Hallstätter Gletscher

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Bruch des Gletschers nahe der Randluft
Der Hallstätter Gletscher 2011
Der Hallstätter Gletscher 2011: die Oberfläche von 1930 (blau) und der Eisrand (orange) lagen einige Meter höher als heute

Der Hallstätter Gletscher, auch Karlseisfeld genannt, ist der größte Gletscher des Dachsteingebirges.

Allgemeines

Er zieht vom Fuß der Nordostflanke des Hohen Dachsteins, ab etwa 2 850 m ü. A., sowie vom folgenden Hauptkamm gegen Norden und endet vor dem Schöberl in ca. 2 300 m ü. A., bzw. in der Mulde vor dem Taubenriedl, in ca. 2 100 m ü. A.. Nordöstlich unterhalb befindet sich der Eissee. Der Abfluß des Eissees erfolgt unterirdisch und tritt als "Waldbachursprung" wieder zutage. Der oberste Gletscherboden häng am Gjaidsteinsattel mit dem Schladminger Gletscher zusammen. Im mittleren und nördlichen Gletscherbereich gibt es eine mächtige Spaltenbildung.

2010 ist der Gletscher knapp unter der Randkluft des Hohen Dachsteins über die gesamte Breite abgebrochen und dadurch entstand eine größere Spalte. siehe Bild

Geschichte

Zu früheren Zeiten wurde der Gletscher auch Karleisfeld genannt und bis 1850 füllte der Gletscher die Mulde vor dem Taubenriedl. Der Dachsteinforscher Friedrich Simony war besonders vom Karlseisfeld beeindruckt. 1846 begann er auf diesem Gletscher mit den exakten Messungen der Eisbewegungen. Dazu brachte er Markierungen in der Felswand an. Doch zwei Jahre später musste er feststellen, dass diese nicht mehr erkennbar waren. Das Wachstum des Gletschers betrug in diesen zwei Jahren fast zwölf Meter. Wenige Jahre später setzte der bis heute anhaltende Schrumpfungsprozess ein. Simony konnte 1856 durch seine genauen Aufzeichnungen feststellen, dass sich das Eisfeld zwar nach unten ausdehnte, aber die Dicke der Gletscherzunge doch schon stark abgenommen hatte und sich die Oberflächenstruktur verändert hatte.

Gletscherbericht

Durchgeführt vom Österreichischen Alpenverein

Berichtszeitraum Änderung
2009 / 2010 - 5.1 m [1]
2008 / 2009 - 5.9 m [2]

Historische Aufnahmen

Bilder

Quellen

  • Alpenvereinsführer Dachstein Ost
  • Alpenvereinskarte 14 - Dachsteingebirge ISBN 3-928777-27-0
  • Buch: Die Weite des Eises, Arktis und Alpen von 1860 bis heute, Hrsg. Monika Faber, Albertina, Wien, 2008, ISBN 978-3-7757-2252-0

Einzelnachweise

  1. www.alpenverein.at Gletscherbericht 9/10
  2. www.alpenverein.at Presse-Download 2010