Geschichte des Bezirks Liezen

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Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Geschichte des Bezirks Liezen.

Keltische Wurzeln

Hauptartikel: Kelten

Säumerwege von Hallstatt über das Gebirge (die Täler waren versumpft ) in das Ennstal beweisen Funde von Bronzestäbchen und zwei Armringen mit der Fundortbezeichnung Mies, wobei damit der Miesboden im Kammergebirge gemeint sein muss. Diese Fundgegenstände werden der Urbevölkerung, den Kelten, zugeschrieben. Ein Name aus dieser Zeit ist Ani, der die Enns bezeichnet. Die Rohmateralien dieser Funde stammen aus dem regen Bergbau in den Tälern von Schladming. Dies beweist der hohe Nickelgehalt. Die Kelten wurden 30 v. Chr. von den Römern unterworfen. Schriftsteller berichten über einen regen Handel mit Hornvieh, Häuten und Käse und besonderer Eignung zur Beweidung steiler Berghöhen mit Schafen und Ziegen. Römische Münzen auf der Viehbergalm, einige Römersteine in der katholischen Kirche Gröbming und die Römerstraße über den Sölkpass zeugen von dieser Zeit.

Slawen und Bajuwaren

Hauptartikel: Slawen
Hauptartikel: Bajuwaren

Slawische Stämme besiedelten danach das Ennstal und nannten sich Stoderaner (davon leitet sich auch der Begriff Stoderzinken ab). Der Ort Gröbming hieß auf Slawisch Grebenu (das bedeutet Felskamm). Viele Almen wurden von den Slawen bewirtschaftet. Um 600 n. Chr. begannen die Bajuwaren in das Ennstal und Ausseerland vorzudringen. Die Bischöfe von Salzburg und Chiemsee begannen die Bevölkerung zu christianisieren. Neues Land wurde gerodet und Klöster wurden gegründet. Darunter war auch das Benediktinerstift Admont im Jahr 1074, zu dem zahlreiche Bauernhöfe des Ennstales gehörten - so beispielsweise auch der Ritzingerhof in Gröbming-Winkl. Aus Grebenich wurde Gröbming, die Bayern hängten überall ein –ing an die Namen.

13. bis 18. Jahrhundert

Die Burg Wolkenstein wurde 1278 zum Mittelpunkt der landesfürstlichen Kammergüter im Amte Ennstal. In den Zinsbüchern sieht man, dass die Almen sehr ertragreich sein mussten, sie lieferten reichlich Zinskäse an die Herrschaft ab. Ab 1400 dürfte eine beachtliche Klimaverschlechterung eingetreten sein, wie man ebenfalls den Zinsbüchern entnehmen kann: Früher wurden Weizen, Gerste und Hopfen gezinst. Nach und nach war nur mehr von Korn und Hafer die Rede. 1478 kam es im Ennstal zum ersten Bauernaufstand gegen die weltlichen und geistlichen Herrschaften, gegen Unterdrückung der Verwalter und Pfleger aus gewinnsüchtigen Gründen. 1525 kam es zu einem neuerlichen größeren Bauernaufstand mit religiösem Hintergrund. Luthers Lehre kam durch die Bergknappen ins Ennstal und verbreitete sich rasch. In der mystischen Notgasse, einer Schlucht zwischen der Hochwiesmahd und der Brandalm, hielten sich in der Zeit der Bauern- und Glaubenskriege viele Einheimische versteckt. Dort finden sich Felsritzzeichen, die Lebensbäume, Fruchtbarkeitszeichen, Nachrichten und religiöse Symbole darstellen. 1686 konnet eine lebhafte Ausfuhr von Zug- und Schlachtochsen nach Oberösterreich verzeichnet werden. 1781 erließ Kaiser Josef II. das Toleranzpatent, womit auch die protestantische Lehre erlaubt wurde.

19. Jahrhundert

1848 brachte Österreich die Befreiung von den Grundherrschaften von Abgaben und Robot seitens der Bauern, aber auch Schutz und wirtschaftliche Belange seitens des Grundherrn. Die Bauernhöfe mussten nun gegen Bargeld gekauft werden, viele konnten mit den neuen Gegebenheiten nicht umgeben und gerade in dieser Zeit wurden viele Bauernhöfe verkauft. 1864 wurde das Servitutsrecht für die Viehbergalm festgeschrieben. Mit dem Bau der Eisenbahn 1875 durch das Ennstal sahen sich die Bauern in der Lage, ihren Bedarf an Getreide durch billigere Zufuhr zu decken. Dadurch wurden weite Anbauflächen in den Tälern (inzwischen auch drainagiert) frei und konnte Futter für die Milchwirtschaft verwendet werden. Die Milchkühe kamen nicht mehr auf die Alm. Die vorher leichteren Rassen mussten der größeren milchgebenden Pinzgauer Rasse weichen.

Quellen

  • Website Viehbergalm
  • Grundlegende Infos (nach der Schrift von Walter Abrahamczik - Die Almen und Wälder im steirischen Teil des Dachsteinstockes) für diesen Artikel wurden dem EnnstalWiki von Marianne Gruber (Ritzingerhütte auf der Viehbergalm) zur Verfügung gestellt

Einzelnachweise