Politische Expositur Bad Aussee

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Politische Expositur Bad Aussee war bis Ende 2011 ein formal selbständiger Bezirk (Politische Expositur) in der Obersteiermark nördlich des Ennstals und Teil des Bezirk Liezens.

Allgemeines

Zur Politischen Expositur Bad Aussee gehörten folgende Gemeinden:
Altaussee - Bad Aussee - Bad Mitterndorf - Grundlsee - Pichl-Kainisch;

Geschichte

Das Ausseerland gehörte bis ins 15. Jahrhundert zusammen mit dem Salzkammergut zum persönlichen Besitz (Kammergut) der österreichischen Kaiser. Ein Streit um den Salzabbau trennte jedoch das Ausseerland vom Kammergut und wurde der Steiermark übergeben.

1849 wurde von der Bezirkshauptmannschaft Liezen ein Bezirksamt eingerichtet, das die Gerichtsbezirke Irdning, Gröbming, Schladming und Bad Aussee umfasste.

1868 wurden dann der Bezirkshauptmannschaft Liezen alle Gerichtsbezirke unterstellt. Es war auch jene Zeit, in der das obere Ennstal erstmals auf Eigenständigkeit pochte. Kaiser Franz Joseph I. genehmigte diese mit einer Verfügung vom 18. Oktober 1872. Die Expositur Aussee unterstand der Bezirkshauptmannschaft Gröbming.

Während der nationalsozialistischen Ära wurde die Bezirkshauptmannschaft Gröbming am 14. Oktober 1938 aufgelassen. Die Expositur Aussee, die sich mit dem Gerichtsbezirk Aussee deckt, wurde als autonomer Bezirk in die Verwaltungseinheit Oberdonau (Oberösterreich) ausgegliedert.

Seit 1948, als der Bezirk Aussee wieder in die Steiermark eingegliedert wurde, ist er eine Expositur im Bezirk Liezen.

Die ehemalige Zusammengehörigkeit der Exposituren in Bad Aussee und in Gröbming zeigt sich noch heute beispielsweise im gemeinsamen Schulbezirk Gröbming, der auch das Ausseerland umfasst. Eine andere Gemeinsamkeit aus jener Zeit ist auch der gemeinsame Amtsarzt.

2011 wurde in einer Reformagenda der Steiermärkischen Landesregierung angekündigt, die Expositur Bad Aussee nach 63 Jahren aufzulösen. Deren Aufgaben sollen wieder durch die Bezirkshauptmannschaft Liezen übernommen werden. Der letzte Leiter der Politischen Expositur Bad Aussee, Hofrat Dr. Detlef Hischenhuber war mit 1. Juli 2011 in Pension gegangen. Seine Stelle wird nicht mehr nachbesetzt. Die Expositur Bad Aussee soll zu einer Bürgerservicestelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen werden.

Der dreizehnköpfigen Belegschaft der Politischen Expositur Bad Aussee wurde im September 2011 im Auftrag der Landesamtsdirektion von Bezirkshauptmann des Bezirks Liezen, HR Dr. Josef Dick mitgeteilt, dass nur vier Personen künftig ihren Arbeitsplatz in Bad Aussee haben werden. So sollen die Referate Amtskasse mit Jagd und Fischerei, Pass/Personenstandswens, Verwaltungsstrafverfahren und Kraftfahrgesetz/Führerscheinwesen in Bad Aussee erhalten bleiben.

BA-Kennzeichen

Das letzte Referat ist besonders wichtig, da mit ihrer Auflassung die Bevölkerung um ihr "BA"-Autokennzeichen bangen. Pläne, das Autokennzeichen "BA" abzuschaffen, stoßen in der Bevölkerung auf Widerstand. Der Vizegeneralsekretär der Industriellenvereinigung, Peter Koren, der aus dem Ausseerland stammt, gründete als Privatmann die Facebook-Initiative "BA muss bleiben", die im Juli 2011 schon rund 1 500 Fans hatte. Bei Wegfall des oben genannten Referats erhielten alle Ausseer dann "LI"-Autokennzeichen (Liezen).

Anfang November 2011 teilte Landeshauptmann Mag. Franz Voves überraschend mit, dass es das BA-Kennzeichen künftig nicht mehr geben werde. Ab 1. Jänner 2012 wird die Politische Expositur Bad Aussee als Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen geführt.

Quellen