Mandling (Ort)

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Begriffsklärung
Dieser Artikel erläutert den Begriff Mandling als Ortschaft im Ennstal. Zu anderen Bedeutungen siehe Mandling.
Panoramabild des steirischen Ortsteils von Mandling

Mandling ist eine geteilte Ortschaft an der Grenze des swiki:Bundesland Salzburg[1] und der Steiermark (Ennstal).

Geografie

Der sich aus der Kalten und Warmen Mandling nördlich der Ortschaft zur swiki:Mandling vereinigende Fluss bildet die Grenze der beiden Bundesländer und der beiden Ortsteile: Der westliche Teil gehört zur im Salzburger swiki:Pongau liegenden Stadt swiki:Radstadt im Ennspongau, der östliche Teil zur im steirischen Ennstal liegenden ehemals selbständigen Gemeinde Pichl-Preunegg.

Mandling war eine Katastralgemeinde der Gemeinde Pichl-Preunegg und gehört heute zur Stadt Schladming.

Geschichte

Eine erste Erwähnung der Taferne als Wirtschaftsgebäude des Salzburger swiki:Erzstifts St. Peter findet sich im Jahr 1123. Das Maut-, das Zoll- und das Waaghaus waren einige der ersten Häusern im Ortskern. Die Mandling wurde dann im 13. Jahrhundert bereits als weltlicher Grenzfluss angeführt, wenngleich St. Peter weiterhin geistlichen Einfluss im steierischen Ennstal hatte.

1287 ließ Herzog Albrecht I. die Ennsburg erbauen, von der noch heute Reste zu sehen sind. Sie wurde 1289 von den Truppen des Salzburger Erzbischof swiki:Rudolf I. von Hoheneck gestürmt und zerstört. Nur wenige Jahre später, 1295, ließ der Nachfolger Rudolfs, Erzbischof swiki:Konrad IV. von Fohnsdorf die Befestigungsanlage neu erbauen.

1297 wurde dann im Wiener Frieden die Grenze zwischen der Steiermark und Salzburg von den Salzburger Fürsterzbischöfen endgültig anerkannt. In der Nacht zum 2. Juni 1525 brach das Bauernheer am swiki:Mandlingpass zum Überfall auf die Stadt Schladming auf und besiegte die Truppen des steirischen Landeshauptmannes Siegmund von Dietrichstein.

Im 16. Jahrhundert wurde auf dem Areal der Taferne ein Kupfer- und Schwefelbergbau in Betrieb.

Als die schwedischen Armeen im Dreißigjährigen Krieg unter Gustav Adolf bayrischen Boden betraten, befürchtete man deren Eindringen ins Ennstal und ließ 1629 am Mandlingpass eilig Schanzen zu errichten.

Nicht ein Heer verwüstete dann 1661 Mandling, sondern ein Hochwasser verheerte Mandling. Dadurch veränderte sich der Verlauf der Grenze zwischen der Steiermark und Salzburg. Nach langen Verhandlungen wurde 1677 der Geograf Georg Matthäus Vischer beauftragt, einen genauen Plan des Grenzgebietes anzufertigen und die Punkte zur Setzung der Grenzsteine festzulegen. Beim Wiener Kongress fiel dann 1814/15 die bundesstaatliche Grenze (k.k. Österreich und dem ehemaligen Fürsterzbistum Salzburg) endgültig, da das swiki:Erzstift Salzburg k.k. Österreich zugesprochen wurde. Die Grenzfestung zog sich quer über das Ennstal[2].

Johann Rudolf Ritter von Gersdorff betrieb in den Schladminger Tauern ab 1832 einen Nickelbergbau. Später errichtete er in Mandling eine Nickelfabrik, die bis 1896 in Betrieb war.

1934, während des Putschversuchs der Nationalsozialisten in Österreich war Mandling-Pichl Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen. 1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Mandling–Pichl englisch-amerikanische Besatzungsgrenze. Der Salzburger Teil war von den Amerikanern besetzt, in der Steiermark waren die Engländer stationiert. Ein Schlagbaum trennte die beiden Zonen, beim Passieren mussten die Mandlinger jedes Mal den Identitätsausweis vorzeigen. War er vergessen, konnte es schon vorkommen, dass man für einen Tag ins Gefängnis nach Radstadt musste, wie Wilhelm Steiner zu erzählen weiß.

Über die „jüngere“ Zeit schwärmt er vom großartigen Zusammenhalt der Mandlinger Bevölkerung und nennt gleich Beispiele. Bereits 1950 entstand in Zusammenarbeit durch die Ortsgemeinschaft Salzburg-Steiermark ein betoniertes Schwimmbad mit den Sportbecken-Ausmaßen von 25 mal 15 Meter. Besonders erfreut ist Willi Steiner – und es schwingt auch etwas Stolz mit –, dass es 1986 zum Bau der ökumenischen „Johanneskapelle “ gekommen war. Und auch das war wiederum nur durch den Zusammenhalt möglich.

Wirtschaft

Vom wirtschaftlichen Standpunkt her ist die Firma „Johnson Controls Austria“ zu nennen, die am früheren Standort von Naue & Naue angesiedelt ist.

Ein bedeutender Betrieb und Arbeitgeber für die Region ist die Firma Steiner 1888.

Aus touristischer Sicht sind im näheren Einzugsgebiet die Reiteralm mit der Fageralm und natürlich der touristische Leitbetrieb „Pichlmayrgut“ zu nennen. Die „Taferne“ ist das dominierende Haus am Dorfplatz.

Erwähnenswert ist auch noch das „Mandlberggut“ als Jausenstation und als Brennerei hervorragender, immer wieder prämierter Schnäpse.

Bauten

Quellen

Einzelnachweise

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. Quelle Salzburg in alten Ansichten, das Land, Residenz Verlag, 1980, ISBN 3-7017-0234-9