Katholische Pfarrkirche zum hl. Georg

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Blick von Trautenfels nach Pürgg mit der katholischen Pfarrkirche

Die Katholische Pfarrkirche zum hl. Georg ist eine römisch-katholische Kirchenanlage in der ehemals ehemals eigenständigen Gemeinde Pürgg-Trautenfels, heute Marktgemeinde Stainach-Pürgg.

Einleitung

Sie gehört zum Dekanat Oberes Ennstal - Steirisches Salzkammergut der Diözese Graz-Seckau und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten von Pürgg-Trautenfels.

Die Kirche und der sie umgebenden Friedhof sowie das benachbarten Pfarrhaus stehen am Ende einer von der Hauptstraße des Dorfes nach Südwesten abzweigenden 150 Meter langen Sackgasse und damit auch am Südwestende des Ortes. Sie liegt malerisch bei 770 m Seehöhe am Rande eines Hochplateaus über dem Ennstal und gegenüber dem Ostabfall des 2 351 m hohen Hohen Grimming.

Geschichte

Die Pfarrkirche wurde der Überlieferung nach am 17. Juli 1130 vom Seckauer Bischof Wocho geweiht. Von diesem romanischen Bau sind noch drei Schiffe erhalten. Die Seitenschiffe weisen die charakteristischen halbrunden Aspiden auf. Anfang des 14. Jahrhunderts veränderte man die Kirche im Stile der Gotik, indem der Turm über dem Chorquadrat abgerissen und ein Westturm errichtet wurde.

Im nördlichen Seitenschiff, das höher als das südliche ist, befindet sich eine Empore mit einem Marienaltar. Diese Empore kann ebenerdig durch einen eigenen Eingang (in Richtung Pfarrhof) betreten werden. Von hier gelangt man auch in die Turmläutkammer. Der südlicher Seitenaltar zeigt die Darstellung des großen Missionars Franz Xaver. Gleichzeitig fand eine Erweiterung des Chores mit dem darunter liegenden Karner ihren Abschluss. Die Wölbung der Schiffe, die ursprünglich wohl flach gedeckt waren, erfolgte im 15. Jahrhundert. Im Jahr 1904 wurde an die Westfassade die Grufthalle der Grafen Lamberg auf die ehemals hier bestehenden Familiengruft der Grafen Stainach, gebaut.

Ausstattung

Am Hauptaltar besteht die gotische Mensa mit Maßwerk an der Rückseite aus rotem Marmor. Den Aufsatz aus Tabernakel und Säulenbaldachin schuf 17931794 der Mitterndorfer Künstler Johann Fortschegger (* 1743; † 1827). Von ihm stammt auch die klassizistische Kanzel mit dem Thema des Sämanns. Der Kanzel gegenüber hängt ein großes Kruzifix vom Ende des 16. Jahrhunderts. Aus dem 18. Jahrhundert stammen die qualitätvollen Heiligen- und Märtyrerfiguren an den Säulen des Mittelschiffs. Es stehen sich Johannes Nepomuk und Franz Xaver sowie Barbara und Katharina gegenüber. Ein großes Altarbild stammt von Robert Scheffer.

Im südlichen Seitenschiff ist der Altar in der kleinen romanischen Apsis dem Franz Xaver geweiht. Neben weiteren Heiligen-Skulpturen fällt eine in Steingusstechnik gefertigte Pietà von 1425 auf. Die Figurengruppe Anna selbdritt von etwa dem Jahr 1520 stammt von dem oberösterreichischen Bildschnitzer Leonhart Astl. Ein gotisches Taufbecken mit einer Datierung von 1483 am Sockel hat einen geschnitzten Aufsatz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Im Altar von 1697 im nördlichen Seitenschiff wird der heilige Alexius verehrt. Auf der Empore des nördlichen Seitenschiffs befindet sich eine Liebfrauenkapelle mit einem Marienaltar aus dem 17. Jahrhundert. An der Emporenbrüstung, dem Mittelschiff zugewandt, stellt eine Porträtbüste unter einem steinernen Baldachin einen jungen Kleriker dar, vermutlich Konrad Zeidler. Rechts und links halten Löwen zwei Wappen, den Bindenschild der Babenberger und den Steirischen Panther, der zuerst bei den Traungauern auftauchte.

Eine Besonderheit ist das Westportal mit dem romanischen Türblatt, das zu Abwehr böser Geister Spiralen aus Schmiedeeisen trägt.

Orgel

Die Orgel.

1793 erhielt die Kirche eine Orgel. Sie war einige Jahre zuvor von Nikolaus Rummel dem Älteren (1708–1794) für die Pfarrkirche in St. Peter in der Au (Niederösterreich) gebaut worden. Da sie sich für diese Kirche als zu klein erwies, überführte sie der Steyrer Orgelbauer Peter Hötzel unter Hinzufügung sechs weiterer Register nach Pürgg. Nach mehreren Reparaturen und Umbauten lautet die jetzige Registrierung des Instruments nach der Generalsanierung von 1996:

Manual C–c2
1. Bordun 16′
2. Gedeckt 8′
3. Prinzipal 8′
.
4. Hohlflöte 8′
5. Gamba 8′
6. Prinzipal 4′
.
7. Flöte 4′
8. Quint {2⅔′
9. Oktav 2′
10. Mixtur 1⅓′
Pedal C–d1
11. Subbass 16′
12. Violon 16′
13. Oktavbass 8′
Koppel:
Manual/Pedal

Bildergalerie

weitere Bilder

Quellen