Kapuzinerkloster Falkenburg

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das Kapuzinerkloster Irdning im Winter
Kloster seit 1615
Die Falkenburg um 1680 aus Bischers Schlösserbuch. Im Hintergrund Schloss Pichlarn.
Eingangsbereich mit zur Fastenzeit verhülltem Kreuz
das Kapuzinerkloster Irdning

Das Kapuzinerkloster Falkenburg, ehemals Schloss Falkenburg, in Irdning im Ortsteil Falkenburg wurde 1711 gegründet und steht unter Denkmalschutz.

Allgemeines

Am Eingangstor stehen die lateinischen Worte Gruß des heiligen Franziskus von Assisi (Franz von Assisi) Pax et Bonum. In der Mitte des vierkantigen Innenhofes befindet sich ein 16 Meter tiefer Brunnen. Diese Stelle wird als Ort der Besinnung genutzt. Das Klostergebäude ist innen mit vielen heiligen Ölbildern und Kunststichen ausgestattet. Im oberen Geschoß befindet sich die Klosterbibliothek, die teilweise vom Benediktinerstift Admont kostenlos ausgestattet wurde.

Geschichte

Das Schloss Falkenburg ein einstöckiges schmuckloses Gebäude mit angebauter einfacher spitzgiebeliger Kirche. Reste von Gräben und Wehrmauern waren um das Schloss noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Teil erhalten gewesen. Der große Garten ist von einer hohen Mauer umgeben.

Bereits im 8. Jahrhundert stand an selbiger Stelle der Hof Pfaffing, der in der Zeit der bayrischen Frühbesiedelungen entstand. Er wurde vom Erzbischof von Salzburg dem Pfarrer von Irdning geschenkt und daher den Namen Pfäffinghof führte. Aber schon im Jahre 1529 wird neben diesem Namen die Bezeichnung „Volkhburg" verwendet. Bis um 1530 gehörte dieser Hof (auch als Widemhof bekannt) der Irdninger Kirche, musste jedoch aufgrund der hohen "Quart", der vom Klerus zu gebenden besonderen Türkensteuer, an Peter Christof Praunfalkh des Schlosses Trautenfels (früher Neuhaus genannt) verkauft werden.

Wenn es auch keine Verkaufsurkunde gibt, so ist es doch wahr wahrscheinlich, dass der Pfarrer von Irdning zur Bestreitung der „Quart" den Hof an den Pfleger der Hofmann auf Neuhaus, Praunfalkh, verkaufen musste. Die Praunfalkh besaßen dann den Hof im 16. Jahrhundert besaß. Peter Christof Praunfalkh scheint mit dem Ausbau des Hofes begonnen zu haben, sein Sohn Hans Adam setzte den Umbau zum Schloss Falkenburg, wie er es jetzt nannte, fort. Als er 1629 wegen seines protestantischen Glaubens das Land verlassen mussßte, verkaufte er Falkenburg nicht, sondern setzte als Verwalter Sebastian Laßlechner darauf ein. Eine solche Verwaltung war aber nach den Bestimmungen des Ausweisungsbefehls nicht gestattet. Daher erging 1630 ein strenger landesfürstlicher Befehl, das Gut zu verkaufen. "Das geschloß Falckhenburg welliches erst vor kurzen Jahren von Grund auf Neu gepaut" und rings von einem "Wurz-" und Obstgarten umgeben war, aber "sunsten ganz frei steht" hatte zwei Höfe; in dem einen waren zwei Brunnen, „ein Zieh- sowohl ein Rohrbrunn", die erst wenige Jahre vorher mit großen Kosten erbaut worden waren. Im äußeren Hof lag eine schöne gemauerte "Padtstuben", ein Wasch- und ein Backhaus. Im Schloss befanden sich ein großer Keller, der 100 Startin Wein fassen konnte und zehn Zimmer. Sein Wert wurde auf 5.000 fl., der Wert des ganzen Gutes mit den Grundstücken und dem Meierhof auf 9.720 fl. geschätzt. Laßlechner hatte das Schloss nicht bewohnt, sodass der Bauzustand nicht besonders gut war.

Der Verkaufsbefehl wurde im Jahre 1636 erneuert, aber erst im Jahre 1649 wurde das Gut an Alexander Freiherrn von Schiefer verkauft. Von diesem erwarb es im Jahre 1652 der bisherige Pächter und Verwalter Sebastian Laßlechner, der es am 10. Juli 1660 um 6.600 fl. an Wolf Rudolf Graf Saurau verkaufte. Seine Tochter (seit 1664 Besitzerin) Maria Renate Gräfin Khevenhüller verkaufte im Jahre 1692 das auf 7.570 fl. geschätzte Gut an Johann Rudolf Graf Saurau. Auf dem Gut saß seit 1689 Franz Josef Rascher, der Sohn des früheren Lehensbesitzers, der 1692 die Untertänigkeit von den Saurau ablöste, aber es schon 1695 an Siegmund Friedrich Freiherrn von Welfersheim verkaufte, dem auch das Schloss Gumpenstein gehörte. 1708 bat ihn seine im Sterben liegende Ehefrau, dass die Falkenburg in ein Kapuzinerkloster umgewandelt werden solle. Nach dem Tod seiner Frau trat er 1710 an den Kapuzinerorden heran und baute das Kloster. Nur das Torgebäude blieb in der ursprünglichen Form erhalten. Doch blieb die Herrschaft im Besitz der Welfersheim.

Es folgten Franz Sigmund (1722) und Leopold Karl, Grafen von Welfersheim (1750), der das Gut im Jahre 1751 an Maximilian Quidowalt Graf Stainach verkaufte. Bei den Stainach blieb die Herrschaft bis 1810, da sie Alois Graf Kienburg erwarb. Dann folgten zahlreiche Besitzer.

Falkenburg als Kapuzinerkloster

Am 27. April 1711 wurden den Kapuzinermönchen der Schlüssel des bis dahin als Herrenhaus fungierten Klosters übergeben. 1714 war der Umbau fertiggestellt. Am 7. Februar 1718 wurde die Klosterkirche hl. Joseph eingeweiht.

Wie Josef Graf Welsersheim, ein Nachkomme der seinerzeitigen Stifterfamilie, anlässlich der 300-Jahr-Feier im Mai 2011 schilderte, dürfte es im 18. Jahrhundert gar nicht so einfach gewesen sein, einem Orden ein derartiges Geschenk zu machen. Es waren eine Vielzahl an Genehmigungen notwendig: vom Ordenskapitel über Seine Majestät dem Kaiser, des swiki:Salzburger Erzbischof bis hin zum Abt von Admont.

Von 1988 bis 1993 wurde das Kloster renoviert und 1998 dann generalsaniert.

Namensgebung

Falkenburg stammt aus dem Namensteil des einstigen Besitzers Hans Adam Praunfalkh und seiner Nachfahren, die das Schloss in den Jahren fertig bauten.

Anschrift

Kapuzinerkloster
Falkenburg 1
8952 Irdning-Donnersbachtal
Telefon: (0 36 82) 2 61 35
Telefax: (0 36 82) 2 61 35-6
E-Mail: irdning@kapuziner.org

Bilder

Weblinks

Quellen

  • ANNO, Steirische Burgen und Schlösser, 1936, w. Band, Heft 13

Einzelnachweise