Wiener Hochquellenwasserleitung

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Quellen für die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung, die Kaiser-Franz-Josef-Hochquellwasserleitung, befinden sich bei Wildalpen im Bezirk Liezen.

Geschichte

Am 1. Mai 1899 schlossen die Stadt Wien und das Benediktinerstift Admont einen Kaufvertrag Einzugs- und Niederschlagsgebiete der Quellen und der Wasserrechte für die Kaiser-Franz-Josef-Hochquellwasserleitung[1]. Am 2. Dezember 1910 wurde die II. Wiener Hochquellenwasserleitung, die durch das Gemeindegebiet von Wildalpen verläuft, durch Kaiser Franz Josef I. eröffnet.

Das Grazer Volksblatt berichtete am 14. August 1900 vom Besuch des Erzherzogs Ferdinand Karl am 11. August 1900 in Wildalpen anlässlich der Grundsteinlegung der Hochquellenleitung:
Am Samstag 11 Uhr vormittags kamen die Festtheilnehmer in einer langen Wagenreihe hier an. Erzherzog Ferdinand Karl wurde vom Bürgermeister Dr. Lueger und von den Festgästen begrüßt. Hierauf celebrierte Abt Cajetan Hofmann von Admont mit großer geistlicher Assistenz eine feierliche Messe. Die Anwesenden sangen das Messlied: „Hier liegt vor deiner Majestät", wobei die Eisenerzer Knappenkapelle die Begleitung spielte. Sodann hielt Abt Cajetan Hosmann an die Festgäste eine Ansprache. Zum Schlusse verwies der Redner auf die Bedeutung der kirchlichen Einweihung und schloss mit einem dreifachen, begeistert aufgenommenen „Hoch" auf das Allerhöchste Kaiserhaus. Hierauf fand die feierliche Ceremonie der kirchlichen Einweihung des Grundsteines statt, worauf als erster Herr Erzherzog Ferdinand Karl die drei Hammerschläge gab. Nach ihm machten die anwesenden Celebritäten die üblichen Hammerschläge. Danach ergriff Bürgermeister Dr. Lueger noch einmal das Wort und dankte dem Abte von Admont für den Segen für das Werk und für das Entgegenkommen, welches er der Stadt Wien gezeigt hat. Ein neuer Abschnitt in der Geschichte Wiens sei es, da die zweite Hochquellenleitung ins Leben trete. Nach der Feier verabschiedete sich Erzherzog Ferdinand Karl in liebenswürdigster Weise vom Gemeinderath und gieng zu Fuß nach Wildalpen, wo er im Hotel Zisler das Déjeuner nahm. Um halb 2 Uhr fuhr der Herr Erzherzog nach Groß-Reifling zurück. Um 2 Uhr versammelten sich die Festtheilnehmer zum gemeinsamen Festmahle im Hotel Zisler, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Vor Beginn desselben überreichte Bürgerneister Dr. Lueger dem Abte Cajetan Hofmann von Admont die doppelt große Salvatormedaille mit einer Ansprache. Tief gerührt dankte Abt Hofmann. Bürgermeister Dr. Lueger brachte dann ein „Hoch" auf den Abt von Admont aus, in welches die Festgäste freudig einstimmten.

Die Quellen

Südlich und östlich von Wildalpen erstreckt sich der Kalkstock des Hochschwabs, welcher zahlreiche ergiebige Karstquellen besitzt. Vor allem die Kläfferquelle, die größte Karstquelle Mitteleuropas, und die Siebenseequellen, dann die Brunngraben-, Höllbach-, Schreierklammquellen- und Seisensteinquelle schütten täglich über 220 000 Kubikmeter bestes Trinkwasser, das über eine Leitung, bestehend aus Stollen und Aquädukten, in 36 Stunden nach Wien fließt.

Neben dem Besuch des Wasserleitungsmuseums ist ein Spaziergang zu den Siebenseen empfehlenswert – ein unheimlicher, urtümlicher Gebirgskessel hart am Rande der schattigen Flanken des Hochschwabs.

Weblinks

Quelle

Das Beiheft als PDF

Einzelnachweise

  1. Quelle Wikipedia II. Wiener Hochquellenwasserleitung