Wilde Wasser
Wilde Wasser heißt ein 16,7 Kilometer langer Erlebnis- und Wanderweg in der ehemaligen Gemeinde Rohrmoos-Untertal im Untertal und Obertal in den Schladminger Tauern, heute Stadtgemeinde Schladming. Der Weg zeigt das Wasser in all seinen Facetten – von ruhigen Bergseen über tosende Wasserfälle bis zu Wildbächen – und wurde 2009 als erster "National Geographic Wanderweg" ausgezeichnet.
Die Idee
Wasser – Lebenselixier und Naturgewalt – glitzernd fließend und kraftvoll weiß schäumend – wertvolles Gut und gerade in der Region um Schladming und Rohrmoos-Untertal in vielerlei Formen auffindbar. Vom ruhigen Bergsee über tosende Wasserfälle bis zu kleinen Rinnsalen, die in immer größer werdende Bäche münden, durch Naturschutzgebiete führen und sich schließlich im Schladminger Talbachmit der Enns vereinen. Am Alpinsteig "Höll"mit den Riesachwasserfällen, den höchsten der Steiermark, im Rohrmooser Untertal sorgt das Wasser für beeindruckende Naturschauspiele, die auf erlebnisreiche Weise den Menschen zugänglich gemacht werden sollten.
Die Philosophie
"Wilde Wasser" – ausgezeichnet, ungezähmt und sicher! Von Schladming bis tief ins Rohrmooser Untertal hinauf auf 2 600 m ü. A. zieht sich einer der außergewöhnlichsten Wanderwege der Welt. 17 km "Wilde Wasser" zeigen das Wasser in all seinen Facetten – ruhig glitzernd kristallklar bis tosend schäumend in freiem Fall über die Felsen der Schladminger Tauern. Ein einzigartiges Naturerlebnis, das 2009 sogar mit dem Titel des ersten "National Geographic Wanderweges" international ausgezeichnet wurde.
Die Darstellung
Das Logo: Das Logo spiegelt einen Bachlauf wider. Die Blätter sind die Zuflüsse. Es findet sich in sämtlichen Publikationen und auf allen Tafeln und den 14 Wissensstationen.
Der Kreisverkehr in Schladming: Der Kreisverkehr Lend wurde als erster Hinweis auf die Wasserwelt mit dem "Wilde Wasser"-Logo als Brunnen gestaltet.
Projektträger
Die "Wilden Wasser" sind ein Projekt der bis 2015 selbständigen Gemeinde Rohrmoos-Untertal. Projektleiter waren Bürgermeister Hermann Trinker und AL Hubert Schwab.
Die Chronologie
- 1995: Erste konkrete Überlegungen über eine Steiganlage;
- 1996: Geländeerkundung durch Herbert Schütter und Sepp Schweiger;
- 2003: Projektierung, Einreichunterlagen, naturschutzrechtliche Vorbesprechungen;
- 2004: Trassenfestlegung, Gründung der ARGE "Alpine Wasser Untertal", naturschutzrechtliche Bewilligung;
- 2005: Baubeginn am 22. Juni, Fertigstellung Anfang Oktober, Abnahme am 5. Oktober;
- 2006, 29. Juni: Offizielle Eröffnung;
- 2026, 4. Juli: Verschiebung der Jubiläumsfeier "20 Jahre Wilde Wasser" wegen des Murenabgangs.
Überblick über den Wanderweg
Der Weg führt von Schladming (Kraiter Parkplatz) durch die Talbachklamm, vorbei an der alte Mühle, den Naturschutzgebieten Toteisboden und Tettermoor, zur Waldhäuslalm, Sondlalm, zum Gasthaus Weiße Wand und weiter zum Seeleiten-Parkplatz nahe den Riesachfällen. Gehzeit: ca. sechs Stunden.
In der Sommersaison verkehren Busse zwischen Schladming-Rohrmoos und Parkplatz Seeleiten.
Die "Wilden Wasser" im Untertal
- Etappe 1: Talbachklamm
- Siehe Bildreportage Talbachklamm-Wanderung unmittelbar am Wildbach entlang
Leicht ansteigend, kinderwagentauglich; Gehzeit ca. 45minuten; Rundweg ca. 1:30 Stunden.
- Etappe 2:mühlenwanderung
Start beim Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr Untertal-Rohrmoos; kinderwagentauglich; Gehzeit ca. 1,5 Stunden; Rundweg "Untertaler Aussichtsrunde" drei bis vier Stunden.
- Etappe 3: Familienwanderung
Start Parkplatz Hinkerbrücke; kinderwagentauglich; entlang des Untertalbaches; Gehzeit ca. 2,5 Stunden.
- Etappe 4: Alpinsteig "durch die Höll"
Start Seeleiten-Parkplatz; mittelsteiler Waldweg entlang der Riesachfälle; Höhepunkt: Seilbrücke; Gehzeit ca. 2,5 Stunden zum See und retour.
Die Seilbrücke
Im Untertal in der Höll wurde die Hängebrücke errichtet. Die Tragseilkonstruktion wurde mit ø 26,0 mm starken Edelstahllitzen gebildet. Die Rahmenkonstruktion für den Netzeinbau bilden Formrohrsteher und horizontale sowie vertikale Seildurchzüge ø 8,0 mm bzw. ø 6,0 mm.
- Bauherr: ARGE Alpine Wasser Untertal, Rohrmoos-Untertal
- Planung: Bliem Ges.m.b.H. & Co. KG, Schladming
- Tragseil: WEBNET ø 1,5 mm, MW: 80 mm Tragseil ø 26,0 mm-Litze, ø 8,0 mm-Seil, ø 6,0 mm-Seil
- Menge: WEBNET ø 1,5 mm, MW: 80 mm: ca. 165 m²
- Tragseil ø 26,0 mm-Litze: ca. 100 lfm. ø 8,0 mm-Seil: ca. 220 lfm. ø 6,0 mm-Seil: ca. 120 lfm.
Der "Alpinsteig Höll" oder "Alpinsteig durch die Höll"
Der Steig führt vom Seeleiten-Parkplatz auf ca. 1 070m ü. A. zur Gfölleralm auf 1 370m ü. A.
Technische Daten
- Steiglänge: 1 065 m, Höhenunterschied ca. 300 m, ca. 500 Stufen
- 900 Stunden Arbeit Firma Bliem, 1 300 Stundenmaschinenring
- 20 Stunden Hubschraubertransporte
- Seilbrücke mit 50 m Länge
- Brücken: 14 m, sechs weitere zwischen 4,5 und 7 m
- zwei Schaustegemit 5,5 m
- 15 Stiegenmit insgesamt 94 m
Material: 500 Torstahlspitzen, 95 Rundeisen, 360 m Blech, 150 m Lärchenpfosten, 150 m Seilnetz, 300 m Seilgeländer, 80 m³ Schotter, 75 Gitterroststufen.
- Etappe 5: Klafferkessel – "Auf den Spuren der Eiszeit"
Alpine Steige, Gipfelanstieg zum Greifenberg; Gehzeit bis zu fünf Stunden.
Die "Wilden Wasser" im Obertal
- Etappe 1: Knappenweg
Von Rohrmoos ins Obertal zum Nickelmuseum Hopfriesen - Obertal und Schmelzofen; Gehzeit ca. drei Stunden; Weiterweg zur Eschachalm möglich. Die Weglänge beträgt nicht ganz neun Kilometer.
Variante: Start Untertal Dorf, vorbei an der Volksschule Untertal.
- Etapp 2: Schmelzofenrundweg
Drei Kilometer Rundweg ab Nickelmuseum; Möglichkeit zum Aufstieg zum Annastollen Bromriesen.
- Etappe 3: Rundwanderung Neualm–Duisitzkar
Eine fünfstündige Rundwanderung ab der Eschachhütte führt über die Neualm zum Duisitzkarsee; Weglänge ca. acht Kilometer.
- Etappe 4: Wanderung zur Keinprechthütte
Ab Eschachhütte über die Neualm zur Keinprechthütte; 9,6 Kilometer; ca. 4,5 Stunden.
- Etappe 5: Obertaler Almrunde
Von der Eschachalm zum Duisitzkarsee, zur Fahrlechhütte, weiter zum Murspitzsattel, durch Lärchen- und Zirbenwald zu den Giglachseen und zur Ignaz-Mattis-Hütte; Rückweg über den Knappenweg; ca. 15 Kilometer; Gehzeit ca. sieben Stunden.
- Etappe 6: Der Bergseeweg
Von der Eschachhütte über Duisitzkarsee und Giglachseen zur Ursprungalm im Preuneggtal; ca. zehn Kilometer; Gehzeit ca. sechs Stunden.
Auszeichnungen
National Geographic Wanderweg
Seit August 2009 darf der Wanderweg "Wilde Wasser" den Titel des ersten offiziellen National Geographic Wanderwegs tragen.
Österreichisches Wandergütesiegel
Der Erlebniswanderweg Wilde Wasser wurde mit dem Österreichischen Wandergütesiegel ausgezeichnet.
Öffnungszeiten
Mai bis Oktober
Bilder
- Wilde Wasser – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki
Wilde Wasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Literatur
- thumb|Wilde Wasser Wanderwege, Broschüre als PDF, sechsmB
- "Naturerlebnis Wasser", Broschüre als PDF, sieben MB
Weblink
- www.wildewasser.at, Liste der Parkplätze
Quellen
- www.verwaltung.steiermark.at Naturdenkmäler Steiermark
- www.openstreetmap.org
- Informationsbroschüre des Tourismusverband Schladming-Dachstein
- sowie einige ältere Quellenlinks, die bei einer Überprüfung am 28. Februar 2021 nicht mehr abrufbar waren