Volksschule Untertal

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Volksschule Untertal
Volksschule Untertal
Volksschule Untertal

Die Volksschule Untertal ist eine Grundschule im Ortsteil Untertal der Gemeinde Rohrmoos-Untertal.

Geschichte

Schon früher als die der Schladminger Volksschule erfolgte die Gründung der Volksschule in Untertal. Die Schulchronik berichtet darüber, dass es mancherlei Schwierigkeiten gegeben hat, die nicht nur im Untertal der Gründung im Wege standen, sondern dass dieses Vorhaben auch von den Mitgliedern des Schladminger Ortsschulrates zunächst keineswegs freundlich unterstützt wurde. Aus der Schulchronik von Untertal entnehmen wir eine Reihe von interessanten Hinweisen auf den dornenvollen Weg zur Schulgründung:

"Die Gründung der hiesigen Schule ist ein Verdienst des Herrn Hofrates und k.k. Statthaltereirathes Johann Gebell, Ritter von Ennsburg." Derselbe, ein langjähriger Sommergast von Schladming, war durch Augenschein von der Notwendigkeit der Errichtung einer Schule am Zusammenfluss der beiden Talbäche überzeugt und wusste dieselbe trotz mannigfacher Hindernisse auch durchzusetzen.

Am 19. September 1872 ordnete der k.k. Landesschulrat die Errichtung einer Schule an. 1873 beauftragte der Bezirksschulrat Schladming den Ortsschulrat, ein geeignetes Gebäude zur Errichtung einer Expositur auszumitteln. Gegen diesen Auftrag machten die Gemeindevorsteher von Rohrmoos und Untertal sowie der Ortsschulrat von Schladming dem Bezirksschulrat die Vorstellung, dass die Gründung einer neuen Schule in Untertal-Obertal nicht zweckmäßig sei. Bis 1881 ruhte die Angelegenheit. Dann ordnete der Landesschulrat eine kommissionelle Erhebung an Ort und Stelle an. Diese fand am 3. Oktober statt. Auf Grund dieser Erhebung wurde als Standort der künftigen Schule die Weberstube beim vlg. Bruggerer festgelegt.

Am 1. Mai 1882 sollte die Eröffnung der Schule stattfinden. Johann Landl vlg. Bruggerer vermietete aber die für das Schulzimmer und die Lehrerwohnung ausersehenen Räumlichkeiten nicht, da er beim Lokaleaugenschein nicht anwesend war und man die Bereitwilligkeit zur Vermietung von Landl nur annahm. Als Begründung der Weigerung Landls gab er an, dass der Schulbetrieb die Ausübung seines Gastgewerbes störe.

Schließlich wurde das vlg. Brantweinhäusl in Untertal Nr. 1 als künftige Unterrichtsstätte ausersehen und vom Besitzer Josef Gföller um 500 Gulden gekauft.

Nach den notwendigen Adaptierungsarbeiten war am 15. Oktober 1883 die Eröffnung der Expositur. Anwesend waren die Lehrkörper von Schladming, der evangelische Pfarrer Carl Robert Lichtenstettiner, der katholische Pfarrer Frühwirt von Schladming, der Obmann des Ortsschulrates Franz Teitsch, die Bürgermeister Johann Prem und Peter Keinbrecht von Untertal bzw. Rohrmoos, der Bürgermeister von Schladming Johann Gruber und etwa 50 Personen aus der Umgebung. Am 16. Oktober 1883 fand der erste Unterricht statt. Es wurden 52 Kinder eingeschrieben.

Störend wirkte für den Unterricht die Lage der Schule knapp an der Straße. Es gab während des Sommers immer den Viehtrieb und während des Winters störten die vorbeifahrenden Holzfuhrwerke den Unterricht. Es zeigte sich auch bald die Enge des Schulzimmers und die viel zu kleine Lehrerwohnung. Es gab eine kleine Küche und eine kleine Schlafkammer, in der nicht einmal zwei Betten nebeneinander stehen konnten.

Die Bevölkerung des Schulsprengels war bereit, dem Übelstand abzuhelfen, der Ortsschulrat von Schladming aber nicht. Man sagte: „Was geht uns Untertal an? Warum sollen wir für diese Schule so viel Geld ausgeben?“ Nach langwierigen Verhandlungen und Meinungsverschiedenheiten zwischen der Bevölkerung von Rohrmoos und Untertal und dem Ortsschulrat von Schladming wegen eines dringend notwendigen Schulhausbaues konnte im Jahre 1895 mit dem Bau doch begonnen werden.

Am 14. Oktober 1895 war die Eröffnung des neuen Schulhauses, an dessen Errichtung Zimmermeister Franz Brandner aus Schladming, Maurermeister Mathias Reiter aus Goisern, Tischlermeister Kari Höflechner aus Ramsau, Spengler und Glaserer Franz Moosbrugger aus Schladming tätig waren. Eingeladen wurde der Ortsschulrat von Untertal-Rohrmoos und die Eltern der Schulkinder. Der Ortsschulratsobmann Friedrich Tritscher und dessen Frau war ebenfalls anwesend. Der Schüler Johann Stocker trug ein Festgedicht vor, nachdem der Lehrer Michael Meindlhuber eine Ansprache hielt. Auch der Ortsschulratsobmann Tritscher aus Schladming hielt eine kurze Rede. Nach der Besichtigung der neuen Schule versammelten sich die Teilnehmer mit den Schulkindern beim „Bruggerer“.

Als Wohltäter der Schule wurden dankbar bei den Reden genannt der ehemalige Statthalter Freiherr von Kübeck zu Kübau, durch ihn bekam die Schulgemeinde Untertal eine Bausubvention von 1.245 Gulden. Ferner spendeten Ludwig August Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha 100 Gulden, Heinrich Schrempf Neuwirtsohn 30 Gulden, Johann Ladreiter aus Obertal zehn Gulden, Blasius Kraiter aus Schladming fünf Gulden und Johanna Binder, Harmertochter eine Krone. Weiters machte sich um das Zustandekommen der Schule Pfarrer Carl Robert Lichtenstettiner verdient. Ebenso Dr. Ivo Hütter aus Schladming und die Abgeordneten W Forcher und Köberl. Kaplan Pirstinger aus Schladming spendete ein Kruzifix“.

Von diesem denkwürdigen Ereignis der Schulgründung in Rohrmoos-Untertal berichtete der erste Band der Schulchronik dieser Gemeinde.

Bilder

Quelle