Lawinen am Grimming

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Der Grimming ist allgemein bekannt für seine wiederkehrenden Elementarereignisse. Neben Fels- und Bergstürzen stellen hier auch die Lawinen eine große Gefahr dar.

Auszug an Lawinenereignissen

Pass Stein 1790

laut eines Berichtes• [1] im Jahre 1884 wird vom Lawinenunglück am Pass Stein wie folgt berichtet;

"(Eine Lawine anno 1790) Vielen Besuchern des Salzkammergutes ist der höchst romantische ,zwei Stunden lange Paß Stein ,welcher das Hinterthal mit dem Ennsthale verbindet und vom Naturkennern selbst dem Paß Lueg vorgezogen wird, wohl bekannt. Im diesen stand ,noch im Bad Ausseer Bezirke, etwa eine Stunde vom jetzigen Sägewerk entfernt, links, ziemlich hart am Wege, umgeben von einem kleinen saftgrünen Wiesenflecklein ein Häuschen, worin eine kleine Familie ein zufriedenes, von der Welt selbst abgeschiedenes Leben führte. Anno 1790 war ein so schneereicher Winter, etwa wie der heurige (1884). Eines Tages ging vom Gehänge des Grimming eine gewaltige Lawine nieder und hüllte das Häuschen mit den Bewohnern wohl fast Turmhoch mit den Schneemassen ein.-Niemand wusste oder ahnte das schreckliche Schicksal der Eingeschlossenen: den wer wird bei solchen Stürmen den Stein passieren ,besonders zur damaligen Zeit? Licht, Holz und Lebensmittel waren auf einige Tage im Haus. Die Armen fingen an vom Dache aus senkrecht in die Höhe zu bohren und bei dieser Arbeit stießen sie zum Glück auf einen Hirsch, der von der Lawine mittgerissen, allerdings schon verendet ,im Fleische aber noch ganz frisch war. Endlich kam man ans Tageslicht und die zum Tode Geängstigen waren gerettet. Das Niemand erstickte, war wohl dem Umstand zu danken das man schnell anfing nach oben zu bohren, und im Schnee selbst dürfte eine ziemliches Quantum Luft gewesen sein."

Untergrimming 1862

Im Februar 1862 verschüttete eine von Thörlbrunn abgehende Lawine die Poststraße nach Bad Aussee auf einer Länge von 50 Klafter. Die Aufräumarbeiten dürften eine Tag gedauert haben da der "Eilwagen" nach Aussee 24 Stunden warten musste. • [2]

Untergrimming 1877

Hauptartikel Die Lawine vom Thörlbrunn

Eine Staublawine ging am 10. Februar 1877 vom Grimming ab und forderte ein Menschenleben.

Niederstuttern 1888

Auch die südliche Talseite des Grimmings birgt Gefahren bezüglich Massenbewegungen. Am 8. Februar 1888 ereignete sich ein Nassschneelawinenabgang über die Wolkengrube hinweg durch den Einödgraben bis über die Bahnstrecke bei Niederstuttern. Auf einer Strecke von ca. 300 m wurden die Geleise durch bis zu sechs Meter hohe Schneemassen verschüttet. Die Schneemassen erstreckten sich noch ca. 350 m weiter bis zur Enns und stauten das Wasser auf, sodass sich der Flusslauf teilweise verlegte.

Untergrimming 1896

Das Grazer Volksblatt berichtet am 15. März von einer beträchtlichen Lawine im Winter 1896. In der Siedlung Untergrimming entstanden dabei große Schäden. • [3]

Untergrimming 1924

Hauptartikel Lawinenabgang vom Grimming 1924

Am 7. Februar 1924 löste sich im Gipfelbereich des Multerecks eine beträchtliche Staublawine[4]. Sie zerstörte einen Großteil des Waldes zwischen dem oberen Ortsende von Untergrimming und der Pürgger Brücke. Auch die Telefon- und Telegraphenleitung fiel ihr zum Opfer. Diese sollte am 8. Februar wieder in Stand gesetzt werden, doch es ging abermals eine Lawine ab, die vier der Monteure verschüttete und drei davon tötete.

Untergrimming 1931

In der Nacht von 19. Jänner 1931 ging eine Lawine vom Grimming ab und kam auf der Straße nach Bad Aussee zum Erliegen. Zehn Telegraphenmasten wurden beschädigt, glücklicherweise war kein Menschenleben zu beklagen. • [5][6]

Untergrimming 1946

Beim Lawinenabgang im Februar 1946 wurden drei Ungarische Flüchtlinge welche sich auf der Straße zwischen Untergrimming und Klachau befanden verschüttet. Zwei der Verschütteten konnten sich selber befreien, der Dritte wurde nach Stunden durch die Rettungsmannschaft, geleitet durch den Untergrimminger Bäckermeister Stenitzer geborgen und ins Krankenhaus nach Rottenmann gebracht. • [7]

Untergrimming 1948

Im Februar 1948 ereignete sich neuerlich ein folgenschwerer Lawinenabgang. Bis zu zehn Meter hohe Schneemassen kamen im Siedlungsgebiet zu liegen. Auch der Straßenverkehr war die darauffolgenden zwei Wochen stark eingeschränkt.

Untergrimming 1988

Am 12. März 1988 wurde die Salzkammergut Straße (B 145) rund drei Meter hoch auf einer Länge von 200 Meter von einer Lawine vom Grimmingstock im Bereich des so genannten Multerecks und die Gemeindestraße nach Untergrimming verschüttet. Sie ist die einzige folgenreiche Lawine soweit bekannt die nicht im Februar vom Grimming abging

Untergrimming 1999

Im Februar sorgte eine Lawine dafür, dass die Straße vor dem Portal der Lawinengalerie Untergrimming für den Verkehr unpassierbar wurde.

Grimming-Südseite 2005

Ende Jänner und Anfang Februar 2005 suchten lang anhaltende Schneefälle den Bezirk Liezen heim. Sie beeinträchtigten die Lebens- und Verkehrsverhältnisse und die Schneemassen am Grimming drohten abzugehen. Somit wurden an der Südseite des Berges einige Gehöfte und Wohnhäuser vorsorglich evakuiert und die Ennstal Straße und Bahnstrecke gesperrt.

Ausgehend von der Jausengrube donnerte am 3. Februar 2005 kurz nach 16 Uhr eine gewaltige Lawine (die so genannte Klöckllawine) über den Grimming-Südhang hinweg, überquerte sowohl die Ennstal Straße als auch die Eisenbahnlinie und endete erst südlich der Enns. In Niederstuttern wurde dabei das Wirtschaftsgebäude der Familie Schnepfleitner vulgo Klock von den Schneemassen schwer beschädigt. Menschen und Tiere kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Quelle

  • Otte, W. (2011). „…und zeugen von diesem fürchterlichen Schauspiele der Natur!“. In J. Hasitschka, E. Kren & A. Mokrejs (Hrsg.), Der Grimming - Monolith im Ennstal (S. 52-65). Alland: Schall-Verlag.

Einzelnachweis

  1. ANNO, Grazer Volksblatt, 1884-01-22, Seite 2 (onb.ac.at)
  2. ANNO, Klagenfurter Zeitung, 1862-02-15, Seite 4 (onb.ac.at)
  3. ANNO, Grazer Volksblatt, 1896-03-15, Seite 6 (onb.ac.at)
  4. Eine Staublawine ist eine Trockenschneelawine aus trockenem, körnigem Schnee, die beim Abgehen aufstaubt.
  5. ANNO, Salzburger Chronik für Stadt und Land, 1931-01-22, Seite 7 (onb.ac.at)
  6. ANNO, Reichspost, 1931-01-22, Seite 8 (onb.ac.at)
  7. ANNO, Linzer Volksblatt, 1946-02-25, Seite 2 (onb.ac.at)