Urban Weber

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Gemälde von Abt Urban Weber
Wappen von Urban Weber

Urban Weber mit dem Beinamen Dritter Gründer (* 1599 in Bömisch Krumau; † 3. Jänner 1659 in Graz) war in den Jahren 1628 bis 1658 der 47. Abt des Benediktinerstiftes Admont.

Biografie

Urban Weber trat 1618 in das Admonter Ordensgelübde ein. Danach absolvierte er das Studium in Theologie bei den Jesuiten in Graz und Salzburg. 1625 wurde er Prior[1] des Benediktinerstiftes Admont. Im Alter von 29 Jahren wurde er am 10. März 1628 zum Abt gewählt. Im Laufe seiner Amtszeit ging er er einer der größten Bauherren in die Stiftsgeschichte ein. Daher stammt auch sein Beiname.

1629 wurde unter Abt Urban Weber die Stiftskirche und die gesamte Klosteranlage neu gestaltet. 1637 gab er den Umbau der Burg Strechau sowie den Bau einer dortigen katholischen Kapelle in Auftrag, die zu jener Zeit zu den Besitzungen des Stiftes zählte. 1640 wurde eine Lateinschule und ein Konvikt[2] im Stift Admont errichtet. Abt Urban Weber war auch Präses[3] des swiki:Salzburger Benediktinerverbandes.[4] 1641 wurde er zum Visitator[5] gewählt. 1644 wurde das Hauptportal der Stiftskirche neu gebaut und die Blasiusstatue erneuert. Im selben Jahr wurde das Stiftsgymnasium gegründet. 1648 wurde der neue Hochaltar vom Stift Admont für die Wallfahrtskirche Frauenberg angeschafft.

Er starb im Admonterhof in Graz und wurde in Admont begraben.

Wirken

Alles bekam unter seinem Wirken ein besseres Aussehen. Den Armen und Notleidenden außerhalb des Benediktinerstifts Admont ließ er seine uneigennützige Freigiebigkeit und uneingeschränkte Gutherzigkeit angedeihen, dass es niemand sah oder erfuhr.

Vor öffentlichen Ehrenämtern hatte er so viel Scheu, dass er, als er Abgeordneter der Steiermark war, nach zwei Jahren freiwillig resignierte. Sogar als er von Kaiser Ferdinand III. nach Linz berufen wurde, wo ihm die Gesandtschaft zum König von Polen aufgetragen wurde, wusste er sich durch Geschenke von dieser Aufgabe freizukaufen.

Andererseits unterzog er sich gerne dem, was immer schwer seinen arbeitsamen Schultern aufgebürdet wurde. Selbst als er über die vom Salzburger Erzbischof Paris Graf Lodron neu errichtete Kongregation der Benediktinermönche des Salzburgsprengels zum ersten Visitator gewählt wurde, tat er diese bloß kanonische, und einem Geistlichen viel besser zustehende Amtsschuldigkeit mit so einem Eifer, dass auf sein mit Beispielen unterstütztes Reden die Ordensdisziplin sich merklich verbesserte.

Geschichtliche Ereignisse

1629 kam die Burg Strechau in den Besitz des Stiftes Admont. Weiters ließ Abt Urban Weber das Schloss Röthelstein bauen. Sein Leibarzt war Johann Adam Christoph von und zu Lewaldt.

Persönliches Wappen

Das senkrechte ovale Wappenschild von Abt Urban Weber ist horizontal und vertikal in vier gleich große Abschnitte aufgeteilt. Im rechten oberen und im linken[6] unteren Bereich ist jeweils eine Weintraubenrebe, während in den jeweils gegenüberliegenden Bereichen ein gezackter Streifen mit je drei Sternen abgebildet ist. Als Schildträger dient eine kunstvolle zum Teil geschwungene Umrandung. Im Oberwappen ist mittig ein Kopf mit einer Mitra[7]. An beiden Seiten der Mitra ragt das obere Ende eines Abtstabes (oder Bischofstab, auch Krummstab genannt) heraus.

Quellen

  • Druckwerk und digitales Speichermedium mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung des Stiftes Admont zur Verwendung im Ennstalwiki.
  • über sein Wirken in Austria Sacra, oesterreichische Hierarchie und Monasteriologie - Geschichte der ganzen österreichischen, weltlichen und klösterlichen Klerisey beyderlich Geschlechtes von Marian, Priester des reformierten Ordens der Augustiner Barfüßer, 3. Teil, 6. Band, Schluss des Innerösterreichs oder das Herzogthum Steyermark, Wien, 1784, Seite 78 (im Internet in googlebooks, abgefragt am 3. Jänner 2018)

Fußnoten

  1. Vorsteher eines Klosters
  2. vergleichbar mit einem Studieninternat.
  3. geistliche und leitende Vorsitzende
  4. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  5. Beauftragter im Namen des Papstes mit ausgedehnten Befugnissen für kirchliche Untersuchungen und Überprüfungen.
  6. In der Wappenkunde werden die Seiten links und rechts (auch hinten oder vorne genannt) nicht aus der Sicht des Betrachters, sondern aus der Sicht des Schildträgers, bezeichnet.
  7. dreiecksähnliche Kopfbedeckung von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern mit Jurisdiktion (zum Beispiel Äbte).


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