Anna Gasteiner

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Anna Gasteiner in jungen Jahren.
Der Kirchenchor der St. Georgskirche auf der Pürgg im Jahr 1958. Es dirigiert Schulleiter Rudolf Ladner, an der Orgel Alois Gewessler, vlg. Jödl. – Im Hintergrund v. l. n. r.: Gerda Brettschuh, verehel. Schmied, Annemarie Ram, Lori Pfanner, Anna Gasteiner, Walter Stenitzer, Hermann Zandl, vlg. Pollmann.

Anna Gasteiner, geb. Egger, vlg. Willsperger (* 7. Juli 1931 auf der Pürgg) ist eine Ennstaler Mundartdichterin.

Leben

Sie kam als Tochter von Franziska und Franz Egger am „Willspergerhof“ in Pürgg, Haus Nr. 38, zur Welt.

Von 1937 bis 1945 besuchte sie die einklassige Volksschule und war seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr als Sennerin in der Gnanitz- und auf der Leistenalm. Im Jahr 1960 heiratete sie einen Bergbauern in Gaishorn vlg. Kögler im Paltental. Dort trug sie mit schöner Schrift ihre Erinnerungen und Gedichte in zwei umfangreiche Bände ein.

Mein Lebenslauf

Ich, Anna Gasteiner, bin am 7. Juli 1931 am elterlichen Bergbauernhof vulgo Willsberger, Pürgg Nr. 38, geboren und dort mit 2 Halbgeschwistern (Leonhard Harreiter, verst. 2004 u. Aloisia Harreiter – Sr. Fidelis – Kreuzschwester, verstorben u. begraben 2012 in Indien) und 2 Brüdern (Sepp verstarb bereits mit 6 Wochen; Franz verstarb mit 33 Jahren), unter sehr schwierigen und ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.

Meine Eltern waren Franz und Franziska Egger, geborene Prüggler, verw. Harreiter.

Ich besuchte in Pürgg 8 Jahre die einklassige Volksschule, davon waren 6 Kriegsjahre. Mit 14 Jahren wurde ich in den Kirchenchor Pürgg aufgenommen. Mit bereits 15 Jahren war ich selbstständige Sennerin auf der Gnanitzalm (Gmd.Pürgg, Weg bzw. Zufahrt über Tauplitz), danach folgten 9 Almsommer auf der Leistenalm (Stainach).

Als ich zur katholischen Jugend-Führerin gewählt wurde, musste ich einen 3-wöchigen Fortbildungskurs in Mariatrost bei Graz besuchen. Im Jahr 1960 heiratete ich Franz Gasteiner und kam wieder auf einen kleinen Bergbauernhof am Sonnberg in Gaishorn Nr. 84 (jetzt Gaishorn am See) vulgo Kögler. Mein Ehemann arbeitete im Veitscher Magnesitwerk und ich führte den gemeinsamen Bauernhof.

Ich habe zwischen 1961 und 1965 zwei Töchter (Anna Maria u. Gabriele-Franziska) und einen Sohn (Franz) geboren, die mittlere Tochter starb leider mit 18 Monaten nach der Pockenimpfung.

1964 bezogen wir das neu erbaute Haus in Gaishorn am See.

1972 bauten wir den Stall neu.

1976 wurde die alte Almhütte auf der Leistenalm restauriert und auf dem Leistenstein wurde auf unser Betreiben ein Kreuz aufgestellt.

Ich war immer für die Familie, für die Tiere und den Hof da.

Meine Hobbys waren: Das Singen, Schreiben (drei private Tagebücher), sowie das Vortragen von Geschichten und Gedichten bei Veranstaltungen. Berge und Gipfelkreuze waren meine liebsten Ziele, da ist man Gott am nächsten.

Mein Mann ist leider schon mit 68 Jahren 1993 verstorben.

Ich wünsche mir, dass ich noch in diesem Sommer meinen 90. Geburtstag erleben kann.

Anna Gasteiner Gaishorn im Feb. 2021


Quelle


Beiträge aus dem Tagebuch der Anna Gasteiner