Das Ramgut war eine Villa in Obertressen in Bad Aussee im Ausseerland.

Geschichte

Das Ramgut wurde auch als "das Ramgut auf der Schloapfn" bezeichnet und war auch als "Villa Kramer" bekannt.

Jella geb. Todesco, heiratete 1872 mit noch nicht 18 Jahren den zwölf Jahre älteren Ludwig Baron von Oppenheim. Zwei Jahre später kommt ihr einziges Kind Felix auf die Welt, doch die Ehe hält nicht und wird 1883 geschieden. 1885 kauft Jella von Oppenheim das sogenannte Ramgut in Bad Aussee, dessen Vorbesitzer der wirkliche kaiserlich-russische Geheimrat Michail Cramer war.

Nach 1900 war Franz Angerer Verwalter von Ramgut.

Das Ramgut entwickelte sich unter Jella von Oppenheim zu einem sommerlichen Treffpunkt der Gesellschaft. Zu den Gästen zählte u. a. Hugo von Hofmannsthal. 1910 zählte Jella zu den vermögendsten Frauen der Monarchie und besaß eine umfangreiche Kunstsammlung. Kriegsanleihen, Entwertung und Inflation während des Ersten Weltkriegs lassen ihr Vermögen jedoch stark schrumpfen.

In den 1930er-Jahren wurde das Ramgut immer wieder an Gäste vermietet. Ein kluger Schachzug von Jella war die Schenkung von Ramgut an ihren Enkel Hermann Oppenheimer. Denn in der Zeit des Nationalsozialismus wurde Ramgut nicht enteignet, da Hermann Oppenheimer in den 1920er-Jahren nach Ungarn gegangen war und mittlerweile die ungarische Staatsbürgerschaft hatte. Daher konnte sein Besitz nicht so ohne weiteres beschlagnahmt oder enteignet werden. Während des Krieges arbeitet Hermann Oppenheimer als Verwalter eines Gutes im oberösterreichischen Timelkam. Dort konnte auch seine Großmutter Jella bis zu ihrem Tod 1943 wohnen.

Hermann Oppenheimer vermietete in den 1960er-Jahren das Ramgut an den ehemaligen SS-Offizier Wilhelm Höttl. Höttl hatte 1952 in Bad Aussee ein Gymnasium begründet und verwendete nun das Ramgut als Internat. Er noch weitere weitere Schulen. Als bekannt wurde, dass viele seiner Lehrer keine Lehrbefähigung hatten und von Höttl nur mit den Lehrstellen versorgt worden war, verliert das Gymnasium das Öffenlichkeitsrecht und muss 1964 Konkurs anmelden. Bis 1980 führte Höttl dann noch eine Maturaschule in Ramgut, bis Hermann Oppenheimers Töchter den Mietvertrag beenden. Sie klagen Höttl, da vieles aus der Villa verschwunden war, doch der Prozess endet ergebnislos.

Einer der Schüler von Höttl war André Heller, der sich noch an den Moment erinnern kann, als ihn Direktor Höttl seinen Klassenkameraden mit den Worten "Das ist der Heller, setzt euch nicht neben ihn, der hat böses Blut" vorgestellt hatte.

Quellen