Schloss Gstatt

Eine Aufnahme des Schlosses im Rahmen der Ennstal-Classic 2019.
Schloss Gstatt mit der Gstatt Kapelle.
Gästehaus Gstatt
Schloss Gstatt

Das Schloss Gstatt (früher Gut Stad, Probstey Gstadt) ist ein barockes Schloss im Ortsteil Gstatt in der ehemals eigenständigen Ennstaler Gemeinde Mitterberg, heute Gemeinde Mitterberg-Sankt Martin .

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das dreigeschoßige in die Länge gezogene Schlossgebäude liegt am linken Ennsufer am Fuße der Erhebung des Mitterberges. Obwohl der Ortsteil Gstatt in Mitterberg zählt, wird das Schloss Gstatt als Bestandteil der unmittelbar angrenzenden Gemeinde Öblarn gesehen. Ursprünglich war das Gut Stad durch eine Wehranlage und einer Vorburg zum Schutz vor Angriffen gesichert. Von der einstigen Verteidigungsanlage sind heute noch Mauerreste vorhanden. Seit 1927 oder 1929[1] ist das Anwesen inklusive der ausgedehnten Grundbesitzungen (zum Beispiel Jagden, Wälder etc.) im Privatbesitz des böhmisch-österreichischen Adelsgeschlechts Colloredo-Mannsfeld.

Geschichte

Der Zeitpunkt der Errichtung des ehemaligen Gut Stad ist nicht überliefert. Jedoch wird durch die Gründung des deutschen Stiftes Rein aus dem Jahr 1138 belegt, dass die deutsche Grafschaft Herren von Stade im Besitz des Wehrbaus waren. Um 1170 kam das Gut Stad in den Besitz des Benediktinerstiftes Admont. Nach einem Besitzerwechsel im Jahr 1335 ging das Anwesen im Jahr 1383 wieder in den Besitz des Benediktinerstiftes Admont über und war ab 1394 als Herrschaft Gstatt (Probstey Gstadt) für die Verwaltung der Stiftsbesitztümer im Ennstal in Verwendung. Durch die finanzielle Belastung der Türkensteuer war das Stift Admont genötigt, das Gut im Jahr 1533 an den Verwalter Andreas von Stainach zu verpfänden. In jener Zeit wurde das Gut ausgebaut. 1573 kaufte das Stift Admont den Wehrbau wieder zurück. In den Jahren 1723 bis 1726 fanden umfangreiche Umbauten statt, wobei der Wehrbau barockisiert wurde. 1892 wurde das Schloss Gstatt und die Grundherrschaft an Graf Charles Francois Bardeau verkauft. Anlässlich einer öffentlichen Versteigerung im Jahr 1929 kaufte Graf Hieronymus Colloredo-Mannsfeld das Schloss Gstatt mit all seinen Besitzungen. 1937 wurde das Schloss nach einem Brand wieder aufgebaut.

Die Versteigerung 1929

Das Wiener Neues Journal berichtete in seiner Ausgabe vom 21. Februar 1929:[2]
"Die größte Realitätenversteigerung, die Oesterreich in der Nachkriegszeit[3] bisher wohl überhaupt zu verzeichnen hatte, wird demnächst aber das Bezirksgericht Gröbming in Steiermark durchführen. Hier gelangt nämlich das Landtafelgut Herrschaft Gstatt mit allen zu dem Gut gehörigen Liegenschaften in den Gerichtsbezirken Gröbming, Irdning und Schladming und einem Gesamtschätzwert von mehr als sieben Millionen Schilling (genau 7,096.670 Schilling) zur Versteigerung. Das Gut umfaßt eine Bodenfläche von über 10 000 Hektar, ist also umfangreicher als der größte Bezirk Wiens, nämlich Floridsdorf. Zu dem Gut gehören auch das Schloß Gstatt sowie das bekannte Jagdschloß am Schwarzensee, ein großer Wildpark mit seltenen Alpensteinböcken und reichlich anderes lebendes und totes Inventar. Das geringste Gebot, unter dem ein Verkauf nicht stattfindet, wurde mit 4,731.113 Schilling festgesetzt, so daß es jedenfalls sehr interessant sein wird, zu erfahren, wer bei der Versteigerung am 6. März als Käufer auftreten wird.
Das Grazer Tagblatt berichtete in ihrer Ausgabe vom 11. April 1929 von der Versteigerung:[4]
"Die Versteigerung der Herrschaft Gstatt. Inzwischen wuchs die Zinsenschuld immer katastrophaler an. Die Bodenkreditanstalt ließ Bardeau nicht mehr Zeit zu Verhandlungen zu einem freihändigen Verkauf. Schließlich wurde die Herrschaft Gatt am 6. März 1929 exekutiv versteigert und vom Grafen Colloredo in Prag um das das geringste Angebot nur um weniges übersteigende Meistgebot von 5,326.000 S erstanden. Die Bodenkreditanstalt hat für die effektiv ausbezahltcn rund 300.000 Dollar (2,100.000 S) allein durch das Meistbot 5,326.000 S erhalten, wozu noch die Erlöse aus sonstigen Exekutionen usw. kommen.

Geschichtliche Notizen

An einer Tafel am Haupteingang steht, dass der Tondichter Hugo Wolf den Sommer des Jahres 1884 im Schloss Gstatt verbrachte.

Ende November 1927 logierten Graf Charles und Gräfin Bardeau, geborene Altgräfin Salm, für einige Zeit im Schloss.[5]

Schlosskapelle

Hauptartikel Gstatt Kapelle

Im unmittelbaren Nahbereich steht unterhalb der Schlossanlage die dazugehörige Gstatt Kapelle.

Bilder

  • Schloss Gstatt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. Unterschiedliche Jahresangabe in der Quelle.
  2. ANNO, Wiener Neues Journal, Ausgabe vom 21. Februar 1929, Seite 5
  3. gemeint ist nach dem Ersten Weltkrieg
  4. ANNO, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 11. April 1929, Seite 6
  5. ANNO, Neues Wiener Journal, Ausgabe vom 27. November 1927, Seite 22