Hans Derkogner

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Derkogner (* 1927 in Schladming; † 20. Oktober 1949 ebenda) war ein Schladminger Wintersportler und Olympiateilnehmer 1948.

Familie

Seine Eltern waren Rosa und Viktor Derkogner. Hans hatte auch einen Bruder, Walter, der als Hochschüler im Zweiten Weltkrieg zur Deutschen Wehrmacht einrücken musste und im Alter von - ebenfalls nur - 22 Jahren am 6. Mai 1944 an der Ostfront gefallen.[1]

Sportliche Karriere

Hans Derkogner startete für den swiki:Skiclub Salzburg[2]

1946

Am 20. Jänner 1946 wurde er beim Gaisberglauf auf dem Hausberg der swiki:Stadt Salzburg Zweiter in der Juniorenklasse mit einer Zeit von 01:50 min. hinter Rudolf Tholmann (SK Bischofshofen) mit einer Zeit von 01:37 min.[3]

Am 3. Februar 1946 wurde er bei den Salzburger Staatsmeisterschaften beim swiki:Seekarhaus sowohl im Abfahrtslauf als auch im Torlauf Salzburger Meister in der Juniorenklasse.[4]

Am 16. und 17. März 1946 nahm er an den Wettbewerben des Madlochrennens in Lech am Arlberg teil. Bei den Junioren wurde Hans Derkogner Zweiter in der Kombination, nachdem er den Abfahrtslauf gewonnen hatte, im Torlauf den zweiten Platz einnahm, allerdings mit einer Zeit, die um mehr als 20 Sekunden hinter der des Gesamtsiegers Gustl Felder (SK Walsertal) zurückblieb.[5]

Beim Spezial-Torlauf auf dem Gaisberg (Stadt Salzburg) gewann er in der Klasse I mit der Tagesbestzeit.[6]

1947

Bei den 7. int. Studenten-Welt-Winterspielen in Davos, Schweiz, die vom 19. bis 26. Jänner 1947 stattfanden, war er genannt, jedoch konnten noch keine Ergebnisse gefunden werden.

Am 1. und 2. Februar 1947 fanden die Salzburger Ski-Landesmeisterschaften in swiki:Zell am See statt, bei denen Derkogner 4. in der Herren Klasse I und 2. in der Kombination wurde.[7]

Bei der Vierländermeisterschaft 1947 in Schladming gewann Derkogner den Abfahrtslauf der Männer, hatte aber im Torlauf Pech und stürzte.

Am 19. März 1947 fanden bei schlechtem Wetter die traditionellen Loser-Läufe in Altaussee statt. Derkogner gewann mit überragender Tagesbestzeit den einleitenden Torlauf.[8]

Beim Seegruben-Riesentorlauf am 23. März 1947, an dem 200 Starter teilnahmen, gewann Derkogner wiederum mit der Tagesbestzeit.[9]

Beim swiki:Skirennen am Hohen Sonnblick am 11. Mai 1947 wurde Derkogner Dritter hinter Haider (Seefeld) und swiki:Bubi Bradl.[10]

Er war auch für den Riesengebirge-Abfahrtslauf in der CSSR (heute Republik Tschechien) genannt.[11]

Ende Mai siegte er bei einem Sommerskirennen in der Schweiz.[12]

Beim swiki:Großglockner Skirennen am 8. Juni 1947 wurde er Zehnter.[13]

1948

Beim Abfahrtslauf der Herren am 4. Jänner 1948 bei katastrophalen Wetterbedingungen wurde Derkogner Elfter.[14]

Bei den Olympischen Winterspielen 1948, die vom 30. Jänner bis 8. Februar 1948 in St. Moritz in der Schweiz ausgetragen wurde, war Hans Derkogner Ersatzmann. Ob er zum Einsatz kam oder nicht konnte noch nicht eruiert werden.

Bei den österreichischen Skimeisterschaften am 21. Februar 1948 in swiki:Badgastein wurde Derkogner Elfter in der Abfahrt.[15]

Bei den Österreichischen Akademischen Skimeisterschaften 1948 in Schladming siegte Derkogner bei den Herren.

Beim Riesentorlauf in Madesime (Italien) am 21. März 1948 wurde Hans Derkogner bei starker Konkurrenz als Bester der teilnehmenden Österreicher Fünfter. Sieger wurde der Südtiroler Gärtner vor Alvera (Italien).[16]

1949

Bei den Österreichische Akademische Skimeisterschaften 1949 in Kitzbühel am 8. und 9. Jänner 1949 wurde er beim Abfahrtslauf Zweiter und Sieger der Kombination.[17]

Alle Chancen auf einen Sieg beim Schmittenhöhenrennen am 23. Jänner 1949 in Zell am See am Beginn der internationalen Wintersportwochen begrub Derkogner in einer Schneewächte kurz nach dem Start.[18] Am letzten Tag des ersten sportlichen Teils dieser Wintersportwochen wurde Dergkogner am Mittwoch, 26. Jänner, beim Abfahrtslauf von der swiki:Schmittenhöhe Vierter.[19]

Anfang Februar 1949 wurde Derkogner in Italien beim Abfahrtslauf in Sestriere, an dem die Weltspitzenklasse teilnahm, Fünfter und in der Kombination dreier Abfahrtsläufe Sechster.[20]

Am 11. Februar 1949 wurde er in Villach bei einem Slalom Dritter.[21]

Beim 3. int. Ski-Treffen in Seefeld in Tirol am 18. Februar 1949 gewann Derkogner den Abfahrtslauf.[22] Am 19. Februar gewann er auch den Torlauf und damit die Kombination.[23]

Am 7. Oktober 1949 meldeten die Zeitungen, dass Derkogner schwer erkrankt sei.[24]

Nachruf

In den swiki:Salzburger Nachrichten vom 24. Oktober 1949 findet sich ein Nachruf:[25]
Der Tod hielt in den letzten Wochen reiche Ernte unter den Salzburger Spitzenskiläufern. Nach Sepp Bründlinger starb nun in Schladming im Alter von 23 Jahren das vielleicht größte Talent im Salzburger alpinen Skilauf, Hans Derkogner. Der junge Student aus Schladming hatte Salzburg zu seiner Wahlheimat erkoren und fühlte sich beim Skiklub Salzburg so richtig wohl. Er kam 1948 in den österreichischen Olympiakader und nahm als Ersatzmann an den Olympischen Winterspielen in St. Moritz teil. Seinen größten Erfolg buchte Hans Derkogner in diesem Jahr bei den österreichischen Staatsmeisterschaften in Villach, wo er im Slalom den hervorragenden dritten Platz belegen konnte. Hans näherte sich gerade in dem Augenblick seiner Hochform — er gewann in Seefeld die „Silberkugel“ und den „Goldenen Ring“ — als ihn eine heimtückische Krankheit[26] aufs Krankenbett zwang. Am 20. Oktober 1949 erlöste ihn der Tod von seinem schweren Leiden. Der Salzburger Skisport verliert in Hans Derkogner nicht nur einen seiner besten Läufer, sondern einen Prachtkameraden, der der Salzburger Skijugend immer ein Vorbild sein sollte.

Hans Derkogner-Gedenklauf

1950 veranstaltete der Wintersportverein Schladming erstmals für den viel zu früh verstorbenen Wintersportler den Hans Derkogner-Gedenklauf, der als internationaler Bewerb jährlich bis bis 1964 stattfand.

Quellen

  1. ANNO, Völkischer Beobachter, Ausgabe vom 16. Mai 1944, Seite 7
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  3. ANNO, swiki:Salzburger Tagblatt, Ausgabe vom 21. Jänner 1946, Seite 6
  4. ANNO, swiki:Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 4. Februar 1946, Seite 4
  5. ANNO, swiki:Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 20. März 1946, Seite 3
  6. ANNO, swiki:Salzburger Tagblatt, Ausgabe vom 27. Dezember 1946, Seite 7
  7. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 3. Februar 1947, Seite 4
  8. ANNO, Oberösterreichische Nachrichten, Ausgabe vom 20. März 1947, Seite 3
  9. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 24. März 1947, Seite 3
  10. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom vom 12. Mai 1947, Seite 3
  11. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 16. April 1947, Seite 4
  12. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 27. Mai 1947, Seite 3
  13. ANNO, Volkswille, Ausgabe vom 10. Juni 1947, Seite 5
  14. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 5. Jänner 1948, Seite 3
  15. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 21. Februar 1948, Seite 5
  16. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 23. März 1948, Seite 4
  17. ANNO, Die Weltpresse, Ausgabe vom 8. Jänner 1949, Seite 5 sowie ANNO, Neue Zeit, Ausgabe vom 10. Jänner 1949, Seite 5
  18. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 24. Jänner 1949, Seite 4
  19. ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 27. Jänner 1949, Seite 4
  20. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 7. Februar 1949, Seite 4
  21. ANNO, Salzburger Tagblatt, Ausgabe vom 12. Februar 1949, Seite 16
  22. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 19. Februar 1949, Seite 8
  23. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 21. Februar 1949, Seite 4
  24. ANNO, Neues Österreich, Ausgabe vom 7. Oktober 1949, Seite 5
  25. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 24. Oktober 1949, Seite 3
  26. schwere Grippe verbunden mit einer Gehirnhautentzündung, Quelle ANNO, Wiener Zeitung, Ausgabe vom 21. Oktober 1949, Seite 4