Bruno Hubl
Bruno Hubl OSB (* 17. März 1947 in Magdalenaberg bei Pettenbach, Bezirk Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich; † 27. Februar 2026 in Rottenmann) war Prälat und von 1996 bis 25. Jänner 2017 der 67. Abt des Benediktinerstifts Admont. Er prägte über Jahrzehnte das religiöse, pastorale und kulturelle Leben des Klosters. Er galt als bedeutender Ordensmann, Seelsorger und Ausbildner innerhalb der Benediktinerkongregation.
Herkunft und Ausbildung
Bruno Hubl wurde als Franz Hubl in Kirchdorf an der Krems geboren und wuchs in der zum Stift Kremsmünster gehörenden Pfarre Magdalenaberg bei Pettenbach auf. Seine Eltern führten einen landwirtschaftlichen Betrieb und vermittelten ihm eine tief verwurzelte Religiosität. Durch den aus Pettenbach stammenden Admonter Abt Koloman Holzinger OSB kam er in das Internat und später in das Juvenat des Stiftes Admont. Nach der Matura am Stiftsgymnasiums trat er in das Noviziat ein.
Sein Theologiestudium an der swiki:Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Salzburg[1] in Salzburg schloss er rasch ab; für die Ablegung der feierlichen Profess am 15. August 1969 war eine Dispens aus Rom notwendig. Am Festtag der beiden Apostelfürsten Peter und Paul, dem 29. Juni 1971 wurde Bruno Hubl vom damaligen Diözesanbischof Johann Weber in der Stiftskirche Admont zum Priester geweiht.
Tätigkeiten im Kloster und in der Seelsorge
Schon früh übernahm Hubl Aufgaben in der Liturgie: Abt Koloman ernannte ihn zu seinem Zeremoniär, was seine liturgische Prägung entscheidend beeinflusste. Er war jahrzehntelang Mitglied verschiedener liturgischer Kommissionen des Ordens.
Seine seelsorglichen Stationen umfassten unter anderem:
- Kaplan in Admont (1971–1983)
- Pfarradministrator in Selzthal (1982–1995)
- Pfarrer von Admont (1995–1996)
- Seelsorger in St. Gallen, Altenmarkt bei St. Gallen und Unterlaussa (2017–2019)
- Vikar in Frauenberg und Hall (2020–2022)
Besonders prägend war seine Tätigkeit als Novizenmeister (1977–2007). In dieser Funktion führte er Generationen von jungen Ordensmitgliedern in die Regel des hl. Benedikt ein und weckte ihr Interesse für die Geschichte des Stiftes und des Ordens.
Prior und Abt
1978 ernannte Abt Benedikt Schlömicher OSB den erst 32‑jährigen Pater Bruno zum Prior des Stiftes Admont – ein Amt, das er 18 Jahre lang mit großer Umsicht ausübte.
Er war von 1979 bis 1981 Stiftsbibliothekar und Stiftsarchiv.
Am 1. August 1996 wählte ihn das Kapitel zum 67. Abt von Admont. Einen Monat später fand die feierliche Benediktion durch Bischof Johann Weber in der Stiftskirche statt. Viele Jahre lang betreute Bruno Hubl als Novizenmeister die neu eingetretenen Mönche. Zwei Jahre verwaltete er auch die weltberühmte Stiftsbibliothek Admont und das Stiftsarchiv Admont.
Besonderheit
Am 23. März 2009 gab Abt Bruno den Rücktritt von seinem Amt mit 21. April des Jahres bekannt. Nach fast 13-jähriger Amtszeit meinte er "Insgesamt bin ich mehr als 30 Jahre in Führungsfunktionen des Klosters tätig gewesen. Für mich ist es jetzt an der Zeit, die Verantwortung an einen Mitbruder zu übergeben", so der Prälat in einer ersten Stellungnahme[2]. Abt Brunos Meinung, nach dreizehn Jahren als Vorsteher einer Klostergemeinschaft wäre es an der Zeit, einem anderen Mitbruder die Gelegenheit zu geben, einen frischen Wind ins Kloster zu bringen, führte am 21. April 2009 zu seinem Rücktritt. Doch der Konvent wählte Abt Bruno einen Monat später erneut zum Oberen des Benediktinerklosters an der Enns. Nach einer dreitägigen Bedenkzeit, die sich Abt Bruno erbat, nahm er am 30. April 2009 seine Wiederwahl an[3].
Während seiner Amtszeit war er in zahlreichen kirchlichen und wirtschaftlichen Gremien tätig, darunter im Kongregationspräsidium (1999–2009) und als Aufsichtsratsmitglied der GRAWE AG (1999–2019), die Erzherzog Johann von Österreich gründete. Da Abt Bruno Hubl im März 2017 seinen 70. Geburtstag feierte und die Statuten der Österreichischen Benediktinerkongregation festlegen, dass Äbte dann ihr Amt zur Verfügung stellen müssen und die Konvente einen neuen Abt zu wählen haben, wurde am 25. Jänner 2017 sein Nachfolger GR KR Mag. P. Gerhard Hafner OSB zum 68. Abt des Benediktinerstifts Admont gewählt
Persönlichkeit und Wirken
Abt Bruno war weit über die Diözese hinaus als eifriger Firmspender bekannt. Seine Liebe zur feierlichen Liturgie verband sich mit einer ausgeprägten Predigttätigkeit, die durch Humor und Herzlichkeit geprägt war. Sein schallendes Lachen, seine Offenheit und sein Interesse an den Menschen machten ihn zu einer beliebten Persönlichkeit.
Auch machte er sich als Mitglied in verschiedenen liturgischen Kommissionen einen Namen. Seit seiner Zeit als Abt kam es zu erheblichen Bau- und Umbaumaßnahmen, wie
- der Restaurierung der weltberühmten Stiftsbibliothek Admont, sowie eines Großteils der Stiftsgebäude,
- dem Um- bzw. Ausbau des Pflegeheims Sankt Benedikt in Frauenberg
- dem Neubau des Museums,
- der Errichtung des Studentenwohnheimes "Haus der Begegnung" in Graz.
Er pflegte eine enge Beziehung zu seiner Familie, insbesondere zu seinen Schwestern Maria und Resi. Als Abt war er für seine Großherzigkeit und Milde bekannt; Strenge gehörte nicht zu seinem Führungsstil, was ihm manchmal auch Schwierigkeiten bereitete, wenn seine Güte missverstanden wurde. Auszeichnungen
Persönliches Wappen
Das Wappenschild von Abt Bruno Hubl ist horizontal in zwei Hälften geteilt. Im oberen silbernen Bereich ist ein blauer Kreis mit einem aufgesetzten goldenen Kreuz abgebildet, während der untere rote Abschnitt mit einer aufgeschlagenen Bibel dargestellt ist. Im Oberwappen ist zentriert eine goldene Mitra[4]. An beiden Seiten der Mitra ragt ein Abtstab (oder Bischofstab, auch Krummstab genannt) heraus. Als Schildträger fundieren an beiden Seiten goldene Bänder. Unterhalb des Wappenschildes ist ein waagrechtes Band mit der Aufschrift EX CARITATE CONFIDENS DE ADIUTORIO DEI (Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe).
Auszeichnungen
Bruno Hubl war Träger zahlreicher Ehrungen, darunter:
- Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
- Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich
- Weitere kirchliche und zivile Auszeichnungen
- Bischöflicher Konsistorialrat
- Ehrenbürger der Gemeinden Admont und Trieben
Ehrung
Nach ihm wurde der Abt Bruno Platz neben der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Opferung Frauenberg benannt.
Quellen
- Parte Bruno Hubl
- www.stiftadmont.at
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Bruno Hubl"
- www.stiftadmont.at Aktuelles
- facebook.com, Benediktinerstift Admont, 3. März 2026
Einzelnachweise
- ↑ Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im SALZBURGWIKI, dem Mutterwiki des EnnstalWikis
- ↑ www.stiftadmont.at Datum des Pressetextes
- ↑ www.stiftadmont.at
- ↑ dreiecksähnliche Kopfbedeckung von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern mit Jurisdiktion (zum Beispiel Äbte).
| Vorgänger |
Abt von Admont 1996–2017 |
Nachfolger |