Gustave de Vernouillet

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Gustave de Vernouillet (* 8. August 1819 in Paris, Frankreich; † 31. März 1901 in Schladming) war einer der Pioniere des Schladminger Fremdenverkehrs.

Leben

Der in Paris geborene Privatier kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Schladming und nahm bei der ihm befreundeten Familie Gersdorff-Flechner im ehemaligen Gewerkenhaus ständigen Wohnsitz. Um 1870 besaß Vernouillet ausgedehnte Jagdreviere und war nicht nur selbst begeisterter Jäger, sondern lud auch oftmals hochgestellte Persönlichkeiten zur Jagd nach Schladming ein.

Auf einer seiner zahlreichen Auslandsreisen wurde er in die Familie des Hofrates Johann Rudolf Ritter von Gersdorff in Wien eingeführt. Gersdorff besaß bekanntlich die Nickelgruben in der Zinkwand im Schladminger Obertal. Ihm gehörte das Haus des ehemaligen Marktrichters Martin Reisinger - den Schladmingern besser unter dem Namen Villa Flechner oder „Vilia Deubier" bekannt -, das Gersdorff während seiner Schladminger Aufenthalte bewohnte.

Da Vernouillet ein passionierter Jäger war, machte ihm Gersdorff den Vorschlag, in seinem Haus in Schladming festen Wohnsitz zu nehmen und einige Jagdgebiete im oberen Ennstal zu pachten bzw. anzukaufen. Vernouillet folgte dieser Einladung und besaß schließlich um 1870 ca. 79 000 Joch Jagdreviere (ein Joch = 1 600 Quadratklafter = 5 754,642 m²).

Ein gerne gesehener Gast war Prinz Ludwig August von Sachsen-Coburg und Gotha, den Vernouillet bewog, sich in Schladming anzukaufen und hier ein Jagdschloss zu bauen. 1984 wurde das Haus der Stadtgemeinde Schladming, das ehemalige Jagdschloss des Prinzen Coburg, hundert Jahre alt, denn 1884 baute Prinz Coburg dieses Haus und wählte es zu seinem Wohnsitz - zunächst für die Sommermonate. Später aber wohnte die Familie Coburg ständig in Schladming. Damit nahm der Fremdenverkehr schon lange vor der Jahrhundertwende einen beachtlichen Aufschwung. Vernouillet nahm an dieser Entwicklung regen Anteil und war für die damals am Fremdenverkehr interessierten Gasthof- und Hausbesitzer ein kluger Berater. Man rühmte auch seine soziale Einstellung zu weniger bemittelten Bewohnern des Ortes, denen er oftmals durch Geldzuwendungen spürbare Hilfe zuteil werden ließ.

Gustave de Vernouillet starb im 82. Lebensjahr in Schladming und wurde in der Grabstätte der Familie Gersdorff-Flechner im katholischen Friedhof beigesetzt.

In welch dankbarer Verehrung die Schladminger Bevölkerung Gustave de Vernouillet zugetan war, geht aus dem Nachruf im Grazer Tagblatt vom 2. April 1901 hervor, dessen Schlusssätze lauteten:

"So hat den der Tod trotzdem er nicht mehr überraschend kommen konnte, wieder einmal im Hause Flechner als wie in ganz Schladming und weiterhin eine empfindliche Lücke gerissen und ist es nur der Herzenswunsch aller der Vater im Himmel lohne den guten Herrn sein reichliches irdisches Wohlthun"

Ehrungen

Die Vernolettgasse in Schladming wurde nach ihm benannt.

Quelle