Kaiserkreuz auf dem Grimming

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Träger und Stifter des Kaiserkreuzes auf dem Grimming.
Probeaufstellung des Kaiserkreuz auf dem Grimming 1903.
Das ehemalige Kaiserkreuz auf den Kripperlberg, 2018.
Gruppenbild nach der Aufstellung des Kaiserkreuzes 1903.

Das Kaiserkreuz am Grimming war das erste Gipfelkreuz des Hohen Grimmings.

Geschichte

Das Kaiserkreuz wurde am 8. September 1903 anlässlich des 55-jährigen Thronjubiläums des Kaisers Franz Josef I. auf dem Hohen Grimming (2 351 m ü. A.) errichtet. Das Kaiserkreuz stand bis 1954 auf dem Gipfel des Hohen Grimmings, als es durch das neue ÖAV Gipfelkreuz ersetzt wurde.

Finanzierung

Die Mittel für die Errichtung des Kreuzes kamen durch die Veranstaltung einer Konzertakademie des Kammervirtuosen Karl Praschinger und seinen beiden Töchtern Mitzi und Fanni zustande. Karl Praschinger komponierte auch speziell für diesen Anlass eine eigene Kaiserkreuz-Hymne. Der Text stammt von Josef Wierer.

Fertigung

Das Kreuz, welches sieben Meter hoch war und 50 cm im Querschnitt hatte, wurde in der Schmiede Rudolf Wolf in Untergrimming gefertigt. In kurzer Zeit wurde es durch die Schmiede Ewald Wolf, Johann Konrad Seebacher, Alois Pichler, Leonard Mooser und Josef Zettler hergestellt.

Aufstellen des Kreuzes

Einen Tag vor seiner Aufstellung auf dem Gipfel wurde es in Untergrimming aufgestellt, um von Einheimischen und Touristen begutachtet zu werden. Vormittags fand die feierliche Einweihung und Segnung statt. Nach Erzählungen von Sepp Zettler soll der Pfarrer mangels Gottvertrauens sich geweigert haben auf den Grinmming zu steigen um das Kreuz dort zu weihen.

Bei der Feier waren 103 Personen auf den Grimming, eine Rekordzahl und darunter eine Frau. Die touristischen gelungenen Aufnahmen wurden vom 28. Mann der Träger und Stifter, Adolf Adam sen. fotographiert, daher ist er nicht auf dem Foto.

Pressebericht 1903

Vom Aufstellen des Kreuzes berichtet das Volksblatt für Stadt und Land wie folgt:

Das Kaiserkreuz auf den Grimming

Aus Untergrimming wird uns geschrieben:

Dienstag 8. d. M wurde auf der höchsten Spitze des Grimmings, dem sogenannten Hocheck (2 351 Meter) das seiner Majestät dem Kaiser gewidmete Kaiserkreuz errichtet. Schon Montagabends ging es in Untergrimming lebhaft zu. Von allen Richtungen strömten die Burschen herbei, sonntäglich gekleidet in ihrer malerischen Sonntagstracht und erboten sich als Träger des Kreuzes und Mithilfe bei diesen schönen Werke. Nachdem für eine tüchtige Jause gesorgt worden war, wurde der Abend mit Scherz und Gesang zugebracht. Um halb 10 Uhr Abends hieß es antreten und 28 der stämmigsten und strammsten Männer und Burschen luden die eisernen Stücke auf Schultern und Rücken und nachdem der Führer der Expedition Herr Josef Zettler in einer kurzen Ansprache auf den Ernst der Sache hinwies und die Gefahren, welche die Besteigung des Grimming in so großer Gesellschaft mit sich bringt, aufmerksam machte, wurde die Volkshymne feierlich intoniert und mit einen dreimaligen „Hoch unser Kaiser!“, das donnernd in den Wänden des Grimmings widerhallte, setzte sich der seltsam romantische Zug in Bewegung. Nach achtstündigen sehr beschwerlichen Aufstieg sah man Dienstag Früh 6 Uhr die ersten Gestalten auf der Spitze erscheinen und nach und nach konnte man eine große Anzahl Menschen wahrnehmen. So hatten sich hundert Touristen und Einheimische auf den Grimming eingefunden um Zeuge dieser erhabenen Feier zu sein. Nach vierstündiger Arbeit erhob sich das Kaiserkreuz in seiner ganzen majestätischen Größe und tausende Menschen aus allen Tälern, von denen man den Grimming erblickt, richteten bewundert ihren Blick zu ihm empor. Nachdem das Kreuz vollständig verankert und aufgestellt war, wurden einige gelungene Photographische Aufnahmen gemacht und dann rüstete man zum Abstiege. Es wurde wieder die Volkshymne gesungen und mit einen dreimaligen „Hoch unser Kaiser!“ verabschiedete man sich vom Kaiserkreuz.- Mittwoch Früh langte an den Stifter des Kaiserkreuzes, den Komponisten und Kammervirtuosen Karl Praschinger, aus der kaiserlichen Kabinettskanzlei folgendes Telegramm in Untergrimming ein: Se K.und K. apostolische Majestät haben die auf der höchsten Spitze des Grimming erfolgte Errichtung des eisernen Kaiserkreuzes mit besonderen Wohlgefallen zur allerhöchsten Kenntnis zu nehmen geruht und danken den Stifter sowie den Mitarbeitern für diesen Beweis der treuen Anhänglichkeit.

Das Kaiserkreuz heute

1985 wurde das Kaiserkreuz vom Grimmingkenner Bruno Mayer auf dem Grimming wiederentdeckt und geborgen. Er verkleinerte das Kreuz und brachte es auf den Kripperlberg ins Burgenland, wo es genau 2 000 m tiefer steht, nämlich auf 351 m ü. A., als zu seiner „Großen Zeit“.

Quellen