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Geschichte Lassings

Frühgeschichte und Besiedlung

Für ca. 3 000 v. Chr. ist Besiedelung im Tal durch einen Steinbeilfund beim vulgo Marl im Ortsteil Sonnberg belegt. Weitere Funde gab es auf dem Ödstein im Ortsteil Stein. Vor der römischen Landnahme leben keltische Noriker im Ennstal.

Um Christi Geburt kamen die Römer in die Region und errichteten unter anderem eine Straße, die über den |Burgberg und den Mitterberg zum dem oberhalb von Liezen gelegenen römischen Lager Stiriarte führte. Aus dieser Zeit stammen ein Römerstein, der beim vulgo Scheriepl in Neusiedl gefunden wurde, sowie ein römisches Kapitell beim Moar zu Neusiedl aus dieser Zeit.

Auf dem Mitterberg im heutigen Ortsteil Spiegelsberg könnte ein Aussichtsturm gestanden sein, lat. „specula“ – Spiegelsberg.

Ab dem 7. Jahrhundert wurde das Tal durch die Slawen besiedelt, kurz darauf auch von den Baiern. Die beiden Gruppen lebten lange Zeit nebeneinander im Tal.

Ortsname

Zum Namen Lassing gibt es zwei Erklärungsversuche. Zum einen soll er vom slawischen „laz“ („Rodung“, „Gereut“) stammen, zum anderen könnte er auch aus dem Wort (v)lasica – „bei den Walchen“ herkommen. „Walchen“ ist eine alte Bezeichnung für die vordeutsche, romanisierte keltisch-illyrische ("welsche") Bevölkerung. Dies würde auf eine Dorfstruktur schon vor den Slawen hinweisen.

Lassing im Mittelalter

722 wird Karantanien, zu dem auch das Gebiet des Ennstales gehört, bairisch, nachdem Herzog Tassilo III. die Mark unterwirft. 740 ruft der Slawenherzog Boruth die Baiern gegen die Awaren zu Hilfe und unterwirft sich endgültig der bairischen Oberherrschaft. Ab dem 9. Jahrhundert beginnt eine starke bairische Zuwanderung, im 13. Jahrhundert sind die slawischen Personennamen im Tal bereits verschwunden.

In einer Urkunde vom 9. Mai 1036 schenkt Kaiser Konrad II. dem Erzbischof von Salzburg, Thietmar II., einen Großhof genannt „Lassinghof“ – „Laznichove“. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Lassing. Bei diesem Hof könnte es sich um den noch heute existierenden Schattnerhof im Kirchdorf handeln.

Im Ortsgebiet von Lassing sitzen zu dieser Zeit einige kleine Rittergeschlechter, welche aber mit der Zeit bald wieder verschwinden. Diese Freien gibt es neben dem auf den beiden Burgen Strechau sitzenden Geschlecht der "Lassinger", welches im heutigen Kirchdorf ansässig ist, 1120 nennt es sich noch "von Ennstal".

In Döllach lebt das Geschlecht derer "von Döllach", in Gatschling das Geschlecht derer "von Gotslarn" (Gatschling). Jedoch verschwinden diese bald wieder. Wichtiger ist etwa die Familie "von Stein", welche im heutigen Ortsteil Stein wahrscheinlich am heutigen Hof vulgo Diewald sitzen. Sie kommen bis ins 15. Jahrhundert in Urkunden vor. Der wahrscheinlich Letzte des Geschlechtes schenkt seine Besitzungen zum Teil der katholischen Pfarre Lassing und dem Benediktinerstift Admont.

Lassing bis 1848

Beschreibung bei Göth 1843

1843 erscheint in Graz das Werk des Professors am Joanneum, Georg Göth - Das Herzogthum Steiermark; geographisch-statistisch-topographisch dargestellt in drei Bänden. Im dritten Band wird der Judenburger Kreis, zu dem das Ennstal gehörte, behandelt. Zu dieser Zeit bilden die Steuergemeinden Lassing Sonnseite, Lassing Schattseite und Oppenberg den Bezirk Strechau.

Im damaligen Gemeindegebiet von Lassing lag die Salzstraße von Leoben nach Aussee bzw. Salzburg. Sie führte über die Röthlbrücke der Enns entlang bis zur Gemeindegrenze bei Versbichl. Weiters durchquerte eine Bezirksstraße die Gemeinde. Sie führte über den Burgberg bei der Burg Strechau in Richtung Irdning, später wurde sie zur Reichsstraße. Nach Oppenberg führte ein Gemeindefahrweg über den Ortsteil Burgfried.

  • Lassing Sonnseite

Göth: In der Gemeinde Lassing Sonnseite befinden sich rund 1 073 Joch (618 Hektar) Waldungen, wovon 247 Joch (142 Hektar) Herrschaftswald, 520 Joch (rd. 300 ha) Staatswald sind, den Rest teilen sich die Bauern als Eigenwald. Am Treschmitzbach gibt es zwei Mautmühlen, eine Hausmühle, eine Hufschmiede und eine Brettersäge. Der Kirchdorfbach treibt eine Mautmühle mit vier Gängen (Hauswaldmühle), vier Hausmühlen und eine Säge. Der Strechenbach, der damals auf dem Gebiet der Gemeinde fließt, treibt eine Hufschmiede und eine Hausmühle. Zu dieser Zeit gibt es noch keine Brücke beim vulgo Überführer, dieser überführt mit einer Fähre die Reisenden und Tiere über die Enns nach Liezen.

In dieser swiki:Katastralgemeinde[1] leben 424 Männer und 447 Frauen, sie bewohnen 121 Häuser.

  • Lassing Schattseite

Im Süden der Katastralgemeinde Lassing Schattseite beschreibt Göth das sogenannte Blasengebirge, mit den Namen der Erhöhungen: Oberberg und Hohe Trett, Trojachberg, Tröschnitzschlag, Kirchschlag, Asingerriedl, Habereralpe, Gsöllbach, Rinnerbach und Reinischkogel.

Göth: Über den Oberberg führt ein häufig begangener Fußweg nach Oppenberg. Am Strechenbach liegt das stiftisch admontische Hammerwerk Klamm, am Rohrachbach gibt es drei Hausmühlen. Der Kirchbach treibt zwei Mautmühlen mit sechs Läufern, eine Huf und Hackenschmiede, eine Brettersäge und eine Hausmühle. Am Treschmitzbach liegen eine Hufschmiede, zwei Mautmühlen und drei Sägen. Weiters gibt es das der Innerberger Hauptgewerkschaft gehörige Hammerwerk mit zwei Feuern in der Fuchslucken, welches der Hammerverwaltung in Donnersbach untersteht. Es ist jedoch außer Betrieb. Das Hammerwerk in der Klamm untersteht der stiftisch admontischen Hammerverwaltung in Trieben und besteht aus zehn Feuern. Weiters gibt es zwei Kalkbrennereien und zwei Schottersteinbrüche für die Staatsstraße (Aerialstraße).

Einwohner hat die Katastralgemeinde 912, davon sind 438 männlich und 475 weiblich, sie leben in 134 Häusern. In der Pfarre Lassing werden 48 eheliche und 19 uneheliche Geburten gezählt, weiters gibt es sechs Trauungen und 55 Sterbefälle.

In Lassing-Kirchdorf existiert eine Pfarrschule, in Döllach eine Gemeindeschule, welche zusammen von 130 Schülern besucht werden. zwei Lehrer unterrichten an den Schulen und werden aus Lokalquellen, Sammlungen, Stolargebühren der Pfarre und durch Schulgeld erhalten. Die Pfarre verfügt über ein Armenistitut zur Erhaltung der Dorfarmen.

Im Ort leben ein Chirurg, eine Hebamme und der Bezirks-Abdecker.

Lassing bis 1990

Lassing nach dem Brand von 1929
Lassing nach Brand 1929.jpg
  • 1849: Durch das Gemeindegesetz werden die Gemeinden eigene Körperschaften. Aus den Steuergemeinden werden Ortsgemeinden mit einem Ortsvorsteher und einem Gemeindeausschuss. In Lassing entstehen zwei Katastralgemeinden: Lassing Schattseite und Lassing Sonnseite mit getrennter Gemeindevorstehung.
  • 1872: Mit Kundmachung der Landesstatthalterei Steiermark vom 18. Jänner werden die Gemeinden Lassing-Sonnseite und Lassing-Schattseite zur Gemeinde Lassing vereinigt.[2]
  • 1895: Oberlehrer Christian Wolf gründet den Spar- und Vorschusskassenverein Lassing nach Raiffeisen, welcher später zur Raiffeisenbank Liezen wird.
  • 1929 Ein Großbrand vernichtet mehrere Gebäude im Ortskern von Lassing-Kirchdorf.

Lassing heute

  • 1992: Eine Ausstellung unter den Namen „Glaube und Macht“ findet auf der Burg Strechau statt.
  • 1995: Die Kläranlage Lassing wird in Döllach in Betrieb genommen.
  • 17. Juli 1998: Lassing wird vom schwersten Grubenunglück in der Nachkriegszeit erschüttert. Bei diesem Unglück verlieren zehn Bergarbeiter ihr Leben beim Versuch, einen ihrer Kollegen zu retten.
  • 1999: Die Gemeinde ist nun auch im Internet vertreten.
  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. Quelle ANNO, Allgemeine Österreichische Gerichtszeitung, Ausgabe vom 9. Juli 1872