Maibaum

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ein Maibaum, prachtvoll und stolz steht er vorm mächtigen Grimming.
Maibaum in Oppenberg.
Maibaum in Irdning.

Der Maibaum ist ein geschmückter Baum oder Baumstamm, der in der Regel am 1. Mai im Rahmen eines (Dorf)Festes aufgestellt wird.

Geschichte

Eine mögliche Entstehungstheorie ist jene, dass er als "Freiheitsbaum" im 19. Jahrhundert entstanden sein könnte. Nach der Revolution 1848 hatte die Dorfgemeinschaft einen anderen Stellenwert erhalten. Als Zeichen des erstarkten Selbstbewusstseins der Bürger stellte man Maibäume auf. Erst im späten 19. Jahrhundert - Anfang des 20. Jahrhunderts wandelte sich der Maibaum zu einem Fruchtbarkeits-Symbol, deutschnational-neuheidnische Ideen standen dahinter. Als Konsequenz waren dann auch die Maibäume nach Ende des Nationalsozialismus übel beleumundet. In Linz (.) wurde er verboten und erst 1976 wieder erlaubt. In den 1970er Jahren begann dann auch wieder zaghaft das Maibaumaufstellen in Österreich.

Allgemein

Bei der Baumart handelt es sich um eine hohe Fichte, die von einem Bauern oder einer Waldgenossenschaft gespendet wird.

Als Vorbereitung wird dieser Baum „geschepst“ (d. h. entrindet) – nur der Wipfel bleibt oben und wird mit bunten Bändern geschmückt. Darunter kommt ein großer gebundener Reisigkranz und natürlich die beiden Stoffpuppen „Hansl und Gretl“, in einigen Orten einfach „Bua und Dirndl“ genannt. In der Kleinsölk gibt es keine Puppen auf dem Maibaum und auch keine Weinflaschen und Würste, wie es noch nach dem Zweiten Weltkrieg bei und üblich war.

Das Aufstellen

Hauptartikel Maibaumaufstellen

Am Vortag zum 1. Mai wird nun dieser geschmückte Maibaum von einem Verein wie z. B. der Feuerwehr oder der Musikkapelle, dem Eisschützenverein oder auch von den Bewohnern eines Weilers mit Hilfe eines Krans aufgestellt und gut befestigt.

Maibaumpassen

Hauptartikel Maibaum-Umschneiden

Die ersten drei Nächte wird er nun beim „Maibaumpassen“ sorgfältig bewacht, damit er nicht von anderen Personen umgeschnitten werden kann. Eine Unsitte hat sich in den letzten Jahren eingeschlichen – nämlich, dass einige „Umschneidpassen“ den Maibaum in der vierten Nacht nach dem Aufstellen umgeschnitten haben, wenn keine Bewachung mehr da war. Sie haben den Brauch wahrscheinlich etwas missverstanden.

In Schladming und Gröbming ist es auch üblich, in den drei letzten Nächten vor dem Umschneiden noch einmal Wache zu halten, um ein vorzeitiges Umschneiden zu verhindern.

Symbol der Fruchtbarkeit

Der Maibaum ist Symbol für Fruchtbarkeit und Lebensfreude, ein Ausdruck des Sieges des Frühlings über den Winter. Der Baum wird am Vorabend aufgestellt. drei Tage muss nun dieser bewacht werden. Immer wieder kommt es vor, dass von sogenannten „Umschneidpassen“ in manchen Orten einer dieser Bäume umgeschnitten wird.

Das Umschneiden

zum Maibaum-Umschneiden gehört auch der traditionelle "Holzhacker-Marsch"
Maibaum fällt!
Hauptartikel Maibaum-Umschneiden

Nach überliefertem Brauch müsste der Maibaum eigentlich am 31. Mai umgeschnitten werden. In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts hat sich dieser Termin aber so weit verschoben, dass er wegen der touristischen Attraktion erst im Sommer mit einem großem Fest, eventuell mit einem Bierzelt und vor allem mit einer Verlosung des Maibaumes zu Gunsten eines wohltätigen Zweckes veranstaltet wird.

Der alte Brauch, bei dem mutige Burschen auf den Maibaum geklettert sind und entweder die Weinflasche oder die Würste herunter geholt haben, die sie dann behalten durfte, ist verloren gegangen. Auch das Herunterholen der Puppen die der junge Mann hernach seiner Liebsten überreicht hat, gehört der Vergangenheit an.

Als Fruchtbarkeitssymbol und als Symbol für die erwachsende Natur im Frühling hat der Maibaum aber noch in allen Orten zwischen Schladming und Admont seinen festen Platz im Jahresbrauchtum.

Maibäume 2013

weitere Bilder

Quellen


Ein Beitrag im Rahmen des Leader-Projekts "Heimatkunde - heimatkundig"
Heimatkunde heimatkundig Leader Projekt Logoleiste.jpg