Multereck

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Multereck (ganz rechts), von Klachau
Karte
am Multereck

Das Multereck ist ein Berg nordöstlich des Hohen Grimmings im Grimmingstock und gehört zum Dachsteingebirge. Er ist 2 176 m ü. A. hoch.

Geschichtliches

Die Nordwand des Multerecks wurde am 16. Juni 1907 erstmals von den beiden Alpinisten Friedrich Rigele und Robert Damberger durchstiegen.

Lawinen am Multereck

Jeden Winter aufs Neue wird die Multereck-Lawine bei Pürgg-Trautenfels über der Salzkammergut Straße, der B 145, zu einer Gefahr. Der von der Lawine bedrohte Straßenabschnitt ist ein Nadelöhr zwischen dem Ausseerland und dem Ennstal, das für 150 000 Einwohner und Touristen von Bedeutung ist. Auch auf der Südseite des Grimmings bilden sich gefährliche Lawinen, die vor allem die Ennstal Straße, die B320 und die Ennstalbahn, die Hauptverbindungsstrecke Selzthal – Salzburg, bedrohen und jeden Winter mit Argusaugen beobachtet wird.

In einem kooperativen Forschungsprojekt zwischen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und der Firma dTech Steyr versucht man seit 2011 diese Lawinen besser in den Griff zu bekommen. Erste, sehr ermutigende Ergebnisse aus dem Winter 2010/11 liegen bereits vor. Die Forscher erwarten sich aus diesem weltweit neuartigen Projekt in naher Zukunft ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Lawinenwarndienste.

Bei diesem Projekt geht es um die Verbindung des Wissens von Meteorologen und Strömungstechnikern. Die Meteorologen berechnen für ihre Wetterprognosen ein großräumiges Strömungsfeld, nämlich das für die ganze Erde. Strömungstechniker hingegen rechnen äußerst kleinräumig. Zum Beispiel berechnen sie Strömungsverhältnisse über den Heckflügel eines Formel-1-Boliden und wie diese das Fahrzeug auf der Straße hält.

Peter Fischer, Strömungstechniker bei dTech Steyr erklärt, dass durch das Verbinden dieser beiden Wissenschaften berechnet werden kann, wie die großräumigen Windströmungen den Schnee im Kleinen – zum Beispiel am Grimming – verfrachtet werden und sich die gefährlichen Lawine aufbauen aufbauen können. Im Winter 2010/11 konnten die Strömungsforscher von dTech Steyr ihr fein auflösendes Modell auf den Grimming aufsetzen und an das INCA Wettermodell der ZAMG koppeln. „Die ersten Rechenergebnisse sind laut den Lawinenexperten der ZAMG äußerst plausibel“ teilte Fischer dazu mit.

Diese weltweit neuartige Methode, ein fein auflösendes Strömungsmodell mit aktuellen Wettermodelldaten zu füttern, wird die Lawinenprognose für neuralgische Punkte, wie den Grimming, revolutionieren. Davon sind die Lawinenexperten der ZAMG überzeugt. Dazu führen sie als Beispiel an, wenn es beispielsweise vier Tage ohne Unterbrechnung stürmt und schneit und die Lawinenexperten wetterbedingt nicht auf den Grimming können um ein Schneeprofil zu graben, dann wird man in Zukunft mit dieser neuen Methode den Abgang der Multereck-Lawinen wesentlich besser als jetzt auch von der Ferne aus einschätzen einschätzen können, wie der am Projekt beteiligte ZAMG Lawinenexperte Arnold Studeregger erklärte[1].

Erreichbarkeit

Das Multereck liegt an einem Wanderweg, der einerseits vom Ennstal von der Grimminghütte aus dem Süden auf den Berg führt, andererseits von Klachau im Norden über den Ortsteil Kulm über den Grimming führt.

Schutzhütten

In der Nähe des Bergs befindet sich Toni Adam - Dr. Obersteiner-Biwak

Bilder

  • Multereck – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quelle lawine-steiermark.at PDF-Download, abgerufen am 8. Jänner 2012