Leo Schlömmer

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Leo Schlömmer
Titelbild „Meine Welt – die Berge“.
Seil und Pickel
Route durch die Dachstein-Südwand.

ORR Dir. Leo Schlömmer (* 14. April 1936 in Bad Mitterndorf) ist Heeresbergführer und Alpinist.

Leben

Der Alpinist

Leo Schlömmer wuchs der Bauernsohn zwar am Fuß des Grimming auf, fand aber erst beim Militärdienst den Weg in die Berge; dann aber reifte er schnell zu einem außergewöhnlichen Alpinisten. Mit 17 Jahren macht Schlömmer seine erste Bergtour überhaupt auf den Gipfel des swiki:Großglockners[1]. Es folgen Klettereien am heimischen Dachsteinmassiv und im Gesäuse sowie im Wilden Kaiser und den Dolomiten. 1959 besteht er die Prüfung zum Heeresbergführer, ist dort als Lehrer und Ausbilder tätig. Die erste Westalpentour, Grand Capucin-Ostwand „Bonatti“, folgt 1960, alle großen und klassischen Fels- und Eiswände in den Alpen werden zu seinem Ziel. In Österreich wird Schlömmer zumeist durch seine Alleinbegehungen an der Däumling-Ostkante im Gosaukamm und der Südostkante der Großen Bischofsmütze, in der Dachl-Roßkuppenverschneidung im Gesäuse und durch die Predigtstuhl-Direttissima im Wilden Kaiser bekannt; alles Touren im 6. Grad.

Internationales Aufsehen erregt Schlömmer, als er 19611962 innerhalb von zwölf Monaten an Eiger, Grand Jorasses und Matterhorn die gefürchteten Nordwände bezwingt, ihm an letzterer in einer internationalen Seilschaft auch die erste Winterbegehung gelang. Bergfahrten nach Südamerika folgten; zumeist mit anderen Bundesheerkameraden, die sich auch an den Achttausendern bewähren sollten: Felix Kuen, Werner Heim, Adi Sager.

1964 dann die erste Besteigung des 7 342 m hohen Momhil Sar im Karakorum, und 1966 zieht es Schlömmer nach Peru zum Nevado Jirishhanca Grande (6 126 m ü. A.), auch genannt das „Matterhorn von Peru“, der als einer der schwierigsten Gipfel der Welt gilt. Hier gelingt unter seiner Führung die zweite Besteigung. Im Yosemite Valley bezwingt er als erster deutschsprachiger Kletterer 1970 eine so genannte Big Wall: die „Nose“ am El Capitan.

In einem fünftägigen Ringen schaffe er, wieder mit Peter Perner, 1970 als erste deutschsprachige Seilschaft die berühmte Nose-Route an der 1 000-Meter-Granitwand des El Capitan im Yosemite Valley in den USA. Krönung seiner extremen Jahre sollte für Schlömmer 1971 der Mount Everest (8 848 m ü. A.) werden: In einer internationalen, vom später in Salzburg lebenden Amerikaner swiki:Norman Dyhrenfurth[2] geleiteten Expedition, in der mit Wolfgang Axt ein zweiter Österreicher stand. Schlömmers Ziel: über die 1 200 m hohe Südwestwand des Berges in der Direttissima den Gipfel zu erreichen. Fast hätte er es geschafft, als erster Österreicher auf dem höchsten Berg der Welt zu stehen. Auf ca. 8 300 m ü. A. aber musste er umkehren; ein Todesfall in der Expedition und organisatorische Probleme verhinderten weitere Versuche.

Dafür gelingt 1973 im Ausgleich die Besteigung des Mount McKinley, und sein Buch „Meine Welt – die Berge“ wird veröffentlicht.

Sein berufliches Leben

Der Fliegerhorst Aigen im Ennstal wurde das berufliche Basislager des Heeresbergführers. Unweit davon glückte ihm ein Glanzstück: die Direttissima durch die 800 Meter hohe Dachstein-Südwand, 1967 zuerst mit dem Ramsauer Hüttenwirt Peter Perner, 1969 solo durchstiegen.

Nach 20 Jahren extremster Bergfahrten wurde Schlömmer dann Leiter des Sportinternats der Ski-Handelsschule Schladming (Jugendsporthauses in Schladming in der Zeit 1974 bis 1998). Fast unübersehbar Zahl und Namen derer, die dort die Basis zu Olympiasiegen und WM-Titeln legten: Lea Sölkner, Peter Wirnsberger, Michael Tritscher, Christian Mayer, swiki:Petra Kronberger, swiki:Uli Maier, Michaela Dorfmeister, swiki:Alexandra Meissnitzer, Renate Götschl, swiki:Michael Walchhofer und vielen anderen Sportlern. Daneben blieb Leo Schlömmer aber bis heute dem Klettern treu und unternahm über 30 Reisen in die Berge Südamerikas; auf Langlauf- Ski durchquerte er Teile der riesigen Takla Makan-Wüste in Asien. Das Geheimnis seines erfolgreichen und unfallfreien Lebens in den Bergen: "Man braucht Können, um Glück zu haben!"

Privat

Leo Schlömmer heiratete am 2. Oktober 1971 Heidemarie Simonlehner in swiki:Filzmoos.

Touren

Als Bergführer unternahm er unter vielen folgende Bergtouren:

Publikationen

Literatur

Bilder

  • Leo Schlömmer – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Quellen

Fußnoten

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki