Toplitzsee

Herbststimmung am Toplitzsee mit einer Plätte.
Der Abfluss des Toplitzsees
Toplitzsee
Plätten am Toplitzsee
Bild unten der Toplitzsee 1903.

Der Toplitzsee ist ein Bergsee in der Gemeinde Grundlsee (Ausseerland) im Toten Gebirge. Er befindet sich 718 m ü. A..

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Bergsee liegt zwischen dem Grundlsee und dem Kammersee im Ortsteil Gößl. Er ist 250 Meter breit und 1,8 Kilometer lang sowie von teilweise über hundert Meter hohen senkrechten Felswänden begrenzt. Mit der tiefsten Stelle von 103 Meter ist er einer der tiefsten Gewässer in den Ostalpen.

Zwei Faktoren haben wesentlichen Einfluss auf das Leben im See: Seine Tiefe und salzhaltige Quellzutritte.

Über den See werden Fahrten in Plätten angeboten. Im Osten des Toplitzsees führt ein kurzer Weg zum Kammersee.

Vom Ostufer des Grundlsees ist der See über einen schönen Weg, die Toplitzstraße von Gößl unterhalb der Gößler Wand entlang in 20 Minuten leicht erreichbar.

Badeverbot im See.

Fauna

1983 wurde in 60 Metern Tiefe der 23 cm lange Toplitzseewurm (Lumbricus cf. Polyphemus) gefunden, der im sauerstofflosen, schwefelwasserstoffhaltigen Tiefenwasser des Sees lebt.

Gastronomie

Geschichte

Wahrheit und Legende

Unter der dunklen Oberfläche des Sees sollen sich Gold, Diamanten, Falschgeld, Listen und Geheimkonten verbergen, versenkt von SS-Kommandos in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Viele Gerüchte und Legenden haben sich seither um diese SS-Aktion gebildet, und diese führten zu unterirdischen Fehden miteinander verfilzter, einander bekämpfender seriöser und unseriöser Bergungstrupps.

Eine Kolonne Wehrmachtlastkraftwagen rollte Anfang Mai 1945 in Hitlers Alpenfestung. Die Ladung bestand aus Banknotenpressen, Dokumentenbeuteln und falschen Pfundnoten. Die SS-Fälscherwerkstätte im KZ Oranienburg, in der Häftlinge falsche Pfundnoten herstellen mussten, mit denen Großbritanniens Währung untergraben werden sollte, wurde verlagert, Mussolini-Befreier Skorzeny hatte die Führer des Dritten Reiches auf die ideale Lage des Ausseerlandes als Schatzkammer aufmerksam gemacht, in die nun alles hineingepfercht wurde, was dem Zugriff der Alliierten entzogen werden sollte: Gemälde, Gold- und Devisenbestände, Pläne, Geheimaufzeichnungen - und die Fälscherwerkstätte. Aber der Transport aus Oranienburg hatte Pech, die Kolonne ging während eines Fliegerangriffes in Flammen auf.

Nur zwei Lastkraftwagen blieben übrig, fuhren ziellos durch die Gegend, auf der Flucht vor den anrückenden Alliierten. Was sollte mit der Ladung geschehen? Man telefonierte mit Ernst Kaltenbrunner, der bis Kriegsende Chef der Sicherheitspolizei war. Aber der hatte bereits andere Sorgen. "Schmeißt den Plunder ins Wasser", soll er in den Hörer geschrien und aufgelegt haben. Sein Befehl wurde wörtlich durchgeführt. Man setzte sich mit dem Leiter der Marineversuchsstation am Toplitzsee in Verbindung und versenkte die Ladung.

Die Alliierten bekamen jedoch bald Wind von der Aktion. Froschmänner begannen zu tauchen, aber sie fanden nichts. Die Schwierigkeiten waren zu groß. "Einige Meter über dem Grund hat sich ein Rost aus Baumstämmen gebildet, die in den See gefallen sind", erklärten die Amerikaner. "Dieser Rost ist eine Todesfalle."

Doch auch die Umgebung des Sees wurde zur Falle, in der manche Schatzsucher für immer hängenblieben. Im Februar 1946 unternahmen zwei ehemalige Mitarbeiter der Marineversuchsstation Toplitzsee eine Bergtour auf den Feuerkogel, von der sie nicht mehr zurückkehrten. Einen Monat später fand man ihre Leichen hundert Meter unter dem Gipfel, unweit jenes Platzes, auf dem ein zwischen dem Führerhauptquartier und dem SS-Kommando Altaussee hin- und herfliegender Fieseler Storch öfter gelandet war. Ein Unfall, mutmaßte man.

Einem Unfall fiel im August 1955 auch ein anderer ehemaliger Mitarbeiter der Marineversuchsstation im Gebiet um den Toplitzsee zum Opfer, ein Frankfurter, der von einem einen Meter hohen Plateau abglitt und dabei den Tod fand. Einige Jahre später gab es wieder einen tödlichen Bergunfall, das Opfer war ebenfalls in der Marineversuchsstation beschäftigt gewesen.

Waren es wirklich Unfälle? Oder hatten die Männer etwas gesucht, vielleicht geheime Skizzen über den genauen Versenkungsort? Wurden ihnen die Skizzen abgejagt oder entledigte sich irgend jemand unbequemer Konkurrenten?

Im Juli 1959 gelang einer deutschen Illustrierten endlich das, was viele Schatzsucher vorher vergeblich versucht hatten: Ein von ihr finanziertes Bergungsteam holte aus dem Toplitzsee Kisten mit falschen Pfundnoten im Wert von ungefähr 500 Millionen Schilling herauf, die in der Nationalbank in Wien verbrannt wurden. Unmittelbar darauf wurde die Aktion gestoppt und der See behält seine restlichen Geheimnisse.

Toplitzsee bis Kammersee

Bilder

  • Toplitzsee – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Weblinks

Quellen

  • Die Presse, Wien, 31. Oktober 1963
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Toplitzsee"