Die Geburt einer Siedlung in Wörschachwald

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Zeitzeugendokument
Dieser Artikel ist ein Zeitzeugendokument,ist im Originalwortlaut wiedergegeben und dem EnnstalWiki zur Verfügung gestellt worden. Es sollte daher auf sprachliche Korrekturen bitte verzichtet werden.

Die Geburt einer Siedlung in Wörschachwald ist eine private Geschichte, erzählt von Stefan Berger junior aus Liezen, bekannt auch als „Ebner-Steff“, Wörschachwald und Liezen.

Die „Brunner“-Siedlung Es gibt in allen Gegenden, Ortschaften und Städten, wo neue Ortsteile entstehen, ja es entstehen manches Mal neben Gehöften, neben Bauernhäusern, ein oder zwei Wohnhäuser, die von den Kindern der Grundbesitzer erbaut wurden. Ein weiterer Verwandter oder Bekannter kommt dazu und nach einigen Jahren ist es eine kleine, neue Siedlung.

Eine bessere Zufahrt und eine größere Wasserversorgungsanlage ist notwendig, die Kanalisierung und vieles andere mehr muss errichtet werden. Na ja, und weil dann alles sowieso ein wenig größer angelegt wurde, gehen sich ein paar Häuser noch dazu aus. Eine neue Siedlung ist geboren und im Sprachgebrauch wird meist von den „alten Einheimischen“, also die, die schon immer da gewesen sind, ein Name für die neue Siedlung erfunden!

So ist es auch passiert in der nachstehenden Geschichte, nur der Anfang, die, wenn man so will, „Geburt“, ist hier wohl einmalig und ganz anders verlaufen und wird hiermit niedergeschrieben, damit die Bewohner und Besitzer dieser Hütten und Häuser, später einmal erfahren können, wie alles begann, nämlich so ganz anders als üblich und die drei Männer, die daran beteiligt waren, haben ganz sicher niemals an die Errichtung einer Siedlung gedacht?! Leider sind zwei davon bereits „im Himmel“ und schauen dem Treiben und der Weiterentwicklung, aber auch dem Streit der Unvernunft, ganz sicher „von Oben“ zu?

Im Jahre 1970 wurde von mir persönlich der Sportverein Grimming (Gemeinde Pürgg-Trautenfels) in Leben gerufen. Davon gibt es eine eigene Geschichte und daher möchte ich hier nicht näher darauf eingehen.

Jedenfalls war es, wie in jedem Verein üblich und notwendig, Vereinssitzungen in regelmäßigen Abständen abzuhalten. Anlässlich einer solchen Sitzung beim „Gasthof zum Grimming“ in Trautenfels war eine sogenannte „Nachsitzung“ in einem anderen Lokal am Programm. Der Obmann der Herr Zelzer, der Kassier Stenitzer und der Obmann Stellvertreter, meine Wenigkeit, Berger Stefan, wollten sich zu später Stunde das Treiben in dem damals so berühmten, verrufenen Tanztempel, dem „Gabriel“ in Irdning einmal ansehen. Dort verkehrte alles vom ganzen Ennstal, nur jung musste er/sie sein und tanzen wollen!

Wir haben da sicher nicht dazu gepasst, aber wir wollten uns dies ja auch nur ansehen. So hockten wir Drei an einen Tisch und tranken ein paar Achterl Roten. Plötzlich kam das Gespräch auf Freizeit-gestaltung und so weiter. Da meinte der Obmann, er möchte so gerne einen Fischteich? Meine Antwort beziehungsweise Gegenfrage: Ja, warum machst du Dir dann nicht einen solchen? Darauf er: Weil mir dazu das nötige Grundstück fehlt! Darauf meine Antwort: Wir hätten da in Wörschachwald genug“ Moosgründe“ um einige Fischteiche zu machen, du kannst Dir einen ausheben lassen, wenn auch für mich einer ausgehoben wird?! Der Kajetan Stenitzer war plötzlich auch auf diese Idee aufgesprungen und meinte: Die Baufirma Stabel, damals im Konkurs, schuldet mir noch Geld, welches ich nie mehr bekomme, sie haben aber noch einen Bagger, die könnten uns drei Teiche ausheben und wir kämen dadurch schnell und günstig, jeder zu einem Fischteich! Es war eine schöne Vollmondnacht und genau um Mitternacht standen wir drei am „Rohrmoser Moos“ um das betreffende Grundstück zu besichtigen. Es waren natürlich noch Gespräche und Vereinbarungen notwendig, aber vier Tage später waren drei Teiche ausgehoben, das schöne grüne Moos war schwarz. Die Erde wurde per LKW nach Tauplitz gebracht, um beim „Winkler“ die aufgelassene Schottergrube zu begrünen, und vor uns lag ein „Haufen“ Arbeit!

Am Samstag war es dann soweit, ich habe sofort begonnen einen Mönch zu betonieren. Als ich gerade die notwendige Schalung gezimmert habe und bis zum Knie im Dreck gestanden bin, kam der Herr Obmann, der Herr Zelzer, um sich so umzusehen und seinen Teich zu besichtigen. Er war, so meine ich, fünf Minuten da und sah mir zu, dann sagte er nur noch „Servus“, stieg in sein Auto und ist nie wieder zu “seinem Teich“ gekommen!!

Er hat sofort erkannt, so ein Teich bringt auch Arbeit, und arbeiten war wohl nicht so seines, er hatte wohl gemeint, man braucht nur ein Loch zu graben, mit Wasser anfüllen und die Fische dazu geben und schon kann ich da fischen so nach Herzens Lust. Heute wissen wohl alle, so eine Anlage braucht viel Arbeit, viel Zeit und viel Geld.

Und was wissen wir noch? Es bringt viel Ärger!! Und daher gibt es heute keinen der drei damals ausgehobenen Teiche mehr. Daher wende ich mich dem eigentlichen Thema der „Entstehung der Siedlung“ zu.

Wir selbst und der Stenitzer Kay hatten den Teich noch in Betrieb und wir hatten auch so unseren Spaß daran. Wir haben gefischt und gegrillt und uns geärgert, wenn uns der „Gindl“ das Wasser vor der Nase abgeleitet hat. Aber was uns auch gefehlt hat, war ein Unterstand. Eine Hütte, wenn mal der Regen kommt oder auch zur Aufbewahrung von Werkzeug oder Fischfutter, ja Gummistiefel und so weiter. Da kam der Zufall in Form von Ytong-Ziegel, ja Bruchziegel dazu? Ich war damals bei der Baustofffirma Quester als Fahrer beschäftigt und da sind im Laufe der Zeit am Lagerplatz eine ganze Menge, mehr oder weniger beschädigte Ytong Ziegel, angefallen. Weil diese am ganzen Lagerplatz verstreut herum gelegen sind, habe ich diese gesammelt, sortiert und aufgeladen, um diese irgendwohin zu schaffen. Der Chef meinte, in die Abfallanlage, da war mir dann doch Leid darum und habe gemeint: Ist das dein Ernst?! Er sagt ja, wenn dir Leid darum ist dann „flieg ab damit“, egal wohin, nur morgen um sieben Uhr musst Du und der leere LKW wieder da sein!

Mein Hirn hatte da jetzt einiges zu verarbeiten. Soll ich die jetzt nach Wörschachwald fahren und dort mal lagern, um einmal daraus eine Hütte zu bauen? Je länger ich gefahren bin und schon in die Richtung Tauplitz und Wörschachwald, umso klarer wurde mir, dies mit einer Ytong-Hütte, wäre eine super Sache?! Eine andere Idee ist mir bis Lessern nicht eingefallen, also habe ich meine Frau abgeholt und wir sind zum Fischteich gefahren und haben händisch den ganzen LKW abgeladen! Um Mitternacht waren wir fertig und sind sehr müde ins Bett gefallen. Jetzt wurde langsam geplant und getüftelt. Dann mal den Bürgermeister gefragt, wie es denn sei, muss denn für eine Fischerhütte eine Bauverhandlung gemacht werden. Der gute Ing. Meinx meinte ganz ruhig und väterlich, „Nein, für eine Fischhütte verlangen wir so etwas sicher nicht“!

Ein paar Monate später war dann auch das Holz für den Dachstuhl hergerichtet und genug Schotter für das Fundament und die Einsatzfreude bereits in Flammen!

Ich sehe uns heute noch genau, wie wir mit Krampen und Schaufel angerückt sind und den passenden Platz auszuwählen. „Ja, da wäre es gut, weil da sehen wir auf den Fischteich hinunter“, meinte meine Frau. Mit zwei Brettern im Winkel zusammengenagelt und das Ausmaß festgelegt und schon ging es los. Der Anfang einer Siedlung war gemacht, ohne zu ahnen, was da noch alles passieren wird?!

Das Fundament mit der Hand ausgehoben und bis zum Dachstuhl, alles nur wir zwei, ganz allein. Ob Betonarbeiten, ob Mauerer oder Zimmer notwendig gewesen wären, nein wir machten alles selbst. Vom Hausbau in Lessern, bei dem wir vieles gelernt hatten, waren wir ja schon fast wie gelernte „Facharbeiter für alles“!

Die Hütte war so weit gut gelungen, aber der Ärger kam von Seiten der Gemeinde. Die Gemeinderäte hatten die Meinung des Bürgermeisters nicht gutgeheißen, weil dies keine übliche „Fischhütte“, die meist nur aus Holz errichtet ist, sondern ein gemauertes Objekt, welches sehr wohl einer Baubewilligung bedarf. Nachdem ich aber weder einen Plan noch sonstige notwenige Unterlagen erbringen konnte, stellte ich mich taub. Dies ging einige Jahre gut, aber mein bester Freund, der Hans Zandl vlg. Brunner ist Gemeindesekretär geworden und der hat mich dann so lange angebettelt, ich soll doch um eine Bewilligung ansuchen, da habe ich schließlich eingewilligt. In der Zwischenzeit habe ich meinen Arbeitgeber gewechselt, die E- Versorger-Firma STEWEAG hat mich, welch ein Glück, abgeworben! Dieser Postenwechsel hat mir nicht nur viel Glück und ein gutes Leben ermöglicht, sondern auch viele neue Arbeitskollegen und Freunde gebracht. In diesen Zusammenhang, was Baubewilligung anlangt, gab es einen Kollegen vom Beruf Zeichner, der hat mir dann einen Bauplan nach dem fertigen Bau der Hütte gezeichnet und diesen habe ich schließlich eingereicht und damit um die nachträgliche Baubewilligung angesucht. Bei der Bauverhandlung gab es dann für die Herrn Sachverständigen und auch für mich einige Überraschungen. Weil ich wusste, dass nur das Gesamtgebäude zu beurteilen ist, die Innenräume sind da nicht relevant, habe ich am Vormittag im Vorhaus einen frischen Boden betoniert, dadurch konnte das Gebäude nicht begangen und auch nicht besichtigt werden. Dies hat den Sachverständigen Baumeister nicht gefallen, aber er konnte nichts dagegen machen. Anders der Rauchfangkehrer. Er hat von heraussen die Raumhöhe geschätzt und diese als zu niedrig empfunden. Er meinte, dass dieses Objekt niemals als ein Wohnhaus zu bewilligen sei und er daher nichts zu beurteilen habe, er aber auch für eine Kaminpflege nicht zuständig sei. Außerdem zeigte er sich verwundert, warum er zu dieser Verhandlung eingeladen wurde, weil er der Meinung ist, dass für Fischteichhütten noch nie ein derartiger Vorgang gemacht wurde. Der Bürgermeister sowie der Sachverständige Baumeister schauten etwas unsicher drein und sie haben die Baustelle Wortlos verlassen.

Der Bau wurde schließlich mit der Jahreszahl 1970 versehen und bewilligt, und dazu, ohne weitere Auflagen, und wir haben sogar eine Hausnummer bekommen, Wörschachwald Nr. 133. Der erste Bau der Siedlung war offiziell, und von uns aus sollte es auch so bleiben. Wir wollten ganz allein sein und bleiben, aber es kam ganz anders.

Die Wasserleitung für den Fischteich war ja schon vorhanden und einen Brunnen vor der Hütte, ist doch romantisch. Aber da wurde uns bald klar, wir brauchen ein Klo und Wasser in der Küche.

Jetzt war die Errichtung eines Hochbehälters notwendig und eine Druckleitung bis zur Hütte natürlich auch. Dabei halfen mir zwei Arbeitskollegen. Der Herr Jaritz Hans und der Almer Martin. Wir waren gerade beim Zuschütten der Leitung und fast fertig, da meinte der Jaritz, nachdem er sich in der Gegend umgesehen hatte, „Mei, da möchte ich auch eine Hütte“! Meine Antwort darauf war spontan und im Nachhinein gesehen, sehr unüberlegt, aber dies weiß ich erst heute?! Denn von da an war es klar, wir bleiben in dieser so ruhigen Gegend nicht allein!

Ich sagte zu ihm: Geh einfach hinaus zum Brunner, dem Nachbarn, der will Baugründe verkaufen und dann kannst Du dir eine Hütte bauen! Da meinte darauf der Almer Martin: „Da geht i a glei mit“! Nach einer Stunde kamen die beiden freudestrahlend zurück und erklärten uns: „Wir haben Beide einen Grund gekauft“! Beim Jaritz war alles klar, der hat bereits 1974 gebaut und ich mit vielen Arbeitseinsätzen war auch mit dabei. Beim Almer war es ganz anders. Er hatte ein Monat nach dem Kaufabschluss einen Autounfall und verkaufte aus Geldmangel diesen Grund wieder, und zwar an den Lebensgefährten meiner Schwägerin, der Lisbeth Lang. Die beiden zogen zwar 1976 einen Rohbau auf, trennten sich aber dann, und der Bau blieb stecken. Die Frau Lang übernahm den Rohbau, aber zum weiter-bauen fehlte das Geld. Das Haus vom Jaritz war schon lange fertig und mich störte der unfertige Bau da vor unseren Augen, und ich habe der Schwägerin vorgeschlagen, dass ich die restlichen Arbeiten zu günstigen Konditionen übernehmen könnte. Sie nahm einen Kredit auf und mit Hilfe von meinen Arbeitskollegen, wurde auch dieses Gebäude eines Tages fertig.

Damit standen drei Gebäude, wir nannten sie „Hütten“, obwohl dem Jaritz sein Objekt schon eher die Größe eines Wohnhauses aufweist und es ist später, 1984, noch einmal vergrößert geworden, so dass es ab diesen Zeitpunkt auch ständig vom Sohn Peter Jaritz und seiner Frau, bewohnt wird.

Durch einen Zufall, ich hatte einen letzten Skikurs, nachdem ich vorher 13 Winter diesen Beruf ausgeübt hatte. Ein Schüler aus der Gruppe fragte mich eines Tages, ob es richtig sei, dass ich eine Almhütte hätte? „Hütte stimmt, Alm weniger“! gab ich zur Antwort. Er wollte diese Hütte sehen und will nächste Weihnachten dort den Urlaub verbringen. Diesen Vorstellungen konnte ich nicht zustimmen, dazu ist die Hütte viel zu primitiv und zu klein?!

Nachdem er diese „Fischerhütte“ besichtigt hatte, gab es kein Zurück mehr, er gab nicht auf und redete so lange auf mich ein, bis ich zugestimmt habe. Na ja, ich sah da schon auch eventuelle Einnahmen, die wir gut gebrauchen konnten. So haben wir im Sommer einen Schlafraum dazu gebaut, damit mit dem Dachboden im Matratzenlager, im Schlafraum mit Doppelbett und Stockbett, acht Personen schlafen konnten. Und tatsächlich, die Gäste kamen und es wurden immer mehr. Die Hütte haben wir von Jahr zu Jahr verbessert und die Mundpropaganda lief auf Hochtouren! Der Winterbetrieb war gut, nur im Sommer, da war es „unsere Hütte“. Allerdings nicht sehr lange. Die Wintergäste, die uns in der Zwischenzeit zu echten Freunden wurden, haben uns innigst gebeten, doch eine Familie auch einmal im Sommer in der Hütte aufzunehmen? Das sind sooo liebe Leute und kommen nur ein einziges Mal und bleiben außerdem gleich drei Wochen. Meine Frau war begeistert und meinte, die nehmen wir, da brauch ich einmal drei Wochen lang hier heroben, nicht Arbeiten!

Es war so, sie hatte zwei Haushalte zu betreuen und darüber hinaus hat sie immer bei den notwendigen Arbeiten mithelfen müssen. War es beim Holzarbeiten, aber auch bei der Hütte, es waren immer noch Verbesserungen oder Verschönerungen notwendig. Tatsächlich ist es so, bei einem Haus, wird man nie ganz fertig.

Die Familie kam und es war ein Glücksfall! Sie kamen nicht nur einmal, nein sie kamen insgesamt 32 Jahre lang, jeden Sommer und wir haben uns so sehr befreundet und schreiben uns noch heute, mindestens einmal in der Woche, eine Mail! Ohne sie hätten wir einiges nicht erlebt und vieles nicht erfahren. Leider ist der Mann an Krebs, viel zu früh „von uns gegangen“!

Genau zu dieser Zeit, war auch unser Sohn in das Alter gekommen, in dem Freundinnen eine Rolle spielen und er meinte daher, er möchte am Wochenende in unserer Hütte eine Feier starten. Meine Antwort war für ihn sicher eine Enttäuschung. „Lieber Toni, das geht leider nicht, denn es sind derzeit Gäste oben“! Dazu seine Antwort: „Du bist schön blöd, da haben wir eine Hütte und dann können wir nicht hinein, wenn man möchte“!

Er hatte recht und ich war auch ein wenig erregt, ob dieser Meinung, die ich so nicht erwartet hätte! Meine Antwort war blitzschnell etwas unüberlegt, aber Richtungsweisend für die nächsten Jahre.

„Ja gut, du hast recht, da bauen wir einfach eine zweite Hütte, damit lösen wir, für weitere Feiern, dieses Problem“!

Ich hatte dabei nicht bedacht, wie lange es dauert, bis man in einer neuen Hütte feiern kann und was da an Kosten und vor allem Arbeit auf uns zu kommen? Aber es blieb dabei. Der liebe Toni feierte etwas später dann doch und ich begann mit der Planung und Vorbereitung eines weiteren Baues.

Es war gar nicht so einfach, schon von der Gemeinde her, ein weiteres Gebäude errichten zu dürfen, aber ich fand einen Ausweg. Ein Plan für eine Werkstatt mit Holz und Heulager hat mir der junge Stadtbaumeister von Liezen gezeichnet und diesen habe ich eingereicht. Alles ging gut und noch vor der Kommissionierung ist der Rohbau gestanden. Etwas verärgert und mit so manchen komischen Aussagen von Seiten der „hohen Herrn“ der Kommission, ist schließlich, 1997 auch dieser Bau genehmigt worden.

Ja natürlich war das Ganze eine Täuschung, ich hatte von Anfang an vor, hier eine zweite Hütte, und zwar für meine Tochter, zu errichten, denn die Erste, die inzwischen einen Namen, nämlich „Berger Hütte“ erhalten hat, war ja von Anfang an, auf seinen Namen errichtet worden.

Der Bau wurde rasch, soweit fertig gebaut, dass man darin wohnen, beziehungsweise, die Freizeit darinnen verbringen konnte. Nach und nach, weil ich alles selbst gemacht habe, und viele Schnitzarbeiten die Sache etwas verschönern sollten, wurde daraus ein ansehnliches Haus mit einer schönen Außenanlage und viel Rasen rundum. Die Garage ist leider nicht so gelungen, wie es sein sollte, entweder ist schon beim Plan eine falsche Breite angegeben gewesen oder ich habe die Grundmauern falsch betoniert. Jedenfalls ist die Garage zu schmal und so kann dieser Raum nur als Abstellplatz für Allerlei benützt werden und es fehlt daher, eine Garage?!, Schade!

Der Stenitzer Kajetan, der den dritten Teich betrieben hat und auch den Aushub aller Teiche finanziert hatte, bekam auch, so wie wir, immer mehr Probleme mit seiner Fischzucht. Immer öfter war zu wenig Wasser oder zu wenig Sauerstoff, und die Fische verendeten nach und nach. Schließlich gab er den Teich als solchen auf. Er kam zu mir mit dem Ansinnen, er möchte den Grund, auf dem der Teich liegt, und etwas rundum, kaufen, und möchte dort, auch eine Hütte bauen. Da brauchten wir nicht lange handeln und die Sache war erledigt. Der „Kai“, wie wir ihn nannten, hat den Teich mit Schotter zuschütten lassen und darauf ein sauberes Holzgebäude errichtet. Neben seinem Hauptberuf als Kunstschmid und Mechaniker in Trautenfels, hat er viel Zeit, jetzt da oben bei seiner Hütte verbracht. Wir haben uns sehr gut verstanden und uns oft gegenseitig ausgeholfen. Vor allem sind wir viel, ja sogar sehr viel, mit der Wasserleitung beschäftigt gewesen. Immer wieder haben wir neue Quellen gesucht und auch gefunden. Wir haben Quellfassungen gefunden, gefasst und zugeleitet. Wir haben 300 Meter Leitung im Waldboden, händisch, mit Krampen und Schaufel gegraben. Zuerst um unsere Teiche mit Frischwasser zu Versorgen. Viel später brauchten wir für unsere Hütten und Gebäude auch eine größere Druckleitung und so wurde dann in Gemeinschaftsarbeit, ein größerer Hochbehälter errichtet.

Mein unmittelbarer Vorgesetzter in der Firma STEWEAG war Herr Ruppacher Bertl und der wiederum war der Schwager vom „Brunner“, dem Grundbesitzer, der die beiden Gründe an Jaritz und jetzt Lang Lisbeth verkauft hat. Eines Tages kam der Ruppacher mit einem Ansinnen zu mir, er möchte seinen Schwager einen Grund abkaufen und neben der Frau Lang, ebenfalls eine Hütte bauen, ob wir da etwas dagegen hätten.

Nein haben wir nicht, aber dann haben wir zu wenig Wasser, war meine Antwort! Es dauerte nur ein paar Tage und schon war auch dieses Problem beseitigt. Ruppacher erhielt vom Zandl Hans vlg. Brunner, zwei weitere, kleine Quellen, die allerdings erst gefasst und zur bestehenden Anlage dazu geleitet werden mussten. Die Kosten musste Herr Ruppacher übernehmen, es waren genau 20.000 ÖS. Die Bauleitung habe ich selbst übernommen. Dies war dann die Erweiterung der Wasserversorgung, von der ich oben gesprochen habe.

Kaum war der Bau eines „neuen Nachbarn“ im Gange, kam ein weiterer Bewerber hinzu, nämlich unser Lohnverrechner in der Firma STEWEAG, Herr Wagner Niklas. Er kaufte ebenfalls, gleich anschließend vom „Brunner“, einen Baugrund. Zwar ein wenig zu viel und so musste die Grundfläche, vom Baugesetz her, aufgeteilt werden. Ich habe diesen Vorgang bis heute nicht verstanden. Jedenfalls haben die Gemeinde-Mitarbeiter ab da, zu unserer Siedlung: „STEWEAG-Siedlung“ gesagt, weil ja bereits 5 Objekte von Steweag-Mitarbeitern gebaut wurden. Der kleine Holzbau wurde fast ausschließlich von Arbeitskollegen der Firma Steweag im Jahre 1984 errichtet.

Herr und Frau Wagner haben für ihren Wasseranschluss ebenfalls 20.000.-ÖS an die Wassergemeinschaft bezahlt, und dieses Geld wurde nach und nach, für Verbesserungen, Erweiterungen und Erneuerungen verbraucht.

Es ist in diesen Zusammenhang, was die Wasserleitung betrifft, eine Erklärung notwendig.

Am Anfang waren der Herr Stenitzer und Berger allein, die ein Wasser für den Fischteich und dann für die „Berger-Hütte“ gebraucht haben. Als dann Jaritz und Lang dazu gekommen sind, tauchte die Frage auf: gründen wir eine Wassergenossenschaft, oder wie soll es weiter gehen, vor allem wegen der Finanzen?

Bei der Bezirkshauptmannschaft Liezen war der Herr Dr.Pfusterer für Wasserrecht zuständig und zu diesem „Manne“ bin ich gegangen um ihn um einen guten Rat zu fragen.

Wassergenossenschaft oder Wassergemeinschaft, das war die Frage. Was ist besser, was trifft eher für uns, für mich, zu?

Es kam eine Wassergemeinschaft heraus, weil dabei jeder, der an der Wasserleitung angeschlossen ist oder wird, die gleichen Kosten und Dienstleistungen zu tragen hat, unabhängig von den Anschluss- Kosten. Letztere ergeben sich aus den Erweiterungskosten. Gleichzeitig heißt dies „Gleiche Pflichten ist gleich gleiche Rechte“!

Bei einer Wassergenossenschaft gibt es dagegen einen Besitzer der Anlage und die Angeschlossenen sind dann Mitglieder, die eben in einer Generalversammlung, vereinbarte Kosten und Pflichten, zu tragen oder zu leisten haben. Allerdings ist der Besitzer für den Zustand, die Pflege usw., jeweils voll verantwortlich. Letzteres hat mich dazu bewogen, eine Gemeinschaft einzugehen, ohne dabei daran bedacht zu haben, dass gleiche Rechte bedeuten, eine Erweiterung oder ein Neuanschluss, kann nur erlaubt oder gestattet werden, wenn alle damit einverstanden sind! Dies bedeutete gleichzeitig, wenn ich selbst, als Erbauer der gesamten Leitung einen weiteren Anschluss möchte, müssen alle Mitglieder zustimmen. Wie überall, nicht jedes ist gut und nicht alles praktikabel und wenn es einmal so eingeführt ist, muss man damit leben!

Das Schlimmste an der ganzen „Wassergeschichte“ ist aber schon am Anfang passiert, nämlich, als mir Hans Zandl vlg. Brunner seine Quellen angeboten hat und mir erklärt hat, die kosten nichts, sondern er möchte dafür zwei Anschlussrechte, falls er einen Baugrund verkaufen kann?! Dieser Handel wurde leider nur per Handschlag besiegelt, so wie es früher unter Freunden der Brauch gewesen ist. Einfach ein Riesenfehler! Allerdings, hätte ich damals zum Hans gesagt, das machen wir aber schriftlich, er wäre mit Sicherheit beleidigt gewesen! Leider ist der gute Nachbar bald darauf an einen Schlaganfall, viel zu früh verstorben und seine Nachkommen glauben mir bis heute nicht, welche einfache Vereinbarung wir damals gemacht und per Handschlag besiegelt haben. Immer wieder wollen sie weitere Anschlussrechte, immer wieder werde ich als Lügner hingestellt und ich kann nur Jedem raten, auch unter noch so guten Freunden, wenn es eine dauerhafte, eine ewige Freundschaft bleiben sollte, auch nach dem Tod hinaus, immer alles schriftlich und mit beidseitiger Unterschrift!! festzulegen.

Jetzt weiter zu den Baulichkeiten:

Das Jaritz-Haus, welches anfangs als Ferienhaus für Verwandte des Besitzers, später auch für Gäste, nach dem Muster der Berger-Hütte, Verwendung fand, wurde schließlich an den Sohn Peter Jaritz und dessen Gattin übertragen, die von da an darinnen wohnen.

Es ergab sich dann die Möglichkeit für die Fam. Jaritz, eine Werkstatt zu erwerben, diese dort abzutragen und neben Ihrem Hause wieder aufzustellen. Da war ein Grund von der Frau Ingrid Valencak vlg. Brunner zu erwerben und dort bauten sie die Werkstatt 1984 wieder auf. Allerdings nicht als Werkstatt, sondern als kleines, aber feines Ferienhaus, welches ebenfalls zeitweise an Gäste vermietet wurde. Durch die Krankheit des Vaters von Frau Jaritz, zog die Familie Jaritz da oben kurz aus und gingen nach Untergrimming ins Haus Ihrer Eltern, um erst den Vater und später auch die Mutter bis zum Ableben zu „betreuen“. Da ein Um- und Zubau dort notwendig wurden, dazu Geld notwendig war, verkauften sie das kleine Ferienhaus an ein Frau Neuber aus Deutschland. Frau Neuber benützte dieses Objekt in erster Linie auch als Ferienhaus und vermietete auch zeitweise an Gäste, vorzüglich aus Deutschland. Nach dem Tod ihres Mannes lernte sie wieder einen Lebensgefährten kennen, der allerdings, mit diesem Hause keine sehr große Freude hatte und so kam es, dass sie es 2014 an einen Herrn Schmid wieder verkauften.

Inzwischen haben Gäste von der Berger Hütte, nämlich Herr und Frau Lohmann, ebenfalls einen Baugrund vom vlg. Brunner erwerben können und haben darauf ein etwas größeres Haus 1997 hinbauen lassen. Nachdem schon von Anfang an, selbst der Baugrund nur per Kredit erworben wurde, kam es gleich zu finanziellen Problemen, und sogar zur Scheidung. Schließlich wurde der halbfertige Bau versteigert. Gleich dazu: Ein super Rechtsanwalt hat das Haus ersteigert und fertig gebaut und seitdem steht es fertig, perfekt eingerichtet seit vielen Jahren leer, einsam und verlassen, mit Sträuchern und Unkraut eingewachsen, in der schönen Landschaft?! Dazu eine Bemerkung: Nachdem es in der Fremdenverkehrsgemeinde wegen des Zustandes rund um dieses „Neue Gebäude“, bereits zu Beschwerden gekommen ist, hat die Gemeinde dem Herrn Rechtsanwalt, bereits zum zweiten Male, zwecks Beseitigung des unzulänglichen Anblickes, ein Schreiben gerichtet. Die Antwort lässt aufhorchen: Wenn er weiterhin von der Gemeinde belästigt wird, bringt er eine Klage ein!!! Ein „sauberer Nachbar“ hat sich da „eingeschlichen“!

Daneben war da noch ein Grundstück frei, welches ursprünglich Herr Hans Schachner erworben, hat es aber wieder verkaufte und zwar ein Ehepaar aus Oberösterreicher Namens Sterrer.

Diese bauten dort ebenfalls ein Holz-Fertighaus, welches bisher ausschließlich als Ferienhaus benützt wird.

Nach einer Zeitspanne von zwei, drei Jahren, genaueres müsste auf der Gemeinde erhoben werden, kam ein letztes Gebäude dazu. Die aus einer Ehe von Otto und Stefanie Plank in Trautenfels geboren wurde und durch den allzu früher Tod von ihrem Vater, Herrn Plank, zusammen mit ihrer Schwester, nach Irdning, zum Hause Jaritz gekommen war, nachdem die Gattin des Herrn Johann Jaritz, ebenfalls sehr früh an Krebs gestorben ist. Somit wuchsen die beiden Plank-Kinder mit den Jaritz-Kindern Peter und Burgi in Irdning beim Jaritz gemeinsam auf. Es sind, wie fälschlich angenommen wird, diese keine Geschwister, sondern aus zwei Ehen, durch eine weitere Familiengründung, in eine Familie zusammengekommen. Jedenfalls hat diese Frau einen Italiener geehelicht und hat jetzt vom Hermann Schachner vlg. Rohrmoser, den in der Nähe vom Objekt Jaritz, also den gegenüberliegenden Baugrund (eine Sumpfwiese) gekauft und in einer Bauzeit von drei Jahren, dort ein Haus mit Baubeginn 2018 errichten lassen.

Es sieht nicht schlecht aus, passt aber stillmäßig keineswegs zu dieser Feriensiedlung dazu!

Was hat sich seit dem Bau der ersten Hütte, nämlich der Berger-Hütte, alles an Besitzwechsel und sonstigen Veränderungen getan.

Als erster hat sich Herr Ruppacher Bertl durch einen Herzinfarkt drei Tage vor dem Weihnachtsfest, „verabschiedet“. Seine Gattin hat das Erbe nicht angetreten, sondern übergab das Haus und Grundstück an den Enkel, dem Herrn Peter Schmied. Dieser baute noch zwei Zimmer dazu. Dadurch war es groß genug und es wurde aus dem Ferienhaus ein Wohnhaus.

Bald darauf verstarb auch Herr Jaritz Johann und hier übernahm der Sohn Peter Jaritz, der, wie schon beschrieben, fortan, mit Unterbrechung, darinnen wohnt. Auch er hat einen Zubau machen müssen, um anständig wohnen zu können. Herr Stenitzer Kajetan verkaufte seine Hütte an eine Familie Waxwender aus Linz. Nach mehreren Jahren ließ sich das Ehepaar scheiden und so ist der alleinige derzeitige Besitzer Herr Hannes Waxwender.

Herr Wagner Niklas ist ebenfalls verstorben, und zwar auch in der „Hl. Nacht“. Eine tragische Geschichte und seine Gattin benützte eine Zeit lang noch die Hütte, übergab sie dann aber an den Sohn Klaus Wagner und deren Gattin, die in Salzburg leben.

Lisbeth Lang verkaufte Ihr Ferienhaus an ein in Lebensgemeinschaft lebendes Paar aus Berlin, deren Namen sind Sabine Kriebl und Horst Bayer.

Wie schon beschrieben, wurde das Haus Lohmann, welches mehr oder weniger als Rohbau galt, von einem Rechtsanwalt einem Dr. German und seiner Frau, die Richterin ist, beide in Heidelberg wohnhaft, ersteigert und fertig gebaut. Seither steht das neue Haus leer und rundum wuchert das Unkraut und die Sträucher, wie schon beschrieben.

Die Berger-Hütte wurde 40 Jahre lang als Ferienhaus erfolgreich vermietet. Schließlich übernahm die Vermietung die Enkelin Jasmin Berger, allerdings nur für zwei Jahre. Die Betreuung, das Putzen der gesamten Hütte, neben der anstrengenden Tätigkeit als Filialleiterin wurden Ihr zu viel. Da der eigentliche Besitzer Anton Berger eine kranke Frau zu betreuen hat, kam eine weitere Vermietung, die viel Zeit und Arbeit mit sich bringt, nicht in Frage, und daher wurde die Hütte verpachtet. Pächter derzeit ein Wiener Namens „Hirsch“.

In der zweiten Hütte, die die Eheleute Erika und Stefan Berger errichtet hatten, und dafür das Benützung-Recht bis zum Ableben besessen haben, wurde ja von Haus aus, für die Tochter Irene gebaut. Irene ehelichte inzwischen Ing.Peter Kerschbaumer. Die Beiden bauten in Liezen ein Wohnhaus mit großem Grundstück und hatten daher kein Interesse an dem Ferienhaus. Aus Altersgründen verzichteten die Eheleute Berger Erika und Stefan auf das Benützungsrecht und somit war der Weg für einen Verkauf frei.

Die neue Besitzerin kommt aus Bad Mitterndorf und heißt Marion Eder.

Dies ist der Stand mit Datum 5. Mai 2022.

Euer Stefan Berger, für alle Wörschachwalder noch immer der „Ebner Steff“! Liezen im Dezember 2021

Quelle

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