Geologischer Überblick über das Ennstal

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Die Übersicht beinhaltet die wichtigsten stratigrafischen Einheiten, die das Obere Ennstal begrenzen.

Die Geologin Mag.a DDr.Melanie Keil hat einen geologischen Überblick über das Ennstal zwischen Schladming und Liezen erstellt.

Südseite des Ennstales

An der Südseite des Ennstales liegen die dem Ostalpin zugehörigen Schladming und Bösenstein Kristallinkomplexe und der Wölz Glimmerschiefer Komplex (Teile der Niederen Tauern). Erstere bestehen aus einem variszischen und alpidischen Grundgebirge. Die am häufigsten vorkommenden Gesteine sind Para- und Orthogneis, Quarz-Phyllit, Grünschiefer und Amphibolit. Bemerkenswert ist die Sonderstellung des Höchgrößenmassivs, des einzigen Serpentinit-Körpers im Einzugsgebiet des heutigen Ennstales. Der Wölzkomplex besteht hauptsächlich aus granathältigem Glimmerschiefer und vereinzelt Marmor.

Gegen Norden hin grenzt noch vor Erreichen der Enns die Grauwackenzone an. Sie besteht zu einem Großteil aus Phylliten, ist reich an Quarzknauern, Grünschiefer, grauen Sandsteinen und wenigen kalzitisch/dolomitischen Marmoren. Südlich von Liezen verläuft die Grauwackenzone in Richtung ostsüdost mit ähnlicher Lithologie.

Nordseite des Ennstales

Nördlich des Ennstales tritt die Grauwackenzone lokal noch als schmaler Streifen zu Tage und ist Unterlagerung für die Nördlichen Kalkalpen. Deren Basis bildet das in Evaporiträumen entstandene Haselgebirge. Darüber folgen die marinen Klastika der (Werfener Schichten). Den Großteil der Lithologie bilden jedoch die Kalk- und Dolomitschichtfolgen.

Westseite des Ennstales

Im Westen wird die Grauwackenzone direkt vom Dachsteinblock überlagert. Eine mächtige Dolomit- und Kalkabfolge, einschließlich des Dachsteinkalkes formt beeindruckende steile Wände. Diese triassischen Sedimente breiten sich weiter nach Osten aus und sind dort teilweise unregelmäßig von Gosau-Sedimenten überlagert.

Entlang des Ennstals und der Seitentäler

Entlang des Ennstals gibt es mehrere postalpidische Beckenbildungen, bedingt durch die Ennstal-Störung. Diese Becken mit ihrer Sedimentauffüllung ergeben die geologische Einheit "Tertiär des Ennstals". Die jüngsten geologischen Einheiten sind im Quartär, also mit Beginn der Eiszeiten, entstanden. Sie umfassen sowohl die glazialen, als auch postglaziale bis rezente Bildungen wie z. B. fluviatile Ablagerungen oder Ablagerungen bedingt durch Massenbewegungen.

Siehe auch

Der Beitrag "Geologie und Klima modellieren den Bezirk Liezen" bietet einen umfassenden Überblick zum geologischen Aufbau und zur Geomorphologie des Bezirks.

Quelle

  • Melanie Keil, modifiziert nach Melanie Keil und Franz Neubauer, 2011, Austrian Journal of Earth Sciences