Laci Seibetseder

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Laci Seibetseder (* 18. Februar 1918 in Erci bei Budapest; † 1985) war Obmann und erster Ehrenobmann des Wintersportvereins Schladming, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Schladming und Ehrenringträger der Stadt Schladming.

Leben

Laci Seibetseder wurde am 18. Februar 1918 in Erci bei Budapest als drittes Kind der altösterreichischen Eltern Anton und Franziska Seibetseder geboren. Vater Anton, gebürtiger Linzer aus Urfahr, war Lagerleiter der österreichischen DDSG Linz im Donauhafen von Budapest und ab 1940 Beamter in der deutschen Botschaft.

Die drei Brüder Laci, Wilhelm und Vinzenz wurden 1940 zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Laci Seibetseder brachte es bis zum Leutnant und wurde an der Ostfront eingesetzt und auch verwundet. 1944 musste und wollte der Rest der Familien Seibetseder Budapest verlassen, da Ungarn österreichischen Staatsbürgern keinen Schutz gegen die anrückenden Russen bieten konnte. Als Rückwanderer erhielten sie in ihrer neuen, alten Heimat Österreich, bei Schladming im Untertal Aufnahme und Bleibe. Nach Kriegsende bis 1946 kamen alle drei Brüder wohlbehalten aus der Gefangenschaft zurück, und die Familie wurde in Schladming sesshaft.

Laci Seibetseder lebte sich in die Schladminger Gesellschaft sehr schnell ein. Legendär waren von ihm veranstaltete Heimatabende sowie die sogenannten GUG-Abende (GUG bedeutete: ste unterhalten Gäste). Seibetseder war auch in vielen Vereinen aktiv, zum Beispiel in der Faschingsgilde Schladming. Er erkannte aber auch bald die wirtschaftliche Zukunft des Fremdenverkehrs in der ehemaligen Bergknappenstadt. Schon 1955 machte er Verträge mit seinem Ferienbüro und der Firma Gloßner in Ansbach (Bayern), die Busreisen organisierte und im Wochenrhythmus Sommergäste nach Schladming brachte und wieder abholte.

Seine Vision von der Wintersportstadt Schladming-Planai nahm 1968 konkrete Formen an, als es ihm gelang als WSV-Obmann und Geschäftsführer des Tourismusverbandes in guter Zusammenarbeit mit Karl Kahr und "Mister Weltcup" Serge Lang die erste FIS Weltcup-Abfahrt 1973 nach Schladming zu bringen. Darüber hinaus deponierte er schon 1972 bei der FIS das Anliegen, in Schladming eine Alpine Ski-WM durchzuführen, was auch 1982 Wirklichkeit wurde.

Zwei Tage nach Franz Klammers legendärem ersten Abfahrtssieg auf der Planai, am 24. Dezember 1973, erlitt er leider einen Schlaganfall, von dem er sich nie mehr ganz erholte. Die in all den Jahren nicht geschonte Gesundheit verlangte ihren Tribut. Laci Seibetseders Wirken, Einsatz und Ideen stießen das Zukunftsfenster Schladmings für Tourismus und Wintersport ganz weit auf - das war seine Vision. Seibetseder starb 1985 und ist am Kommunalfriedhof in Schladming bestattet.

Auszeichnungen

  • Ehrenringträger der Stadt Schladming 1975
  • 1. Ehrenobmann des WSV Schladming

Funktionen

  • 1968 bis 1973: Obmann des WSV Schladming
  • 1968: 3. Präsident des Steirischen Skiverbandes und Schriftführer des Verbandes
  • 1968 bis 1973: Geschäftsführer des Tourismusverbandes Schladming

PDF-File

Quellen

  • E-Mail mit PDF-File von Lazi Seibetseder aus Gröbming, Neffe von Laci Seibetseder
  • Quellenangaben im PDF-File: Chronik Schladming, Familienchronik Seibetseder, Lazi Seibetseder