Hinterberg (Salzkammergut)

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Hinterberg, auch Hinterberger Tal genannt, wird eine Kleinregion im Steirischen Salzkammergut im Nordwesten des Bezirk Liezens genannt.

Die Gemeinden

Bis zur Gemeindestrukturreform 2015 umfasste es die drei Gemeinden Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz. Heute ist Hinterberg komplett ident mit dem Gemeindegebiet von Bad Mitterndorf.

Geografie

Das Hinterberger Tal wird im Norden durch den Radlingpass markiert und erstreckt sich dann nach Osten bis zur Klachauer Höhe. Nördlich wird es vom Toten Gebirge und südlich vom Kemetgebirge und vom Grimming begrenzt. Gemeinsam mit dem Ausseerland bildet der Hinterberg das Steirische Salzkammergut.

Diese Kleinregion ist für Kuren im Marktzentrum (Bad Mitterndorf), für Wanderungen auf der Tauplitz und den Wintersportmöglichkeiten bekannt (Skiflugschanze Kulm). Legenden ranken sich auch um den Toplitzsee.

Geschichte

Bairische Siedler waren die ersten, die das Gebiet im Hinterbergertal um 800 n. Ch. urbar machten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mitterndorf 1147. Als die Herzöge Albrecht I. und Otto um 1335 hier eine Pfarre errichteten, gehörte Mitterndorf zur Herrschaft Hinterberg. Erst 1848 erfolgte die Aufhebung der Grundherrschaften und 1850 wurde Mitterndorf eine autonome Körperschaft.

Die Eröffnung der Salzkammergutbahn erfolgte im Jahre 1877. Sie führt von Stainach-Irdning in der Steiermark über Attnang-Puchheim nach Schärding (beide in Oberösterreich). Diese Normalspurbahnlinie war bereits damals eine wichtige Süd-Nord-Achse zwischen dem Ennstal und der Westbahn. In der Gründerzeit lag ihre verkehrstechnische Bedeutung aber auch in der Anbindung der Salinenbetriebe von Bad Aussee, Bad Ischl und Ebensee an das damals bestehende österreichische Eisenbahnnetz. Darüber hinaus wurde sie in zunehmendem Maße vom wachsenden Fremdenverkehr genutzt und gilt bis heute als eine der landschaftlich schönsten Erlebnisbahnen. An ihrem Scheitelpunkt im Bereich des Bahnhofs Tauplitz erreicht die Salzkammergutbahn eine Seehöhe von 833 m ü. A..

Um 1900 war das Hinterbergertal eine Bauern- und Gewerbelandschaft. So entstand vor allem am südlichen Rand des Hinterbergertales eine holzwirtschaftliche Gewerbelandschaft (Sägewerk von Johann Loitzl und der Ersten Wiener Türen- und Fenster-Fabriksgesellschaft, k.k. Forste). Die Forst- und Holzwirtschaft schuf Einkommensmöglichkeiten für Arbeiter und Holzknechte sowie Nebeneinkünfte für Bauern, vor allem durch das Winterfuhrwerk. Holzarbeit wurde zu diesem Zeitpunkt nach wie vor ohne mechanische Hilfen durchgeführt. Wie früher kamen Sägen und Hacken zum Einsatz. Der Holztransport erfolgte mit Pferden und Ochsen. Die Eisenbahn ermöglichte nicht nur den Holzexport, sondern auch den frühen Fremdenverkehr. Es entstanden Gastronomiebetriebe und die erste kommerzielle Initiative für die Nutzung der Quelle von Heilbrunn. In Mitterndorf wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts Gewerbetreibende im Fremdenverkehr, in der Holzwirtschaft und in anderen Bereichen (Brauerei) aktiv. Dies verhalf dem Ort zu einem Aufschwung in den letzten Jahren der Monarchie. Der Fremdenverkehr breitete sich zunächst als swiki:Sommerfrische aus, der Wintersport war um die Jahrhundertwende noch in der Pionierphase. Eine neue bürgerliche Architektur ergänzte die bisherigen bäuerlich-gewerblichen Hauslandschaften von Bad Mitterndorf. Der Aufschwung im Winterfremdenverkehr begann nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Quellen