dem sei
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Und wer einen fotografischen Blick in die Tauernlandschaft versuchen möchte, dem sei der Bildband [[Tauernzauber]] von [[Reinhard Lamm]] ans Herz gelegt. Die wilde,
der Bildband [[Tauernzauber]] von [[Reinhard Lamm]] ans Herz gelegt. Die wilde,
 
 
einmalige Landschaft der Tauern wird dort eindrucksvoll zur Schau gestellt. Folgende Bilder stammen aus den Niederen Tauern und sind beispielhaft für diese Landschaft.
 
einmalige Landschaft der Tauern wird dort eindrucksvoll zur Schau gestellt. Folgende Bilder stammen aus den Niederen Tauern und sind beispielhaft für diese Landschaft.
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Datei:Kalkspitze 18737 2006-09-28.jpg|<sub>Auf der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]]. Deutlich zu sehen die Kettengebirge mit den Graten und die vermehrte Vegetation im Vergleich zu den Kalkalpen.</sub>
 
Datei:Kalkspitze 18737 2006-09-28.jpg|<sub>Auf der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]]. Deutlich zu sehen die Kettengebirge mit den Graten und die vermehrte Vegetation im Vergleich zu den Kalkalpen.</sub>
 
Datei:Giglachsee-kalkspitze 18638 2006-09-28.jpg|<sub>Von der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]].</sub>
 
Datei:Giglachsee-kalkspitze 18638 2006-09-28.jpg|<sub>Von der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]].</sub>
Datei:Hochgolling zwerfenber planaiHW 1039 2011-08-11.jpg|<sub>Der Hochgolling ist der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund, gesehen vom [[Höhenweg Planai]]. Auch hier sieht man die reiche Vegetation.</sub>
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Datei:Hochgolling zwerfenber planaiHW 1039 2011-08-11.jpg|<sub>Der [[Hochgolling]] ist der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund, gesehen vom [[Höhenweg Planai]]. Auch hier sieht man die reiche Vegetation.</sub>
 
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==Glaziale Prozesse - der Gletscher formt die Landschaft==
 
==Glaziale Prozesse - der Gletscher formt die Landschaft==
 
[[Datei:Dachsteinpano von der Planai aus.JPG|thumb|Das Hochplateau Ramsau]]
 
[[Datei:Dachsteinpano von der Planai aus.JPG|thumb|Das Hochplateau Ramsau]]
Von wesentlicher Bedeutung für die Landschaftsformen des Ennstals und viele andere
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Von wesentlicher Bedeutung für die Landschaftsformen des Ennstals und viele andere Gebiete der Alpen ist die eiszeitliche Vergletscherung. Ihre Formungsprozesse
Gebiete der Alpen ist die eiszeitliche Vergletscherung. Ihre Formungsprozesse
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sind bis heute noch sichtbar. Das Ennstal wurde durch den Gletscher ausgehöhlt, also verbreitert und erweitert, zusätzlich wurden durch das Eisstromnetz auch Pässe geformt. Das Ennstal wurde durch den [[Ennsgletscher]] zu einem U-förmigen Tal. Später wirkten noch fluviale Prozesse und veränderten die Tallandschaft. Ein typisches Beispiel für die glaziale Formenwelt sind die Terrassen, also Verebnungen an den Talhängen, die für die Menschen später bevorzugte Siedlungsplätze wurden. Die [[Ramsau]] oder auch der [[Gröbming]]er [[Mitterberg (Mitterberg)|Mitterberg]] sind solche Terrassen, die heute bekannterweise besiedelt sind.<ref>Bätzing, Werner: ''Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft.'' München 2015, S. 31; [[Hermann von Wissmann|Wissmann, von Hermann]]: ''Das Mitter Ennstal''. Stuttgart 1927, S. 22</ref>
sind bis heute noch sichtbar. Das Ennstal wurde durch den Gletscher ausgehöhlt, also verbreitert und erweitert,
 
zusätzlich wurden durch das Eisstromnetz auch Pässe geformt. Das Ennstal wurde
 
durch den Gletscher zu einem U-förmigen Tal. Später wirkten noch fluviale
 
Prozesse und veränderten die Tallandschaft. Ein typisches Beispiel für die
 
glaziale Formenwelt sind die Terrassen, also Verebnungen an den Talhängen, die
 
für die Menschen später bevorzugte Siedlungsplätze wurden. Die [[Ramsau]] oder auch
 
der Gröbminger [[Mitterberg]] sind solche Terrassen, die heute bekannterweise
 
besiedelt sind.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 31; Wissmann von Hermann, Das Mitter Ennstal. Stuttgart 1927, S. 22.</ref>
 
  
 
===Das Kar - Zeuge der Gletscherkraft===
 
===Das Kar - Zeuge der Gletscherkraft===
Das [[Kar]] ist eine spezifische Erosionsform der Gletscher. Zu Beginn waren die
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Das [[Kar]] ist eine spezifische Erosionsform der Gletscher. Zu Beginn waren die Eismassen, die ein steilwandiges und übertieftes Kar bildeten, welches als eine
Eismassen, die ein steilwandiges und übertieftes Kar bildeten, welches als eine
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lehnsesselförmige Hohlform mit steilen Wänden bezeichnet werden kann. Das Ende bildet die Karschwelle. Nach dem Abschmelzen des Gletschers bleibt oftmals ein Karsee übrig. Vor allem in den wasserreichen Schladminger Tauern finden wir zahlreiche Seen, die durch die Gletscherkraft entstanden sind. Es gibt aber auch Kare, in denen sich kein See mehr befindet.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait''. Darmstadt 2005, S. 46-47; Glawion, Rainer et. al.: ''Physische Geographie.'' Braunschweig 2012, S. 181</ref>
lehnsesselförmige Hohlform mit steilen Wänden bezeichnet werden kann. Das Ende
 
bildet die Karschwelle. Nach dem Abschmelzen des Gletschers bleibt oftmals ein
 
Karsee übrig. Vor allem in den wasserreichen Schladminger Tauern finden wir
 
zahlreiche Seen, die durch die Gletscherkraft entstanden sind. Es gibt aber
 
auch Kare, in denen sich kein See mehr befindet.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 46-47; Glawion Rainer et. al. Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 181.</ref>
 
  
Das [[Edelgrieß]] im Dachsteingebirge ist ein solches Kar, das heute trocken ist. Das [[Schnabelkar]] zeigt
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Das [[Edelgrieß]] im Dachsteingebirge ist ein solches Kar, das heute trocken ist. Das [[Schnabelkar]] zeigt deutlich die steilen Flanken und die Karschwelle. Das [[Duisitzkar]] ist einer von vielen Karen, die einen [[Duisitzkarsee|See]] bilden.  
deutlich die steilen Flanken und die Karschwelle. Das [[Duisitzkar]] ist einer von
 
vielen Karen, die einen [[Duisitzkarsee|See]] bilden.  
 
  
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Datei:Edelgrieß100 9792.jpg|<sub>Im Edelgrieß sind noch gut die steilen Flanken zu erkennen, die der Gletscher geformt hat.</sub>
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Datei:Edelgrieß100 9792.jpg|<sub>Im [[Edelgrieß]] sind noch gut die steilen Flanken zu erkennen, die der Gletscher geformt hat.</sub>
Datei:Schnabelkar1513.jpg|<sub>Das Schnabelkar zeigt ebenfalls steile Flanken und die Karschwelle.</sub>
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Datei:Schnabelkar1513.jpg|<sub>Das [[Schnabelkar]] zeigt ebenfalls steile Flanken und die Karschwelle.</sub>
Datei:DuisitzkarseeP.jpg|<sub>Die Gebäude am Duisitzkarsee befinden sich auf der Karschwelle, die hier deutlich zu sehen ist.</sub>
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Datei:DuisitzkarseeP.jpg|<sub>Die Gebäude am [[Duisitzkarsee]] befinden sich auf der Karschwelle, die hier deutlich zu sehen ist.</sub>
 
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===Der Klafferkessel===
 
===Der Klafferkessel===
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Der [[Klafferkessel]] ist heute beliebtes Ziel vieler Wanderer, bietet er doch einen außergewöhnlichen Anblick, den man selten sieht. Wo die Wanderer heute einen
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Bergkessel erkennen, ragte früher einmal ein Gipfel in die Höhe, möglicherweise höher als der Hochgolling. Der Gipfel wurde jedoch abgetragen und seine Überreste sind heute als Buckel, Kare und Moränenwälle Zeugen der Vergangenheit. Die heutige chaotische Landschaft mit zahlreichen kleinen Seen ist durch die Kraft des Gletschers zu erklären, der den ehemaligen Gipfel einstürzen ließ.<ref>Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern'', Ramsau am Dachstein 1992</ref>
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Die Alpen des Ennstals reichen bis in solche Höhen, in denen der Permafrost vorherrscht. Hier geschieht durch unterschiedliche Temperaturabfolgen die sogenannte Frostsprengung, in der das Wasser in die Ritzen des Gesteins gelangt und bei Gefrieren das Gestein sprengt. Dabei fällt Schutt an, der entweder durch Gletscher transportiert wird oder am Fuß von Felswänden zu großen Schutthalden anwächst.
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Das angehäufte Material der Frostsprengung kann durch Niederschlag ([[Hochwasser|Hochwässer]], [[Lawine]]n) hinunter transportiert werden. Ein weiteres Beispiel sind die Schwemmkegel. Sie sind zwar im Tal anzutreffen, ihr Material reicht jedoch bis in die obersten Höhenstockwerke. Schwemmkegel sind fächer- oder kegelförmige Ablagerungsgebiete und befinden sich dort, wo ein Seitenbach in ein breites Tal mündet und durch das geringere Gefälle Material angesammelt wird. Solche Schwemmkegel sind durch ihre Fruchtbarkeit geeignete Siedlungsstandorte, sie sind jedoch durch die Verbindung mit den oberen Höhenstockwerken stark durch Naturprozesse wie [[Mure]]n
Lawinen) hinunter transportiert werden. Ein weiteres Beispiel sind die Schwemmkegel.
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oder Lawinen bedroht.<ref>Bätzing, Werner: ''Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft.'' München 2015, S. 31-33; Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 43-45</ref>
Sie sind zwar im Tal anzutreffen, ihr Material reicht jedoch bis in die obersten
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Hier eignen sich Orthofotos, um den Einfluss der Schwemmkegel nachzuvollziehen. Zuerst sind die Siedlungstätigkeiten sehr gut zu erkennen, denn sie waren zu aller Erst nie direkt an der [[Enns]] sondern immer in etwas erhöhter Lage an den Schwemmkegeln. Die Böden waren um ein vielfaches geeigneter, das lag an den Schwemmkegel selbst, weil sie fruchtbares Material von oberen Höhenstufen ansammelten und an den Aulandschaften vor der [[Ennsregulierung]]. Außerdem verstärkten die Seitenbäche ein Mäandrieren der Enns in die andere Richtung.
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oder Lawinen bedroht.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 31-33; Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 43-45.</ref>
 
Hier eignen sich Orthofotos, um den Einfluss der Schwemmkegel nachzuvollziehen. Zuerst sind die Siedlungstätigkeiten sehr gut zu
 
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===Klamm und Schlucht===
 
===Klamm und Schlucht===
 
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Talformen werden durch Gewässer geformt, dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Das
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Talformen werden durch Gewässer geformt, dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Das Ennstal und seine Seitentäler sind im Vergleich zu vielen Klammen und
Ennstal und seine Seitentäler sind im Vergleich zu vielen Klammen und
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Schluchten ihrer Umgebung sehr flach. Eine [[Klamm]] ist durch zum Teil überhängende Wände gekennzeichnet, eine Schlucht ist immer noch steil, aber hat zumindest keine überhängenden Hänge.<ref>Glawion, Rainer et. al.: ''Physische Geographie.'' Braunschweig 2012, S. 172</ref> Die [[Wörschachklamm]], die [[Silberkarklamm]] oder die [[Talbachklamm]] sind Beispiele im Ennstal. Die Unterscheidung zwischen Klamm und Schlucht ist hierbei nicht immer deutlich.
Schluchten ihrer Umgebung sehr flach. Eine Klamm ist durch zum Teil
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überhängende Wände gekennzeichnet, eine Schlucht ist immer noch steil, aber hat
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==Das Tal - Die Enns==
zumindest keine überhängenden Hänge.<ref>Glawion Rainer et. al. Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 172.</ref>  
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Das Ennstal selbst ist nicht nur Grenze der Großlandschaften sondern auch eine eigene Landschaft, der Aufmerksamkeit gebührt. Das Ennstal wurde hauptsächlich
Die [[Wörschachklamm]], die [[Silberkarklamm]] oder die [[Talbachklamm]] sind Beispiele im
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durch den Gletscher geformt, der eine Mächtigkeit von 700 m hatte. Nach dem Rückzug des Gletschers erhöhte sich die Naturdynamik und [[Bergsturz|Bergstürze]], Hangrutschungen und Schottermassen von den Seitenbächen verengten das Tal und schufen durch Einschnürungen damals mehrere Seebecken. Das [[Selzthaler Becken|Selzthaler]] und das [[Wörschacher Becken]] sind Beispiele. Diese Seen verschwanden, und manch [[Moore im Bezirk Liezen|Nieder- und Hochmoor]] zeugt heute noch von deren einstigen Bestehen.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel, Erich: ''Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins [[Ausseerland]] und das [[Paltental]].'' [[Irdning]] 1993, S. 11</ref>
Ennstal. Die Unterscheidung zwischen Klamm und Schlucht ist hierbei nicht immer
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Nach dem Rückzug der Gletscher wurde nun die Enns selbst formengebend. Von [[Mandling]] bis zum [[Gesäuseeingang]] ergibt sich durch den Höhenunterschied ein Gefälle von
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==Blick in die Vergangenheit - wo die Natur noch alleine gestaltet hat==
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Das Ennstal wies vor der Besiedelung durch den Menschen eine andere Gestalt auf. Die Waldgrenze wurde durch den Menschen im ganzen Alpenraum um ca. 300 m gesenkt, um Weideflächen zu erhalten. Zusätzlich wurde auch der Wald im Tal gerodet und schließlich die Enns reguliert. Das Ennstal mit grünen Flächen, wie wir es kennen, hat es früher nicht gegeben.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 28</ref>
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Dieser Artikel beschäftigt sich mit den naturdynamischen Prozessen, die die Landschaft des Ennstals und seiner Umgebung gestaltet haben. Eine andere Betrachtungsweise
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bietet das Werden der Landschaft von heute durch den Einfluss des Menschen. Denn das Ennstal ist in erster Linie [[Kulturlandschaft des Ennstals|Kulturlandschaft]].
  
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Aktuelle Version vom 4. Juni 2026, 21:19 Uhr

Dieser Artikel bietet einen Einblick in die Landschaft des Ennstals, um die Landschaft des Ennstals und seiner Umgebung insbesondere unter geomorphologischen Gesichtspunkten zu sehen und zu verstehen.

Allgemeine Geographie und Lage des Ennstals

Die Alpen bestehen aus verschiedenen Gesteinen, die durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften individuelle Landschaftsformen annehmen. Daraus ergeben sich Baueinheiten oder auch Großlandschaften. Das Ennstal liegt genau an der Grenze dreier Großlandschaften und bietet daher einen abwechslungsreichen Anblick. Durch die Lage gehört es zur Längstalfurche, in der sich wichtige Längstäler Österreichs befinden. Die Längstalfurche ist durch ein breites Band weicherer Gesteine gekennzeichnet, wodurch sich Längstäler eingetieft haben und heute Gunsträume für uns Menschen darstellen. Heute sind diese Gebiete die zentralen Orte der Alpen.[1]

Nördlich und südlich des Ennstals befinden sich Sedimentgesteine, die äußerst vielfältig sind und Härtegrade von weich bis hart aufweisen können. Für das Ennstal bedeutet dies, dass sich die Berge im Norden durch ihre Härte sehr stark vom südlichen Gebirge abgrenzen. Das harte Gestein bewirkt eine sehr langsame Verwitterung, was oftmals senkrechte Wände verursacht, außerdem sammelt sich durch den Kalk das Wasser unterirdisch. Die Nördlichen Kalkalpen sind daher eher siedlungs- und nutzungsfeindlich. Neben steilen Wänden finden wir auch Hochplateaus, die durch den Kalk allerdings wasserarm sind und deshalb zu den unwirtlichsten Gegenden gehören. Der Süden bietet mit der Grauwackenzone hingegen weichere Formen und ist siedlungsfreundlicher. Sie sind durch eine sehr gute Bodenbildung gekennzeichnet, die hohe Erodierbarkeit bietet jedoch auch eine erhöhte Gefahr durch Naturprozesse. Als dritte geologische Großlandschaft sind die Zentralalpen zu nennen, die ebenfalls im Süden an das Ennstal anschließen.[2] Zu erwähnen ist die nicht einheitliche Einteilung hinsichtlich der geologischen Gliederung Österreichs, was in unserem Fall die Gebiete südlich des Ennstals betrifft.

Ein weiterer geologischer Überblick über das Ennstal ist hier zu finden.

Die Großlandschaften

Die Nördlichen Kalkalpen und der Karst

Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung

Im Norden befinden sich die Nördlichen Kalkalpen. Zu nennen sind hier das Dachsteingebirge, das Tote Gebirge sowie die Ennstaler Alpen. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher beispielsweise die Dachstein Südwand. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der Grimming früher als Mons Styriae altissimus bezeichnet, also als höchster Berg der Steiermark gehandelt.[3] Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden.

Außerdem versickert das Wasser durch den Karst, es fließt unterirdisch ab und tritt am Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der Gletscher Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkalpen auch die "bleichen Berge" genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische, nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden- und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.[4]

Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines.

Der Dachstein

Die imposante Dachstein-Südwand

Der Dachstein ist ein stark verkarsteter Gebirgsstock, dessen Südwand über 850 Meter hoch ist, eine für Kalkgebirge typische Formation.

Das Dachsteinplateau

Das Naturschutzgebiet Steirisches Dachsteinplateau ist ein Karstmassiv im Dachsteingebirge, das einen hohen Naturreichtum und viele verschiedene Karstformen, wie Dolinen oder Karren, aufweist. Sehr gut zu erkennen ist das Hochplateau mit seinen teilweise gefleckten Formen, die durch die nicht durchgehende Vegetation entstehen.

Die Dachsteinhöhlen

Die Mammuthöhle

Die Dachsteinhöhlen bilden ein Höhlensystem im Norden des Dachsteins, die von Obertraun aus erreichbar sind. Die dazugehörige Mammuthöhle ist eine der größten Kalksteinhöhlen in Europa, gebildet wurde sie durch einen ehemaligen Fluss, der sich durch den Kalk gefressen hat.[5]

Haller Mauern

Die imposanten Haller Mauern gehören zu den Ennstaler Alpen und bestehen ebenfalls aus Dachsteinkalk. An den Haller Mauern befindet sich die Grenze zu Oberösterreich. Bekannte Gipfel sind der Bosruck, der große Pyhrgas oder auch der Scheiblingstein.[6]

Totes Gebirge

In den Karen, eine zerklüftete Karstlandschaft im Toten Gebirge

Das Tote Gebirge ist ein stark verkarstetes Hochplateau und ist die größte vegetationslose Hochfläche in den Kalkalpen. Der Name rührt daher von Wasserarmut und kahler Vegetation in diesem Gebiet. Durch die Verkarstung sind zahlreiche Höhlen und Schächte entstanden.[7]

Die Grauwackenzone

Die Grauwackenzone schließt südlich ans Ennstal an. Ihre weichen Gesteine verursachen sanftere Formen, Ödland ist hier weniger zu finden. Eiszeitliche Gletscher und später auch Flüsse wirkten hier sehr viel intensiver als in den Kalkalpen. Dadurch wurden die Täler noch breiter und weiter, und dies gilt auch für die Seitentäler, die relativ gesehen sehr breit sind. An den Seitentälern befinden sich die Vorberge, die durch sanfte Formen und hohen Waldanteil dominiert werden. Hochwurzen, Planai oder Hauser Kaibling bieten sich Bestens dafür an, diese Landschaftsformen zu beobachten. Natürlich ist es kein Zufall, dass sich gerade dort viele Skigebiete des Ennstals befinden, wo sanfte Formen eine derartige Nutzung anbieten. Von der Hochwurzen aus können von einem Standpunkt aus zahlreiche Landschaftsformen erblickt werden, von den Nördlichen Kalkalpen, über die sanften Vorberge, dessen weiche Flanken bis in das Obertal reichen, hin zu den Kettengebirgen der Schladminger Tauern.[8]

Die Zentralalpen

Die Niederen Tauern befinden sich südlich des Ennstals und sind Teil der Zentralalpen. Unterteilt werden die Niederen Tauern im Ennstal in die Schladminger Tauern sowie in die Rottenmanner Tauern und Wölzer Tauern. Diese Berge bestehen zumeist aus Gneis und Granit, welche nur langsam verwittern. Deshalb befinden sich in den Zentralalpen auch die höchsten Gipfel. Der Hochgolling ist der höchste Gipfel der Schladminger Tauern und erreicht mit 2 862 [m ü. A.]] fast die Höhe des Hohen Dachsteins. Auch die Hochwildstelle ist hier zu nennen. Durch die weniger markante Erscheinung und Lage rücken diese Berge jedoch trotz ihrer Höhe oftmals in den Hintergrund.[9]

Da das Wasser nicht wie beim Kalk unterirdisch abfließt, sondern an der Oberfläche bleibt, findet man viel Vegetation und Boden vor. Die Niederen Tauern sind somit Lebensraum für Pflanzen, Tiere und auch für Menschen. Charakteristisch für dieses Gebiet sind lange, exponierte Grate und weniger markante Einzelgipfel, wie wir sie nördlich des Ennstals vorfinden. Granit und Gneis bilden zwar steile, aber nie senkrechte Felswände. Wer den Schladminger Tauern Höhenweg beschreitet, wird Zeuge dieser typischen Gebirgslandschaft.[10]

Und wer einen fotografischen Blick in die Tauernlandschaft versuchen möchte, dem sei der Bildband Tauernzauber von Reinhard Lamm ans Herz gelegt. Die wilde, einmalige Landschaft der Tauern wird dort eindrucksvoll zur Schau gestellt. Folgende Bilder stammen aus den Niederen Tauern und sind beispielhaft für diese Landschaft.

Glaziale Prozesse - der Gletscher formt die Landschaft

Das Hochplateau Ramsau

Von wesentlicher Bedeutung für die Landschaftsformen des Ennstals und viele andere Gebiete der Alpen ist die eiszeitliche Vergletscherung. Ihre Formungsprozesse sind bis heute noch sichtbar. Das Ennstal wurde durch den Gletscher ausgehöhlt, also verbreitert und erweitert, zusätzlich wurden durch das Eisstromnetz auch Pässe geformt. Das Ennstal wurde durch den Ennsgletscher zu einem U-förmigen Tal. Später wirkten noch fluviale Prozesse und veränderten die Tallandschaft. Ein typisches Beispiel für die glaziale Formenwelt sind die Terrassen, also Verebnungen an den Talhängen, die für die Menschen später bevorzugte Siedlungsplätze wurden. Die Ramsau oder auch der Gröbminger Mitterberg sind solche Terrassen, die heute bekannterweise besiedelt sind.[11]

Das Kar - Zeuge der Gletscherkraft

Das Kar ist eine spezifische Erosionsform der Gletscher. Zu Beginn waren die Eismassen, die ein steilwandiges und übertieftes Kar bildeten, welches als eine lehnsesselförmige Hohlform mit steilen Wänden bezeichnet werden kann. Das Ende bildet die Karschwelle. Nach dem Abschmelzen des Gletschers bleibt oftmals ein Karsee übrig. Vor allem in den wasserreichen Schladminger Tauern finden wir zahlreiche Seen, die durch die Gletscherkraft entstanden sind. Es gibt aber auch Kare, in denen sich kein See mehr befindet.[12]

Das Edelgrieß im Dachsteingebirge ist ein solches Kar, das heute trocken ist. Das Schnabelkar zeigt deutlich die steilen Flanken und die Karschwelle. Das Duisitzkar ist einer von vielen Karen, die einen See bilden.

Der Klafferkessel

Der Klafferkessel ist heute beliebtes Ziel vieler Wanderer, bietet er doch einen außergewöhnlichen Anblick, den man selten sieht. Wo die Wanderer heute einen Bergkessel erkennen, ragte früher einmal ein Gipfel in die Höhe, möglicherweise höher als der Hochgolling. Der Gipfel wurde jedoch abgetragen und seine Überreste sind heute als Buckel, Kare und Moränenwälle Zeugen der Vergangenheit. Die heutige chaotische Landschaft mit zahlreichen kleinen Seen ist durch die Kraft des Gletschers zu erklären, der den ehemaligen Gipfel einstürzen ließ.[13]

Periglazial und fluvial - die Kraft des Wassers

Die Schwemmkegel und Siedlungsstandorte sind eingekreist

Die Alpen des Ennstals reichen bis in solche Höhen, in denen der Permafrost vorherrscht. Hier geschieht durch unterschiedliche Temperaturabfolgen die sogenannte Frostsprengung, in der das Wasser in die Ritzen des Gesteins gelangt und bei Gefrieren das Gestein sprengt. Dabei fällt Schutt an, der entweder durch Gletscher transportiert wird oder am Fuß von Felswänden zu großen Schutthalden anwächst.

Wasser ist oftmals formgebend und in Verbindung mit der Schwerkraft verstärkt sich die Dynamik von Naturprozessen. Diese Naturprozesse zeigen sich auch deutlich im Ennstal und seiner Umgebung.

Das angehäufte Material der Frostsprengung kann durch Niederschlag (Hochwässer, Lawinen) hinunter transportiert werden. Ein weiteres Beispiel sind die Schwemmkegel. Sie sind zwar im Tal anzutreffen, ihr Material reicht jedoch bis in die obersten Höhenstockwerke. Schwemmkegel sind fächer- oder kegelförmige Ablagerungsgebiete und befinden sich dort, wo ein Seitenbach in ein breites Tal mündet und durch das geringere Gefälle Material angesammelt wird. Solche Schwemmkegel sind durch ihre Fruchtbarkeit geeignete Siedlungsstandorte, sie sind jedoch durch die Verbindung mit den oberen Höhenstockwerken stark durch Naturprozesse wie Muren oder Lawinen bedroht.[14]

Hier eignen sich Orthofotos, um den Einfluss der Schwemmkegel nachzuvollziehen. Zuerst sind die Siedlungstätigkeiten sehr gut zu erkennen, denn sie waren zu aller Erst nie direkt an der Enns sondern immer in etwas erhöhter Lage an den Schwemmkegeln. Die Böden waren um ein vielfaches geeigneter, das lag an den Schwemmkegel selbst, weil sie fruchtbares Material von oberen Höhenstufen ansammelten und an den Aulandschaften vor der Ennsregulierung. Außerdem verstärkten die Seitenbäche ein Mäandrieren der Enns in die andere Richtung.

Klamm und Schlucht

Die Silberkarklamm mit senkrechten, teils überhängenden Wänden.

Talformen werden durch Gewässer geformt, dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Das Ennstal und seine Seitentäler sind im Vergleich zu vielen Klammen und Schluchten ihrer Umgebung sehr flach. Eine Klamm ist durch zum Teil überhängende Wände gekennzeichnet, eine Schlucht ist immer noch steil, aber hat zumindest keine überhängenden Hänge.[15] Die Wörschachklamm, die Silberkarklamm oder die Talbachklamm sind Beispiele im Ennstal. Die Unterscheidung zwischen Klamm und Schlucht ist hierbei nicht immer deutlich.

Das Tal - Die Enns

Das Ennstal selbst ist nicht nur Grenze der Großlandschaften sondern auch eine eigene Landschaft, der Aufmerksamkeit gebührt. Das Ennstal wurde hauptsächlich durch den Gletscher geformt, der eine Mächtigkeit von 700 m hatte. Nach dem Rückzug des Gletschers erhöhte sich die Naturdynamik und Bergstürze, Hangrutschungen und Schottermassen von den Seitenbächen verengten das Tal und schufen durch Einschnürungen damals mehrere Seebecken. Das Selzthaler und das Wörschacher Becken sind Beispiele. Diese Seen verschwanden, und manch Nieder- und Hochmoor zeugt heute noch von deren einstigen Bestehen.[16]

Nach dem Rückzug der Gletscher wurde nun die Enns selbst formengebend. Von Mandling bis zum Gesäuseeingang ergibt sich durch den Höhenunterschied ein Gefälle von 2,14 Promille. Dies war nicht immer so. Denn die Enns wurde im Zuge der Ennsregulierung, die 1861 begann, verkürzt. Zuvor war ihr Gefälle nur 1,75 Promille. Ihre Erosionskraft war somit niedriger, und dies hatte ein Mäandrieren zur Folge. Insbesondere Hochwässer machten den Talboden siedlungsfeindlich – der Grund für die Ennsregulierung im 19. Jahrhundert[17]

Blick in die Vergangenheit - wo die Natur noch alleine gestaltet hat

Das Ennstal wies vor der Besiedelung durch den Menschen eine andere Gestalt auf. Die Waldgrenze wurde durch den Menschen im ganzen Alpenraum um ca. 300 m gesenkt, um Weideflächen zu erhalten. Zusätzlich wurde auch der Wald im Tal gerodet und schließlich die Enns reguliert. Das Ennstal mit grünen Flächen, wie wir es kennen, hat es früher nicht gegeben.[18]

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den naturdynamischen Prozessen, die die Landschaft des Ennstals und seiner Umgebung gestaltet haben. Eine andere Betrachtungsweise bietet das Werden der Landschaft von heute durch den Einfluss des Menschen. Denn das Ennstal ist in erster Linie Kulturlandschaft.

Quellen und Einzelnachweise

  1. Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 30.
  2. Bätzing, Werner: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 28.
  3. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Universalmuseum Joanneum der grimmige Berg pdf
  4. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al.: Physische Geographie, Braunschweig 2012, S. 214.
  5. Austria-Forum, http://austria-forum.org/af/AEIOU/Dachsteinh%C3%B6hlen.
  6. www.wandern.com; Austria-Forum
  7. Kalkalpenweg, Austria-Forum
  8. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 38; Lamm, Reinhard: Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern, Ramsau am Dachstein, 1992
  9. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 40-41
  10. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 40-41
  11. Bätzing, Werner: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 31; Wissmann, von Hermann: Das Mitter Ennstal. Stuttgart 1927, S. 22
  12. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 46-47; Glawion, Rainer et. al.: Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 181
  13. Lamm, Reinhard: Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern, Ramsau am Dachstein 1992
  14. Bätzing, Werner: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 31-33; Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 43-45
  15. Glawion, Rainer et. al.: Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 172
  16. Hagspiel, Bernadette; Hagspiel, Erich: Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental. Irdning 1993, S. 11
  17. Hagspiel, Bernadette; Hagspiel, Erich: Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental. Irdning 1993, S. 11; Morawetz, Sieghard: Der Ennstalboden. Graz 1953, S. 158-159
  18. Bätzing, Werner: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 28