Gasselfahren in Liezen

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Das Gasselfahren in Liezen reicht bis ins Jahr 1869 zurück.

Geschichte

Gasselfahr-Veranstaltungen gab es in der Bezirkshauptstadt Liezen von 1868 bis vermutlich zum letzten Mal 1953.

Bekannte Veranstaltungen

Wie das Grazer Volksblatt[1] berichtet, wurde in Liezen wie im Jahr davor ein Gasslfahren veranstaltet. Vor allen zahlreiche Pferdebesitzer und Fahrer aus Oberösterreich kamen zur Veranstaltung, was dazu führte, dass die ersten zehn Plätze von diesen belegt wurden. Daraufhin beschloss man, am folgenden Montag ein neuerliches Rennen ohne die Oberösterreicher durchzuführen. Bei diesem hatten dann die Liezener die Oberhand.

Dabei wurden Zuchtfahren, Freifahren und Bezirksfahrten als Bewerbe durchgeführt. Die Sieger waren beim Zuchtfahren Josef Fuchs aus Liezen, beim Bezirksfahren Ferdinand Vasold, ebenfalls aus Liezen. Die Länge der Bahn betrug 800 Meter und musste folgendermaßen durchfahren werden: Beim ersten Fahren in einmal im Schritt und dreimal im Trab; beim zweiten Fahren einmal im Schritt und viermal im Trab und beim dritten und letzten Fahrern einmal im Schritt und fünfmal im Trab. Der Sieger gewann 30 Silbergulden.

Da das für 22. Jänner angesetzte Gasselfahren wegen großen Schneeverwehungen nicht stattfinden konnte, wurde es auf den 29. Jänner verschoben.[2]. 17 Gasseln starteten zum ersten Fahren. Das erste Fahren über zwei Kilometer gewann Peter Ettlinger aus Wörschach mit seiner dreijährigen Schimmelstute Lisi, die die Strecke in 5:22 min. trabte. Beim zweiten Fahren waren 14 Gasseln am Start. Sieger wurde Gustav Größwang junior aus Liezen mit seiner Lipizzaner Schimmelstute Lalo, die die drei Kilometer in 6:56 min. trabte. Zweiter wurde Ferdinand Vasold mit der Schimmelstute Lutz. Bei dritten Fahren starteten 12 Gassel. Sieger wurde nach langem, hartem Kampf mit Nagl aus Waidhofen mit dem Schimmelwallach Flock der Liezener Josef Fuchs, dessen brauner Hengst die Strecke in 6:22 min. trabte.

Die Preisverteilung fand im Hotel zur Post unter der Leitung des Bezirkshauptmanns Franz Freiherr von Braun statt.[3]

Das "Grazer Tagblatt" kündigte in seiner Ausgabe vom 9. Jänner 1895 ein großes Gasseltrabfahren für entweder den 13. oder den 20. Jänner an. Das gesamte Preisgeld betrug 800 Kronen.[4] Es fand dann tatsächlich am 13. Jänner bei schönem, aber sehr kalten Wetter statt. [5]

Dieses Gasselfahren fand beim Fuchsteich statt.

  • 1953: Es war das erste Gasselfahren nach dem Zweiter Weltkrieg und auch das letzte in Liezen.

Quelle

→ sowie dortige Quellen Karl und Sybille Wimmer, zusammengefasst von Karl Hödl

Einzelnachweise

  1. Quelle [1], Grazer Volksblatt, 14. Februar 1869, Seite 3
  2. Quelle anno, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 29. Jänner 1893, Seite 6
  3. Quelle anno, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 2. Februar 1893, Seite 6
  4. Quelle anno, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 9. Jänner 1895, Seite 6
  5. Quelle anno, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 20. Jänner 1895, Seite 5