Alpine Gesellschaft Preintaler

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Historische Postkarte anlässlich der Eröffnung der Preintalerhütte 1891.
135 Jahre Alpine Gesellschaft Preintaler, ergänzende Chronik der Jahre 2010 bis 2020.

Die Alpine Gesellschaft Preintaler ist ein Bergsteigerverein, der drei Hütten in den Schladminger Tauern betreibt.

Geschichte

Unter Leitung des Wiener Textilkaufmannes Rudolf A. Kolrose trafen sich Anfang der 1880er-Jahre regelmäßig ein kleiner Freundeskreis zu fröhlicher Geselligkeit. Diese Treffen erfolgten im „Goldenen Sieb" in der Paniglgasse im 4. Wiener Gemeindebezirk an bestimmten Wochentagen. Die Sonntage wurden dann für gemeinsame Wanderungen im Wienerwald genutzt.

Anfangs nannte sich die Gruppe, wohl in Anspielung an ihren Gründer noch Kohlröserl. Als dann die Wien naheliegenden Berge wie Rax und Schneeberg immer populärer als Ausflugsziele wurden, hieß die Gruppe Enzian. Das zur gleichen Zeit entstehende Interesse an den alpinen Bereichen der Berge führte zu Besuchen der Veranstaltungen des Österreichischen Touristenklubs. Bald schon nannte sich Gruppe nunmehr „Alpine Gesellschaft". Im Zuge der Notwendigkeit, die Gruppe als neuen Verein einzutragen, musste allerdings abermals ein neuer Name gefunden werden. Da es nämlich damals in Wien bereits eine „Alpine Gesellschaft Enzian" gab, lehnte die Behörde die Genehmigung unter selben Namen ab.

Als alpiner Verein er aber auch ein ein alpines Arbeitsgebiet haben. Dazu wählten sich die Gruppe die Gegend um Gippel und Göller aus und wählten als neuen Namen, nach dem zu Füßen dieser Berge liegenden Preintal (in Niederösterreich, westlich von Wiener Neustadt), Alpine Gesellschaft Preinthaler.

Die Gründungsversammlung fand am 6. Mai 1885 statt und als Zweck der neu gegründeten Gesellschaft wurde nach § 2 der genehmigten Statuten die "Förderung des Touristenwesens sowie jeder Art alpiner Angelegenheiten" festgeschrieben. Gründer war Feldmarschall Heinrich Freiherr von Hess.

Zur Mitgliederversammlung am 30. September 1885 erschien als Gast Hans Wödl. Er wurde am 9. Dezember 1885 in den Verein aufgenommen. Damit erhielt die hochalpine Ausrichtung des Verein einen gewaltigen Auftrieb. Die Gesellschaft meldete sich unter korporativem Beitritt ihrer Mitglieder als Tischgesellschaft beim Österreichischen Alpenklub (ÖAK) an, dem sich die Preintaler seither stets eng verbunden fühlten. Am 20. Jänner 1886 erfolgte erstmals die Wahl eines Preintalers, Edmund Forster, in den Ausschuss des ÖAK. Weitere Preintaler folgten in den verschiedensten Funktionen.

Die Vereinsarbeiten verlegten sich nun vom bisher gewählten Gebiet der Voralpenalpen ins Hochgebirge. Edmund Forster, dem Gründungsobmann, ist es zu verdanken, dass dieser als neues Gebiet die Schladminger Tauern vorgeschlagen hatte. Er und seine Nachfolgern hatten sich stets dafür ausgesprochen, im gewählten Gebiet der Schladminger Tauern jede Übererschließung bewusst zu vermeiden.

Schon knapp ein Jahr nach der Gründung des Vereins, erforschten zu Pfingsten 1886 mehrere Gruppen der Preintaler die damals noch ganz einsamen und nahezu unbekannten Schladminger Tauern. Zu Hause berichteten sie von der wilden und unberührten Bergwelt, die sie trotz schlechtester Wetterverhältnisse kennengelernt hatten. Es kam zum endgültigen Beschluss, dieses Gebietes als Arbeitsbereich der Gesellschaft zu wählen. Rege bergsteigerische Erschließungstätigkeit war die Folge und mehr als die Hälfte aller Neutouren im Arbeitsgebiet wurden von Preintalern ausgeführt.

Den Preintalern zur Seite standen Menschen aus der Region, wie der Bergführer Peter Gerhardter vlg. Grünstock aus Schladming und Traugott Wieser vlg. Rodler aus dem Seewigtal. Dieses gemeinsame Bergerleben festigte natürlich auch den freundschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft. Damit dieser Zusammenhalt bestehen blieb, hielt man die Mitgliederzahl bewusst möglichst klein, nie mehr als 35 Personen.

Neben der bergsteigerische Erschließung wurde auch im Sinne der „Förderung des Touristenwesens" die allgemein-touristische Erschließung des Arbeitsgebietes nicht vernachlässigt. Beispielsweise wurde am 29. Oktober 1888 beschlossen „Wegmarkierungen zu schaffen und Gedenkbücher auf Gipfeln zu hinterlegen". Zu Beginn des Jahres 1889 wurde der erweiterte Beschluss gefasst, neben der Anlegung neuer Markierungen auch einen Baufonds zu schaffen, sowie einen Platz für eine zu erbauende Schutzhütte ausfindig zu machen. Dies geschah bei der Generalversammlung am 20. Mai 1889. Um die Verbundenheit mit dem ÖAK auch sichtlich zu bekunden, wurde die Spende eines „Fremdenbuches" für die Zsigmondyhütte im Herzen der Sextner Dolomiten und eine namhafte Geldspende (200 swiki:Gulden[1]) für den Ausbau der swiki:Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe (unterhalb des Gipfels des swiki:Großglockners beschlossen.

Edmund Forster legte 1890 das Amt des Obmannes nieder und Hans Wödl übernahm die Führung der Gesellschaft bis 1885. Im Herbst 1890 wurde als Standort der geplanten Schutzhütte die Waldhornalpe im Herzen des Arbeitsgebietes der Gesellschaft gewählt und dort ein Grundstück im Ausmaße von 30 Quadratklaftern (ca. 97,20 m²) erworben. Gleichzeitig wurde Bauholz angeschafft und mit einheimischen Zimmerleuten Bauverhandlungen aufgenommen. Im Frühsommer 1891 konnte die Hütte fertiggestellt und am 15. August 1891 als Preintalerhütte feierlich eröffnet werden. Die gesamten Baukosten betrugen 934.68 Gulden.

Die Verpflichtung zur Erstellung eines jährlichen Tourenberichtes war signifikant für die strenge alpine Einstellung der damaligen Preintaler. Im Jahresbericht des Obmannes wurde dann eine Zusammenfassung dieser Berichte gegeben. Die Informationen dieser Berichte spannten sich von den Wiener Hausbergen (Preintalersteig auf der Rax, Hans-Wödl-Quelle ebendort) bis zu Matterhorn, Montblanc und Meije. Das war für die Zeit vor 1914 eine ganz außerordentliche Leistung. Selbst außerhalb der Alpen waren Preintaler zu finden, so z. B. Hans Wödl in Korsika und Viktor Pillwax, der „Glocknerkönig", in den Rocky Mountains, ferner Hans Püchler im Hohen Atlas (Nordafrika).

Obmänner

  • 1885–1889: Edmund Förster
  • 1889–1894: Hans Wödl
  • 1894–1898: Karl Bernhard
  • 1898–1901: Adolf Siebeneicher
  • 1901–1910: Edmund Förster
  • 1910–1930: Hans Wödl
  • 1930: Karl Bernhard
  • 1931–1933: Fritz Müller
  • 1933–1945: Dr. Leopold Ebermann
1940–1945: in Vertretung Dr. Hans Hitzker
  • 1945–1947: Carl Klamer
  • 1947–1952: Dr. Hans Hitzker
  • 1952–1970: Dr. Leopold Ebermann
  • 1970–1990: Prof. Otto Nessizius
  • 1990–2003: Fritz Ebermann
  • seit 2003: Dr. Walter Kovar

Hütten

Literatur

Weblinks

Quellen

Fußnote
  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki