Matthias Walcher

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Matthias Walcher (* 1939; † 6. September 2018) war Hotelier und Landwirt in der Ramsau.

Leben

Matthias Walcher wurde 1939 als zweites Kind der Eheleute Karl und Philomena am Knollhof (Knollhäusl) geboren. In den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren besuchte er in Ramsau am Dachstein die Volks- und in Schladming die Hauptschule. Bereits als Zehnjähriger traf ihn der schwere Verlust seiner Schwester Frieda. Mit seinen beiden jüngeren Schwestern Anneliese und Elfriede hatte er sich zeitlebens gut verstanden und die Geschwisterbande gepflegt.

Nach dem „Ausschulen“ half er zunächst noch am elterlichen Hof mit. Da ihn die Landwirtschaft sehr interessierte, besuchte er in der Jugendzeit die Landwirtschaftsschule Grabnerhof, bevor er seinen Bundesheerdienst in St. Johann in Tirol ableistete.

Als einer der ersten Ramsauer überhaupt legte er gemeinsam mit Erich Erlbacher, vlg. Bacher, im Jahr 1963 die Prüfung zum Landwirtschaftsmeister ab. Zwei Perioden lang fungierte Walcher als Obmann der Landjugend und engagierte sich früh auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, wofür er im Winter 2017/18 noch für 50 Jahre Dienst als Hauptfeuerwehrmann ausgezeichnet wurde.

Am 9. November 1965 übernahm Matthias Walcher den Knollhof. Nur Bauer zu sein, war ihm zu wenig. Mit viel Fleiß und Pioniergeist baute er bereits ein Jahr später einen der ersten Skilifte in der Ramsau. Der „Knoll-Lift“ steht heute noch für Einheimische und Gäste zur Verfügung. Aber nicht bei dieser Wintersportinvestition sollte es in diesem Jahr bleiben.

Es wurde das Lebensjahr für Walcher, als er bei einer Hochzeit beim „Vermochen“ Christine Gasthuber aus Oberösterreich kennenlernte. Bereits zwei Jahre später waren die beiden ein Paar. Christl schenkte vier Kindern das Leben: Thomas, Birgit, Matthias und Christian.

Die Bautätigkeit ging in den Folgejahren weiter. 1970 errichtete man ein nach modernen Gesichtspunkten ausgelegtes Stallgebäude, das auch für die heutige Biolandwirtschaft geeignet ist. Und eine gänzlich neue Ära begann, als man im Jahr 1975 das Ferienhotel „Knollhof“ erbaute und in Betrieb nahm. Mit seiner natürlichen Kontaktfreudigkeit, seinem Politik- und Geschichtsinteresse und der allgemeinen Belesenheit hatte sich Walcher um alle Belange und Wünsche der Gäste gekümmert. Selbst sprachliche Barrieren mit Nichtdeutschsprachigen waren da kein Problem.

Die Ende des alten und Beginn des neuen Jahrhunderts gaben die Knoll-Leute ihren Besitz nach und nach an die Söhne weiter. Es war ihnen nicht gegönnt, auch die Tochter Birgit zu bedenken. Sie kam bei einem tragischen Badeunfall auf einer Indienreise mit 28 Jahren ums Leben.

Die letzten Jahre hatte Walcher viel Freude an Holzarbeiten und mit dem Vieh. Eine große Rolle spielten auch die drei Enkelkinder Thomas, Anna und Raphael, sowie Haushund „Petzi“.

Er wurde am Montag, den 10. September 2018 unter Vorantritt der Trachtenmusikkapelle und großen Abordnungen von Kameradschaftsbund und Feuerwehr auf dem evangelischen Friedhof in Ramsau zu Grabe getragen.

Vor dem Gang auf den Friedhof verabschiedete sich Heinz Pitzer als Freund, Mieter eines Skiverleihs und der Skischule in einem Hotel-Nebengebäude sowie in seiner Eigenschaft als ÖKB-Obmann, dessen treues Mitglied Matthias Walcher war. Für Bürgermeister Ernst Fischbacher war das Ableben von Hias ebenfalls ein persönlicher Verlust und ein Verlust für die Gemeinde. Der Kirchenchor, eine Bläsergruppe und die Organistin mit einem besinnlichen Orgelspiel gaben der Trauerfeierlichkeit einen würdigen Rahmen.

Quelle