Kulmwirt Ramsau

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Kulmwirt Ramsau
Der Kulmwirt im Winter

Der Kulmwirt Ramsau ist das älteste Wirtshaus in Ramsau am Dachstein und fand im Jahr 1610 zum ersten Mal urkundliche Erwähnung.

Gegenwart

Das heutige Kulm-Wirtshaus vereint Tradition und Moderne. Das älteste Wirtshaus in Ramsau am Dachstein wurde in den Jahren 2008 und 2009 umfassend renoviert und modernisiert und verfügt nun über Gastgarten, Speiseraum, Alte Stube und Pub. Im Obergeschoß wurden komfortable Ferienappartements geschaffen.

Würdigung heimischer Produkte

2011 wurde beim Kulmwirt in Ramsau am Dachstein eine bundesweite Versammlung der Züchter der Ennstaler Bergschecken abgehalten und im Zuge dessen das Vermarktungsprojekt Ennstaler Bergschecken Bio-Ochse präsentiert. Die Anwesenden konnten sich beim gemeinsamen Essen, das aus mehreren Gängen bestand und in der Küche des Kulmwirt Ramsau auf kreative Weise unter Verwendung aller Teile des Rindes zubereitet worden war, von der Qualität des Bio-Ochsenfleisches gleich vor Ort überzeugen.

Geschichte des Kulmwirtshauses

Von der „Tafern am Kulm“ ist das erste Mal in den Zehenturbaren der Pfarre Haus im Ennstal die Rede. Ein Colman Schweiger vom Khulmmayrguet wird hier als zehentpflichtig genannt. Laut Gstatter Grundbuch von 1625 müssen der „Schrangl“ und der „Landl“ als Entgelt für ihr Hauswasser, das sie von Khulmmayrs Grund beziehen, dessen Besitzer Arbeitskräfte stellen.

Mitte des 18. Jahrhunderts besitzt Hanns Pilz die „Taffern am Kulbm“ samt Gründstück und Hausmühle. Dessen gleichnamiger Sohn verfügt über einen Kaufbrief mit Datum vom 10. Oktober 1759. Der damalige Schätzwert beträgt 1 025 Gulden und liegt im Vergleich mit anderen Bauernlehen im oberen Bereich, was vermutlich auf das Schankrecht zurückzuführen ist. Die Grundsteuer, „Rusticalpfund“ genannt, lag damals bei einem Gulden, einem Taler und zwei Kreuzer. Neben anderen Abgaben musste ein „Bannweingeld“ in der Höhe von fünf Gulden – damals ein hoher Betrag – abgeliefert werden.

Hanns Pilz ging irgendwann in Konkurs und David Stocker kaufte die Kulmtaferne aus der Konkursmasse. Von diesem erwerben Michael Moßprugger und dessen Frau Ursula die Taferne, die sie am 6. März 1787 ihrem Schwiegersohn Mathias Wieser und dessen Frau, ihre Tochter Anna, übergeben. Auch die weitere Besitzfolge ist bekannt. 1848 ist die Besitzerin Eva Wieser, 1860 deren Sohn Mathias und 1877 besitzt dessen gleichnamiger Sohn die Taferne.

Mittels Übergabevertrag vom 27. April 1911 kamen Mathias und Josefa Berger in den Besitz, von 1925 bis 1933 ist Mathias Berger Alleineigentümer, nach ihm übernimmt Siegmund Berger.

Mit Kaufvertrag vom 25. Mai 1937 erwarben Susanna Reiter-Kubisch zur Hälfte und Franz und Richard Steiner je zu einem Viertel den Besitz. 1964 erwarb Richard Steiner alle bis damals nicht in seinem Besitz befindlichen Anteile und wurde dadurch Alleineigentümer. 1993 folgte ihm im Besitz sein Sohn Georg Steiner nach. Seit dem Jahr 2005 ist dessen Sohn Paul Steiner Alleinbesitzer und Wirt. 2008 und 2009 renovierte und modernisierte er das Gebäude des Kulmwirt Ramsau und brachte es in seine heutige Form.

Brauch

Am Stefanitag fand der Stefanitanz beim Kulmwirt Ramsau in früheren Zeiten von der Landjugend organisiert statt.

Zitat

In der Homepage des Kulmwirt Ramsau findet sich folgende launige Geschichte: „Laut Legende war der Kulmwirt in der Zeit des Geheimprotestantismus (1599 - 1792) beliebter Wirt für die katholischen Pfarrer aus Haus. Obwohl die katholischen Pfarrer vom geheimen Protestantismus der Ramsauer Bauern wussten, so war jedoch vor allem der Vogelbeerschnaps vom Kulmwirt ein Grund um über dieses "ketzerische" Verhalten hinweg zusehen.“

Bilder

  • Kulmwirt Ramsau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Kontakt

  • Kulmwirt Ramsau
  • Ramsau 39
  • 8972 Ramsau am Dachstein
  • Telefon: 0 36 87 - 2 10 99

Weblinks

Quellen