Holozäne Bildungen im Oberen Ennstal

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Unter "Holozäne Bildungen im Oberen Ennstal" werden geologische Bildungen aus der Epoche des Holozäns[1]zwischen Mandling und Trautenfels abgehandelt.

Allgemeines

Der Abschnitt des Oberen Ennstals ist ca. 40 km lang. Die gesamte Talstrecke ist durch einen mittelbreiten, U-förmigen Talquerschnitt (Trogtal) gekennzeichnet. Erst im östlich anschließenden Mittleren Ennstal verbreitert sich der Talquerschnitt wesentlich. Die Talseiten und der Talboden sind durch Schwemm- und Murenkegel der einmündenden Fließgewässer und von Massenbewegungen geprägt. Die Täler im Süden aus den Niederen Tauern zeigen an ihren Mündungen oft eine Höhenstufe und kennzeichnen ein früheres Talniveau.

Holozäne Bildungen

Nach Abschmelzen des Würm-Gletschers wurde bislang das Ennstal von keinem Gletscher mehr aus den Seitentälern erreicht. Durch die schürfende Tätigkeit der vergangenen Gletscherflüsse kam es zu einer starken Ausräumung des Ennstals. Östlich von Schladming erfolgte diese vermutlich bis 130 m unterhalb des heutigen Talniveaus. Die Wiederauffüllung besteht überwiegend aus Sanden und Kiesen mit wechselndem Anteil an Schluffen und Steinen. Lokal treten Seeton-Einschaltungen auf.

Bereits an der Grenze zwischen Steiermark und Salzburg wurde die nacheiszeitliche Enns durch den Schuttkegel des Mandlingbachs zu einem See aufgestaut (Mandlinger Becken). Einen weiteren Staubereich gab es im Bleiberger Becken durch Fächermündungen des Irdningbachs von Süden her und des Grimmingbachs von Norden her. Im Zuge von Hochwasserereignissen und dem damit verbundenen Sedimenttransport hat sich der rezente Talboden gebildet. Er besteht aus Schottern mit einer lehmigen, Glimmer-reichen Deckschicht. Das Wasser der Enns und das Grundwasser "kommunizieren" über die Schotter.

Die glaziale Erosion führte zur Übersteilung der Bergflanken. Nach dem Abschmelzen der Gletscher verloren diese Flanken ihr Widerlager und es kam zu zahlreichen Massenbewegungen. Die Nordflanke der Gasselhöhe, die höheren Bereiche der Hochwurzen und die Nordflanke der Planai sind zum Beispiel Sackungsmassen. Auch die Hänge am Hauser Kaibling sind von buckeliger Morphologie geprägt.

Quellen

  • Becker, L. P.: Die quartären Talfüllungen im Raume Schladming. in: Tagungsband Arbeitstagung Geol. B.-A. 1987 Blatt Schladming, S 124 - 133, Wien: Geol. B.-A., 1987
  • Kellerer-Pirklbauer, A.: GIS-gestützte Analyse der Murgangsdisposition im Einzugsgebiet des Ennslingbaches bei Haus im Ennstal. Unveröff. Diplomarbeit, Karl Franzens Universität Graz, 2001
  • Kellerer-Pirklbauer, A., Proske, T. & Untersweg, Th.): Darstellung der Talbodenbereiche des Steirischen Ennstals (Bericht). Institut für digitale Bildverarbeitung, Graz, 2012
  • Knöbl, G.: Die Moore im Ennstal. S 74 - 81, in: Güntschl, E. (red.): Festschrift 100 Jahre Ennsregulierung, Wien: Verlag Natur und Technik, 1960
  • Proißl, A.: Die Bodenformen im Ennstal. S 68 - 74, in: Güntschl, E. (red.): Festschrift 100 Jahre Ennsregulierung. Wien: Verlag Natur und Technik, 1960
  • Van Husen, D.: Ein Beitrag zur Talgeschichte des Ennstals im Quartär in: Mitt. Ges. Geol. Bergbaustud., Band 18, S 249 - 286, 1968

Einzelnachweis

  1. Das ist der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte; er dauert bis heute an.