Gustav Jahn

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Gustav Jahn (* 17. Mai 1879 in Wien, † 17. August 1919 auf der Ödsteinkante am großen Ödstein tödlich verunglückt) war ein österreichischer Alpinist und Maler.

Leben

Der gerne als Jahn-Gustl genannte Bergsteiger war vor allem ein Kletterer, dessen Lieblingsgebiet der Fels war. In Eis und auf Firn entwickelte er eine unglaubliche Trittsicherheit, aber auch als Ski(renn)fahrer konnte er viele Erfolge verbuchen.

Ihm beim Klettern zuzuschauen, bereitete Bergkollegen stets eine Freude, da er keine einzige Stelle im Fels mit Kraft überwand, sondern, wie es den Anschein hatte, dem Fels Meter um Meter abschmeichelte. Er war ein Gegner der Verwendung von Karabinern, Stiften, Haken usw. Trotzdem verstand er alle, die im Hochgebirge lieber gesicherte Klettersteige bevorzugten. Er regte beispielsweise beim Pächter der Ottohauses auf der Rax (. Camillo Kronich, den Bau des "Alpenvereinssteigs" an.

Mit der Kletterei begann Jahn 1895 als 16jähriger während des Sommerurlaubs mit seiner Famile in Gloggnitz, wo er auf die Rax stieg. Bis 1900 bestieg er Berge im Rax- und Hochschwabgebiet und Berge im Gesäuse. Den Frühling und Herbst des Jahres 1900 verbrachte er in Flatz bei Neunkirchen in Niederösterreich, wo er nicht nur kletterte, sondern auch Malstudien betrieb.

Im Winter 1901/1902 begann Jahn auch Ski zu fahren. Er gewann bei vielen Skirennen und wurde Ehrenmitglied des Österreichischen Wintersportclubs, der ihm seine Gründung verdankte.

Während des Ersten Weltkriegs nahm er zunächst im Spätherbst 1914 an einem Skikurs in den Radtstädter Tauern teil, Anfang 1915 an einem in Aussee. Nach seiner Einrückung im März 1915 kam er als alpiner Referent auf den Karrerpass, später auf das Pordojjoch, er Leiter der Brigade-Skikurse wurde. Im November 1916 kam er als Instruktionsoffizier nach St. Christina im Grödner Tal. Bis zum Zusammenbruch der Monarchie 1918 machte er an die 150 Gipfelbesteigungen und unzählige Skifahrten in den Dolomiten.

Im Sommer 1919 war Gustav Jahn in der zweiten Augustwoche mit Michael Kofler in Gstatterboden zu gemeinsamen Bergtouren. Nach einem sehr erfolgreichen 16. August durch die Hochtor-Nordwand wollten die beiden am 17. August über die Ödstein-Nordwestkante aufsteigen. Ein Überhang auf der Kante erforderte den sogenannten "Preuß-Quergang", bei dem Gustav Jahn rund 500 Meter in die Tiefe stürzte. Jahn war Vorausgänger und hatten den sichernden Michael Kofler mit in die Tiefe gerissen. Gustav Jahn wurde am Bergsteigerfriedhof Johnsbach begraben.

Einige seiner Klettertouren

genannte Erstbesteigungen dürften sich auf die erstmalige Besteigung von Gustav Jahn beziehen

im Gesäuse in den Ennstaler Alpen bestieg er den großen Buchstein, weiters Bergfahrten am Dachstein, im Zillertal, im Rosengarten und den Karnische Alpen;
den großen Buchstein bestieg Jahn am 29. Mai über einen neuen Anstieg aus dem Hinterwinkel;
am 9. Juli beginn Jahn zusammen mit Otto Barth den Verbindungsgrat zwischen der Armkarwand und der Bischofsmütze und bestieg erstmals den Schwingerzipf;
den Hochkesselkopf bestiegen dann erstmals von Osten her am 16. August Jahn, Barth und Camillo Opel, zuvor kam es um 07:45 Uhr zur ersten Überschreitung der Windlegerscharte;
am 18. August bestiegen die drei den Hohen Dachstein, überschritten dann in eineinhalb Stunden die Obere Windlücke und erreichten nach 12:50 Stunden den Gipfel der Mitterspitze (2 926 m ü. A.) "Neuschnee und Vereisung erschwerten die Kletterei, welche unter normalen Verhältnissen kaum mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen dürfte";
einen zweiten Durchstieg der Südwand des Hohen Dachsteins (es dürfte sich dabei noch nicht um den direkten Durchstieg gehandelt haben, der erst 1909 gelang) unternahmen die drei am 20. August von der Bachleralm aus; dort brachen sie bei in einer Mondnacht um 02:30 Uhr in der Früh zu ihrer Tour auf; nach einer kurzen Rast am Gipfel stiegen sie zum Hallstätter Gletscher hielt sie ein Gewitter eine Stunde lang auf und sie kehrten bei wolkenbruchartigem Regen zur Bachleralm zurück;
am 25. August stieg Jahn mit Opel über den direkten Aufstieg durch die Nordwand auf den Gipfel des Hochtors in den Ennstaler Alpen;
  • 1903 ist die Liste der Bergfahrten schon sehr lange und kann in der Quelle im Detail nachgelesen werden; erwähnenswerte Besteigungen waren
am 5. Juli die erste Besteigung der großen Bischofsmütze-Südwand "Jahnweg" mit Otto Laubheimer
am 8. September wollte Jahn zusammen mit Laubheimer das Hochtor im Gesäuse besteigen; beim Abstieg wurde Otto Laubhheimer von einem losen Felsbrocken in die Tiefe gerissen und starb am Berg;
  • 1904 erstieg Jahn unter vielen anderen Gipfeln den Großglockner über den Nordwestgrat und im August war er im französischen Mont-Blanc-Gebiet unterwegs;
  • 1905 unternahm Jahn Kletterfahrten in den Gesäusebergen, der Dachsteingruppe und den Südtiroler Dolomiten;
  • 1906 gelang ihm am 2. September zusammen mit Franz Zimmer ein völlig neuer Aufstieg über die Nordwand auf das Hochtor, der seither Jahnweg genannt wird;

Von seinen skifahrerischen Tätigkeiten

Gustav Jahn war Mitbegründer des Österreichischen Wintersport Clubs (ÖWSC).

  • 1906/1907: im Winter trafen sich sportbegeisterte Alpinisten in Mitterndorf im Ausseerland zum Sikfahren; zwischen 9. und 12. Mai (!!) 1907 hielt er in einer Mulde auf der Rax seinen ersten großen Skikurs und veranstaltete ein Junioren- und Seniorenlaufen, ein Stillaufen und einen Sprungwettbewerb;
  • 1908: am 9. und 10. Februar finden im Salzburger Zell am See Skirennen statt; dabei wurde Jahn Zweiter beim Hauptverbandswettlauf des Skiclubs Zell am See und ebenfalls Zweiter beim Senioren-Abfahrtslauf; beim "Sprunglauf" wurder er mit 18,2 m Dritter (weitester Sprung mit 25 m von Bruno Biehler aus München);
  • 1909 errichtete der ÖWSC unter Vorgaben von Jahn drei Übungsschanzen auf dem Semmering; Jahn selbst wurde zu einem der erfolgreichsten Skispringer seiner Zeit;

Jahn als Landschaftsmaler

Beispiele:

  • Er entwarf im Auftrag der K. K. Staatsbahnen ein Plakat "Gesäuse" mit der Planspitze im Mittelpunkt

Quelle