Burgruine Wolkenstein

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Burgruine Wolkenstein
Stich aus dem Jahr 1681.
Herbstaufnahme

Die Burgruine Wolkenstein befindet sich in der Ennstaler Gemeinde Wörschach.

Geschichte

Vermutlich bestand hier bereits im 9. Jahrhundert eine Fluchtburg. Eine ritterliche Familie, die sich "von Werses" nannte, erbaute im 12. Jahrhundert errichtete einen Turm, die um 1125 von den Grafen Wolkenstein zu einer Burg umgebaut wurde. Im Jahre 1196 urkundlich als "Wolchinstein" zum ersten Mal erwähnt. Sie war zu dieser Zeit von Ulrich von Wolkenstein bewohnt. Durch ihre strategisch günstige Lage und als Sitz des Landesgerichtes beherrschten die Wolkensteiner das mittlere Ennstal.

Nachdem der letzte Babenberger, Friedrich des Streitbaren, gestorben war, kam die Burg an den Salzburger Erzbischof swiki:Philipp von Spanheim[1] († 1279), fest. Im Krieg Herzogs Albrecht I. gegen Salzburg kam Wolkenstein wieder an den steirischen Landesfürsten und wurde danach von Burggrafen und swiki:Pflegern verwaltet. Erster Pfleger war swiki:Jakob vom Turm, ein ehemaliger swiki:Salzburger Ministeriale. Im 13. Jahrhundert wurde Wolkenstein auch Sitz des Landgerichtes Ennstal. Erst 1754 wurde dieses in das bequemere Schloss Friedstein verlegt.

Kaiser Friedrich IV. verpfändete 1449 Wolkenstein an Abt Andreas von Stettheim des Benediktinerstifts Admont.

Im 16. und 17. Jahrhundert war Wolkenstein eine Kreidefeuerstation. Die Herrschaft Wolkenstein war in diesen Jahrhunderten häufig als Pfandobjekt. Von 1524 bis 1592 waren die Freiherren von Hofmann im Besitz der Burg, die viel Geld in ihren Ausbau investierten. 1592 kam die Herrschaft in den Besitz des Benediktinerstifts Admont. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb sie 1622 Polykarp Scheidt, Freiherr von Hohenburg als freies Eigen.

Von 1630 bis 1817 gehörte Wolkenstein den Grafen Saurau. Da die Familie Saurau aber die Burg nicht bewohnten, setzte ab 1680 der Verfall ein. Die berüchtigte „Dachsteuer“ machte Wolkenstein um 1750 endgültig zur Ruine. Die nächsten Besitzer waren Grafen von Goess. 1902 konnte die Abtragung der Ruine verhindert werden. Seit 1952 wird die Burgruine Wolkenstein vom Wörschacher Burgverein restauriert und gepflegt.

Durch die erhöhte Lage (200 Meter über dem Tal) und die steilabfallenden Felswände unterhalb der Burgmauern galt die Burg Wolkenstein lange Zeit als unbezwingbar. In Zeiten der Not, beispielsweise während der Türkenkriege oder der Bauernaufstände, war die Burg Zuflucht für die Bevölkerung. Um die Bevölkerung in Kenntnis der Gefahr zu setzen, gab es Feuerzeichen und Glockenklänge.[2]

Die Reste der Zwingermauern und des Burghofes zeugen von der einstigen Größe der Burg.

Bildergalerie

weitere Bilder

  Burgruine Wolkenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Fußnoten

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. Pürcher Alois: Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern, Graz 2000, S. 59.