Stiftsbibliothek Admont

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Übersichtsaufnahme der Stiftsbibliothek
Obere Galerie der Bibliothek

Die Stiftsbibliothek Admont im Benediktinerstift Admont in der Marktgemeinde Admont in der Obersteiermark ist die größte Klosterbibliothek der Welt.

Geschichte

Die im Jahr 1776 fertiggestellte Stiftsbibliothek wurde wegen des aufwendigen barocken Baustiles, der Ausmaße sowie der umfangreichen Sammlung an Büchern, Handschriften und Inkunabeln als das Achte Weltwunder gesehen. Der Bibliothekstrakt dieser Benediktinerabtei misst eine Länge von 70 Metern, eine Breite von 14 Metern und eine Höhe von etwa 13 Metern. Der gesamte Saal wird durch 48 Fenster erhellt. Die Deckenfresken in den sieben Gewölbekuppen stellen Wissenschaften und religiöse Allegorien dar. Die spätbarocken Holzskulpturen des Bildhauers Josef Stammel zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken Österreichs. Die sieben Gewölbefresken an der Decke schuf der Kunstmaler Bartolomeo Altomonte. Beim zerstörerischen Brand im Stift Admont am 27. April 1865 wurde die Stiftsbibliothek verschont.

Restaurierung 2004–2008

Am Samstag, den 31. Mai 2008 wurde die Bibliothek nach mehr als vierjähriger Generalrestaurierung unter Anwesenheit des Bundespräsidenten Heinz Fischer, Landeshauptmann-Stellvertreters Hermann Schützenhöfer und Abtprimas Notker Wolf O.S.B. wieder eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste und über 600 geladene Gäste war der Einladung gefolgt und erlebten die Eröffnung mit einem Konzert des Hyperion Ensemble des Steirischen Kammermusikfestivals.

Abt Bruno Hubl O.S.B. ging in seiner Rede auf die Herausforderung der Bibliotheksrestaurierung ein und bedankte sich bei den Unterstützern - bei der EU, dem Bund und dem Land Steiermark.

Das Jahrhundertprojekt wurde in drei große Arbeitsphasen zwischen 2004 und 2008 geteilt, wo sämtliche Bereiche generalrestauriert wurden: alle Bestände aus Stein und Metall, die Deckenfresken, der gesamte Skulpturenschmuck und auch Teile des Bücherbestandes. Das Jahrhundert-Projekt der Generalrestaurierung der Stiftsbibliothek Admont stand unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes[1].

Vor und während der Restaurierung wurden jährlich rund 65 000 Besucher gezählt. 2008 waren es bereits 85 000.[2]

Die vier letzten Dinge

Diese barocke Skulpturensammlung in der Stiftsbibliothek über Die vier letzten Dinge wurden vom Josef Stammel erschaffen und zeigen den Tod, das jüngste Gericht, die Hölle und den Himmel.

Bücher und Schriften

Ein „Kloster ohne Bibliothek wie eine Festung ohne Rüstkammer“. Dieser Spruch hat durchaus seine Berechtigung, denn die Bücher waren seit jeher das geistige „Rüstzeug“ der Ordensleute. Sie wurden für Liturgie und geistliche Lesung ebenso benötigt wie für wissenschaftliche Belange, für Unterricht und Verwaltung.

Die Geschichte der Admonter Stiftsbibliothek beginnt bereits mit der Klostergründung im Jahre 1074. Es kann als sicher gelten, dass die kleine Mönchsschar aus Salzburg, die im Herbst 1074 das klösterliche Leben in Admont aufnahm, bereits einen Grundbestand an Büchern aus dem Mutterkloster swiki:Benediktiner-Erzabtei St. Peter mitgebracht hatte. Dazu kamen sehr frühe Bücherschenkungen des Klostergründers Erzbischof swiki:Gebhard von Salzburg.

An erster Stelle ist hier jene dreibändige Riesenbibel aus der Zeit um 1070 zu nennen, die der Klostergründer selbst an seine Lieblingsstiftung Admont übergeben hat. Aus der gleichen Epoche stammt ein Evangeliar mit prächtig ausgestatteten Buchmalereien. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts verfügte das Stift Admont über eine eigene Schreibstube (skriptorium), in der sowohl für den eigenen Bedarf als auch für andere Klöster zahlreiche Bücher hergestellt wurden.

In der Zeit um 1300 hat Abt Engelbert, der wohl vielseitigste Gelehrte in der Stiftsgeschichte, den Buch-Bestand mit einer großen Anzahl eigener Werke vermehrt. Nach der Erfindung des Buchdruckes erhöhte sich die Zahl der Schriftwerke sprunghaft. Am Ende des 16. Jahrhunderts dürften schon mehr als 3 000 durch die Druckerpresse hergestellte Bücher in Admont gewesen sein.

Heute ist das Stift Admont im Besitz von etwa 1 400 wertvollen Handschriften, von denen mehr als die Hälfte aus dem Mittelalter stammen. Die Anzahl der Inkunabeln, der bis zum Jahre 1500 gedruckten Bücher, beläuft sich auf 530 Stück. Aus dem Zeitraum von 1501 bis 1520 sind etwas mehr als 400 Druckwerke vorhanden. Die Handschriften und die über 930 Frühdrucke sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr im Bibliothekssaal aufgestellt. Heute befinden sie sich in klimatisierten Sicherheits-Depots.

Die in Weiß und Gold gehaltenen Bücherschränke der spätbarocken Stiftsbibliothek sind mit etwa 70 000 Druckwerken gefüllt, die vom 16. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts erworben wurden. Keimzelle der Admonter Stiftsibliothek sind jene kostbaren Bibel-Handschriften, die bereits der Klostergründer im Jahre 1074 den Mönchen übergeben hat. „Die Bibel“ ist eine Sammlung von mehr als 70 Büchern aus einem Zeitraum von über tausend Jahren. Der heilige Benedikt hat die Bibel in seiner Regel als die „Bibliotheca“ schlechthin bezeichnet.

Um diesen Kern der Klosterbibliothek wuchs schon bald eine stattliche Sammlung von Kodizes heran. Diese wurden zum Teil im eigenen Skriptorium geschrieben, zum Teil auch durch Schenkung, Tausch und Kauf erworben.Bereits im Zuge der „„Admonter Reform“ im 12. Jahrhundert lassen sich deutliche Konturen einer „Universalbibliothek“ erkennen: Neben einer großen Zahl von theologischen und historiographischen Werken waren damals auch schon einige wichtige Schriften von Autoren der „heidnischen“ Antike, sowie naturkundliche Literatur und Hauptwerke der Rechtsgelehrsamkeit vorhanden.

Dieser Bestand erfuhr in der Folge eine bedeutsame Erweiterung in allen genannten Sparten und eine zusätzliche Ergänzung durch Nachschlagewerke, philosophische Schriften und vor allem durch medizinische Bücher, sodass die Bibliothek schon bald sowohl das Spektrum der „Freien Künste“ als auch der klassischen Fakultäten abdeckte. In der gut bestückten Admonter Büchersammlung war damit ein beachtlicher Teil jenes Wissens verfügbar, das ansonsten nur in den städtischen Bildungszentren zugänglich war.Die mittelalterliche Bibliothek nimmt in ihren inhaltlichen Schwerpunkten bereits die thematische Gliederung der neuzeitlichen Bücherschätze im großen Bibliothekssaal vorweg.

Die Aufstellungssystematik der Bücher erfolgt in der Bibliothek des 18. Jahrhunderts in drei Teilräumen. Dort ist der umfangreiche Bestand an gedruckten Bänden in dreizehn Abteilungen gegliedert. Im Vergleich mit der Zahl der mittelalterlichen Kodizes ist er fast um das Hundertfache größer. Die Vitrinen des ebenfalls dreiräumigen „Handschriften-Raumes“ sind derart dimensioniert, dass darin genauso viele Bücher ausgestellt werden können. Dieser bemerkenswerte numerische Zufall macht es also möglich, in der Ausstellung „Bibliotheca universalis“ jede dieser dreizehn Abteilungen durch jeweils einen Kodex zu repräsentieren.

Im südlichen Flügelsaal sind sechs Bestandsgruppen aus den „weltlichen“ Wissensgebieten zu finden: Medizin, Naturwissenschaften und Weltgeschichte sowie Zivilrecht, Klassiker und Nachschlagewerke. Im nördlichen Flügelsaal stehen die Bücher von fünf theologischen Disziplinen: Kirchenrecht, Erbauungsliteratur und Predigtwerke sowie Kirchengeschichte und systematische Glaubenslehre. Die im Mittelraum aufgestellten bibelkundlichen Werke und die Ausgaben der Kirchenväter stehen damit natürlich in einem inneren Zusammenhang.

Bibliothekare von Admont

Mag.a Dr. Karin Schamberger M.A.(LIS) (seit 2014)

Öffnungszeiten für Besucher

Sommer:
April bis 1. November, täglich 10:00–17:00 Uhr
Für Einzelpersonen findet während der Saison täglich um 10:30 Uhr und 14:00 Uhr eine 40-min-Führung statt (mindestens acht Teilnehmer).
Winter:
November bis Februar; Freitag und Samstag 10:00–12.00 Uhr und Sonntag 10:00–13.:00 Uhr
Im März nur auf Anfrage geöffnet.

Benützen der Bibliotheksbestände

Die Benutzung der Archiv- und Bibliotheksbestände ist nach Vereinbarung mit Stiftsbibliothekar und -archivar MMag. P. Maximilian Schiefermüller O.S.B. zu folgenden Zeiten möglich:

Dienstag bis Donnerstag, 09:00–12:00 Uhr und 13:00–16:30 Uhr

Kontakte

Führungen/Besuch im Museum und der Bibliothek:
Telefon: (0 36 13) 23 12 - 6 04
Benützen der Buchbestände und allgemeind Anfragen zur Bibliothek:
MMag. P. Maximilian Schiefermüller O.S.B.
E-Mail: bibliothek@stiftadmont.at
Telefon: (0 36 13) 23 12 - 6 02

Bilder

 Stiftsbibliothek Admont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle Pax - Magazin des Benediktinerstifts Admont, Ausgabe 1/2008
  2. Quelle diepresse.com 21. Jänner 2009, abgefragt am 29. März 2019