Ödensee

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der Ödensee
Karte

Der Ödensee ist ein 20 ha großer und 20 Meter tiefer Waldmoorsee in der Region Hinterberg im Südwesten des Gemeindegebiets von Pichl-Kainisch.

Allgemeines

Der See liegt auf 776 m ü. A. und hat die Ödensee Traun als Abfluss. An seinem nördlichen Ufer befindet sich das Genuss Gasthaus Kohlröserlhütte. Der Ödensee gilt als naturräumliches Wahrzeichen und wurde 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ursprünglich lag er inmitten ausgedehnter Moore, die vom 18. bis 19. Jahrhundert allmählich abgebaut wurden.

Die besonderen Schutzgüter diese Natura 2000 Gebietes sind die Pfeifengraswiesen, der goldene Schneckenfalter, die naturnahen lebenden Hochmoore und die Moorwälder. Der Fischbesatz besteht aus Forellen, Saiblingen, Weißfischen, Karpfen und Hechten.

Flora um den See: klebriger Salbei, Moosauge, Fichtenspargel, Schuppenwurz und Schildfarn, verschieden Bärlapparten, sowie der seltene Berg-Blasenfarn.

2018: Wasseruntersuchung

Bedingt durch die kalten, langen Winter im Salzkammergut kann es in stehenden Gewässern dazu kommen, dass der Sauerstoff im Wasser für manche Fischarten knapp wird. Die Österreichischen Bundesforste und das Bundesamt für Wasserwirtschaft und Seenkunde gingen im Winter 2017/18 der Frage nach, ob dies am Ödensee der Fall ist.

In den meisten Alpenseen kommt es regelmäßig zu einer teilweisen oder vollständigen Durchmischung des Wasserkörpers. Dadurch werden Sauerstoff aus den oberen Wasserschichten und Nährstoffe aus den unteren Wasserschichten vermischt.

Der Antrieb hinter der Durchmischung ist der Wind oder temperaturbedingte Dichteunterschiede im Wasser – kaltes Wasser ist dichter und sinkt nach unten, wobei warmes, weniger dichtes Wasser aufsteigt.

Der Wasserspiegel des Ödensees wurde vor Jahrzehnten um knapp drei Meter künstlich angehoben. Zudem liegt er in einem Talkessel, wo ausreichend starke, aufwirbelnde Winde im Frühling oder Herbst nicht immer auftreten. So auch 2017.

Im Winter ist der Ödensee meistens mehrere Monate hindurch vollständig zugefroren. Kommt es nun durch natürliche Abbauprozesse in den tieferen Bereichen zu einer Sauerstoffzehrung, so wandern die Fische aus diesen in die höhergelegenen, sauerstoffreichen Schichten ab. Im Laufe eines langen Winters wird die sauerstoffreiche Schicht allerdings immer dünner.

Um einem möglichen Fischsterben rechtzeitig entgegenwirken zu können, hatte das LIFE+-Projekt „Ausseerland“ das Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling (am Mondsee, Gemeinde St. Lorenz, Oberösterreich) beauftragt, Wasserproben zu entnehmen und zu untersuchen geschnitten und Wasser zur Untersuchung entnommen. An der tiefsten Probenstelle wurde so Wasser aus 21 Meter Tiefe analysiert.

Hier zeigte sich auch gleich eine der Besonderheiten des Ödensees: Bedingt durch die unterirdischen Quellen im See war das Wasser in dieser Tiefe um 0,5 Grad Celsius wärmer als in den darüberliegenden Schichten.

Alle weiteren Untersuchungen wurden nach den Standards der Gewässerzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV) April und Mai 2018 ausgewertet. Die bisherigen Ergebnisse (Anfang April 2018) ließen aber Gutes hoffen. Es scheint als ob es im Ödensee auch im Winter noch „genug Luft nach oben“ gibt.

Bildergalerie

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Quellen